Objek­te mit Pho­to­shop „tape­zie­ren”

Lese­dau­er 6 Minu­ten

Du willst wis­sen, wie Dein Auto, Dein Mop­ped, Dein Kühl­schrank oder Dein Nach­bar in rosa, tarn­far­ben, mit Holz­de­kor oder als Zom­bie aus­sieht? Kein Pro­blem, selbst wenn Du kei­ne Ahnung von der Mate­rie hast, schaffst Du über­zeu­gend aus­se­hen­de Ergeb­nis­se inner­halb weni­ger Minuten.

Auf Foru​m64​.de ging die Dis­kus­si­on um sel­te­ne Com­mo­do­re Rech­ner. Den „Gol­de­nen C64” kennt ja nun fast jeder, aber es gab da auch noch den Pro­to­ty­pen Com­mo­do­re C65. In einem Pos­ting schrieb ich statt „Gol­de­ner C64” ver­se­hent­lich „Gol­de­ner C65”. Das ist natür­lich prompt jeman­dem auf­ge­fal­len und ich kas­sier­te einen locke­ren Spruch: „Wie? Du hast einen gol­de­nen C65?”

Ich ant­wor­te­te mit einem Bild von einem gol­de­nen C65. Gut, der Ken­ner weiss, dass es sowas nicht gibt, und dass sich nie­mand, der noch einen Fun­ken Ver­stand hat, einen C65 gol­den anma­len wür­de. Der Aus­sen­ste­hen­de wun­dert sich und zuckt ver­ständ­nis­los die Schul­tern. Zur Erklä­rung: Ein C65 ist so eine Art „Hei­li­ger Gral” für Home­com­pu­ter­samm­ler. Den malt man nicht an.

Folg­lich habe ich zum Pho­to­shop gegrif­fen. Die Anlei­tung ist so natür­lich für alle ande­ren Gerä­te, ob Auto oder Kaf­fee­ma­schi­ne umsetz­bar. Aber es ging ja um einen alten Computer.

Die Anlei­tung kannst Du sel­ber ganz leicht nach­voll­zie­hen, indem Du Dir das ers­te Aus­gangs­bild in den Pho­to­shop lädst. Anfangs schrei­be ich noch von der Steue­rungs­tas­te am PC und der Apfel­tas­te am Mac – spä­ter schrei­be ich das nicht mehr dazu. Falls Du also nur einen PC zur Ver­fü­gung hast (mein Bei­leid), dann musst Du die Steue­rungs­tas­te (die alle Welt „String”-Taste nennt) statt der Apfel­tas­te benut­zen. Klar soweit?

Also mal eben ganz schnell erklärt:

- Bild von einem Rech­ner in PS laden. Bild soll­te deut­li­chen Unter­schied Hintergrund/​Rechner aufweisen.
(am Bes­ten gleich in die Aus­ga­be­auf­lö­sung ver­klei­nern. Für das Web meist 640×480)

commodore c65

- Mit dem Zau­ber­stab (links im Werk­zeug­me­nu die „klei­ne Fackel”) die zu ver­än­der­ten Berei­che mar­kie­ren. Mit der Tole­ranz (in dem Fall zwi­schen 16% und 22%) etwas spie­len um opti­ma­le Ergeb­nis zu bekom­men. Shift hal­ten um neu­en Aus­wahl­be­reich zum alten hinzuzufügen.

commodore c65

- Aus­wahl spei­chern, die brau­chen wir für die Textur
– Die Tex­tur sel­ber knip­sen oder eine Tex­tur via Goog­le (Bil­der) suchen, Bild im Brow­ser kopie­ren, in PS ein­fü­gen – wird auto­ma­tisch in neue Ebe­ne eingefügt.

Anmer­kung: Wenn Du das fer­ti­ge Bild wie­der in das Netz stel­len willst, dann suche Dir gemein­freie Bil­der. Die meis­ten Bil­der, die man über die Goog­le-Bil­der­su­che fin­det, unter­lie­gen dem Urheberrecht.

Zum Bei­spiel:
tarnmuster
(Gra­fik von http://​open​clip​art​.org/​p​e​o​p​l​e​/​a​l​n​i​l​am/)

- Tex­tur mit „Bild – Frei trans­for­mie­ren”, so dass die Struk­tur auch unge­fähr zum Rech­ner passt (z.B. Mase­rung nicht zu groß ist)

- Tex­tur mit „Bild – Trans­for­mie­ren- per­spek­ti­visch ver­zer­ren”, leicht nach hin­ten kippen

- Ande­res Werk­zeug aus­wäh­len, Trans­for­mie­ren bestätigen

commodore c65

- „Aus­wahl – Aus­wahl laden” Umriss des Rech­ners laden

commodore c65

Hier sieht man einen gro­ßen Pat­zer! Ich hät­te das „Holz” spie­geln oder dre­hen sol­len, da das Licht von rechts kommt, die Spie­ge­lung auf dem Holz aber rechts ist. Nun gut, neh­men wir also an, dass die Licht­quel­le wei­ter oben steht und so solch eine Spie­ge­lung erzeu­gen kann.

- Rechts die Ebe­ne aus­wäh­len, die die Tex­tur hat, Apfel/​Steuerung‑C

- Apfel/​Steuerung‑V

- alte Tex­tur­ebe­ne aus­blen­den (Augen­sym­bol ankli­cken) oder bes­ser gleich löschen

commodore c65

So, das sieht nun doof aus. Völ­lig unplas­tisch. Wir müs­sen die Ebe­ne durch­sich­tig machen, damit die Struk­tur des Rech­ners durch­scheint. Dop­pelt auf die Ebe­ne im Ebe­be­nen­fens­ter kli­cken, im sich öff­nen­den „Ebenenstil”-Fenster unter „Füll­op­tio­nen: eige­ne” die Deck­kraft runterstellen.

commodore c65 wood

Der Kon­trast wird aber nicht rei­chen, deswegen:

- Alle Ebe­nen bis auf die des ori­gi­na­len Bil­des ausblenden

- Aus­wahl laden (wie­der der Umriss)

- Apfel‑C

- Apfel‑V

- Die neue Ebe­ne auswählen

- „Bild – Anpas­sen – Farbton/​Sättigung”

- Sät­ti­gung kom­plett raus (farb­los)

- „Bild – Anpas­sen – Helligkeit/​Kontrast”

- Kon­trast hoch, Hel­lig­keit etwas run­ter, darf ruhig nach Comic aus­se­hen. Je här­ter die Kon­tras­te, des­to bes­ser schei­nen die nach­her durch das Ori­gi­nal hindurch.

commodore c65

- Die­se Ebe­ne muss nun zwi­schen dem Ori­gi­nal und der Tex­tur sein (von oben nach unten: Tex­tur, Kon­trast­bild, Original)

- Alle Ebe­nen aus­wäh­len (bis auf die Ebe­ne mit der Web-Textur)

- Dop­pelt auf die Ebe­ne der Tex­tur kli­cken, Der Ebe­nen­stil öff­net sich

- Im Fall von dem Holz (oder Camou­fla­ge): „Füll­op­tio­nen: Eige­ne”: Füll­me­tho­de: Mul­ti­pli­zie­ren, Deck­kraft: 80%

photoshopping textur

commodore c65

Es geht aber auch ohne frem­de Texturen.
Für die­se Effek­te brau­chen wir eine Tex­tur der ori­gi­na­len Ober­flä­che, dazu in Ori­gi­nal­bild die Aus­wahl laden, kopie­ren, ein­fü­gen (wird neue Ebe­ne), die­se Ebe­ne dann wie folgt anpassen:

- Für Rosa: „Füll­op­tio­nen: Nor­mal, Deck­kraft 60%”; „Farb­über­la­ge­rung: Har­tes Licht”; „Mus­ter­über­la­ge­rung: Bläs­chen, Füll­me­tho­de: Linea­res Licht, Ska­lie­rung anpas­sen (230% in dem Fall)”

commodore c65 barbie

- Für Gold: „Ver­lau­f­über­la­ge­rung: Gold aus­wäh­len (hier laden, Umbe­ne­nen von .jpg ind .grd und im PS-Ord­ner nach /​vorgaben/​verlaufsdateien kopieren),
– Wei­ches Licht, Deck­kraft 90%, Stil: gespie­gelt, Win­kel und ska­lie­rung anpas­sen – Die Ebe­ne dupli­zie­ren, Deck­kraft der neu­en Ebe­ne auf 60%, Win­kel und Ska­lie­rung anpassen

photoshopping textur

Ach­tung: Bei „Gold” wird die Flop­py unrea­lis­tisch flach, des­we­gen auf ori­gi­na­le Ebe­ne wech­seln, Flop­py­ober­sei­te mit Poly­gon­las­so (neben Zau­ber­stab im Werk­zeug­me­nue – falls dort ein ande­res Las­so-Werk­zeug aktiv ist, mit rech­ter Maustatse Poly­gon-Las­so auf­ru­fen) aus­wäh­len, kopie­ren, ein­fü­gen (wird neue Ebe­ne), Ebe­ne dupli­zie­ren (rech­te Maus­tas­te auf Ebe­ne), in der unte­ren der bei­den Ebe­nen: Sät­ti­gung raus, Kon­trast rein, Hel­lig­keit run­ter, und die­se bei­den neu­en Ebe­nen als obers­te Ebe­nen ver­schie­ben (ein­fach die Ebe­nen per drap/​drop im Ebe­nen­fens­ter hochziehen)

commodore c65 gold

Hier mal eine ande­re Gold-Ver­si­on, die habe ich in einem der bei­den Ebe­nen­sti­le statt mit „gespie­gelt”, mit „Win­kel” erstellt

commodore c65 gold

Gene­rell:
– Man kann noch mit dem Schein nach innen spie­len, auf die Far­be (default gelb) kli­cken, im Aus­wahl­me­nue kei­ne Far­be wäh­len, Maus über Bild füh­ren und mit der Pipet­te eine Far­be der Tex­tur wäh­len, das gibt einen Run­dungs­ef­fekt bei den Kanten

- Alle Effekte/​Texturen kann man in einer ein­zi­gen Datei las­sen. Ein­fach die nicht benö­tig­ten Ebe­nen aus­blen­den (Augen­sym­bol neben Ebene)

photoshopping textur

Du siehst: Ist total ein­fach und geht ratz-fatz. Liest sich nur lange.

Viel Spaß!

Hier noch ein paar Bei­spie­le, wie man das noch anwen­den kann:

Das „Zom­bie-Bild” ist im Prin­zip in der glei­chen Tech­nik ent­stan­den. Die ver­faul­te Haut ist ein Bild von Koral­len gewe­sen. Den Mund mit dem Repa­ra­tur­pin­sel ent­fer­nen, Augen in neu­er Ebe­ne weiss über­ma­len und Deck­kraft redu­zie­ren, Hin­ter­grund schwarz abwedeln.

Gene­rell hilft bei sol­chen Bil­dern ein Gra­fik­ta­blett unge­mein. Wacom ver­scher­belt die alten Art­Pads als Kin­der­spiel­zeu­ge für den klei­nen Euro bei Dis­coun­tern. Da kann man trotz­dem unbe­sorgt zugrei­fen. So ein Pad ist eine unglaub­li­che Arbeits­er­leich­te­rung und spart enorm Zeit. Wer man eines hat­te, gibt es nicht mehr her.
Mit der Maus kann man nicht Bil­der bear­bei­ten. Selbst mit dem Touch­pad eines Note­books geht das bes­ser als mit der tolls­ten Maus.

walking dead david zombie

Die­se Bil­der sind sehr „quick’n dir­ty”. Gera­de die Per­spek­ti­ven sind grau­sam. Durch den ungleich­mäs­si­gen Hin­ter­grund funk­tio­niert hier der Zau­ber­stanb für das Frei­stel­len nicht. Daher greift man zum Polygon-Lasso.

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