Von Win­dows zu Ubun­tu und zurück – und zurück

Lese­dau­er 13 Minu­ten
Vor­wort: Ich weiß schon, war­um ich nicht mehr in der IT arbei­ten kann. Die­ses Win­dows macht einen fer­tig. Ich ver­ste­he auch jeden, der sich wei­gert sein Win­dows mit einem rich­ti­gen OS zu erset­zen, denn es ist unglaub­lich, wie viel Zeit und Ener­gie man in Win­dows ver­sen­ken muss. Da denkt man schnell „Das ist bei ande­ren Betriebs­sys­te­men doch genau­so!”. Nein, ist es nicht. Ande­re OS, wie Ubun­tu oder(selbst ein Hack­in­tosh, sind nicht so arbeits­auf­wen­dig, wie man es von Wind­blows her kennt.

Smar­thome-Zen­tra­le

Für die Smar­thome-Zen­tra­le mit IOBro­ker woll­te ich erst einen Raspber­ry PI 4 mit 4 GB ein­set­zen. Ja, gut, es wer­den so um die 50 Shel­ly-Devices und rund 50 bis 60 ande­re Schlau­ge­rä­te (wie Fens­ter­sen­so­ren) wer­den. Mir wur­de des­we­gen ein Intel NUC mit 16 GB RAM im Bereich um die 500 Euro (kein Witz) in der IO-Bro­ker-Face­book-Grup­pe emp­foh­len. Dar­un­ter gin­ge nichts. Man sol­le IOBro­ker in einer VM lau­fen las­sen – zwecks bes­se­ren Back­up. Okay, das stimmt mich jetzt bezüg­lich der Zuver­läs­sig­keit IOBro­kers nicht son­der­lich zuver­sicht­lich und bezüg­lich des dar­aus resul­tie­ren­den Strom­ver­brauchs nicht froh.

heimnetzwerk Diagramm
Netzwerkdiagram

Wie dem auch sei: Hier soll als Dis­play des Smar­tHo­mes ein MSI AE4200 (MS-AA8111, bzw. MS-AA81) 20″ Touch-PC in der Smart­wand fun­gie­ren. Der PC ver­fügt vom Werk aus über eine AMD E2-3000 APU – nicht zu ver­wech­seln mit der AMD Lla­no. Das ist kein E2-3000M! Allei­ne die­ses klei­ne M kann einen in den Irr­sinn treiben!


Die Smart­wand im Rohbau

Vor­han­de­ne Hardware

Der Rech­ner ist von 2014. AMD Kabi­ni E2-3000 APU (1,65 GHz). 4 GB und einer HDD mit 500 GB Kapa­zi­tät. Ich habe dem noch eine 120er SSD gegönnt. Die APU (da ist halt noch eine Rade­on-Gra­fik­ein­heit drin) läuft mit 1,65 GHz und ver­brät unter Vollast 15 Watt. Also… inklu­si­ve der Gra­fik! Im Prin­zip ist das Ding tat­säch­lich sehr effek­tiv, nicht nur für sei­ne Genera­ti­on. Die Leis­tung liegt etwas über dem Niveau eines Apol­lo Lake Cele­rons mit sel­ber Takt­fre­quenz, also auch etwas über einem Raspber­ry Pi 4. Wobei die E2-3000 aller­dings in der Theo­rie etwas mehr Strom als der erwähn­te Cele­ron und deut­lich viel mehr als der Rap­ber­ry Pi zieht. Wie gesagt: die TDP liegt hier durch die inte­grier­te, leis­tungs­fä­hi­ge­re Rade­on-Gra­fik­ein­heit über der der Mit­be­wer­ber. Wobei man bei syste­ti­schen Bench­marks über Platt­form­gren­zen hin­weg sowie­so vor­sich­tig sein soll­te. Äpfel und Bir­nen und so. Fakt ist nur, dass die Zukunft, auch auf dem Desk­top, ARM-Pro­zes­so­ren gehö­ren wird. Ich ver­mu­te, dass mit dem erschei­nen des Raspber­ry Pi 5 oder 6 die­ser MSI-AIO-PC nur noch als Anzei­ge-Gerät ver­wen­det wird, das im S3 (Sus­pend to RAM) vor sich hin­schlum­mert und über einen Tas­ten­druck (nicht den Touch­screen) geweckt wer­den muss.

iobroker vis grundriss 3d
Die Visua­li­sie­rung auf dem Touch-PC mit Win­dows im April 2020
iobroker vis grundriss 3d detail
Die Glüh­lam­pe kann man ankli­cken, das Licht schal­tet dadurch schnel­ler, als bei einem Druck auf den rea­len Tas­ter in der Wand!

Vor ein­gier Zeit hat­te ich schon Win­dows 10 auf der Büch­se instal­liert. Vom Werk aus kam der AIO-PC mit Win­dows 7 daher. Mei­ne Frau kauf­te den für die Arbeit an ihrer Dis­ser­ta­ti­on. Schon da fiel er durch mas­si­ve Lags auf. Teil­wei­se hat­te sie so Angst um ihre Arbeit, dass die den Bild­schirm mit Word ein­fach mit dem Han­dy abfo­to­gra­fier­te. Dazu muss man aller­dings wis­sen, dass ich nie­man­den ken­ne, der in einem Brow­ser 60+ Tabs offen hat. Ich habe so in der Regel 30 Tabs geöff­net. Den Löwen­an­teil der 4 GB RAM frass folg­lich Fire­fox. Sie ersetz­te den MSI dann durch ein Sur­face Pro 4. Unnö­tig zu erwäh­nen, dass die gan­ze Sache nicht bes­ser wur­de, denn auch die­ser Strei­chel PC ver­fügt nicht über genü­gend RAM für ihre Recherche-Orgien.

Der MSI AIO hing bei uns im Wohn­zim­mer als Medi­en­zen­tra­le. Ach, sind wir mal ehr­lich… ein Firestick oder ein Raspber­ry mit Kodi ist mehr Medi­en­zen­tra­le als das Ding. Dar­auf schaut man doch kei­nen Film oder hört Musik. Aber es sah wit­zig aus und er hat­te eben die­sen Touch­screen. Dann stand er auf dem Küchen­tisch, aber auch da erfüll­te er kei­nen rech­ten Zweck. Er ver­schand dann ein­fach in der Ecke und ver­staub­te, bis ich dach­te, dass er eine gutes Sma­r­home-Dis­play abge­ben könnte.

Any­way: Das aus­ge­nu­del­te und voll­ge­müll­te Win­dows habe ich run­ter­ge­wor­fen und Ubun­tu 18.04 vom Stick instal­liert. 10 Minu­ten spä­ter: Hoch­ge­fah­ren, alle Hard­ware wur­de erkannt, Sys­tem rennt wie die Sau. (y)
ABER: Auch wenn der Touch­screen OOTB erkannt wird, so feh­len – nicht lachen! – Klei­nig­kei­ten wie ein Klick­ge­räusch beim Benut­zen der Bild­schirm­tas­ta­tur. Auch  erschien sie ein­fach nicht zuver­läs­sig.

IOBro­ker instal­liert. Getes­tet. Mit Fire­fox offen und dem Dienst im Hin­ter­grund, nur ein paar Adap­ter gela­den, kei­ne Instan­zen kon­fi­gu­riert und auch kei­ne Scrip­te erstellt, aber damit fast voll­stän­dig den RAM geflu­tet. Okay, so geht es also nicht.

Upgrade!

Also den RAM auf­ge­rüs­tet. Einen 8 GB DDR3 SO-DIMM gekauft. Das Ding hat nun immer­hin 12 GB RAM.

so-ram
Ori­gi­na­ler DDR3-SO-DIMM

ram slots msi
Die bei­den RAM-Slots, dualchannel-fähig

Ver­such mit Windows

Das mit der man­gel­haf­ten vir­tu­el­len Tas­ta­tur-Unter­stüt­zung hat mich aber so genervt, dass ich Win­dows aus­pro­bier­te. Tja, das lief, wie nicht anders zu erwar­ten, mit dem Touch­screen abso­lut per­fekt. Klar, Micro­soft stellt ja auch die o.a. Sur­face-Tablets her. Ich liess noch O&O Shut­up drü­ber­lau­fen, deinstal­lier­te und deak­ti­vier­te den gan­zen Mist wie Cor­ta­na und alles ande­re, das einen aus­spio­niert und ein mög­li­ches Ein­falls­tor für Schad­soft­ware auf unse­rer Smar­thome-Zen­tra­le sein kann. Der Defen­der als Schutz muss rei­chen, der hat ja mitt­ler­wei­le Taug. Ich kauf­te noch eine Lizenz und war vor­erst zufrieden. 🙂

Bis die Updates kamen! 🙁 🙁

Nach jedem ver­damm­ten Update muss­te ich die AMD-Gra­fik­trei­ber neu instal­lie­ren, da der Rech­ner für nur ca. 1,5 Sekun­den zu bedie­nen war und dann für 3 Sekun­den stand! Das ist mal ein Lag für Män­ner! Und nach jedem Update muss­te ich auch noch die gan­zen Spio­na­ge-Funk­tio­nen wie­der deaktivieren.

Aber nach dem letz­ten Funk­ti­ons­up­date war dann auch Schluss mit lus­tig. Ich ver­brach­te ewig Zeit damit, dem Fort­schritts­bal­ken zuzu­schau­en, als ich die Daten­trä­ger­be­rei­ni­gung anstieß, weil auf dem Rech­ner Update-Müll her­um­lag und Win­dows allei­ne (es ist ja nichts instal­liert im Prin­zip!) 65 GB SSD-Platz ver­schwen­de­te! Ich mei­ne, das müss­ten die Updates 20H2 /​ 2004: KB4601319 – Build: 19042.804 und 19041.804 gewe­sen sein. Der Rech­ner lief ja 10 Mona­te in der End­pha­se der Haus­sa­nie­rung nicht. Auch die Sys­tem­last lag im Lee­lauf bei 30 Pro­zent. Für nichts! Ein­fach so! Viel­leicht ein Ser­vice­host für node.js? Ich schau­te da nur halb­her­zig nach, denn das ist ja völ­lig inak­zep­ta­bel. Der Rech­ner hat nichts zu tun und die CPU Last liegt um die 5 oder 6 Watt? Abgelehnt!

Docker

Dann noch Docker. *seufz*

Auch wie­der so ein Floh, den mir die Leu­te auf Face­book ins Ohr setz­ten, war, dass ich unbe­dingt ioBro­ker in einem Docker Con­tai­ner lau­fen las­sen mus. Was ein Scheiss. Bis allei­ne Docker sei­nen Arsch hoch­be­kommt, ver­geht ein­fach zuviel Zeit. Dann noch der ioBro­ker… da ist man bei einem Kalt­start locker bei fünf Minu­ten Boot­zeit, bis die Smar­thome-Zen­tra­le wie­der am Start wäre.

Nase voll. Im ech­ten ioBro­ker-Forum um Rat gebe­ten und von den Leu­ten echt gute Tipps bekom­men. Nur einer kam wie­der mit einem NUC um die Ecke. Die NUCs, die man bezah­len kann (um die 150 Euro) haben eben besag­te Apol­lo Lake CPUs. Die sind ähn­lich „schnell” wie mei­ne APU. Typi­scher Ver­brauch soll bei der APU 8 Watt sein, maxi­mal 15 Watt. Die NUCs lie­gen bei 5 bis 15 Watt. Bis ich da den Kauf­preis an Strom wie­der ein­ge­spart habe, ver­ge­hen ver­mut­lich 70 Jah­re. Vor allem, weil ja immer noch der Strei­chel-PC mit der APU im Stand­by lau­fen muss, sonst habe ich ja nichts zum bedie­nen des Smarthomes.

Der Gedan­ken­gang war eben: Wenn ich den Strei­chel-PC sowie­so schon habe und der sich für eine Smar­tHome-Zen­tra­le direkt auf­drängt, die APU da drin einen eher beschei­de­nen Strom­ver­brauch hat, da sie eigent­lich für Sub­note­books gedacht war, dann kann ich auf einen wei­te­ren strom­spa­ren­den Rech­ner ver­zich­ten, da der den Strom­ver­brauch unter dem Strich nur erhöht, statt verringert.

Also, Win­dows muss­te wie­der weg. 🙁
Die Leis­tung und der Strom­ver­brauch waren zu hoch. Aus­ser­dem jam­mert Win­dows immer nach Strei­chel­ein­hei­ten, vor allem nach Updates. Ein Linux funk­tio­niert einfach.

Wel­ches Linux nehmen?

Nur… wel­ches Linux soll­te ich nehmen?

  • Eines, das auf Debain basiert. Damit ken­ne ich mich aus. Rei­nes Debi­an benutz­te ich bis­her aber nur auf dedi­zier­ten Web­ser­vern oder Micro-NAS und Fire­walls im Heim­netz. Auf den Mul­ti­boot-Stick pack­te ich also fol­gen­de Distros:
  • Ubun­tu 20.04 LTS (Gno­me)
  • Ele­men­ta­ry­OS 5.1 Hera (GTK+)
  • Debi­an 10.8 Bus­ter (Lxde)
  • Pup­py Linux Fos­sa (xfce)
  • Linux Lite 5.2 (xfce)


Eig­nung der ver­schie­de­nen Distros für einen Touch-PC mit APU:

Ubun­tu

Hier bin ich vor­be­las­tet, das läuft auf mei­nem Note­book. Das boo­ten vom Stick ist eher lang­sam. Eben­so das Star­ten von Apps. Klar, das liegt dar­an, dass der Stick qua­si wie eine SSD behan­delt wird. Der Lüf­ter des Rech­ners ist beim Start und in den ers­ten Minu­ten danach deut­lich zu hören. Im Leer­lauf nimmt sich Ubun­tu aber auch nur ca. 3 % CPU-Last. Klar, der gan­ze Over­head an Pro­gram­men wie Libre-Office und Co muss weg. Das ISO-Image wiegt immer­hin 2,8 GB.
Ubun­tu hat die bes­te Obe­flä­che für einen Touch-PC. Im Gegen­satz zu 18.04 wacht es nun beim berüh­ren das Bild­schir­mes auch wie­der auf. Die vir­tu­el­le Tas­ta­tur ist end­lich sexy und modern gewor­den. Sie erscheint und ver­schwin­det nun auch zuver­läs­sig. Alle Bedien­ele­men­te und die Side­bar las­sen sich sehr gut via Touch bedienen.
Das Scrol­len funk­tio­niert aber nicht über­all. Bei­spiels­wei­se kann man in der Pro­gramm­über­sicht nicht wischen. Das Scrol­len im Web­brow­ser ist vom Web­brow­ser abhän­gig. Unter Win­dows funt­kio­nier­te der Edge (Chro­me) super. Der Fire­fox, der mit Ubun­tu aus­ge­lie­fert wird, kennt kein Scrol­len mit einem Touch­screen. Hier muss ich wohl Chro­mi­um einsetzen.

ubuntu
Ubun­tu Desk­top mit gro­ßen Symbolen

ubuntu
Bild­schirm­tat­stur


Ubun­tu Desk­top mit vir­tu­el­ler Tastatur

Noten:
Geschwin­dig­keit: 2
Touch­un­ter­stüt­zung: 2
GUI: 1
Grund­last: 2
Gesamt­no­te: 1,75


Ele­men­ta­ry­OS

Okay, ich bin auch hier vor­be­las­tet, denn eOS benut­ze ich auf dem Haupt­rech­ner. Ele­men­ta­ry star­tet schnel­ler vom Stick als Ubun­tu. Der Lüf­ter ist aber beim Star lei­ser. Die Grund­last liegt um die 7 bis 9 % her­um. Die Optik ist grob an macOS ange­lehnt. Mir sind die Zei­len­ab­stän­de gene­rell viel zu groß, aber für die Touch­be­die­nung ist das ja okay. Ele­men­ta­ry hat kei­ne vir­tu­el­le Tas­ta­tur. Zwar kann man pro­blem­los im Sys­tem wischen und scrol­len, aber beim hal­ten (Rechtsklick) erscheint kein Kon­text­me­nue. Der Rest der GUI ist aber gut mit dem Touch­screen zu bedie­nen. Nur am Ran­de: Trotz hoher eige­ner Ansprü­che an das Design, sehen eini­ge App-Menues aus, als stamm­ten sie noch von Win­dows 3.11. Mega­fail. Das ISO-Image ist 1,3 GB leicht.

ElementaryOS
Desk­top mit Dock (Plank)

ElementaryOS taskmanager
Sys­tem­aus­las­tung: knapp unter 10 %

Noten:
Geschwin­dig­keit: 2
Touch­un­ter­stüt­zung: 4
GUI: 2
Grund­last: 3
Gesamt­no­te: 2,75


Debi­an Bus­ter LXDE

Optisch erin­nert das grob an ein Win­dows 7. Nicht unschick. Es boo­tet halb­wegs flott. Die Apps laden flott. Das Start­me­nue und alle Bedien­ele­men­te sind zu klein für die Touch­be­die­nung. Eine vir­tu­el­le Tas­ta­tur fehlt kom­plett. Der Lüf­ter ist unauf­fäl­lig beim Start und im Betrieb. Die Grund­last liegt bei uner­freu­li­chen 29 %. Win­dows lässt ganz lieb grü­ßen! Das Image wiegt eher schwer: 2,5 GB.

Debian Buster
Debi­an Desktop

Buster taskmanager
Debi­an Taskma­na­ger bei 28 %

Noten:
Geschwin­dig­keit: 2
Touch­un­ter­stüt­zung: 4
GUI: 3
Grund­last: 6
Gesamt­no­te: 3,75


Pup­py Linux Fos­sa (xfce)

Boo­tet sehr schnell, da das ISO-Image gera­de mal 423 MB(!) „groß” ist. Das ver­wun­dert, denn es kommt mit einer brauch­ba­ren Soft­ware­grund­aus­stat­tung daher. Trotz des 90er-Jah­re-Designs sieht es freund­lich aus. Das Star­me­nue ist aber eher schlecht mit Touch­screen zu benut­zen. Es ist sehr res­sour­cen­freund­lich und reagiert extrem schnell, da es kom­plett im RAM arbei­tet. Die Grund­last liegt bei etwa 2 – 3 %, der bes­te Wert bis­her. Pup­py Bio­nic hat­te IIRC noch eine vir­tu­el­le Tas­ta­tur, die aber recht klein war und alt­mo­disch aus­sah. Die­se scheint in Fos­sa über Bord gegan­gen zu sein.

Puppy Linux
Pup­py Desktop

Puppy Task
Star­tet man den Sys­Mon, wird ein Load-Wid­get in den Desk­top­hin­ter­gund inte­griert. Sehr nice!

Noten:
Geschwin­dig­keit: 1
Touch­un­ter­stüt­zung: 4
GUI: 4
Grund­last: 1
Gesamt­no­te: 2,5


Linux Lite (xfce)

Es boo­tet mit­tel­präch­tig vom Stick, weil es ein­fach immer das File­sys­tem des Sticks über­prü­fen will. Ist das erle­digt, ist der Start in etwa wie von Ubun­tu und Debi­an. Der Lüf­ter ist auch noch nach dem Start deut­lich hör­bar. Der Look ist flach wie von Win­dows 10, aber es sieht nach mei­ner Mei­nung rich­tig gut aus. Viel­leicht, weil es hel­ler und freund­li­cher daher­kommt? Alle Apps fügen sich her­vor­ra­gend in den Look des Sys­tems ein. Eine vir­tu­el­le Tas­ta­tur bringt Linux Lite lei­der nicht mit. In Bereit­schaft ver­setzt, wacht das Sys­tem nicht mehr nur durch Berüh­rung auf. Scha­de. Das Sys­tem reagiert sehr schnell. Die Grund­last liegt bei 5 bis 8 %. Auch Lite wacht nicht mehr aus dem Sus­ped auf.

Linux Lite
Der Lite Desk­top erin­nert an Win­dows 7

Linux Lite Taskmanager
Lite Taskma­na­ger, sehr hübsch gemacht

Noten:
Geschwin­dig­keit: 1
Touch­un­ter­stüt­zung: 4
Touch-GUI: 4
Grund­last: 3
Gesamt­no­te: 3,0


Und nur zum Vergleich:

Win­dows 10

Nur von SSD geboo­tet. Boot­zeit hat sich ja immer wie­der bei Wind­blows ver­bes­sert, auch wenn Win­dows auch nach dem Laden des Desk­tops fleis­sig wei­te­re Sys­tem­da­tei­en star­tet, hat man doch den Ein­druck, dass man los­le­gen könn­te, wenn man wol­le. Alles in allem braucht ein nack­tes Win­dows trotz­dem deut­lich län­ger als die Mit­be­wer­ber aus dem Hau­se Linux. Aber gut, ein gut abge­han­ge­nes (über Jah­re hin­weg benutz­tes) macOS ist kei­nes­falls schnel­ler am Start als ein Win­dows. Am Ende ist die Boot­zeit aber auch eher unwich­tig. Der Lüf­ter ist auch nach dem Start durch­weg im Betrieb. Der Look ist wie… Linux Lite. Oder wie ein Kubun­tu. An nütz­li­chen Apps bringt Win­dows kaum etwas mit, das Image ist aber unglaub­li­che 6,3 GB groß und damit mehr als dop­pelt so groß wie das von Ubun­tu, das aber Soft­ware­mä­ßig kaum noch Wün­sche offen lässt. Wenn man bedenkt, dass selbst Ele­men­ta­ry­OS eine kom­plet­te Soft­ware­aus­stat­tung mit­bringt und dabei das Image gera­de mal 20% so groß ist, drän­gen sich doch Fra­gen auf, was Win­dows so alles an Alt­las­ten mit­schleppt. Auch der Res­sour­cen­ver­brauch hat sich bei Win­dows deut­lich ver­bes­sert, so dass es auch auf älte­ren Sys­te­men akzep­ta­bel läuft. Kein Ver­gleich mit einem Linux, aber für ein Win­dows ist 10 wirk­lich geschmei­dig. Bei der Touch­be­die­nung kann Win­dows groß auf­trump­fen. Bes­ser kön­nen das nur Han­dys. Die vir­tu­el­le Tas­ta­tur ist per­fekt und hat auch einen Klick­sound. Vor­bild­lich! Der unsäg­li­che Inter­net­ex­plo­rer wur­de durch einen Chro­me-Fork ersetzt. Den kann man tat­säch­lich benut­zen! Die Grund­last beträgt um die 30 %. Indiskutabel!

Windows
Win­dows Desktop

Windows Taskmanager
TaskMa­na­ger unter Win­dows 10, die nur unter die­sem OS nöti­gen Schad­soft­ware-Scan­ner erhö­hen die Grund­last enrom.

Noten:
Geschwin­dig­keit: 3
Touch­un­ter­stüt­zung: 1
Touch-GUI: 1
Grund­last: 6
Gesamt­no­te: 2,75


ENDERGEBNIS:

Okay, ich bin nicht die Stif­tung Waren­test. Mei­ne Metho­dik ist zwei­fel­haft und die Tests unvoll­stän­dig. Die­se Auf­lis­tung der wich­ti­gen Fea­tures ist rein sub­jek­tiv und nur für mich für eine Ent­schei­dung gedacht, damit ich mich nicht von einem unwich­ti­gen Fea­ture blen­den las­se. Das Ergeb­nis hat mich aber sel­ber völ­lig über­rascht. Eigent­lich mag ich kei­ne Noten ver­ge­ben, aber ich mache trotz­dem mal eine Rang­lis­te, der Betrieb­sys­te­me, die für die Touch­be­die­nung auf einem Rech­ner mit einem SoC geeig­net sind:

  1. Ubun­tu: 1,75
  2. Pup­py Linux: 2,5
  3. Ele­men­ta­ry­OS: 2,75
  4. Win­dows: 2,75
  5. Linux Lite: 3,0
  6. Debi­an: 3,75

Rein vom Gefühl hät­te ich Linux Lite vor­ne gese­hen, aber eben des­we­gen gab ich mir die Mühe mit der Punkteverteilung.

Ganz gene­rel­le Anmerkungen

Kei­nes der OS kann aus der Bereit­schaft durch die Berüh­rung des Touch­screens wie­der aufwachen.
Aber ioBro­ker muss sowie­so dau­ernd lau­fen.

Eigent­lich braucht man für die Visua­li­sie­rung ioBro­kers kei­ne Tastatur.
Es reicht eine GUI mit einem Browser.
Es wäre schön, wenn man wenigs­tens eine vir­tu­el­le Tas­ta­tur für den Fall eines Sys­tem­feh­lers hät­te, mit der man die Kon­so­le bedie­nen kann, ohne auf den Rech­ner via SSH oder RDP zugrei­fen zu müssen.

Wenn der Brow­ser im Auto­start des Sys­tems steht und als Start­sei­te auto­ma­tisch die VIS des ioBro­kers auf­ruft, muss man das Betriebs­sys­tem im Idela­fal­le nicht anfassen.

Fazit

Da jetzt mein gran­dio­ser „Test” Ubun­tu als kla­ren Sie­ger erko­ren hat, wer­de ich es nun auch als „Mini­ma­le Instal­la­ti­on” installieren.

Nach­in­stal­la­ti­ons­hin­wei­se

Das Wischen im App-Menue und den Ein­stel­lun­gen funk­tio­niert nach der Instal­la­ti­on und den damit ver­bun­de­nen Updates abso­lut perfekt.
Die Sys­tem­aus­las­tung ist im Idle auf 10% gestie­gen.
Es gibt kei­ne pro­pritä­ren Trei­ber. Prima!
Die Instal­la­ti­on ohne Apps belegt 10 GB auf der SSD.
Auch wenn der ioBro­ker läuft: Ist der Bild­schrim (und damit die GUI) aus­ge­schal­tet, fällt der Ener­gie­ver­brauch mas­siv. Die APU ist dann wirk­lich nur noch bei 3 % Last! Die Takt­fre­quenz der CPU-Ker­ne und der Gra­fik­ein­heit (die nicht mehr benö­tigt wird) wird mas­siv gesenkt. Das ist nicht schlecht für einen Sus­pend S1 und wie­der­legt die land­läu­fi­ge Mei­nung, dass kein Unter­scheid im Ener­gie­be­darf bei S0 (ein­ge­schal­tet) und S1 (Power-on-sus­pend) bestünde.


Hat der Rech­ner wenig zu tun, senkt sich die Takt­fre­quenz der APU um mehr als 50%, auf rund 800 MHz.

iobroker
Über das Netz­werk zu errei­chen: Das ioBroker-Backend

Leu­te, esst mehr Linux!

Mit die­sem Com­pu­ter­scheiss mache ich seit 1981 rum. Zuerst Assem­bler auf einem G7000, dann BASIC auf einem C64, dann DOS auf PCs. Zu WIn­dows 3.1 muss­te ich geprü­gelt wer­den, Maus­schub­sen war nix für mich. Nach drei­zehn Jah­ren Win­dows (auch als POS-Tech­ni­ker mit ein biss­chen Unix und spä­ter als Sys­tem­spe­zia­list für ein Con­sul­ting-Unter­neh­men) wech­sel­te ich Mit­te 2004 pri­vat zu macOS (OS X). Nach sechs­zehn Jah­ren macOS (elf davon mit Hack­in­toshs) wech­sel­te ich pri­vat im Dezem­ber 2020 kom­plett und mit einem har­ten Cut auf Ele­men­ta­ry­OS. Auf mei­nen Note­books ver­wen­de­te ich seit 2008 meis­tens Ubuntu.

Der Wech­sel von Win­dows auf macOS war damals eine Offen­bah­rung. End­lich trat das Betriebs­sys­tem in den Hin­ter­grund und ich konn­te mit dem Rech­ner unge­stört das machen, was ich eben machen woll­te. Es gab end­lich rich­tig gute und zum gro­ßen Teil auch kos­ten­lo­se Pro­gram­me, und nicht mehr die­se unüber­schau­ba­re Mas­se an schlecht design­ten Schrott wie bei Windows.

Der Umstieg von macOS auf Linux ist da deut­lich schmerz­vol­ler gewe­sen. Aber ganz ehr­lich: Ich hat­te die Nase voll davon, von US-Fir­men abhän­gig zu sein und von ihnen über­wacht zu wer­den. Wie schon beim Wech­sel von Win­dows zu macOS war das Sicher­heits­be­dürf­nis ein­fach grö­ßer als die Mas­sen­träg­heit. Wenn man von macOS kommt, dann ist man natür­lich von der Qua­li­tät man­cher kos­ten­lo­sen Open­So­ur­ce Pro­gram­me etwas ent­täuscht. Aber dafür ist sie eben kostenlos.

Ich frem­del­te eine Zeit mit Gimp. Erst war es toll, dann merk­te ich, was alles fehlt und wie grot­tig bunt und unüber­sicht­lich die Benut­zer­ober­flä­che ist. Alle mei­ne Short­cuts, die ich von Pho­to­shop seit mehr als zwan­zig Jah­ren gewohnt war, funk­tio­nier­ten nicht mehr. Ich bin jetzt nicht der tota­le PS-Crack, aber sowas tut schon weg. Dann ins­ta­li­ier­te ich GimpPS und einen Hau­fen Plugins – und auf ein­mal bin ich total Glück­lich mit Gimp!

Zwei Din­ge ver­mis­se ich aber immer noch: Cyber­duck (FTP) und BBE­dit. BareFTP ist ein leid­li­cher Ersatz (File­zil­la ist ober­häss­lich!) und all die gan­zen Edi­to­ren wie Atom oder Note­pad++ sind ein­fach nur auf­gebäht und unelegant.

Ja, und Pho­tos war schon unter macOS wirk­lich gut. Gera­de die Gesichts­er­ken­nung war prak­tisch, wenn auch gru­se­lig. Und natür­lich Key­note, das ist so unglaub­lich viel bes­ser als zum Bei­spiel Power­point. Ganz ande­re Liga.
Aber ansons­ten gibt es für alles einen eben­so guten und i.d.R. sogar kos­ten­lo­sen Ersatz. Sei es DaVin­ci Resol­ve (Final Cut Pro) oder äh… mir fällt nichts mehr ein. Krass, oder? Die meis­te Soft­ware, die man benutzt, gibt es eben 1:1 auch für Ubun­tu & Co.

Jemand, der nur surft, mailt und Office macht, der kann sofort zu Ubun­tu & Co wech­seln und braucht nicht ein­mal irgend­ei­ne wei­te­re Soft­ware her­un­ter­zu­la­den, denn nach der Instal­la­ti­on ist alles da, was man braucht. Wer ein Han­dy benut­zen kann, kommt auch mit der Bedie­nung von Ubun­tu klar. Allei­ne die Ein­stel­lun­gen des Betriebs­sys­tems sind um Grö­ßen­ord­nun­gen über­sicht­li­cher als unter Windos.
Bonus: Es gibt nicht dau­ernd Updates, die einen Neu­start erzwin­gen, oder gar Updates, nach denen irgend­was nicht mehr funktioniert.

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