Fran­ken­stein Arcade-Table

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Die Idee

Nach mei­nem auf­rech­ten Arca­de­au­to­ma­ten in Cabi­net­bau­wei­se, muss­te eine Ergän­zung her, bei der die Spie­ler vis-a-vis, sich also gegen­über sit­zen soll­ten. Retro soll­te er sein, ganz klar! Wel­che Epo­che? 90er-Jah­re? 80er-Jah­re? 70er-Jah­re? War­um hal­be Sachen machen? Ich stell­te die Zeit­ma­schi­ne also auf minus 80 Jah­re und glüh­te den Flux­kom­pen­sa­tor vor!

Ein Arca­de-Table ist so rich­tig retro. Ein auf­rech­tes Cabi­net, also der klas­si­sche Arca­de­au­to­mat ist sicher nett, aber so ein Table hat die­sen herr­lich unprak­ti­schen Schlag, da es deut­lich mehr Grund­flä­che weg­nimmt. Aller­dings machen 2‑Play­er-Games, die nach­ein­an­der gespielt wer­den, mit so einem Gerät wesent­lich mehr Spass, da man sich gegen­über sitzt, statt neben­ein­an­der zu ste­hen. Pri­ma ist aber auch, dass man end­lich Platz für Geträn­ke findet.

Der Rei­ner vom For-Amu­se­ment-Only e.V. aus Roden­bach bei Hanau hat­te einen Tisch übrig. Ich weiss gar nicht, was da ursprüng­lich drin war. Ein Vec­tor­mo­ni­tor mit vier Dreh­reg­lern auf jeden Fall, aber wel­ches Spiel? Egal, denn Rei­ner stör­te nicht, dass ich sei­nen Tisch umbau­en woll­te. Ich pack­te das Teil also in mein Auto und fing mit den Pla­nun­gen bereits wäh­rend der Fahrt an.

Irgend­wie war mir klar, dass die­ses Gerät ein zwei­tes Leben ein­ge­haucht bekom­men wür­de, also lag doch Dr. Fran­ken­stein nahe. Ich mag sowie­so das Steam­punk-Design, also hat­te ich schnell einen Traum aus Mes­sing, dunk­lem Holz und Leder. Über die dadurch snt­ste­hen­den Kos­ten war ich mir aber nicht klar. Die­se führ­ten letzt­lich dazu, dass ich den Auto­ma­ten zu 80 Pro­zent aus dem auf­bau­en soll­te, was der Werk­raum hergab.

An die­ser Stel­le gehe ich nicht auf den prin­zi­pi­el­len Auf­bau eines sol­chen Auto­ma­ten oder die Kon­fi­gu­ra­ti­on von MAME ein, denn die­se The­men wer­den mehr als aus­führ­lich in den fol­gen­den Anlei­tun­gen auf der Home­Con-Site beschrieben:

Auf­bau eines Cabinet

Kon­fi­gu­ra­ti­on von MAME

auto
Tisch im Auto, vor­ne das Loch, das der Münz­prü­fer hinterliess


Gut zu erken­nen: tie­fe Kratzer

video games gmbh
Der Her­stel­ler: Video Games GmbH aus Gies­sen, Spiel: Competition

7.6.1977
Juni 1977, da war ich gera­de mal 10 Jah­re alt

drehbar
Ein dreh­ba­rer Moni­tor für hori­zon­ta­le und ver­ti­ka­le Spie­le schweb­te mir vor, schei­ter­te aber an den Platzverhältnissen

Das Gehirn

Hat­te man in den 1830er-Jah­ren eigent­lich Com­pu­ter? Öhm… eher nicht… aber die Gehir­ne von Schwer­ver­bre­chern! Super, ich muss­te also ein gut abge­han­ge­nes Gehirn besor­gen. Das von unse­rem Hund war zu klein, Nach­bars Kat­ze krazt und Kühe umschmeis­sen war noch nie mein Ding. Also bestell­te ich ebven online eines aus Latex im Hor­ror­schop. Bei der Gele­gen­heit order­te ich auch gleich zwei Schlüs­sel­an­hän­ger.

pimp brain
Pimp my brain: Daten­bus und Steu­er­lei­tun­gen angebracht

housing
Gehirnversorgung

Auf Gloyys­pa­per druck­te ich mir eine selbst­er­stell­te Ver­sor­gung für das Gehirn her. Schleim, Ner­ven­strän­ge und blu­ti­ge Ate­ri­en waren natür­lich Pflicht. Das gan­ze steck­te ich in einen lee­ren Eis­be­cher aus dem Super­markt und deko­rier­te es mit einer LED-Lich­ter­ket­te. Lei­der war das rot zu inten­siv, so dass die roten, gel­ben und grü­nen Far­ben in dem Gehäu­se ein­fach „absof­fen”.

abgesoffen
Kei­ne Details zu erken­nen, schade.

O.k., das Hirn war der Auf­takt für das Gehäu­se. Das muss­te und woll­te ich zuerst haben. Ein Bull­au­ge wäre schick gewe­sen, aber sowohl „ech­te” Bull­au­gen, wie auch Wand­uh­ren schlu­gen mit über 30,- EUR zu Buche. Ikea ist immer eine gute Adres­se, wenn man All­tags­ge­gen­stän­de sucht, die man ver­än­dern kann. Beim Durch­strei­fen des Möbel­hau­ses fiel mir ein weis­ser Rah­men mit Orna­men­ten auf. Eckig, Häss­lich. Aber aus Metall! Und zu einem guten Kurs! Ich pack­te das Ding also vor­sichts­hal­ber ein.

Lackie­rung

Im Bau­haus besorg­te ich auf dem Rück­weg auch gleich noch Ham­mer­schlag­lack von Hame­ri­te, aber nur eine klei­ne Dose, damit woll­te ich ja nur die Deko­tei­le aus Mes­sing trim­men. Merk­wür­di­ger Wei­se nennt sich ein Ton zwi­schen Mes­sing und Bron­ze bei Hame­ri­te „Kup­fer”, aber egal, passt scho’!

Im Kel­ler fand sich noch eine gro­ße Dose sil­ber­ner Ham­mer­schlag­lack von Gla­su­rit. Damit woll­te ich das Gerät lackie­ren und ent­we­der mit Schrau­ben oder mit Nie­ten ver­se­hen, so dass es aus­se­hen soll­te, als wäre das Gehäu­se aus Stahl­plat­ten zusam­men­ge­setzt wor­den. Dadurch woll­te ich mir auch das Spach­teln der sicht­ba­ren Stoss­kan­ten an den Plat­ten spa­ren. Tja, aber alles ein­far­big sil­ber rol­len? Puh! Ganz schön trist! Aber viel­leicht hät­te Dr. Fran­ken­stein sei­ne Tisch­plat­te aus mas­si­vem Mes­sing anfer­ti­gen müs­sen, damit kei­ne Äther­strah­lung nach draus­sen dringt? Ja, das hät­te er ganz sicher machen müssen!

schleifen
Tisch­plat­te schlei­fen: erst 200er, dann 600er Papier

t-molding
Fle­cki­ges T‑Molding

erster anstrich
Ers­ter Anstrich

Die Tisch­plat­te roll­te ich zwei­mal nach Gebrauchs­an­wei­sung. Nun gut, ich bin kein Maler oder Lackie­rer und so könn­te das Ergeb­nis sicher bes­ser aus­fal­len. Müss­te ich es noch­ein­mal machen, wür­de ich die Plat­te sprit­zen statt rollen.

panel
Gamepanel

Wäh­rend die Far­be vor dem Zweit­an­strich zwi­schen­trock­nen muss­te, küm­mer­te ich mich um das Game­pa­nel, das ich bei Alpha Elec­tro­nic in Worms gekauft hat­te. Es stammt aus dem Jah­re 1989, ist also auch durch und durch retro. Die Sticks und But­tons hat­te ich bereits zer­legt und gerei­nigt, aber das Panel an sich war viel zu breit für den Tisch und aus­ser­dem soll­te man sich ja gegen­über sitzen.

Ein kur­zer Blick auf das Panel offen­bar­te, dass ich da mit der Stich­sä­ge nicht wei­ter­kom­men wür­de: fet­ter Edel­stahl! Flugs die Flex frei­ge­macht und ab dafür. Män­ner begnü­gen sich nicht mit Laufsägearbeiten!

flex
Abge­flext: Gamepanel

Über die Befes­ti­gung mach­te ich mir noch wenig Sor­gen, mir wür­de schon etwas ein­fal­len. Aus­ser­dem war an dem Teil ja ein Kla­vier­band. Mir schweb­te also an der obe­ren Kan­te ein Schnapp­ver­schluss vor. Es soll­te anders kommen…

folie abziehen
Folie abziehen

Die Panels soll­ten nach­her aus­se­hen, als wäre sie aus Holz. Dazu woll­te ich die gute alte d‑c-fix-Folie ver­wen­den. Auf dem Panel befand sich aber eine dicke Dekor­plat­te, auf der die Joy­stick­rich­tun­gen auf­ge­druckt war. Die muss­te also run­ter. Bei der Gele­gen­heit zog ich auch gleich noch die dün­ne schwar­ze Folie vom Metall ab. Das erwies sich als leich­ter als gedacht, da sie ver­dammt zäh ist und sich so gut in einem Stück abzie­hen liess.

Die Moni­tor­hal­te­rung


Monitorhalterung

Die Zeit bis zum Zweit­an­strich reich­te noch, also küm­mer­te ich mich um die Moni­tor­hal­te­rung. Zwei Dach­lat­ten, die sich in mei­nem Fun­dus fan­den, pass­ten von der Brei­te her exakt zwi­schen den Moni­tor und den Gehäu­se­wän­den. Der Moni­tor ist zum Glück so gebaut, dass die Bild­röh­re im Kunst­stoff­ge­häu­se befes­tigt ist, und die Elek­tro­nik mehr oder weni­ger lose hin­ten dran­hängt. Die Abschirm­ble­che ver­die­nen kaum den Namen, gehen eher Rich­tung Alu­fo­li­en und kön­nen sowie­so nicht das Gewicht der Röh­re tra­gen. Ich muss­te also nur dafür sor­gen, dass die Bild­röh­re fest sass, der Rest ergab sich.

einbaumonitor
Ein­ge­bau­ter, bzw. auf­ge­leg­ter Monitor

Gestal­tungs­ver­su­che

Nach dem zwei­ten Anstrich der Tisch­plat­te ging es an die Joy­sticks. Ich habe lei­der kein Pho­to vom Ursprungs­zu­stand, aber die sahen die­sen sehr ähn­lich. Tja, die Pro­ble­ma­tik liegt auf der Hand: Das ist alles ver­gos­sen und lässt sich nur mit Gewalt ent­fer­nen. Ich woll­te ja nur den Griff sel­ber ent­fer­nen und den Stahl­schaft durch das unte­re Kunst­stoff­teil ver­deckt las­sen. Mein Weg war die Bear­bei­tung mit einem Stech­bei­tel und einer Säge. Das hat wun­der­bar geklappt.

Der Toten­kopf fixier­te ich in einem Schraub­stock in der Stän­der­bohr­ma­schi­ne und bohr­te IIRC ein 8mm Loch in den Resin-Kopf. Mit ein wenig Pat­tex setz­te ich den Kopf auf die Stan­ge. Da sowie­so kaum Spiel herrsch­te, sitzt das bombenfest.

totenschaedel
Joy­stick, gemoddet


Kru­e­ze­s­pen­der: Kerzenleuchter

Bei Andre­as, einem Deko-Groß­han­del in Diet­zen­bach, gibt es aller­lei Trau­er­de­vo­tio­na­li­en. Unter ande­rem fand ich dort Ker­zen­leuch­ter für den schma­len Euro, auf die ein­fach zwei Blech­kreu­ze mit den Rücken anein­an­der gecrimpt wur­de. Etwas Rüt­teln und Wackeln und schon waren die Kreu­ze ab. Der Preis war um die 2,- EUR, dafür bekom­me ich sol­che gestanz­te Kreu­ze nicht ein­zeln gekauft.


Abge­lös­te Kreuze

In der Kas­sen­tür klaff­te ein Loch, wo ehe­mals der Münz­prü­fer auf fri­sche Koh­le war­te­te. Das muss­te ich ja irgend­wie schlies­sen. Bei Andre­as fand ich aber auch so ein merk­wür­di­ges „geschmack­vol­les” Wand­bild aus irgend­ei­nem gegos­se­nen Kunst­stoff. Lei­der ist es nicht 100%ig gera­de, aber egal, das passt schon.

trauerbild
Schick

tuer
Kassentür

Anpro­be

Zeit, den gan­zen Krem­pel, den ich für den Tisch vor­ge­se­hen hat­te, mal anzu­hal­ten, um zu sehen, ob das über­haupt alles da draufpasst.


Naja…


Nunja…


Solala…

Der wei­nen­de Engel

Als nächs­tes brauch­te ich natür­lich Sei­ten­wän­de für die Panels. Dazu habe ich ein­fach mit einem Blei­stift in ca. 5mm Ent­fer­nung die Kon­tu­ren nach­ge­zeich­net, die­se aus­ge­schnit­ten und auf eine Holz­plat­te über­tra­gen. Zwei Wochen spä­ter, als die ers­te, unbe­frie­di­gen­de Lack­schicht durch­ge­troch­net war, ver­spach­tel­te und schliff ich die Sei­ten neu. Gene­rell scheint der Gla­su­rit-Lack beim Strei­chen eher zur Strei­fen­bil­dung zu nei­gen und er ent­wi­ckelt nicht so eine schö­ne struk­tu­rier­te Ober­flä­che wie der von Hamerite.


Seitenteile

engel
Ein­ge­pass­ter Engel

Die unre­gel­mäs­si­ge Kon­tur des Engels über­trug ich auch auf die Kas­sen­tür uns säg­te sie aus. Das gan­ze Bild ist aber in sich schief. Da ich kei­ne Zeit vor der Home­Con 11 für Expe­ri­men­te hat­te, ver­zich­te­te ich auch Spach­tel­or­gi­en, mit unge­wis­sem Aus­gang und schloss die gröbs­ten Löcher schnell mit Heiss­kle­ber. Es kommt auch nicht so auf das Detail an, der gan­ze Tisch ist ja im Fran­ken­steinstyle auf­ge­baut, da gibt es halt die eine oder ande­re Nar­be und Hautunreinheit.


Löcher für das Aus­sä­gen der Panel­öff­nung und des Gehirnkastens


Fertig


Auch die Rund­in­stru­men­te sind schon drin


Ein Taubenschlag?!?


Alle grö­ße­ren Öff­nun­gen sind ausgesägt

Das Finish

farbe
Auch in Sil­ber sieht das aus wie ein Taubenschlag

Abends strich ich noch die Rund­in­stru­men­te mit Ham­mer­schlag­lack. Die Ober­flä­che wur­de wirk­lich wunderschön.

rundinstrument
Mir gefällt die Ober­flä­che sehr gut!

Bull­au­gen & Instrumente

Am nächs­ten Tag mach­te ich mich an die Bull­au­gen­rin­ge für die Lüf­ter und den Laut­spre­cher. Der Trick dabei ist, dass man eine Bas­tel­holz­plat­te auf eine Holz­plat­te schraubt und zuerst den inne­ren Ring mit einer klei­nen Loch­kreis­sä­ge aus­schnei­det. Danach kommt die grö­ße­re Säge ran, die auto­ma­tisch durch den Boh­rer zen­triert wird und so einen schö­nen Ring aus­sägt. Natür­lich müs­sen die Rän­der noch geschlif­fen werden.


Bas­tel­holz­plat­te verschraubt


Innen­sei­te des Rings


Nach dem äus­se­ren Schnitt ist der Ring fertig


Das Gan­ze dreimal!


Fer­tig lackiert

Auf dem obi­gen Bild sieht man auch noch drei „Mes­sing­plat­ten” aus einer Möbel­rück­wand. Eine sol­che Plat­te hät­te aus Metall rund 20,- EUR gekos­tet. Das ist mir ein wenig zuviel für den Spass, tut mir leid.


Bemal­ter Engel

Der Engel sah in Sil­ber ein wenig blass aus, also bin ich da noch ein­mal mit Far­be ran. Boaaar! Voll der Kitsch! Perfekt!


Gehirnsaft


Ätherdichte

Die alten Ska­len den Instru­men­te foto­gra­fier­te ich ein­fach ab, Abscan­nen erschien mit sinn­los, denn dazu hät­te ich die Ska­la aus dem Instru­ment her­aus­neh­men müs­sen, wofür ich es völ­lig zer­le­gen müss­te. Im Pho­to­shop bau­te ich die Ska­len nach, ver­sah sie noch mit dem Fran­ken­stein­wer­ke-Schrift­zug und den Mass­ein­hei­ten. Äther­dich­te lag ja auf der Hand, aber für den „Gehirn­saft” liess ich mich vom alten Xbox-Spiel „Kill All Humans” inspirieren.

Die Ska­len habe ich mit LEDs grün beleuch­tet, sie hat­ten vor­her gar kei­ne Beleuch­tung. Die Zei­ger habe ich schlicht über ver­schie­de­ne Wider­stän­de an 5V ange­schlos­sen, so dass sie unter­schied­li­che Stel­lun­gen einnahmen.

Die Panels


Spanngurte


Befes­ti­gung der Panels.


Panel­be­fes­ti­gung von innen

Oben habe ich es bereits ange­spro­chen: Die Befes­ti­gung der Panels erwies sich als kniff­li­ger, aber letzt­lich auch simp­ler, als ich dach­te. Das ein­ge­bau­te Kla­vier­band funk­tio­niert nur, wenn das Panel oben auf die Kan­te eines Bretts geschraubt wird. An einer „Wand” kann das Panel nicht auf­klap­pen. Ich habe also je vier Löcher in den Stahl gebohrt und die­se im 45 Grad Win­kel (mehr oder weni­ger) durch das Gehäu­se ver­län­gert. Damit die Panels auch bei die­ser Arbeit fixiert blie­ben, muss­te ich sie mit Rat­sche­gur­ten befes­ti­gen. Der Lack war noch nicht durch­ge­trock­net (dau­ert zwei Wochen) und noch etwas weich, so dass das Metall auf dem Gehäu­se nicht ver­rut­schen konnte.


Panel mit d‑c-fix Holz­de­kor, die Sei­ten­tei­le sind noch nicht ver­spach­telt und daher rau

Das d‑c-fix kann man bla­sen­frei auf­brin­gen, wenn man die Kle­be­sei­te leicht mit einer Sei­fen­lau­ge ein­sprüht und die Bla­sen mit einem Rakel ent­fernt. Die Aus­schnit­te las­sen sich mit einem Cut­ter­mes­ser ein­schnei­den und Stern­för­mig nach innen klappen.


Play­er-2-Panel, Sei­ten­tei­le bereits verspachtelt

Die Sei­ten­tei­le sind ganz sim­pel befes­tigt: Eine Gewin­de­stan­ge ver­bin­det bei­de Sei­ten, die Hut­mut­tern zie­hen die Plat­ten gegen das Panel. Das hält selbst mit der Hand ange­zo­gen bombenfest.

Typen­schil­der

seriennummer
„Mes­sing­plat­te”

Die Schrif­ten auf den Mes­sing­plat­ten habe ich mit Was­ser­schie­be­zei­chen (Decals) der Fir­ma „Bare-Metal Foil Co.” und einem Laser­dru­cker rea­li­siert. Sol­che Nass­schie­be­bil­der kennt man aus dem Modell­bau (Revell‑, Tami­ya- oder Air­fix­mo­del­le). Nach dem Auf­brin­gen und Trock­nen habe ich die Decals mit einer Schicht Klar­lack ver­sie­gelt. Die­se Decal-Bögen bekommt man bei dem Fir­ma Sho​par​ti​kel​24​.de


Typenschild


Wil­helm Pforte

Das Bild von „Wil­helm Pfor­te” habe ich aus dem Netz. Der Gute wur­de wohl mal in Mexi­ko wegen irgend­ei­ner Jugend­sün­de ver­haf­tet, aber Papa Gates hat ihn wohl wie­der raus­ge­hau­en. Die rote Beleuch­tung kommt von der roten Rück­sei­te eines Schnell­hef­ters her, die ich aus­ge­schnit­ten und mit zwei(!) klei­nen Kalt­ka­tho­den­röh­ren aus dem Mod­ding­be­darf ver­se­hen habe. Die Nie­ten sind Pols­ter­nä­gel aus dem Bau­haus. Die Kreu­ze sind die von oben, nur eben lackiert. Der Gehirn­wel­len­in­di­ka­tor ist eine „Was­ser­ef­fekt­lam­pe” aus dem PC-Mod­ding­be­reich. Auf dem Kol­ben wabern stän­dig blaue Ent­la­dun­gen entlang.


Gehirnkasten

Das Gehirn wird von stro­bo­sko­par­ti­gen RGB-LEDs beleuch­tet. Sol­che fer­tig mit einem Molex-Ste­cker für den PC ver­se­he­nen LEDs bekommt man beim CWC-Shop.

Laut­spre­cher

bullaugen
Die Bullaugen

Die Bull­au­gen der Laut­spre­cher und Lüf­ter sind nicht ein­fach offen, nein! Neu­gie­ri­ge Kin­der- und Erwach­se­nen­fin­ger wer­den durch straff ein­ge­kleb­ten, gold­far­be­nen Gaze­stoff geschützt. Der blaue Blü­ten­ef­fekt auf dem Laut­spre­cher rührt von in die Stre­ben des Chas­sis ein­ge­las­se­nen LEDs her, die ich an die 3,3 Volt Strom­ver­sor­gung des P4-Ste­ckers des ATX-Netz­tei­les ange­klemmt habe. Die Mem­bran besteht aus ech­ten natur­far­be­nen Car­bon­ge­flecht und ist so durch­schei­nend. Beim Auf­boh­ren des Chas­sis habe ich auch einen Laut­spre­cher rui­niert. Was habe ich geflucht!


Laut­spre­cher von innen

Letz­te Arbeiten


Dreh­reg­ler, bzw. Spinner

Der ori­gi­na­le Tisch ver­füg­te über vier Spin­ner, also Dreh­reg­ler, die ich natür­lich ger­ne behal­ten woll­te. Lei­der sind die Wel­len die­ser Potis 6mm stark und somit viel zu dick für mei­ne eigens dafür besorg­ten Alt­mes­sing­knöp­fe mit Orna­men­ten und einem Kris­tall. Ich woll­te den Tisch zum VCFe 12.0 in Mün­chen mit­neh­men, sah am Mor­gen der Abfahrt kei­ne Chan­ce mehr, die Potis an den Start zu bekom­men und such­te in mei­nem Fun­dus nach geeig­ne­ten Abdeck­kap­pen. Da fiel mir eine auf Vor­rat gekauf­te Packung mit ver­chrom­ten Toten­kopf­au­to­ven­til­kap­pen in die Hän­de! Biss­chen klein, die Din­ger, aber mit etwas Heiss­kle­ber schnell zu befes­ti­gen! Mein Tisch wird ein ech­ter Res­te­ver­wer­ter und eines Dr. Fran­ken­stein würdig!

Das ech­te Gehirn des Gerä­tes ist ein AMD Ath­lon XP 2000+, der zusam­men mit 512 MB und einer Gefor­ce 2 GTS-Gra­fik­kar­te auf einem PCChips M848-Main­board sitzt. Klar, das Ding ist alt, aber es läuft wie ein Uhr­werk und es ist zudem voll­kom­men aus­rei­chend für so ein Cab, war­um also neu kaufen?


Mainboard

Das Gan­ze habe ich zusam­men mit einer 40GB HDD von Sam­sung an die Kas­sen­tür geschraubt, so kann man im Fal­le des Fal­les schnell an die Sachen ran, ohne irgend­et­was zer­le­gen zu müs­sen. Den Ein-/Aus-Schal­ter habe ich prak­ti­scher Wei­se auch gleich in die Tür integriert.

inneres
Das Inne­re ohne Monitor

Hier ein Blick in das Gerät, wenn der Moni­tor nicht an sei­nem Platz ist. Die tau­send Kabel von den Sticks und der Beleuch­tung der Tas­ter habe ich mit Kabel­samm­lern zusam­men­ge­fasst. Die blau­en Kabel sind tat­säch­lich 900 MHz PIMF-Netz­werk­ka­bel. Sicher over­si­zed für ein paar LEDs, aber ich hat­te davon noch genug übrig. Stich­wort Fran­ken­stein! Links sieht man die bei­den Kalt­ka­tho­den­röh­ren unter einer Abde­ckung aus schwar­zem Kar­ton. Die Lam­pen sind so hell, dass sie durch die Lüf­ter und den Laut­spre­cher geschie­nen hätten.

kabel
Joystickverkabelung

Hier sieht man gut die Ver­ka­be­lung der Joy­sticks mit der Zug­ent­las­tung. Das blau-weis­se Kabel gehört zu den Anzei­ge­instru­men­ten für die Äther­dich­te und den Gehirn­saft. Dar­un­ter ist die Eis­box vom Gehirn.
Wer jetzt glaubt, das sein hier irgend­wie gepfuscht, der hat noch nie im Leben einen Arca­de­au­to­ma­ten von innen gesehen.


A‑Pac

Sticks und Spin­ner habe ich über ein A‑Pac aus dem Arca­de­shop ange­schlos­sen. Das geht kin­der­leicht und das A‑Pac tole­riert sogar Potis mit unter­schied­li­chen Wider­stän­den voll­au­to­ma­tisch. Unter Win­dows wird das A‑Pac als nor­ma­le Game­con­trol­ler erkannt (Plu­ral). Eben­falls von die­sem Online­shop habe ich den klei­nen Ver­stär­ker für den Laut­spre­cher. Der Onboard­sound des Main­boards hat nur einen Line-out.

Um das Gan­ze abzu­run­den habe ich die Win­dows­sounds durch Sound­clips aus den alten Fran­ken­stein­fil­men ersetzt. Don­ner­gegrol­le, Höl­len­la­chen und „It lives!”-Schreie gehö­ren ja wohl dazu, oder?

Ers­ter Auftritt

steampunk arcade table mame frankenstein
Ers­ter Auf­tritt des Tabels auf dem VCFe 12.0 in München


Spie­ler am Automaten


Umla­ger­ter Auto­mat auf dem HomeCon-Stand


Mit Anlei­tung und einem Infoblatt


Ent­set­zen bei den Besuchern!

Klar, das Ding ist kei­ne Schön­heit, aber das war Dr. Fran­ken­steins Mons­ter eben­falls nicht. Bei die­sem Cab kann ich unbe­sorgt zum Pin­sel grei­fen und Trans­port­ma­cken aus­bes­sern, denn dass wür­de nur den Cha­rak­ter des Auto­ma­ten beto­nen. Die­se Bil­der kön­nen nur einen Zwi­schen­stand wie­der­ge­ben, denn so ein Pro­jekt ist eigent­lich nie fer­tig. Eini­ge Ver­än­de­run­gen schwe­ben mir bereits vor!

Euer
Hessi

Update Mai 2011

EDIT 08. Mai 2011

Eigent­lich woll­te ich die Rauch­glas­plat­te durch eine aus Klar­glas erset­zen. Das Bild war doch arg dun­kel und schlecht zu sehen. Beim Aus­bau zum Ver­mes­sen, bemerk­te ich aller­dings, dass die Plat­te eine Dop­pel­glas­schei­be ist! Oben die beschrif­te­te kla­re Glas­plat­te, dann ein Schaum­stoff­rah­men rings­um und dann eine Rauch­glas­plat­te aus Ple­xi­glas! Hur­ra! Plat­ten getrennt, Kos­ten gespart!


Aus­ge­bau­te Plat­te mit Silikonresten


Klar­glas­plat­te, Schaum­stoff­rand, Ple­xi­glas­plat­te rauchfarben


Enor­mer Unter­schied! Bril­lan­te­res Bild ohne Rauchglas

Mich stör­ten die chrom­blit­zen­den Nie­ten am Gerät, das sah so kit­schig aus, irgend­wie nach 70er Jah­re Nie­ten­jeans­ja­cke. Das ist zwar auch retro, aber mal ehr­lich: *würg*. Ich habe also alle Nie­ten, auch die mes­sings­far­be­nen, mit Ham­mer­schlag­lack Sil­ber lackiert. Jetzt wirkt das Gerät wesent­lich har­mo­ni­scher. Zudem habe ich die Nie­ten auf dem obe­ren Lüf­ter neu gesetzt, die waren ja total schief.


Deut­lich stim­mi­ger mit mat­ten Nieten!


Sieht nun ech­ter aus

Den schwar­zen Rand des Moni­tors habe ich eben­falls mes­sing­far­ben lackiert und mit „Nie­ten” (aus mit einem Locher aus­ge­stanz­ten d‑c-fix Dekor­bo­gen Alu­mi­n­um­plat­te, geriff­telt) deko­riert. Die Ecken, wo man noch in das Gehäu­se sehen kann, wer­de ich spä­ter schliessen.

Die Schrift auf der Glas­plat­te stör­te mich, aller­dings woll­te ich die nicht zer­stö­ren, also habe ich ein Holz­de­kor dar­über­ge­klebt und eine Gold­kan­te als Abschluss drauf­ge­malt. Tja, lei­der habe ich einen der Holz­de­kor­strei­fen schräg ange­setzt ohne es zu mer­ken. Wer dach­te, dass man auf 45cm eine Abwei­chung von 2mm so deut­lich sieht? 🙁


Moni­tor mit Gold­rand und „Nie­ten”


Glas­plat­te, Gold­rand, Dekor­strei­fen Holz


Gewährt den Blick in das Innere


Ohne Schrift gleich viel alt­mo­di­scher, die Lücken kom­men noch zu.

Update Mai 2011 (2)

EDIT 11. Mai 2011:


Splash­screen angepasst.


Holz­le­si­te unter die Glas­plat­te gesetzt, so dass es wie ein gesam­ter Holz­rah­men mit Mes­sing­fas­sung für die Schei­be aussieht.

Update April 2013

Noch ein Update! (April 2013)

Irgend­wie sah der Auto­mat zu neu aus. Nach eini­gen Aus­stel­lun­gen, an denen vie­le Men­schen dar­an spiel­ten, merk­te ich, dass ihm Pati­na gut ste­hen wür­de. Ich kann­te die­ses „Wea­the­ring” aber bis­her nur vom Modell­bau. Dort wird es mit stark ver­dünn­ten Far­ben gemacht. Eini­ge benut­zen sogar Was­ser­far­be dafür… Was­ser­far­be! Das ist es! Die kann man fett auf­tra­gen und dann wie­der weg­wi­schen, wenn es nicht gefällt. Beim Weg­wi­schen merk­te ich, dass das einen tol­len Effekt gibt, der aus­sieht, als wäre über Jah­re hin­weg immer eher ober­fläch­lich gesäu­bert wor­den. Fixiert habe ich das am Ende mit Klarlack.

Ich expe­ri­men­tier­te ein wenig mit ver­schie­de­nen Far­ben, Effek­ten und Tüchern – und und bin mit dem Ergeb­nis leid­lich zufrie­den. Bes­ser geht immer, aber der Tisch ist doch eine ewi­ge Bau­stel­le, auf der ich immer wie­der neue Ideen aus­pro­bie­re und alte rück­gän­gig mache.

Ach ja… der Moni­tor ging kaputt! Natür­lich kurz bevor der Auto­mat wie­der auf Rei­sen soll­te. Von einem Freund bekam ich einen alten 19„er von Sie­mens, der wun­der­bar auch mit dem Gehäu­se in den Auto­ma­ten passt, weil er eine kür­ze­re Röh­re als mein alter Sam­sung hat. Ein net­ter Neben­ef­fekt: Das Bild ist nicht ganz so gut wie beim Sam­sung (nett gesagt). Dreht man den Kon­trast leicht zu hoch, wird das Bild so schlecht wie bei einem ech­ten Automaten. 🙂

Lei­der hat­te ich kei­ne gro­ße Lust, das Gehäu­se auf­wen­dig zu pim­pen. Daher beliess ich es mit schwar­zem und nuss­baum­far­be­nem D‑C-Fix. Es muss­te halt schnell gehen und ich hat­te kei­ne Zeit, dem Lack beim trock­nen zuzusehen.


(Rauch­ab­la­ge­run­gen um den Moni­tor her­um, Blut­sprit­zer auf dem Tisch und dem Holzdekor)


(das Gan­ze bei Tages­licht auf einer Ausstellung)

End­lich habe ich auch die Schub­la­den­grif­fe aus Mes­sing mit dem künst­li­chen Bril­lan­ten auf die Dreh­reg­ler gesetzt. Lei­der waren die Dreh­ach­sen der Potis etwas zu dick für die Gewin­de in den Grif­fen. Ja, auf­boh­ren ist eine Opti­on gewe­sen, aber dann blieb nur ein ver­dammt dün­ner Rand im Metall. Es muss­te wie­der schnell gehen, also habe ich die Grif­fe mit Auto­spach­tel gefüllt und in der Stän­der­bohr­ma­schi­ne auf­ge­bohrt. Dau­er­te kei­ne 15 Minu­ten. Das gan­ze habe ich dann mit Pat­tex Extrem zusam­men­ge­pappt. Das hält sehr gut, lässt sich aber mit gro­ber Gewalt auch wie­der ent­fer­nen, wenn es nötig sein sollte.


(Dreck­spu­ren um die Kan­ten herum)

Gut, ich habe zuviel „Dex­ter” geschaut, gebe ich zu, daher muss­te ich mit ver­schie­de­nen „But„arten expe­ri­men­tie­ren. Inter­es­sant, denn auch wenn die drei dicken Blut­sprit­zer schräg und unecht aus­se­hen, so sind sie doch wirk­lich durch fet­te Trop­fen ent­stan­den. Ja, sieht doof aus, aber wer bin ich, mich mit der Phy­sik zu streiten?


(Rauch­ab­la­ge­run­gen um die Lüf­ter und den Laut­spre­cher herum)

Auch das enstand „echt”. Ich habe alles dick mit ver­schie­de­nen Far­ben in eini­gen Schich­ten trock­nen las­sen, zwi­schen­durch immer wie­der kraf­tig mit einem tro­cke­nen oder feuch­ten Lap­pen drü­ber­ge­rub­belt und wie­der Far­be auf­ge­tra­gen. So als wür­de man den Auto­ma­ten ab und zu mal grob sau­ber­wi­schen wollen.


(der wei­nen­de Engel)

Ja, naja… auch das war echt. Ich habe immer wie­der ver­dünn­te Far­be an die Augen getupft, bis es minu­ten­lang run­ter­lief. Lei­der fliesst Far­be anders als Blut… auf der ande­ren Sei­te… ich habe es nie getes­tet. Viel­leicht soll­te ich mir beim Schlach­ter mal einen Eimer Blut besor­gen? Äh… neee.…

Aber das wird sicher mit der Zeit. Nun habe ich die Schmod­der­spu­ren am Gehirn teil­wei­se über­stri­chen und neu lau­fen las­sen. Jetzt ist es deut­lich besser:


(Sei­te mit dem Gehirn)

Update März 2015

Edit März 2015:


Blu­ti­ge Hand

Bei der Hand bin ich noch ein­mal bei. Mehr dunk­les, getrock­ne­tes Blut hin­zu­ge­fügt. Die Lauf­bah­nen des Blu­tes sind rea­lis­tisch, da ich tat­säch­lich Far­be run­ter lau­fen liess.


Auch der Gehirn­saft hat ein Update erhal­ten. Gefällt mir noch nicht. Habe aber schon Plä­ne für ein Update mit run­dem Bull­au­ge und „Blub­ber­was­ser”.


Der Fleck ist „lus­tig”. War kei­ne Absicht. Beim Wech­sel der roten Patro­ne des Dru­ckers fiel ein Trop­fen auf den Tisch (und vie­le auf den Tep­pich!). Habe ihn etwas trock­nen las­sen und dann mit Klar­lack versiegelt.


Die wei­nen­de Madon­na. Ja, da muss ich noch ein­mal bei. Trotz­dem hat sie durch die dunk­len Trop­fen deut­lich gewonnen.

TBC…

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