Interview mit dem Hessischen Rundfunk

Lesedauer 4 Minuten

Komisch, mittlerweile bin ich nicht mehr erstaunt, wenn das Telefon klingelt und Zeitungen, Radio oder das Fernsehen (siehe unten) ein Interview von der HomeCon oder zu einem Retro-Thema haben wollen. Spannend ist nur noch, ob man in die Pfanne gehauen wird oder nicht. Die Frau Rudolph vom Hessischen Rundfunk gehört, wie die meisten, zur seriösen Fraktion. 🙂

30 Jahre Commodore 64

Thema des Berichtes sollte der 30. Geburtstag des Commodore C64 sein. Nach meiner persönlichen Meinung ist das etwas verfrüht, denn der Verkaufsstart war erst im August 1982. Aber sei es drum, er wurde eben auf der Winter CES 1982 vorgestellt – und alle Welt feiert aktuell diesen Termin. Warten wir mal bis August ab. 🙂

Das Interview

Am Montag, dem 09.01.2012 trafen wir (Quarkbeutel, Mugg und Retrowurst) uns in meinem Arbeitszimmer. Den CeVi hatte ich etwas versteckt in der Ecke aufgebaut. Eigentlich dachte ich, dass wir das Interview am Esstisch und nicht im engen Arbeitszimmer machen würden, aber es hat sich dann so ergeben, dass wir aus dem Gespräch heraus gleich aufgenommen haben.

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(Arbeitszimmer)

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(Arbeitszimmer)

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(Arbeitszimmer

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(C64 mit 1701)

Den Anfang machte der Alex, unser Erklärbär. Schön anzusehen, dass auch er nicht ganz unverkrampft sprechen kann, wenn er ein Mikro unter der Nase hat, dachte, das geht nur mir so. 😉

Interview
(Alex aka Retrowurst im Interview)

Zweiter Gesprächspartner war der Mugg, tadellos: souverän und locker wie immer. Die Frau Rudolph hatte beim Quarki – wie auch wir – sicher Bedenken, denn er hatte vorher einen Anti-Retro-Spruch nach dem anderen herausgelassen. Aber kaum war das Mikro an, entpuppte er sich als der Beste von uns allen und antwortete professionell und unterhaltsam auf alle Fragen.

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(Mugg im Interview)

Zwischendurch lud Alex auf dem CeVi einen Klassiker nach dem anderen: „Commando“, „Wintergames“, „Impossible Mission“ und „Paradroid“ lieferten den Hintergrundsound für den Bericht. Auch Quarkis SX64 versuchte sich in der Musikuntermalung, aber gegen den guten alten 1701 klingt er etwas dünn.

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(Quarkis SX64)

Ein Angstmoment

Beim Aufnehmen der Sounds waren alle still (o.k., der Quarki musste in seinen Kisten wühlen). Frau Rudolph hielt das Mikrofon vor den Monitor und nahm die Titelmusik von Wintergames auf, sie kehrte uns dabei den Rücken zu und verschwand fast in dem Eckregal.

Wir schauten und besorgt an. Gleich wird sie sich rumdrehen und etwas sagen wie „Haha! DAS hat man echt Musik genannt?„. Sie hätte ja recht, das Gepiepse und Gejaule des SID (Sound Interface Device, Soundchip des C64) ist doch keine Musik!

Aber als sie fertig war und sich herumdrehte, strahlte sie über das ganze Gesicht! Was das damals für ein tolles Spiel gewesen wäre!
Tja, so geht es allen, die mal am CeVi zockten! 🙂

Puh! Der Nerdkelch ist an uns vorübergegangen! Sie hatte Verständnis für die alte Hardware!

Echtes Interesse

Natürlich mussten wir noch einiges rund um den C64 zeigen: die einfach aufgebaute Platine eines C64, den SX64, einen Aldi C64, den C65, den TopChop und sogar den Web.it.  🙂

Sounds, die im Bericht nicht verwendet wurden, waren das nervige Sägen des MPS803 Nadeldruckers und das hohle Rattern des Floppylaufwerks 1541, das verzweifelt nach einer Diskette sucht.

Frau Rudolph investierte fast zwei Stunden für die Aufnahmen. Der Bericht auf HR1 war nachher nur knapp unter zwei Minuten. Mit Anmoderation und Schlusswort etwas länger. Eine Menge Arbeit und eine Menge Fragen für einen so kurzen Bericht. 🙂

Angeblich soll der Quarki noch auf HR3 zu Wort gekommen sein, aber davon haben wir keinen Mitschnitt bekommen.

Hier der Bericht auf HR1 (mit freundlicher Genehmigung des Hessischen Rundfunks):

 

Später bekam ich unsere Antworten von Frau Rudolph (vielen Dank!) als MP3 nachgereicht. Ich habe daraus ein unkommentiertes Medley geschnitten:

 

Privat-TV-Niveau

Eines muss ich aber noch loswerden: Am nächsten Tag rief mich der Herr Richter vom HR-Fernsehen, „Maintower“, einem lokalen Boulevardmagazin, an, um bei mir zu drehen. Vorlaufzeit: 1,5 Stunden! Zwei Mann sollten den CeVi anzocken. Äh… hallo? Mitten unter der Woche? Mittags? Arbeitszeit? Ich sagte ihm letztlich ab und er rief den VzEkC (Verein zum Erhalt klassischer Computer eV) an. In Anbetracht der Untertitel unter dem dann gesendeten Bericht („Hat die Nase voll von Elektroschrott“; „liebt seinen C64 über alles“) und dem latent despektierlichen Unterton, bin ich sehr froh darum. Boulevard-Leute können eben nicht aus ihrer Haut. 🙁

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