Verdrängung im KBZ

Lesedauer 6 Minuten

Die Katzen sollen bald in das KBZ einziehen. Deswegen ja KBZ: Katzenbegegnungszentrum. Von dort führt kein Weg in das Haus. Ich bin allergisch gegen die Viecher und Frau™ dachte, dass Katzenhaare ja wohl nicht sooo schlimm sein würden. Denken sollte man den Katzen überlassen, die haben die größeren Köpfe.

Solange das nachbestelle Fenster nicht kommt, muss die Seite halbwegs geschlossen werden. Es waren noch Reste der Fußbodendämmung da. Das Zeug ist wetterfest und isoliert. Passt schon. Die Befestigung besteht schlicht aus alten Paneelen aus dem alten Dachgeschoss, die noch übrig waren. Die habe ich schlicht getackert. Bekommt man mit Gewalt wieder ab, hinterlassen aber keine schlimmen Löcher im Holz. Mal schauen, ob meine Konstruktion die Herbststürme übersteht. Sechs Wochen Lieferzeit. Also 28. Oktober. Ich nehme noch Wetten an, dass es Mitte November wird. Frühestens!

Gut, egal. Die Seite ist erstmal halbwegs dicht. Nicht total super, aber egal. Wenn es zu sehr zieht, kommt noch mehr Tape auf die Ritzen. Die Katzen kommen so jedenfalls nicht raus. Ja, ja, die müssen sich erst mal einige Wochen eingewöhnen.

Ach Mist! Ich habe vergessen, die Katzenklappe vorzubereiten! Die muss bestellt werden! Okay, lasse ich das Gefach halt offen und nicht isoliert, in das die Klappe eingebaut werden soll.

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Rustikal. Hier sitzen die Latten auf den Nahtstellen der Platten.

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Von innen. Hier sitzen die Latten in der Mitte der Platten. Sollte dem Wind standhalten.
Okay, kein Fenster, also kann ich hier auch noch keine Rigipsplatten an die Decke schrauben.
Irgendwas ist doch immer.

Sieht das für Euch auch schief aus auf dem Bild? So wirkt es auch in der Realität! Also habe ich das mit der Wasserwaage im Bild überprüft: alles komplett im Wasser.

Zum Fachwerk zurück:

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Die Rigipsplatte auf die Rockwool gelegt und mit einem großen Brotmesser die Form mit einem Zentimeter Überstand ausgeschnitten.

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Rockwoll eingelegt.

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Rigips auf die Dampfbremse gelegt und mit einem Cuttermesser bündig abgeschnitten. Ich bin mal gespannt wie nachher der Trockenestrich aussieht. 🙂

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Mit Tape fixiert.

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Mit Tape abgedichtet. Ja, oben doppelt. Ich mache eben dauernd Fehler.

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Rigips wieder aufgesetzt und festgetackert. Ja, getackert! Die Leisten dahinter sind doch recht schmal und würden beim Schrauben splittern. Auch hier die Klammern wieder schrägt eingeschossen, sodass sie sich nicht von allein lösen können, wenn das Holz arbeitet.

Warum habe ich nicht mit dem ersten Fach angefangen? Da kommt noch eine Dreier-Steckdose hin und ich hatte mich noch nicht warm gearbeitet. Ich benötigte ein leichtes Erfolgserlebnis, bevor ich wieder was frickeliges machen muss.
Ich musste noch überlegen, wie ich die Leitungen führe. Die kommen vor die Dämmung. In der Dämmung darf doch nur 2,5 Quadrat verlegt werden. Isso. Schau in die VDE.

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Tja, habe kein Durchführungsdichtband gekauft. Geht auch so. Zuleitung und Ableitung.

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Dosen gesetzt. Hmmm… viel Platz ist da nicht links und rechts.

Ich arbeitete so vor mich hin, frickele an der Ecke mit der Netzwerkdose – ich habe nur noch eine für Unterputz-Installation, die ich mit Polymer-Kleber schlicht an die Rigipsplatte klebte, da schob sich ein verdrängtes Problem in den Vordergrund: Was ist mit den Leitungen neben der Tür? Deckenlampen und Thermostat? Bevor ich das Gefach dort schließe, muss ich die Leitungsführung festlegen! Und wenn das nicht klappt, wie ich mir das vorstelle? Mist! Ich muss die Leitungen JETZT fix installieren!
Ich kann das nicht weiter verdrängen. 🙁

Meine Idee war, dass ich die Leitungen Unterputz… äh… Unterholz verlege und auch die Dosen in das Holz setze. Ich weiß nicht, was die VDE dazu sagt. Ich konnte nichts darüber finden. 🙁
Egal. Ich behandle das einfach mal als Hohlwand. Also kommen da die Hohlwanddosen rein, die sind Brand-geschützt. Ist mir in Holz lieber.

„Aber Du schwächst das Holz!“. Pfffrrrt! Das sind 120 x 240 mm Balken. Völlig überdimensioniert! Ein zwanzig Millimeter Längs(!)schlitz und ein Bereich von 200 mm hoch, 68 breit und 60 tief macht da genau gar nichts aus.

Also gut, die Kantenfräse hat 700 Watt, die sollte das packen.
Die Führungsschiene drangeschraubt und gehofft, dass ich die Drehrichtung korrekt geschätzt habe. Dreht die „falsch“ herum, bockt die Fräse wie Sau und ich ruiniere mir den Balken.

Na ja, hat dann ja geklappt. Viermal gefräst und den Anschlag immer ein Stück weiter gestellt.

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Die Position der Dosen habe ich schlicht markiert, indem ich sie anbohrte.
Würde ich in das massive Holz versuchen mit der Lochkreissäge zu bohren, würde mir der Aufsatz einfach verglühen.
Ich muss mir etwas anderes überlegen.

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Der erste Versuch war einfach zu tief.

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Bis zu den Schaltern gefräst.

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Die Zuleitung und die Leitung des Thermostaten muss noch vom Boden kommen irgendwie in den Balken.
Eine waagerechte Führung habe ich nicht, also muss eine Leiste festgetackert werden.

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Der waagerechte Schlitz ist schmaler, da die beiden Leitungen nicht an der innen liegenden Ecke beschädigt werden sollen und der Bogen nicht zu eng sein darf.

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So sah der Boden aus.

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Und so ich.
Erwähnte ich, dass ich mittlerweile über meine physischen und psychischen Grenzen hinaus an diesem Haus arbeite?

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Die Öffnung für die Dosen mit dem Beitel markiert und mit dem Schlangenbohrer vorgebohrt.
Mit dem Beitel komplett ausgestochen.

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Die Dosen passen. Die Leitungen sortiert, eingeführt, gekürzt und abgemantelt. Alles, wie es sein soll.
Die Leitung des Thermostaten läuft hinter den Dosen entlang.

Frau™ kam mittlerweile und wollte wissen, wie ich die Leitungen wieder abdecken will.
Mit Holz.
Ach Mist, eigentlich wünschte ich das wieder aufzuschieben und dünnes Holz kaufen. Aber wozu habe ich eine Kreissäge? Die Platte muss 7 mm stark sein, das bekomme ich hin.

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Mit Tape fixiert und überlegt, wie ich diese Leiste nun befestige.
Hmmm…. fällt mir ja echt früh ein. Erst dachte ich, ich klemme die. Gut, die ist jetzt zu schmal dafür. Aber Holz auf Spannung einklemmen und hoffen, dass es nicht wieder einfach abfällt? Das ist sehr blauäugig.

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Ja, den waagerechten Schlitz hätte ich von der Maserung auch passend schneiden sollen…

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Sollte ich oben einfach Ponal, also Holzleim einfüllen? Der greift den Leitungsmantel sicher nicht an. Aber… das ist mal echt eine Sauerei. Wie viel Ponal brauche ich dafür? Wie lange braucht der zum Trocknen?
Und dann? Hält der wirklich?
Moment… Dieser Polymer-Kleber hat mir doch immer gute Dienste geleistet. Ist auch lösungsmittelfrei.
Eine Kartusche habe ich doch noch! Zwar nur in Weiß, aber egal.
Leisten gelöst und den Kleber fett an die Kanten gespritzt.

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Glaubst Du ernsthaft, dass diese Aktion so sauber ablief? Nein, ich habe den Balken danach mit Alkohol gereinigt. 🙂

elektrik in holzbalken
Das werde ich noch Beischleifen. Die Leiste steht teils einen Millimeter über. Das ist so gewollt.

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In der Ecke war ich mit der Fräse etwas zu weit nach unten gekommen. Das spachtele ich noch bei.

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Alter! Was ein Chaos! Morgen muss ich das als Erstes aufräumen.

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