Bil­li­ger Trick: Aus­ge­ris­se­ne Schar­nie­re reparieren

Lese­dau­er 4 Minu­ten

Ein typi­scher Schwach­punkt bei nahe­zu allen Wohn­wa­gen ist, dass im Lau­fe der Zeit die Türen und Klap­pen erst wackeln und dann die Schar­nie­re aus­rei­ßen. Aber die Abhil­fe ist schnell, bil­lig und ein­fach. Nach nur 18 Jah­ren bemerk­te ich, dass in unse­rem Tab­bert Kor­nett 540 TK eine Klap­pe über der Küchen­zei­le nicht mehr so schloss, wie sie soll­te. Auch beim Öff­nen bemerk­te ich etwas Spiel. Das glei­che Spiel (im Wort­sin­ne) bei der Badezimmertür.

wohnwagen klappen

Was war passiert?

Die Schrau­ben, die die Schar­nie­re hal­ten, waren locker. Ich dreh­te die Schrau­ben nach, aber das fühl­te sich schon nicht wirk­lich gut an.
Das Loch in der Span­plat­te war über die Jah­re schlicht grö­ßer gewor­den. Mist.

Was nicht tun?
Hier geht es um einen bil­li­gen Trick, nicht um Schrei­ner­ar­bei­ten. Also ver­ges­sen wir mal schön stun­den­lan­ges Arbei­ten mit auf­boh­ren, Holz­dü­bel­chen (oder gar teu­ren Spe­zi­al­ein­sät­zen) und anschlie­ßen­den zeit­rau­ben­den und auf­wen­di­gen Jus­tie­ren der Klap­pen oder Türen, weil danach schlicht die ursprüng­li­chen Schrau­ben­lö­cher kom­plett weg sind. Es soll schnell gehen, ein­fach durch­zu­füh­ren und bil­lig sein.

Was tun?
Grö­ße­re Schrau­ben? Holz­dü­bel? Ja, neee, die Schrau­ben sind noch voll­kom­men in Ord­nung. Außer­dem bringt es nichts, da die Span­plat­te frü­her oder spä­ter wie­der aus­rei­ßen würde.
Die Lösung liegt doch so nahe! Wir müs­sen die Struk­tur der Span­plat­te stärken!

Mit Uhu? Pattex?
Fließ­fä­hig­keit gleich null.

Pat­tex Repair Extreme?
Ich lie­be die­ses Zeug! Das ist der Ham­mer! Aber auch zu dickflüssig!

Mit Ponal?
Ja, super, das wäre eigent­lich per­fekt, aber das Zeug ist auch nicht kriech­fä­hig genug!

Was kann man neh­men, was zwi­schen die Spä­ne fließt?
Sekundenkleber!

sekundenkleber
(Sekun­den­kle­ber)

Die Mar­ke ist da egal, je dün­ner, des­to bes­ser. Der hier ist aus dem Tedi und kos­te­te 1 EUR je 5er-Pack(1), IIRC.
Online ist dies hier ein guter Sekun­den­kle­ber(1), aber auch teu­rer – dafür die vier­fa­che Men­ge. Alles ist relativ.

Funk­tio­niert das auch mit ande­ren Möbeln?
Ja! Über­all, wo Euch eine Schrau­be aus einer Span­plat­te geris­sen ist, funk­tio­niert die­ser Trick eben­falls. Je grö­ßer das Loch, des­to mehr Kle­ber benö­tigt Ihr. Bei einer Schreib­tisch­re­pa­ra­tur ging bei mir auch mal eine gan­ze Tube drauf.

Hält das denn auch?
Ja, wie Höl­le, wie wir lei­der fest­stel­len muss­ten. Auf der letz­ten Fahrt schloss jemand nicht die Bade­zim­mer­tür. Bei der Ankunft hing sie nur noch trau­rig am unters­ten Schar­nier und lag quer im Wohn­wa­gen. Die Schar­nie­re waren aus­ge­ris­sen. Aber nicht aus dem Holz! Nein! Im Holz steck­ten noch die Schrau­ben! Die Schar­nie­re wur­den ein­fach auf­ge­bo­gen und die Schrau­ben­köp­fe durch die Hebel­kräf­te durch die Löcher der Schar­nie­re gezo­gen! Naja, Schar­nie­re kann man erset­zen, Haupt­sa­che das Holz wur­de nicht wie­der ausgerissen.

ACHTUNG!
Die­se Anlei­tung soll kei­ne Gehirn­funk­tio­nen der sie Befol­gen­den ersetzen.
Die­se Anlei­tung erhebt kei­nen Anspruch auf Voll­stän­dig­keit oder gar Korrektheit!

Falls Ihr Euch die Hand an die Stirn klebt, die Möbel ver­saut, Euch eine her­ab­fal­len­de Klap­pe erschlägt, Ihr Euch ver­letzt oder irgend­was oder irgend­wen beschädigt:

Ich bin nicht schuld daran!
Jeder soll­te sel­ber wis­sen, was er kann und was er bes­ser sein las­sen sollte.

Wir schrau­ben die Schar­nie­re kom­plett auf bei­den Sei­ten ab, ent­fer­nen über­ste­hen­de Spä­ne und las­sen immer einen klei­nen Trop­fen Kle­ber in die Löcher laufen.
Dabei hört man aus­ge­zeich­net, wie sich die Span­plat­te damit vollsaugt.
Es geht nicht dar­um das Loch zu fül­len! Es geht nur dar­um, das Mate­ri­al um das Schrau­ben­loch her­um zu stabilisieren.

Das wie­der­ho­len wir zwei oder drei­mal, je nach­dem und las­sen es über Nacht trocknen.
Ja, auch wenn das Zeug „Sekun­den­kle­ber“ heißt, so dau­ert es doch eini­ge Stun­den, bis es hart wird, wenn da kei­ne Luft drankommt.

Bevor wir die Schar­nie­re wie­der fest­schrau­ben, feilen/​schmirgeln wir evtl. ver­blie­be­ne, über­ste­hen­de Spä­ne ab.
Die Schrau­ben las­sen sich nun wie­der wie gewohnt – mit gutem Wider­stand und sau­be­ren Anschlag – hineindrehen.

Fer­tig! 🙂

Bei­spie­le
Bei unse­rer Bade­zim­mer­tür hat­te der Vor­be­sit­zer bas­teln las­sen. Die Tür wur­de schlicht „repa­riert“ indem man die Schar­nie­re ein­fach ein Stück wei­ter nach oben setz­te. Das hielt natür­lich auch nicht lange.

badezimmertür wohnwagen
(Dop­pel­te Löcher)

So geht das natür­lich nicht.
Augen­schein­lich hat­te jemand wohl die Schar­nie­re geölt. Die schwar­zen Fle­cken ver­ra­ten es.

Und die Klebstoffnase?
Tut Euch einen Gefal­len, soll­te Euch das auch pas­sie­ren, dann wischt auf kei­nen Fall den Kle­ber weg! Das Tuch wür­de auf dem Holz kle­ben blei­ben und Ihr hät­tet ein ewi­ges Sou­ve­nir an die Repa­ra­tur. Lasst es ein­fach trock­nen, es ist eh hin­ter der Tür.

Scharnier klappe
(Repa­rier­tes Schar­nier an der Klappe)

Am Ende soll­tet Ihr von der Repa­ra­tur nichts mehr sehen kön­nen, so wie auf dem Bild hier oben. Man sieht aller­dings, dass sich hier der Stift nach links ver­scho­ben hat. Das ist nicht schlimm, den drü­cke ich bei Gele­gen­heit mal bei. 🙂

Hinweise
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