Tab­bert Kor­nett 540 K

Lese­dau­er 13 Minu­ten

Eini­ge Bil­der und Daten zu unse­rem Tab­bert Kor­nett 540 K. Hier­bei han­delt es sich um einen Fami­li­en­wohn­wa­gen mit hin­te­ren Stock­bet­ten und einer dor­ti­gen 2er-Sitz­grup­pe, die man zu einem wei­te­ren Bett umbau­en kann. Ins­ge­samt bie­tet der Kor­nett damit fünf Per­so­nen Platz. Der Kor­nett war das Ein­stiegs­mo­dell bei Tab­bert, wel­ches heu­te der Ros­si­ni darstellt.

Raum­auf­tei­lung

Stock­bett

Das ein­deu­tig bes­te Bett ist das unte­re Stock­bett, wel­ches über einen Lat­ten­rost und eine durch­ge­hen­de und dicke Matrat­ze ver­fügt. Unter die­sem hoch­klapp­ba­ren Bett befin­det sich ein Stau­raum, der Platz für einen gro­ßen Cam­ping­tisch samt Stüh­len bie­tet. Bei unse­rem Wohn­wa­gen wur­de sinn­vol­ler­wei­se nach­träg­lich eine Außen­klap­pe nach­ge­rüs­tet. Dies war der Bereich für unse­ren ältes­ten (und ein­zi­gen) Sohn.

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Die hin­te­ren Bet­ten mit der Sitzgruppe
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Sto­cke­bet­ten, längs

Das obe­re Stock­bett ist offi­zi­ell nur bis maxi­mal 60 kg belast­bar, was nicht bedeu­tet, dass es bei einer 70 kg schwe­ren Per­son gleich zusam­men­bricht. Die Matrat­ze ist hier aller­dings die dünns­te im gesam­ten Fahr­zeug. Der Platz ist in der Län­ge durch die mit Klap­pen ver­se­he­nen Ober­schrän­ke und in der Brei­te durch ein offe­nes, dop­pel­tes Regal ein­ge­schränkt. Im Gegen­satz zum unte­ren Bett kann man sich hier an einer Lese­lam­pe (Halo­gen, 12V) erfreu­en. Das obe­re Bett wur­de ger­ne von unse­rer Kleins­ten zu einer Höh­le umge­baut. Von hier aus kann man die Umge­bung durch das Fens­ter wie aus einem Baum­haus beobachten.

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Stock­bett im Kornett

Sitz­grup­pe, Ein­zel­bett hinten

Die hin­te­re Sitz­grup­pe kann zu einem Längs­bett umge­baut wer­den. Sie besteht aus einer Bank, die brei­ter als der Tisch ist und über der sich ein Stau­fach mit Klap­pe, sowie dar­un­ter ein Regal befin­den. Das offe­ne Regal wur­de lei­der auf Rücken­hö­he eines Erwach­se­nen befes­tigt, sodass man sich hier zwar bequem hin­set­zen kann, aber beim Zurück­leh­nen das Regal im Rücken hat. In der Rea­li­tät stört das aber kei­nes­wegs. Da sich das Regal über die gesam­te Brei­te des Wohn­wa­gens erstreckt und unter dem obe­ren Stock­bett hängt, dient es auch als Nacht­tisch für das unte­re Bett.

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Die hin­te­re Sitzegruppe

Unter der Bank befin­det sich ein gro­ßes Stau­fach, das man aus Gewichts­ver­tei­lungs­grün­den höchs­tens mit Bett­zeug befül­len soll­te. Der Ein­zel­sitz ver­birgt die elek­tri­sche Ther­me von Tru­ma, neben der man aber noch aller­lei ande­re Din­ge unter­brin­gen kann.

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Heck­sitz­grup­pe, Blick aus unte­rem Stock­bett heraus

Über der Sitz­grup­pe, die über eine Halo­gen-Lese­lam­pe ver­fügt, fin­det man die übli­chen Hän­ge­schrän­ke mit Klap­pen und einem Regal direkt dar­un­ter. Die bei­den erwähn­ten Halo­gen­lam­pen sind die ein­zi­gen Licht­quel­len im hin­te­ren, durch eine Schie­be­tür abtrenn­ba­ren Bereich. Eine Decken­leuch­te gibt es hier nicht. Als per­sön­li­che Lese­lich­ter die­nen uns hier schwenk­ba­re, bat­te­rie­be­trie­be­ne LED-Lam­pen mit Saug­napf von Osram. Tags­über wird der Bereich durch die gro­ßen Sei­ten­fens­ter und eine klei­ne Dach­lu­ke mit Licht und Luft versorgt.

Die Dach­lu­ken und Fens­ter in allen Wohn­räu­men ver­fü­gen über Flie­gen­git­ter und Verdunkelungsrollos.

Hängt man den klei­nen Tisch wei­ter unten an die Wand, so bil­den die Pols­ter Sitz­bank zusam­men mit den bei­den des Ein­zel­sit­zes ein wei­te­res, wenn auch recht schma­les Bett. Hier schlief immer unse­re Sand­wich­toch­ter. Ver­su­che, die­ses Bett mit einer Dusch­stan­ge und einem Vor­hang etwas pri­va­ter zu gestal­ten, schei­ter­ten lei­der. Auch auf mehr­fa­che Nach­fra­ge hin, bekräf­tig­te unse­re Toch­ter immer wie­der, dass der Schlaf­kom­fort auf die­sem schma­len Bett abso­lut in Ord­nung wäre. Ich den­ke aber, dass Erwach­se­ne mit der Brei­te trotz­dem hadern könnten.

Eine Alter­na­ti­ve wäre, eine wei­te­re Schlaf­statt – z. B. mit­tels zwei­er „Gäs­te­bett-Hocker“ (Klapp­ma­trat­zen) – zwi­schen Bett und Sitz­grup­pe zu rea­li­sie­ren. Dadurch ergä­be sich ein unte­res Bett von ca. 215 cm Brei­te und 200 cm Län­ge. Ich bin kein Freund von fes­ten Umbauten.

Vor­de­re Sitzgruppe

Die vor­de­re Sitz­grup­pe kann rea­lis­tisch betrach­tet nur vier Erwach­se­ne (Her­an­wach­sen­de) und ein Kind beher­ber­gen, da die Quer-Sitz­bank nur eine sehr kur­ze Sitz­flä­che bietet.

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Die vor­de­re Sitzgruppe

Links unter der Bank befin­det sich der 45 Liter fas­sen­de, fest ver­bau­te Frisch­was­ser­tank, den man sowohl von außen, wie auch von innen befül­len kann. Die rest­li­chen Fächer sind alle frei. An der Sei­te rechts kann man durch eine Klap­pe an Uten­si­li­en her­an­kom­men, ohne die Bank hoch­klap­pen zu müs­sen. Auch hier befin­den sich rund­um Hän­ge­schrän­ke, links und rechts noch mit Rega­len. Eine 220 V Decken­leuch­te und zwei ver­stell­ba­re 12 V Halo­gen­s­pots beleuch­ten die­sen Bereich abends eini­ger­ma­ßen zufrie­den­stel­lend, aber nicht son­der­lich wohn­lich (sie­he wei­ter unten „emp­foh­le­ne Nachrüstungen”).

Drei Aus­stell­fens­ter mit brom­beer­far­be­nen Gar­di­nen, hel­len Stores und Kom­bi­rol­los gehö­ren auch hier zur Grundausstattung.

Beim Umbau zum gro­ßen Dop­pel­bett blei­ben die bei­den Eck­pols­ter und die Rücken­leh­ne der Quer­bank übrig. Man könn­te sie unter dem Tisch ver­stau­en, aber das wür­de die ohne­hin nicht opti­ma­le Unter­lüf­tung der Lie­ge­flä­che noch mehr ein­schrän­ken. Der Vor­be­sit­zer nutz­te die Sitz­grup­pe nie, ließ Tisch und Pols­ter zu Hau­se und leg­te einen gro­ßen Lat­ten­rost und eine Matrat­ze auf die lee­ren Bänke.

Da wir auf die Sitz­grup­pe nicht ver­zich­ten woll­ten, die ein­fach einen wei­te­ren Rück­zugs­ort im Urlaub dar­stellt, kauf­ten wir uns das mobi­le Bett­sys­tem „Sen­ti­na” von Fritz Ber­ger. Die­ses clips­ten wir im Bereich über dem Tisch nicht zusam­men, sodass wir die­ses Teil her­aus­neh­men konn­ten und die Sitz­grup­pe wie­der benut­zen konn­ten. Natür­lich sitzt man dadurch 44 mm höher.

Im Som­mer ist so ein „Lat­ten­rost“ ein abso­lu­tes Muss, ohne bil­det sich nachts ein­fach viel zu viel Kon­dens­was­ser in den Ecken. Alter­na­tiv kann man die Pols­ter auch jeden Mor­gen aus­lüf­ten lassen.

Für den letz­ten Rest an Kom­fort auf län­ge­ren Urlau­ben sorg­te bei uns noch ein Matrat­zen­top­per, den man zusam­men­rol­len kann. Er sorgt dafür, dass man kei­ne Rit­zen mehr zwi­schen den Pols­ter­ele­men­ten bemerkt. Den mitt­le­ren Teil des Sen­ti­na-Sys­tems und den Top­per leg­ten wir ins Vorzelt.

Der Küchen­be­reich

Ein Absor­ber-Kühl­schrank mit 77 Liter Fas­sungs­ver­mö­gen, ein dreif­lam­mi­ger Herd, Emai­lie-Spü­le, Unter­schrank, Besteck­schub­la­de, Apo­the­ker­schrank, Ober­schrän­ke, Regal, zwei Halo­gen­lam­pen, Nische für Kaf­fee­ma­schi­ne oder Toas­ter – fer­tig. Über der Küchen­zei­le befin­det sich kei­ne Abluft­hau­be, die Koch­dämp­fe ent­wei­chen durch das stu­fen­los aus­stell­ba­re Fens­ter und die klei­ne Dach­lu­ke. Unter der Spü­le befin­den sich die Gas­ab­sperr­ven­ti­le und der Ver­tei­ler für die 12 V‑Gerätschaften. Der beleuch­te­te Schal­ter für die Ther­me fin­det sich logi­scher­wei­se auch hier.

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Die Küchen­zei­le im Tab­bert Kornett
Dreiflammiger Herd, Spüle, Cramer EK 85
Der Herd/​Kocher EK85 und die pas­sen­de Spü­le im Tabbert.
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Der Apo­the­ker­schrank
beleuchtete küche wohnwagen
Küche nachts in Benutzung.

Die Corn­flakes-Packung ist XXXL, der Grö­ßen­ver­gleich passt also nicht. 🙂

Das Bad

In die­sem Bade­zim­mer könn­te man duschen, wenn es denn seri­en­mä­ßig eine aus­zieh­ba­re Brau­se gege­ben hät­te. Gabe es aber nicht. Nichts­des­to­trotz sind die Wand hin­ter der Toi­let­te und die Tür mit einer struk­tu­rier­ten, was­ser­ab­wei­sen­der Folie beschich­tet. Die ande­ren Wän­de sind mit Kunst­stoff verkleidet.

Für Tages­licht und Frisch­luft sorgt eine Dach­hau­be mit her­ab­klapp­ba­rem Fliegenschutz.

Ein beleuch­te­ter Spie­gel geht über Eck. Der Licht­schal­ter ist über dem Spie­gel in der Ver­klei­dung und nur für Erwach­se­ne zu errei­chen. Das ist zwar gewöh­nungs­be­dürf­tig, aber so spart man sich wohl den was­ser­dich­ten Schalter.

An Stau­raum und Abla­ge­flä­chen man­gelt es der Nass­zel­le eben­falls nicht. Eher muss man sich hier gut orga­ni­sie­ren und sich mer­ken, was man wohin gepackt hat, sonst muss man in jedes Fach schau­en und jede Tür öff­nen. Es gibt immer­hin fünf Rega­le und vier Schrän­ke in die­sem Bad, das im Ver­gleich zu „moder­nen“ Nass­zel­len mit Klapp­wasch­tisch rela­tiv groß ist.

Die Kas­set­te der dreh­ba­ren Thet­ford-Toi­let­te ent­leert man von außen durch eine abschließ­ba­re Serviceklappe.

In der Boden­wan­ne befin­det sich ein Ablauf, so ist die Rei­ni­gung die­ses Berei­ches kein Pro­blem. Im Prin­zip ist das alles gewis­ser­ma­ßen… „abspritz­bar“.

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Der beleuch­te­te Spie­gel und das Waschbecken
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Der Licht­schal­ter zwi­schen der drit­ten und vier­ten Leuchte
regale schränke wohnwagen badezimmer
Stau­raum ohne Ende!
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Die Thet­ford-Toi­let­te

Die Fern­se­he­cke

Hier habe ich doch etwas umge­baut. Ich habe einen Fern­seh­arm an eine buchefar­be­ne Span­plat­te geschraubt und die­se wie­der­um an die Wand zum Bade­zim­mer. Ich woll­te die Las­te mehr ver­tei­len. Das hat her­vor­ra­gend funk­tio­niert und man sieht die Modi­fi­ka­ti­on auch nicht, wenn man nicht dar­auf achtet.

Der „Fern­se­her“ war erst ein FullHD 27″ Moni­tor, an dem ein Raps­ber­ry Pi 1 ange­schlos­sen war. Damit dem bei FullHD nicht gleich die Pus­te aus­geht, über­tak­te­te ich ihn auf 1,0 GHz. Das hat enorm was gebracht. Kodi (LibreELEC) ist rich­tig geschmei­dig bedien­bar. Als Mas­sen­spei­cher dien­te eine 3 TB gro­ße HDD. Wir haben nie­mals eine Sat-Schüs­sel ver­misst, da wir sowie­so seit Jahr­zehn­ten kaum linea­res TV schauen.

Erst kam der Sound über zwei Logi­tech-PC-Spea­ker, spä­ter über ein 2.1‑System, des­sen gro­ßer Sub­woo­fer im Schrank unter dem Fern­se­her ver­schwand. Im Fach dar­über bekam eine alte Xbox (ja, die ers­te!) ihren Platz. Man dad­delt doch eh kaum im Urlaub. Aber manch­mal reg­net es und dann kann man nost­al­gisch werden. 😉

Für den Inter­net­zu­gang sorgt ein LTE-Rou­ter mit WLAN. Den habe ich selbst gebaut. Die Kauf­lö­sun­gen sind mir alle zu unflexibel.

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Die Fern­se­he­cke

Na? Fällt die auf­ge­dop­pel­te Plat­te auf? Eben!

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Das letz­te Setup

Heu­te hängt ein 27″ Sam­sung-Fern­se­her mit dem Raspi an der Stel­le des Moni­tors. Den hat­te uns ein Bekann­ter geschenkt, der stand nur noch bei ihm rum und so muss­te ich nicht mei­nen Moni­tor dau­ernd mit­schlep­pen. Linea­res Fern­se­hen hat trotz­dem nicht im Wohn­wa­gen Ein­zug gehalten. 🙂

Am Bild erkennt man, wie weit wir den Fern­se­her am Arm Rich­tung Sitz­grup­pe her­aus­zie­hen kön­nen. Hält dank des Bret­tes bombenfest.

Aus­stat­tung und Design

Unser Kor­nett ist Bau­jahr Mai 1997 und somit noch ein ech­ter Tab­bert. Die ers­ten Kor­netts wur­den in den 1970ern gebaut und waren die Ein­stiegs­klas­se für einen Wohn­wa­gen von die­ser Fir­ma aus dem Hessischen.

Der TÜV-Prü­fer, der die Gas­prü­fung machen sol­le, betrat den Wohn­wa­gen, steht vor der Küche und dreht sich ein­mal im Kreis. Er schaut in die Papie­re des Kor­netts. Sieht sich wie­der um. Geht hin­aus und bleibt vor dem Wohn­wa­gen ste­hen. Schaut wie­der in die Papiere.
Ich: „Alles in Ordnung?“
Er: „Jaaa, also… der sieht von innen viel moder­ner als von außen aus. Das ist schon seltsam.“

Naja, die typi­sche Tab­ber­form mit dem hin­ter­lüf­te­ten Dach gab es ziem­lich unver­än­dert seit 1975.
Gebaut wur­den die­se Form tat­säch­lich bis 2005, also exakt drei­ßig Jah­re lang. Die letz­ten sie­ben Jah­re beka­men die­se Model­le eine Plas­tik­front (und ‑heck) ver­passt, die zwar viel moder­ner aus­sah, aber (wie bei allen ande­ren Her­stel­lern) schnell Ris­se bekam und undicht wur­de. Der Kor­nett blieb von die­ser Ver­schlimm­bes­se­rung ver­schont. 2001 fusio­nier­te Tab­bert mit der Fir­ma Knauf.

Auf einem Cam­ping­platz tra­fen wir einen ehe­ma­li­gen Tab­bert-Mit­ar­bei­ter, der längst in Ren­te war. Er frag­te uns, ob er sich den Wohn­wa­gen anse­hen dür­fe – durf­te er. Bevor er ein­trat, schau­te er auf das Typen­schild und ihm ent­rutsch­te: „Gott sein Dank! Gera­de noch ein ech­ter Tab­bert!”. Ich habe nicht gefragt, aber ver­mut­lich began­nen nach 1997 die Spar­maß­nah­men in der Fir­ma. Ich weiß es aber nicht genau.

Beim Kor­nett 540 muss man also kei­ne Abstri­che in der Qua­li­tät machen, die ist so gut, wie bei allen alten Tabbert.
ACHTUNG: Den Kor­nett der 1990er-Jah­re gab es in ver­schie­de­nen Aus­füh­run­gen, auch mit einem Dop­pel­bett im Heck, was für Fami­li­en kei­nen rech­ten Sinn ergibt.

Wie zuvor erwähnt, der Kor­nett ist für eine jün­ge­re Ziel­grup­pe gebaut wor­den. Er ist ins­ge­samt erstaun­lich bunt, die Mar­ke­ting­leu­te spra­chen sicher­lich von „pop­pig”. Die Keder­leis­ten­ab­de­ckun­gen sind vio­lett, eben­so sind die Schei­ben rings­her­um leicht vio­lett getönt. Die „Kornett”-Schriftzüge sind sil­bern, rosa und blau – ganz im Trend der spä­ten 1980er, frü­hen 1990er. Tab­bert war immer etwas hin­ten­dran, was den Zeit­geist anging. Aber cool ist es irgend­wie schon, oder? 😀 Es ist mal etwas ande­res. Ob es einen Ersatz für die vio­let­ten Keder­leis­ten­ab­de­ckun­gen gibt, wage ich aber zu bezweifeln.

tabbert kornett
Kor­nett-Logo

Der Möbel­bau ist glück­li­cher­wei­se nicht das übli­che Eiche-bru­tal – und auch die Außen­haut ist nicht Pud­ding­far­ben, son­dern weiß. Die Ziel­grup­pe waren ein­deu­tig jun­ge Fami­li­en, was sich auch im einem moder­ne­ren Inte­ri­eur wider­spie­gelt. Die­se erin­nert arg an eine Eis­die­le der 1990er: brom­beer­far­be­ne Pols­ter und Vor­hän­ge, grün mar­mo­rier­te Arbeits­flä­chen und Fron­ten in zeit­ge­nös­si­scher Buche­op­tik waren auch damals eher spie­ßig, aber schon deut­lich mon­dä­ner als das übli­che Gel­sen­kir­che­ner Barock.

Die Klap­pen und Türen kennt man z.B. aus der Aus­stat­tungs­li­nie „Dia­dem”. Im Kor­nett wur­den sie aller­dings mit grü­nen Kon­tra­strei­fen im Mar­mor­design ver­se­hen. Die­ses Design ziert auch alle Abla­ge­mög­lich­kei­ten wie die Tische, die Arbeits­plat­te und die Fern­se­he­cke. Auch die­ses kennt man aus der Diadem-Reihe.

Aus­stat­tung (Aus­zug)

  • Stock­bet­ten im Heck, längs
  • Schie­be­tür zum hin­te­ren Bereich
  • Fünf Schlaf­plät­ze
  • Zwei Sitz­grup­pen
  • Alle Fens­ter und Dach­lu­ken (bis auf das Bad) mit Insek­ten- und Verdunkelungsrollos
  • Kühl­schrank, 77 Liter, Absor­ber, Zwei-Sterne-Eisfach
  • Dreif­lam­mi­ger Herd von Cramer
  • Email­lie-Spül­be­cken
  • Apo­the­ker­schrank in der Küche
  • Tru­ma Ther­me TT2, 5 Liter
  • Tru­ma Tru­ma­tic S (auto­ma­ti­sche Lüftersteuerung)
  • 2x 11 kg Gas­fla­schen im Flaschenkasten
  • Thet­ford WC mit Aussenklappe
  • Mehr als aus­rei­chen­der Stauraum
  • 300 kg Zuladung
  • AAA-Brem­sen (selbst­nach­stel­lend)

Gera­de die Schie­be­tür ist Gold wert. Es reg­net und die Kin­der sind „zu laut” (oder man selbst zu emp­find­lich)? Tür zu und Ruhe ist.

Son­der­aus­stat­tung

Unser Kor­nett ver­fügt über fol­gen­de Son­der­aus­stat­tun­gen und Nach­rüs­tun­gen, die ich jedem emp­feh­len kann.

  • Anti-Schlin­ger­kupp­lung
  • Fahr­rad­trä­ger auf Deichsel
  • Fahr­rad­trä­ger am Heck (soll­te man nicht benutzen!)
  • 220 V RGB-W-LED-Deckenleuchte
  • 220 V RGB-Ambi­ent­be­leuch­tung vor­de­re Sitzgruppe
  • Steck­do­sen­leis­te neben Küchen­be­leuch­tung unsicht­bar und fest verbaut
  • 3x 12 cm gro­ße, unhör­ba­re Lüf­ter für bes­ser Leis­tung des Kühl­schran­kes verbaut
  • Fern­seh­hal­te­rung
  • 27″ Fern­se­her
  • Kodi auf Raspber­ry Pi
  • 2.1 Sound­sys­tem
  • LTE-Rou­ter mit WLAN und Außenantenne
  • Kabel­ge­bun­de­ne Rückfahrkamera
  • Drit­te LED-Bremsleuchte
rückfahrkamera drittes bremslicht wohnwagen
Rück­fahr­ka­me­ra und drit­tes Bremslicht
monitor innenspiegel wohnwagen kamera
Die Ansicht auf einem 3″ Moni­tor am Innenspiegel
einparken wohnwagen
In der Schlan­ge vor dem Campingplatz
wohnwagen rückkamera android
Auf einem Android-Radio im Rext­on: zu weit unten.

Die Kame­ra ist kabel­ge­bun­den, die Kopp­lung zum Fahr­zeug habe ich über Ste­cker für Boo­te rea­li­siert. Im Tra­jet hat­ten wir noch kein Radio mit Touch­screen, sodass ich mir ein­fach einen bil­li­gen, ana­lo­gen Moni­tor mit Haus­halts­gum­mis für die Fahrt am Innen­spie­gel befes­tigt habe. Da schaut man aus Gewohn­heit eh immer hin, und dann sieht man wenigs­tens ein ver­trau­tes Bild.

Spä­ter im Rext­on mit so einem gro­ßen Auto­ra­dio, muss­te der Video­ein­gang manu­ell ein­ge­schal­tet wer­den, wel­cher beim Ein­le­gen der Rück­wärts­gan­ges auf die Rück­fahr­ka­me­ra des Autos umschal­te­te und man auf die Deich­sel blick­te. Blöd, also muss­te man wie­der manu­ell umschal­ten. Ganz ehr­lich? Auch im Rext­on hat­te ich am Schluss wie­der so einen klei­nen Moni­tor am Innen­spie­gel hän­gen, das ist ein­fach rich­tig klasse.

Was fehlt zu einem „rich­ti­gen“ Tabbert?

Dem Kor­nett feh­len im Ver­gleich zu einem Dia­dem des glei­chen Bau­jah­res fol­gen­de Aus­stat­tungs­merk­ma­le, respek­ti­ve ver­fügt er über ande­re Merkmale:

  • Außen­far­be weiß (statt puddingfarben)
  • Stahl­fel­gen (statt Alufelgen)
  • Wap­pen auf Fla­schen­klap­pe sil­bern (statt golden)
  • Kei­ne Seitenleisten
  • Keder­leis­ten durch­ge­hend alufarben
  • Vio­let­te Tönung der Fens­ter (statt bronzefarben)
  • Kei­ne hin­te­re seit­li­che Außen­klap­pe für die Beladung
  • Kein Por­zel­lan­tel­ler mit Tab­bert-Wap­pen im Küchenbereich
  • Kein Küchen­brett
  • Misch­bat­te­rien nur aus Kunststoff
  • Kein Uni­ver­sal-Küchen­fens­ter (wel­ches auch oben aus­klapp­bar wäre)
  • Ein­fa­che­re Klap­pen an den Schränken
  • Kei­ne Glas­ein­sät­ze in den Türen
  • Kei­ne Dusche
  • Kei­ne Klimaanlage
  • Kein Abwas­ser­tank (sonst her­aus­nehm­bar, 35 Liter, Rollen)
  • Kein her­aus­nehm­ba­rer Frischwassertank
  • Kom­plett wei­ßes Kunst­stoff­ba­de­zim­mer ohne Dekorelemente
  • Auf­baus­pots (statt inte­grier­te Spots)
  • Kei­ne Teppiche
  • Kei­ne Bord­bat­te­rie, kein Lade­ge­rät (sonst 90 Ah)
  • Ein­fa­ches Ver­sor­gungs­ka­bel an Deich­sel (statt Spiralkabel)
  • Kein Ersatz­rad
  • Ach­se mit gerin­ge­rer Belast­bar­keit (unter dem Strich aber glei­che Zuladung)

Inter­es­sant: Bereits 1996 bot Tab­bert ein elek­tro­ni­sches Anti-Schlin­ger-Sys­tem als Son­der­aus­stat­tung an.

 

Tech­ni­sche Daten

Hier die tech­ni­schen Daten aus dem Fahr­zeug­schein, denn Tab­bert bie­tet kei­ner­lei(!) ein­seh­ba­re Daten oder gar alte Pro­spek­te im Netz an. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber das merk­te ich schon bei der Umrüs­tung auf die selbst­nach­stel­len­den Brem­sen.
Der Auf­bau wird zwar mit „540“ ange­ge­ben, aber er ist in Wirk­lich­keit natür­lich einen guten Meter länger.

Ach­tung! Die­se Daten sind die Daten UNSERES Kor­nett 540 K! Der hat eini­ge Beson­der­hei­ten „aus der Zukunft“:

  • 30 mBar Gasanlage
  • Alko Del­ta SI-N14‑1 Ach­se, die es zum Zeit­punkt der Erst­zu­las­sung noch gar nicht offi­zi­ell zu kau­fen gab. Alko mein­te dazu, dass gute Kun­den auch mal die neus­ten Ent­wick­lun­gen vor deren offi­zi­el­ler Markt­ein­füh­rung bekom­men würden.

Das kann bei Eurer Wohn­do­se wie­der ganz anders aus­se­hen. Die­se Auf­lis­tung dient pri­mär für mich selbst, damit ich nicht immer wie­der alles neu her­aus­su­chen muss.

Auf­bau

Län­ge: 637 cm
Brei­te: 220 cm

Abmes­sun­gen gesamt

Gesamt­län­ge: 768 cm
Brei­te: 230 cm
Brei­te: max. 248 cm
Höhe: 257 cm

Umlauf­maß

1.000 cm

Max. Steh­hö­he

190 cm

Gewich­te

Leer­ge­wicht: ca. 1.200 kg
Achs­last: 1.500 kg
Stütz­last: 100 kg

Auf­las­tung

1.600 kg kos­ten ca. 1.500 EUR. Neue Ach­se, neue Brem­sen, Rah­men verstärken.
1.800 kg machen mehr Arbeit und schla­gen mit irgend­was um die 4.000 EUR aufs Kontor.
Wür­de durch Alko durchgeführt.

Füll­men­gen

Frisch­was­ser­tank: 45 Liter (= 45 kg!)
2x 11 kg Gas­fla­schen (je 2 x 24 kg!)
Druck­reg­ler: 30 mBar

Deich­sel

Antisch­lin­ger­kupp­lung: Alko AKS 2000 Ausf. B M4557 (Son­der­aus­stat­tung)
Reib­be­lä­ge kau­fen(1)

Ach­se

Alko Del­ta SI-N14‑1

Brem­sen

Typ: 2051, Ausf. A
Brems­trom­mel: 583 928

Selbst­nach­stel­len­de AAA-Bremsen

Sind mög­lich und bei uns auch durch eine Auto(!)werkstatt nach­ge­rüs­tet worden.
Selbst prü­fen
Anbie­ter auf eBay(1)

Rei­fen

Werks­be­stü­ckung: 195/​70R15 97T
Anga­ben Fahr­zeug­schein: 205/​65 R15 reinf. 99J

Fel­gen

Mefro 43315 104
5/​112 Lochkreis
5,5Jx15H2
ET30
Die­se Seri­en-Fel­gen kön­nen laut Mefro nur aus­nahms­wei­se 205/​65 R15 Decken aufnehmen.

Kühl­schrank

Dometic/​Electrolux RM4270L
CE 0085 AO 0018
Absor­ber­kühl­schrank (12 V, 230 V, Flüssiggas)

Lüf­tung: Passiv
Modi­fi­ka­ti­on: 3x 24V 12 cm Lüf­ter von NMB an 12V zuschalt­bar, enor­mer Unter­schied bei hohen Temperaturen.

Kocher

Cra­mer, dreif­lam­mig, Email­le, hellgrau
Typ EK85
CE 0063 AP 1205
Dich­tun­gen kau­fen(1)

Hei­zung

Tru­ma Tru­ma­tic S 3200 (3002?) (30 mBar)
CE 0085 AP 0325
Zünd­au­to­nat kau­fen(1)
Anschluss­ad­ap­ter Adap­ter für Hei­zun­gen vor Bj 99 kau­fen(1)

Per­fo­rier­te Umluft­schläu­che rundherum

Ther­me

Tru­ma TT2

Toi­let­te

Thet­ford
Modell: Cas­set­te C200S
No.: 2350362 G01
Code: 961101

Ersatz­tei­le suchen für: „C200“
Info­gra­fik
Instal­la­ti­ons­an­lei­tung

Strom­ver­sor­gung

Miko MK 120 Umformer
12 Volt /​ 120 Watt – ist aber zu alt für LED-Lam­pen, kein ech­ter Gleichstrom!
15 Ampere Auto­si­che­rung für 12V Ausgang

B10 LSS von ECG Integriert
Scheint auch einen Trenn­schal­ter mit auszulösen.
Trenn­schal­ter ist viel­leicht für den 12V-Ausgang?
RCD (FI): nein!

Rücklichter/​Bremslichter

ACHTUNG! In den Rück­lich­tern funk­tio­nie­ren aus­schließ­lich 5/​21 Watt Leucht­mit­tel mit lin­sen­för­mi­gen Kon­tak­ten! Zwei Gel­be Engel des ADAC gleich­zei­tig(!) fan­den den Feh­ler erst nach ewi­gem Suchen und woll­ten es selbst nicht glau­ben. Aber ja: Leucht­mit­tel mit run­den Kon­tak­ten funk­tio­nie­ren nicht! Verifizierbar!

Bil­der außen

Den Fahr­rad­trä­ger am Heck soll­te man nicht ein­mal für ein Kin­der­rad benut­zen, da selbst so ein gerin­ges Gewicht – auch bei einer sonst opti­ma­len Gewichts­ver­tei­lung mit pas­sen­der Stütz­last – das Fahr­ver­hal­ten des Wohn­wa­gens deut­lich nega­tiv beeinflusst.

Der ADAC hat dazu ein Video gemacht, das es abso­lut trifft:

 

Bil­der innen

 

Bil­der der Beschädigungen

Beim Kauf im Jahr 2014 war die Bade­zim­mer­tür beschä­digt. Das rühr­te daher, dass sich die Tür wäh­rend der Fahrt öff­ne­te und die Schar­nie­re dadurch abris­sen. Die Tür flog dann im Wohn­wa­gen her­um. Lösung: Schar­nie­re wie­der an die ursprüng­li­chen Stel­len (Löcher) gesetzt. Die­se mit Sekun­den­kle­ber vor­her auf­ge­füllt. Tür­griff fes­ter gestellt.

Im Urlaub 2016 in Vene­ti­en, klet­ter­te eine Maus unbe­merkt durch die als Früh­stücks-Abstell­tisch miss­brauch­te Gepäck­klap­pe in den Wohn­wa­gen. Das konn­te sie, weil wir den Toas­ter dar­auf ste­hen hat­ten und die Anschluss­lei­tung in einer Kabel­trom­mel im Vor­zelt steck­te. Selbst schuld. Aus Scha­den wird man klug. Der Scha­den bestand dar­in, dass die Maus die „Tape­te”, die Papier­schicht der Wän­de im hin­te­ren Bereich rund­her­um abzog, um sie für den Nest­bau zu ver­wen­den. Ja, Nest­bau! Das Viech war träch­tig. Ganz klas­se. Und auch sehr trau­rig. Das Mut­ter­tier muss auf Fut­ter­su­che gewe­sen sein, als wir abfuh­ren. Beim Aus­la­den fan­den wir im Stau­raum des Bett­kas­tens eine tote, klei­ne Babymaus.

Tote Baby­maus

Spoi­ler: tote Babymaus

tote Maus

Erst da fie­len uns die Schä­den auf. Die Holz­fa­ser­plat­ten hat­ten Was­ser­rän­der! Die sah man vor­her nicht! Ich war ent­setzt, griff zum Mul­ti­tool und säg­te links und rechts in den hin­te­ren Ecken jeweils ein Stück her­aus. Alles tro­cken und fest! Die Heft­klam­mern unter dem PCV-Boden waren auch ange­ros­tet, aber nichts was feucht oder weicht. Das muss Kon­dens­was­ser gewe­sen sein. Ein Glück!

 

 

Hinweise
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