Hes­sis Home­com­pu­ter- und Telespielglossar

Lese­dau­er 19 Minu­ten

Unfair, gemein, par­tei­isch, sar­kas­tisch und poli­tisch völ­lig unkor­rekt: Hes­sis Home­com­pu­ter- und Tele­spiel­glos­sar. Man soll­te über sein Hob­by auch lachen kön­nen. Die meis­ten Retro-User kön­nen das auch, nur eini­ge Ami­ga­ner ver­ste­hen kei­nen Spaß, wenn es um ihre Ami­ga (spa­nisch für „Freun­din”) geht. Das trifft aber auch auf Ata­ria­ner zu, die sind aber seit eh und je Opfer. Tipp: ein­fach nicht weiterlesen!

Amst­rad

Unbri­tisch-bri­ti­sche Fir­ma von Unter­hal­tungs­elek­tro­nik. Im Jah­re 1968 von Alan M. Sugar gegrün­det. Mach­te den glei­chen Scheiss wie sei­ner­zeit hier­zu­lan­de Schnei­der – nur eben in erfolg­reich. Liess die bekann­te CPC-Heim­com­pu­ter-Rei­he aus Bil­lig­tei­len ent­wi­ckeln und ver­kauf­te die zu Dis­count-Prei­sen an Leu­te, die einen Com­pu­ter such­ten, der zur schrot­ti­gen 1.000-Watt-Kompaktanlage aus dem glei­chen Hau­se pass­te. Über­nahm 1986 die Fa. Sin­c­lair und ver­trieb auch deren Specci­es wei­ter. Über­nahm eben­falls den deut­schen Heim­com­pu­ter­markt, nach­dem Schnei­der in den spä­ten 1980ern in den Sack haute.

Ata­ri

Ame­ri­ka­ni­sche „Computer„firma (*kicher*), gegrün­det 1972 vom mit­tel­lo­sen Nolan Bush­nell. Her­stel­ler von Spiel­au­to­ma­ten, Tele­spie­len, Com­pu­tern für Spie­le und Spie­len für Com­pu­ter. Bekann­te Pro­duk­te: Pong, Pacman, VCS (VCS 2600), Ata­ri 800XL und Ata­ri ST. Im Jahr 1984 vom Com­mo­do­re-Grün­der Jack Tra­miel über­nom­men. Seit 1996 unto­ter Wie­der­gän­ger. Zwi­schen­zeit­lich ein Label für diver­se Spie­le­her­stel­ler und immer wie­der mal plei­te. Damit haben die aber nun wirk­lich reich­lich Erfah­rung. Aktu­ell im Begriff Com­pu­ter­spie­le-für-Leu­te-die-Com­pu­ter­spie­le-has­sen auf den Mobil­te­le­fon­markt zu wer­fen. Ja, genau, das klingt nicht nur wie eine Schei­ß­idee, das ist es auch. Leben augen­schein­lich vom Ver­kauf von T‑Shirts an Hipster.

Ata­ri 400/​800

Sehr frü­he (1979), aber leis­tungs­fä­hi­ge Heim­com­pu­ter der Spie­le­fir­ma Ata­ri. Die Gerä­te waren gegen den Apple II lan­ciert wor­den, hat­ten aber für ein Pro­dukt einer Spie­le­fir­ma einen viel zu kna­cki­gen Preis. Der 400er hat­te eine Tas­ta­tu­ri­mi­ta­ti­on aus bunt bedruck­ter Folie, der 800er neben einer ech­ten Tas­ta­tur gleich zwei Schäch­te für ROMs, so dass man das BASIC-Modul UND ein Spiele­mo­dul gleich­zei­tig ein­set­zen konn­te. Der 800er mach­te einen durch­aus seriö­sen Ein­druck, wären da nicht an der Front die vier(!) Joy­stick­ports. Intern waren die Rech­ner durch eine geschlos­se­ne, mas­si­ve Druck­guss­ver­klei­dung gegen Strah­lun­gen von Staub­saugern, Neon­lam­pen und Atom­bom­ben geschützt. Fan­ge­mein­de: groß, Ebay-Prei­se: Hoss­s­s­sa! Sind halt selten.

Ata­ri 600XL/​800XL

Direk­te Nach­fol­ger der Ata­ri 400/800-Serie. Nahe­zu 100% kom­pa­ti­bel in Hard- und Soft­ware – kein Wun­der, war ja nichts Neu­es in den Kis­ten ver­baut wor­den! Hilf­lo­ser Ver­such, Markt­an­tei­le gegen den eigent­lich noch schlech­te­ren C64 zu behaup­ten. Design war sogar rela­tiv ele­gant, die Ver­ar­bei­tung bes­ser als Pro­duk­te der Mit­be­wer­ber. Aber wer woll­te denn bit­te einen Com­pu­ter von einem Spie­le­her­stel­ler?! Auf dem Schul­hof muss­te man pein­lich berührt schwei­gen, wenn das Gespräch auf Com­pu­ter kam. Oder man sag­te lie­ber, man habe gar kei­nen Com­pu­ter, als dass man zugab einen von Ata­ri zu besit­zen. Ata­ri-Besit­zer waren nei­disch auf die Raub­ko­pie-Samm­lun­gen der C64-Eig­ner. Fan­ge­mein­de: pein­lich berührt. Prei­se: geschenkt ist noch zu teuer!

Ata­ri ST

Scham­los 1985 vom Com­mo­do­re Ami­ga kopier­te Heim­com­pu­ter­se­rie von Ata­ri. Merk­ma­le: bil­lig, unbunt, klang­los, lang­sam, insta­bil, grau. Wur­den mit Hil­fe von Werks­spio­na­ge in Rekord­zeit ent­wi­ckelt, nach­dem Jack Tra­miel von Comm­do­re zu Ata­ri wech­sel­te und den Bie­ter­streit um die Fir­ma Ami­ga ver­lor. Wur­den mit der heis­sen Nadel gestrickt, so dass die ers­ten Seri­en noch hand­ver­drah­tet die Fabrik­hal­len, Gara­gen und Ver­schlä­ge ver­lies­sen.  Aus­lie­fe­rung mit dem SM24 S/​W‑Monitor. Musi­ker grif­fen zu die­sen Kis­ten, weil sie seri­en­mäs­sig eine Midi-Schnitt­stel­le boten. Der noch aus 8‑Bit-Com­pu­tern stam­men­de Sound­chip ver­ur­sach­te mit einen Krächz­ge­ne­ra­tor und zwei Stimm­brü­chen einen sofor­ti­gen Hör­sturz. Gra­fi­sche Ober­flä­che – nicht mal sel­ber ent­wi­ckelt – bot dem gei­zi­gen, aber musi­ka­lisch hof­fent­lich begab­ten Maus­schub­ser, genug Platz sich aus­zu­to­ben, bis er mal wie­der bei einem Crash Bömbchen auf dem Screen zäh­len durf­te. Zum Gluck hat­te 1994 Ata­ri ein Ein­se­hen und der Spuk ein Ende. Da half auch der hoff­nungs­fro­he grü­ne Desk­top nichts, den man natür­lich nur auf einem Farb­mo­ni­tor sah. Fan­ge­mein­de: groß. Prei­se: von nehm-ich-mit bis zu wofür-denn-du-spinner?

Ata­ri VCS (VCS 2600)

Erfolg­reichs­tes Tele­spiel sei­ner Genera­ti­on. Design: Das Arma­tu­ren­brett eines Cadil­lac Impa­la kreuz­te sich wild kopu­lie­rend mit der Eiche-Rus­ti­kal-Schrank­wand von der Oma. Das VCS wur­de in Euro­pa trotz sei­nes Aus­se­hens gekauft, in den USA, weil es dort zur geschmack­los-rus­ti­ka­len Wohn­zim­mer­ein­rich­tung pass­te. Das VCS ver­kör­pert Ata­ri bis heu­te und ist in etwa auch genau so seri­ös. Es gab für die Kis­te gefühl­te 2–3 Mil­lio­nen Spiel­mo­du­le und sogar ein Modul, das es ermög­lich­te Ori­gi­nal­mo­du­le auf Audio-Cas­set­te zu kopie­ren. Das Teil war genau­so grau­sam zu pro­gram­mie­ren wie es aus­sah. Die zwei­te Genera­ti­on sah sogar noch übler aus, als die ers­te. „Juni­or” hiess das Ding – ja so sah es auch aus: klein, bil­lig, geschmack­los. Fan­ge­mein­de: jam­mern­de Opfer. Ebay-Prei­se: Blöd­sinn, kauft den Scheiss auf dem Flohmarkt!

Ata­ria­ner

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Ami­ga

Com­pu­ter­se­rie von Com­mo­do­re. Der Kon­kur­renz um Jah­re vor­aus. Gran­di­os von jung­dy­na­mi­schen „Ent­schei­dern” vor die Wand gesetzt. Der Ami­ga 1000 erschien 1984. Wur­de in der Frank­fur­ter Oper mit einer an Lan­ge­wei­le kaum zu über­tref­fen­der Show fach­wis­sen­frei von Frank Elst­ner prä­sen­tiert. Die Serie wur­de kaum wei­ter­ent­wi­ckelt, soll­te aber plötz­lich vom Heim­be­reich über die Raub­ko­pie­rer­sze­ne sowie über die Buch­al­tung und die Mar­ke­ting­ab­tei­lung, jedem Ein­satz­zweck gerecht wer­den. Glei­che Tech­nik wur­de in unter­schied­li­che Gehäu­se gepackt und zu unter­schied­li­chen Prei­sen ver­kauft. Wur­de als Tele­spiel ent­wi­ckelt und ende­te auch als sol­ches. Hat­te bereits eine Maus (Roll­ku­gel­ein­ga­be­ge­rät) und eine gra­fi­sche Ober­flä­che auf der die Leu­te her­umkli­cken konn­ten, bis ein Bild­schirm mit Guru-Medi­ta­ti­on-Schrift­zug erschien, als IBM noch laut auf sei­nen Modell M‑Tastaturen klap­per­te. Dem Ami­ga ver­dan­ken wir die ers­te gro­ße Viren­schwem­me. Fan­ge­mein­de: groß und fana­tisch. Im Prin­zip die Tali­ban der Retro­com­pu­ting-Sze­ne. Prei­se von bil­lig bis zu „lass-mei­ne-brief­ta­sche-los-du-geld­gei­er”

Ami­ga OS

Mini­ma­lis­ten-Betriebs­sys­tem von und für Ewig­gest­ri­ge. Kann nix, sieht schei­ße aus, lässt sich schei­ße bedie­nen und sinn­vol­le Soft­ware gibt es seit Jahr­zehn­ten nicht mehr dafür. Läuft auf ver­schie­de­nen Hard­ware­platt­for­men, die auch alle hoff­nungs­los ver­al­tet sind. Die Prei­se, die den Amiga-Idi…Fans abver­langt wer­den trei­ben selbst einem Bill Gates die Scha­mes­rö­te auf das Gesicht. Ist untrenn­bar mit der insta­bi­len Apple-Viert­hand-Uralthard­ware ver­don­gelt, so dass man das OS neu kau­fen muss, wenn die Kis­te nach ein paar Wochen abraucht. Das kann man aber ver­ste­hen, denn „Ami­ga­ner” ist ein Syn­onym für „Raub­ko­pie­rer”. Solan­ge eine Hand­voll gie­ri­ger Geld­gei­er die Rech­te an dem Namen und dem OS hal­ten und solan­ge es Voll­idio… äh… enthu­si­as­ti­sche Ami­ga­ner gibt, wird sich an der Masche auch nix ändern.

Ami­ga-User (Ami­ga­ner)

Ewig­gest­ri­ge, die ihren Uralt-Rech­ner (aus Viert­hand von App­le­fan­boys für 80% des Neu­prei­ses von vor zehn Jah­ren auf Ebay erstei­gert) auch heu­te noch zum *hust* „arbei­ten” neh­men. Benut­zen die Tas­ta­tur meis­tens, um damit irgend­ein Spiel zu steu­ern. Wei­ner­li­che Weich­ei­er waren die­se erbärm­li­chen Maus­schub­ser ja schon immer, aber dass die ernst­haft erwar­ten, dass man Web­sei­ten im 21ten Jahr­hun­dert noch so schreibt, dass sie die­se mit ihren Mini­malst­brow­sern mit VGA-Auf­lö­sung auch noch lesen kön­nen, das ist schon ordent­lich welt­fremd. Naja, wer ein hüp­fen­des bun­tes Viel­eck auch als „Ball” bezeich­net, der hält auch einen Ami­ga für einen Com­pu­ter. Nach­bau­a­mi­gas mit lus­ti­gen, alters­schwa­chen Alter­na­tiv-Pro­zes­so­ren wer­den von Ami­ga­nern ger­ne für teu­er Geld gekauft und tat­säch­lich auch noch ein­ge­setzt. Die­se Möch­te­gern-PCs wer­den dann auch noch in bun­te Mod­ding-Gehäu­se gebaut, die auf der vor­letz­ten LAN von den Gamern in den Alt­me­tall­con­tai­ner gewor­fen wurden.

Apple

Ame­ri­ka­ni­scher Her­stel­ler der bes­ten Com­pu­ter, tolls­ten Betrieb­sys­te­me und und anspre­chens­den Pro­duk­te der Welt. Gegrün­det 1976 von his Ste­ve­ness Ste­ven Jobs und dem bes­ten Hard­ware­ent­wick­ler aller Zei­ten, Prof. Dr. Dr. Ste­ve Woz­ni­ak. Ohne Apple wür­den PC-Benut­zer immer noch DOS-Befeh­le ein­tip­pen. Apple-User haben gene­rell einen klei­nen Zipfel.

Apple Per­for­ma 5200

Was kommt raus, wenn BWL-Voll­hors­te die Eck­da­ten eines Com­pu­ters fest­le­gen? Nix gutes, bzw. der gran­dio­se Ver­kaufs­er­folg Per­for­ma 5200. Die­se 75 MHz-Krü­cke mit einem kas­trier­ten Sys­tem­takt von schnach­lang­sa­men 25 MHz war die Inkar­na­ti­on des Sili­kon gewoir­de­nen Komas. Erwei­tern konn­te man die­se Kis­te nicht, denn sie steck­te mit einem CD-ROM-Lauferk im glei­chen häss­li­chen Gehäu­se wie der Moni­tor. Man muss es sel­ber ein­mal erlebt haben, sonst glaubt man nicht, wie lang­sam sich so eine Möh­re anfühlt. Der Kol­le­ge hat oft sogar noch einen Infra­rotem­pfän­ger für eine Fern­be­die­nung und eine TV-Kar­te ein­ge­baut, deren Qua­li­tät jeden Blin­den­hund dazu nötigt jau­lend den Raum zu ver­las­sen. Apple hät­te es, allei­ne nur durch die­se Kis­te, ver­dient. gur­gelnd im Lokus der Geschich­te zu verschwinden.

BASIC

Inter­pre­ter-Pro­gram­mier­spra­che für Leu­te, die nicht wis­sen, was eine Pro­gram­mier­spra­che ist. Ent­wi­ckelt 1963 von „ame­ri­ka­ni­schen Wis­sen­schaft­lern”. Wur­de ger­ne in den 1980ern als „Benut­zer­schnitt­stel­le” für Home­com­pu­ter ver­wen­det um die Käu­fer zu quä­len. Her­vor­ra­gend geeig­net um Pro­gram­me struk­tur­los und nahe­zu unles­bar zu coden. Hält sich bis heu­te hart­nä­ckig und wird – wen wun­dert es – von Micro­soft aktiv angeboten.

Brot­kas­ten

Name für den C64 in der Ur-Form, die er vom VC20 geerbt hat­te. Unwis­sen­de nen­nen auch den C64-II im fla­chen Gehäu­se Brot­kas­ten. Die­ser sieht aber höchs­tens aus wie ein weis­ser ange­mal­ter Brot­kas­ten, über den ein LKW gefah­ren ist. Der ech­te Brot­kas­ten sieht aber aus wie ein Brot­kas­ten, nur dass kein Brot rein­passt. Aus­ser ein paar Schei­ben Toast vielleicht.

Com­mo­do­re

Ame­ri­ka­ni­sche Com­pu­ter­fir­ma, gegrün­det 1954 von Jack Tra­miel. Die­ser ver­liess 1983 Com­mo­do­re im Streit und kauf­te Ata­ri. Bekannt dafür, Res­te aus der Lager­be­rei­ni­gung auch Jah­re spä­ter noch in Pro­duk­te zu ver­bau­en – not­falls pas­send zum neu­en Gehäu­se­de­sign ange­pin­selt. Wir­re Pro­dukt­pa­let­te aber dyna­mi­sche, ahnungs­lo­se und arro­gan­te Mana­ger. Ste­ter Nie­der­gang. 1994 Exitus. Seit­dem unto­ter Wie­der­gän­ger. Wech­seln­de, halb­sei­de­ne Besit­zer, die den Mar­ken­na­men an Fern­ost-Her­stel­ler lizen­sie­ren und Pro­duk­te frag­wür­di­ger Qua­li­tät dar­un­ter ver­kau­fen. Ein Lizenz­neh­mer ver­scha­chert sogar beige ange­mal­te „Pro-Gamer”-Tower-PCs im C64-Look. Es wur­den auch schon Ein­stei­ger-Andro­iden gese­hen, die – durch das C=-Logo geadelt – zu Hig­hEnd-Prei­sen feil­ge­bo­ten wur­den. Wäre es nicht so trau­rig, könn­te man ja lachen.

Com­mo­do­re 264-Serie

1984 Com­mo­do­res Ant­wort auf eine Fra­ge, die nie­mand gestellt hat­te. Soll­te angeb­lich von Tra­miel vor des­sen Weg­gang auf den Weg gebracht wor­den sein. In der Geschich­te der Com­pu­ter­tech­nik gab es sicher net­te­re Abschieds­ge­schen­ke. Zur 264-Serie gehö­ren C16, C116, Plus/​4. Alles die glei­che Jau­che, nur in ande­ren Kübeln.

Com­mo­do­re C16

Sieht aus wie ein schwar­zer 64er, kann aber eigent­lich nicht viel mehr als ein VC20. Nicht mal die Joy­sticks der Vor­gän­ger pas­sen. Nur im einer Sache schnel­ler als der C64: im kaputt­ge­hen! Fan­ge­mein­de: Naja, der läuft so mit, wenn man einen hat ist gut, wenn nicht, noch bes­ser. Prei­se auf Ebay: Por­to ist teurer.

Com­mo­do­re C116

Gehäu­se wie aus dem Kau­gum­mi­au­to­ma­ten, gum­mi­be­wehr­te Tas­ta­tu­ri­mi­ta­ti­on, genau­so wenig Spei­cher wie der C16. Das Erschei­nen wur­de schon vor der Ver­öf­fent­li­chung mehr­fach demen­tiert. Irgend­wer scheint aber Pro­ble­me gehabt zu haben, die Bedeu­tung des Wor­tes „Nein” zu erfas­sen, so dass der C116 in den Läden Staub anset­zen konn­te. Fan­ge­mein­de: nicht wirk­lich vor­han­den. Ebay-Prei­se: Hoch! Gibt ja kaum noch wel­che, da die meis­ten Besit­zer froh waren, als der Dreck end­lich kaputt war.

Com­mo­do­re 1541

Dis­ket­ten­lauf­werk für Dis­ket­ten in Maas­krug­un­ter­set­zer­grö­ße, ähn­li­che Spei­cher­ka­pa­zi­tät wie die­ser. Gab es in den ver­schie­dens­ten Vari­an­ten. Je nach­dem, was bei Auf­fe­gen des Lagers wie­der zum Vor­schein kam, wur­den bei Com­mod­re aus allen mög­li­chen Res­ten Flop­pies gebaut. Die 1541 ver­fügt über einen leis­tungs­fä­hi­gen inter­nen Rech­ner, der die Daten aber so schnell durch den seri­el­len Bus drü­cken woll­te, dass die Lei­tung ver­stopf­te – was zur Fol­ge hat­te, dass der Comm­do­re 64 auf der ande­ren Sei­te jedes Bit mit Hand­schlag und einem Glas Pro­sec­co begrüs­sen konn­te. So lang­sam das Ding war, so heiss wur­de es auch. Konn­te mit dem Step­per­mo­tor solan­ge Musik machen, bis die­ser durchbrannte.

Com­mo­do­re C64

Erfolg­reis­ter Com­pu­ter aller Zei­ten in abso­lu­ten Ver­kaufs­zah­len. Die schrä­ge Hard­ware wur­de nur durch das rudi­men­tä­re BASIC noch über­trof­fen. Raub­ko­pier­ge­rät Num­mer eins der 80er Jah­re.  Besaß man einen CeVi, galt man als Com­pu­ter­freak, konn­te man ein Spiel star­ten, galt man als Hacker. Fetisch für die Ewig­gest­ri­gen. Da mil­lio­nen­fach, selbst beim Aldi, ver­kauft, auch heu­te prak­tisch nichts wert. Ebay-Sofort­kauf-Prei­se die­nen nur zur Erhei­te­rung der Sze­ne. Gro­ße Fan­ge­mein­de von Leu­te, die Pro­ble­me haben, eine Maus moto­risch unter Kon­trol­le zu bekommen.

Com­mo­do­re C65

Pro­to­typ, wel­cher 1993  nicht ver­öf­fent­licht. Zwei­fel­haf­ter Nutz­wert. 98% der Bevöl­ke­rung kennt ihn nicht, 1% liebt ihn, 1% hasst ihn – aber von den 2% will ihn jeder haben. Gilt als einer der Sarg­nä­gel Com­mo­do­res und als feuch­ter Traum jeden Nerds. Ver­mut­lich der leis­tungs­fä­higs­te 8‑Bit-Rech­ner. Ebay-Prei­se errei­chen die Regio­nen neu­er Mittelklassefahrzeuge.

Com­mo­do­re Plus/​4

Die eier­le­gen­de Woll­milch­sau mit vier ein­ge­bau­ten Appli­ka­tio­nen, die alles kön­nen soll­te, aber so rich­tig nichts konn­te. Wur­de zum Lebens­en­de auf den Shop­ping­ka­nä­len im 10.000er Pack zu sym­bo­li­schen Prei­sen ver­ramscht. Woll­te aber auch dann immer noch kei­ner haben. Fan­ge­mein­de soll es angeb­lich geben. Prei­se bei Ebay: tra­la­la, gab ja genug davon.

Com­mo­do­re SX64

Rie­sen­klotz mit Mini­bild­schirm, sieht aus wie ein Oszil­lo­skop nur in häss­lich . Da steckt auch noch eine 1541-Flop­py drin. Tas­ta­tur dient als Deckel. Kann nix bes­ser als ein nor­ma­ler CeVi, ist (und war) dafür aber hef­tig teu­rer. Soll trag­bar sein, sorgt aber nur für einen Band­schei­ben­vor­fall. Der Bild­schirm lässt den Wunsch nach einer Bril­le mit 25 Diop­trien auf­kom­men. Gesuch­te Ersatz­tei­le sind Tas­ta­tur­ka­bel, blaue Deckel­chen für den mas­si­ven Tra­ge­griff und Spach­tel­mas­se für die vie­le Löcher, die die Vor­be­sit­zer in das Gehäu­se gebohrt und gesägt haben. Die Prei­se im unte­ren drei­stel­li­gen Bereich.

Com­mo­do­re VC 20

Ein­fachst-Com­pu­ter, der 1980 angeb­lich um einen Video­chip für ein Ter­mi­nal her­um ent­wi­ckelt wur­de. Text­auf­lö­sung wie ein Webe­ge­schenk­ta­schen­rech­ner, nur in bunt. Hiess eigent­lich VIC 20, aber Comm­do­re Deutsch­land hat­te nicht im Duden nach­ge­schla­gen und mein­te VIC wäre ein schlim­mes Pfui-Wort. Dabei wird doch der Fick ganz anders geschrie­ben. Wur­de wegen des geän­der­ten Namens dann doch nicht an die Schwin­ger-Club-Ket­te ver­kauft. Auf der Ver­pa­ckung wur­de er mit „Volks­com­pu­ter” bewor­ben. Gerüch­te, dass dort ein KdF-Pro­zes­sor ver­baut wäre, erwie­sen sich als bös­wil­li­ge Angrif­fe der nicht vor­han­de­nen Kon­kur­renz. Ursprüng­lich in weis­ser Far­be aus­ge­lie­fert, chan­gie­ren die Far­ben nun zwi­schen Niko­tin­gelb und Senf­f­ar­ben. Fan­ge­mein­de eher von der ruhi­gen Sor­te. Prei­se bei Ebay gehen in Ordnung.

Com­pe­ti­ti­on Pro

Legen­dä­rer Acht­we­ge-Joy­stick. Die Ver­si­on mit schwei­zer Micro­schal­tern war nahe­zu unzer­stör­bar. Die Form folgt der Funk­ti­on, so dass man die­sen Stick auch nicht län­ger als zehn Minu­ten am Stück hal­ten kann, ohne Gicht zu bekom­men. Wird noch heu­te produziert.

Gre­at Giana-Sisters

Voll­kom­men über­schätz­tes Hüpf­spiel für den Brot­kas­ten. Erreich­te Bekannt­heit, weil es ein dreis­tes Pla­gi­at von Super Mario Bros. war. Bei Ebay wer­den dafür absur­de Gebo­te abgegeben.

Inter­ton

Hör­ge­rä­te­her­stel­ler aus Deutsch­land, der zeit­wei­se auch Tele­spie­le (VC4000) ent­wi­ckel­te und pro­du­zier­te. Wur­den auch als Grun­dig oder Radio­fin umge­la­belt. Auch eine der weni­gen noch exis­tie­ren­den Fir­men der dama­li­gen Zeit. Beim Kauf der Hör­ge­rä­te wur­de damals immer eine Kon­so­le bei­gelegt, so dass die ver­wöhn­ten Enkel in den Besitz die­ser uncoo­len Tei­le kamen. Es gibt auch einen Emu­la­tor für Ami­ga­OS: Loser-Sys­tem auf einem Loser-Sys­tem, passt ja.

Inter­ton VC4000

Selt­sa­mes Tele­spiel, wel­ches damals jedem Hör­ge­rät bei­lag, und dass man sogar in Modul-Aus­füh­rung in eini­ge Grund­dig­fern­se­her schie­ben konn­te. Fand daher gro­ße Ver­brei­tung vor allem unter Liebs­ling­s­en­keln. Aber nicht nur das Tele­spiel ga es umsonst, nein auch das Mit­leid der Mit­schü­ler, wenn man den Feh­ler mach­te und erwähn­te, dass man so einen Kis­te besaß.

Joy­stick

Deutsch: Freu­den­knüp­pel. Ein­ga­be­ge­rät für Com­pu­ter­spie­le. Bewe­gungs­le­g­asthe­ni­ker zer­stör­ten bei Sum­mer­ga­mes rei­hen­wei­se die bil­li­gen Knack­schal­ter im Inne­ren der Standardversionen.

Robo­tron KC-Serie

„Computer”-Serie aus der Zone. KC steht für Klein­com­pu­ter. Aber die Leu­te in der Tätär­ää hiel­ten ja auch den Tra­bi für ein Auto. Wur­de von einem Z80-Nach­bau (nur eben lang­sa­mer) dem U880 betrie­ben. Allei­ne für die­se Dreis­tig­keit hät­ten die Amis in der Ost­zo­ne ein­mar­schie­ren sol­len. Benutzt einen säch­si­chen BASIC-Dia­lekt (Bsp.: bränt, föhr, nächsd, gödö)

Linux

Alter­na­ti­ves OS, wel­ches von einem dau­er­g­rin­sen­den, über­ge­wich­ti­gen Berufs­stu­den­ten ent­wi­ckelt wur­de. Steht seit Jahr­zehn­ten auf dem Desk­top kurz vor dem Durch­bruch! Aber ganz, ganz kurz! Echt jetzt! Micro­softs Ende naht!

Micro­soft

Gegrün­det 1975 vom Stu­di­en­ab­bre­cher Bill Gates (Beruf: Sohn) und sei­nen lang­haa­ri­gen Kom­pli­zen. Erfolg­rei­cher ame­ri­ka­ni­scher Kopier­kon­zern. Kopiert jede Idee, der man hab­haft wer­den kann und imple­men­tiert die­se der­mas­sen umständ­lich in das eige­ne Betriebs­sys­tem, dass nie­mand die­se neue Funk­ti­on benut­zen will oder kann. Erfolg­reichs­te Kopien: DOS, Office und Win­dows. Letz­te­res lässt sich mit der Maus so beschis­sen bedie­nen, wie DOS mit der Tas­ta­tur. Ver­trie­ben in den 80ern die Pro­gram­mier­spra­che BASIC – die sicher auch geklaut war – an die meis­ten nam­haf­ten Heim­com­pu­ter­pro­du­zen­ten. Brach­te in den 2000er Jah­ren zwei Tele­spie­le auf den Markt, die sie unter Wert ver­kau­fen muss­ten, damit über­haupt jemand die Kis­ten mit­nahm. Welt­weit die ein­zi­gen Tele­spie­le mit „Blue Screen of Death”. Die Klit­sche gibt es immer noch, auch wenn kei­ner weiss, wie die gan­ze Scheis­se über­haupt so weit kom­men konnte.

MSX

Das „M” steht für Micro­soft. Denk­bar schlech­tes Vor­zei­chen für eine Com­pu­ter­se­rie, die von zig Her­stel­lern 1982 gegen den neu lan­cier­ten Com­mo­do­re C64 ent­wi­ckelt wur­de. Klar, dass Phil­ips und Sony da ihre Fin­ger im Spiel hat­ten, aber auch zahl­rei­che ande­re japa­ni­sche Fir­men der Unter­hal­tungs­elek­tro­nik woll­ten an MSX ver­die­nen. Selbst­ver­ständ­lich einig­te man sich umge­hend auf den kleins­ten gemein­sa­men Hard­ware­nen­ner und so hob ein C64-Eig­ner nicht ein­mal die lin­ke Augen­braue beim Über­flie­gen der Sys­tem­spe­zi­fi­ka­tio­nen. Vie­le Köche ver­der­ben den Brei, ist doch klar. Aber wie ein Nest mit Kaker­la­ken, war auch MSX nicht bei­zu­kom­men. Sogar eine zwei­te sowie eine drit­te und vier­te Serie (nur in Japan) wur­de von dem Müll noch bis in die 90er Jah­re ver­kauft. Vor allen Japa­ner moch­ten die Möh­ren, aber was erwar­tet man von Leu­ten, die Hara­ki­ri als ehren­vol­le Art aus dem Leben zu schei­den anse­hen? Rich­tig! Maso­chis­mus! Fan­ge­mein­de: ja, groß. Prei­se bei Ebay: im Kel­ler bis ver­stö­rend hoch.

Nin­ten­do

Japa­ni­scher Spiel­kar­ten­her­stel­ler, wel­cher in den 1970ern auf die bescheu­er­te Idee kam, Tele­spiel­chen her­zu­stel­len. Wur­de bereits 1889 gegrün­det. Der Laden hält sich bis heu­te, da er sich auf grenz­de­bi­le, infan­ti­le Erwach­se­ne und Kin­der spe­zia­li­siert hat – also auf 90% der Welt­be­völ­ke­rung. Pro­du­zie­ren Bil­ligst­hard­ware und ver­che­cken die für teu­er Geld, so dass die auch mas­sen­haf­te Raub­ko­pie­re­rei nicht stört. Mar­ken­zei­chen sind zwei fet­te ita­lie­ni­sche Brü­der mit Por­no­bal­ken im feis­ten Mond­ge­sicht – ver­ste­he das wer will. Ver­kla­gen jeden, der ein Video von deren Spiel­chen ver­öf­fen­licht oder deren Namen ver­wen­det… Moment, die GSG9 klopft gera­de die Haus­tür ein…

Nin­ten­do NES (Nin­ten­do Enter­tain­ment System)

1983 erschie­ne­nes Sys­tem. Wur­de mit­ten in den Tele­spiel­crash ver­kauft, weil die Ent­schei­der den Schuss nicht gehört hat­ten. Unglück­li­cher Wei­se gab es genü­gend Käu­fer, die mit der Bedie­nung eines Com­pu­ters hoff­nungs­los über­for­dert waren und deren IQ mit der Tem­pe­ra­tur des Gemü­se­fachs im Kühl­schranks kor­re­lier­te, so dass die­se wenig leis­tungs­fä­hi­ge Kon­so­le doch ein Erfolg wur­de. Fan­ge­mein­de: alle bescheu­ert geblie­ben. Prei­se: beknackt hoch.

Nin­ten­do SNES (Super Nin­ten­do Enter­tain­ment System)

„Super” war an dem Ding nur der Preis und die Dumm­heit der Käu­fer. Die Modu­le waren aber so ver­dammt groß, dass selbst ein geis­tig min­der­be­mit­tel­ter Bewe­gungs­le­g­asthe­ni­ker – also der nor­ma­le Nin­ten­do-Kun­de – ein Spiel ohne frem­de Hil­fe wech­seln konn­te. Die Gra­fik war… bunt. Geräu­sche kamen auch aus der Glot­ze. Bot eigent­lich nix ande­res als das NES, wur­de aber wie geschnit­ten Brot ver­kauft. Nin­ten­do muss sich ein Loch in den Anus gefreut haben, dass so vie­le Kun­den so viel Koh­le in so wenig Tech­nik steck­ten. Neben den Fabrik­hal­len in Kyo­to ent­stan­den drei Geld­spei­cher. Fan­ge­mein­de: fana­tisch. Prei­se: fantastisch.

Nin­ten­do 64

Knub­be­li­ge Spiel­kon­so­le mit Modu­len(!), heru­as­ge­bracht 1996. Alle Welt benut­ze damals schon CDs, nur Nin­ten­do war zu blöd ein Lauf­werk in die Kon­so­le zu fri­ckeln. Aber der nor­ma­le Nin­ten­do-Kun­de benutz­te zu die­ser Zeit auch noch einen Plat­ten­spie­ler. Nin­ten­do hoff­te, dass die Zahl „64” etwas Glanz vom Com­mo­do­re 64 auf die­se wenig leis­tungs­fä­hi­ge Kon­so­le wer­fen wür­de. Wur­de mit Sili­con Gra­phics ent­wi­ckelt – bekannt für deren Spie­leer­fah­rung, oder was? (*kopf­schmerz*) In 3D waren die fet­ten Ita­lie­ner­brü­der auch nicht schö­ner. Fan­ge­mein­de: 64 Per­so­nen welt­weit. Prei­se: nach Kilogramm.

Phil­ips G7000/​G7400

In den Staa­ten seit 1978 als Magna­vox Odys­sey bekannt. Hat eine nutz­lo­se Ana­log­tas­ta­tur (also ana­log zu Ana­log­kä­se, gell?). Um die 60 Modu­le wur­den dafür ver­öf­fent­licht. Die gra­fi­schen Fähig­kei­ten lagen zwi­schen einem Pong und einem Ata­ri VCS, der Sound zwi­schen einem 5‑Eu­ro-Funk­we­cker aus dem Lidl und einer alten Auto­hu­pe. Das Teil konn­te man nicht mal auf die gigan­ti­schen, ecki­gen Glot­zen der 70er-Jah­re stel­len, da es selbst dafür viel zu groß (tief) war. Der Nach­fol­ger von 1981 hiess G7400 und bot neue, völ­lig sinn­lo­se Hin­ter­grund­gra­fi­ken bei den glei­chen alten Spie­len. Natür­lich wur­den die glei­chen alten Spie­le mit neu­er Hin­ter­grund­gra­fik als neue Modu­le für neu­es Geld ver­kauft. Es gab sogar Erwei­te­run­gen von sehr zwei­fel­haf­ten Nut­zen: Spach­aus­ga­be­mo­dul, Micro­soft-BASIC-Com­pu­ter­mo­dul, Schach­mo­dul, etc.. Wer das Ding pro­gram­mie­ren woll­te, konn­te zum Modul „Com­pu­ting” grei­fen und in stun­den­lan­ger Arbeit müh­sam gegen die hef­tig prel­len­de Tas­ta­tur ankämp­fen, um end­lich ein Assem­bler-Pro­gramm in den win­zi­gen Spei­cher zu hacken – nur um fest­zu­stel­len, dass es kei­nen Mas­sen­spei­cher gibt! Wie däm­lich muss man da sein? Fan­ge­mein­de: rudi­men­tär. Ebay­prei­se: Das Por­to ist der dicks­te Bat­zen auf der Rechnung.

Phil­ips G7200

Ein G700 im Gehäu­se eines häss­li­chen Ter­mi­nals, pas­send dazu ein ein­ge­bau­ter Grün-Moni­tor, der aber der eh schon grau­sa­men Gra­fik des G7000 kei­nen Abbruch mehr tat. Die Foli­en­ta­staur muss ich ich expli­zit erwäh­nen, damit man ahnt was das Gerät war: Ein Schuss in den Ofen!

Phil­ips G7401

Die Fran­zo­sen woll­ten in den 1980ern deren merk­wür­di­ge Idee eines AV-Ste­ckers durch­set­zen und so muss­te auch von Staats­we­gen eine Scart­buch­se nicht nur in ein G7400 ein­ge­baut wer­den. Wer mal im Dun­keln und hin­ter dem Fern­se­her blind so einen Ste­cker in die Glot­ze fum­meln muss­te, der frag­te sich unter Krämp­fen, Trä­nen und Flü­chen, wer das erfun­den hat. Die Schwei­zer? Tut denen kein Unrecht! Die reden zwar ähn­lich komisch, aber wenn die sich das aus­ge­dacht hät­ten, dann wür­de es wenigs­tens funk­tio­nie­ren! Man fragt sich unwill­kür­lich, ob Euro­pas Atom­macht Num­mer eins eigent­lich die Tech­nik für deren Rake­ten und Atom­kraft­wer­ke auch sel­ber entwickelt…

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Retro-Nerds

Äus­se­res Erschei­nungs­bild: Unge­pflegt. Ent­we­der fet­tig-lang­haa­rig ohne erkenn­ba­re Fri­sur, oder mit schlich­tem Kurz­haar­schnitt. Jün­ge­re Exem­pla­re tra­gen Fus­sel­bärt­chen. Die Haut­far­be chan­giert durch die mas­si­ve Bestrah­lun­gung der Katho­den­strahl­röh­re zwi­schen fran­zö­si­schen Brie und der Far­be der Sei­ten eines VC20-Benut­zer­hand­bu­ches. Nerds sind durch ihre gestör­te Nah­rungs­auf­nah­me ent­we­der unter- oder über­ge­wich­tig. Gene­rell macht der Retro-Nerd auf den nor­ma­len Mit­tel­eu­ro­pä­er einen mehr oder weni­ger stark aus­ge­präg­ten autis­ti­schen Ein­druck. Sie hal­ten die Bash für eine benut­zer­freund­li­che Schnitt­stel­le zu ihrem bes­ten Freund, den sie vom Bau­hof geklaut haben oder aus dem Sperr­müll fisch­ten. Ihr Sinn für Humor ist in etwa so aus­ge­prägt wie der ihres elek­tro­ni­schen Kum­pels, Fra­gen zum Real-Life irri­tie­ren die­se Spe­zi­es, Irri­ta­ti­on erkennt man an der schlag­ar­ti­gen Zuwen­dung zum (ger­ne auch Grün-) Moni­tor und dem man­tra-ähn­li­chen mur­meln der Bild­schir­min­hal­tes. Rot­ten sich ger­ne in Retro-Foren zusam­men und tun so, als ob das, wor­über sie sich aus­tau­schen, irgend­ei­ne Rele­vanz hät­te. Falls sie jemals hei­ra­te­ten, sind sie alle längst geschie­den. Oder noch Jung­frau­en. Eine Teil­men­ge der Retro-Nerds sind die Incels.

Robo­tron

Volks­ei­ge­ner Betrieb aus der Ost­zo­ne mit coo­len Namen. Vetrieb auch unter den Namen „Prä­si­dent” und „Som­t­ron” *kicher* Peri­phe­rie­ge­rä­te in (West-)Deutschland. Auf­grund des enro­men Gewich­tes der Gerä­te war der Trans­port deut­lich teu­rer als die Her­stel­lungs­kos­ten. Stell­ten auch die Mech­na­nik für Com­mo­do­re Typen­rad­dru­cker her: Unfä­hig­keit trifft Inkompetenz.

S‑VHS

Video(cassetten)standard – wird aber von Unwi… ähm… aller Welt für die klei­nen Buchsen/​Stecker für Sepe­ra­te-Video (S‑Video) benutzt.

Schnei­der­wer­ke:

Deut­scher Her­stel­ler von güns­ti­ger Unter­hal­tungs­elek­tro­nik eher zwei­fel­haf­ter Qua­li­tät. Gegrün­det 1898, end­gül­tig rui­niert 2005. Eben­falls unto­ter Wie­der­gän­ger als Mar­ken­na­me für Din­ge, die ohne das Schnei­der-Logo unver­käuf­lich wären. Mar­ken­zei­chen der Gerä­te: grau­brau­ne Far­be, übles Design, benut­zen ger­ne Press­pap­pe und Sperr­holz für die Gehäu­se ihrer Pro­duk­te. Unter­hielt die Schnei­der Com­pu­ter pisi­on, die die Amst­rad CPC-Serie in Deutsch­land vertrieb.

Schnei­der CPC-Serie

Com­pu­ter­se­rie für Leu­te, die nichts mit einem Com­pu­ter anzu­fan­gen wuss­ten. Wur­de auf der Insel von der Fir­ma Amst­rad ent­wi­ckelt. Aus­lie­fe­rung fand mit Daten­sicht­ge­rät statt. Lie­fer­ba­re Moni­tor­aus­füh­run­gen: grü­ne Far­be und bun­te Far­be. Moni­to­re dien­ten auch als Netz­teil für den Rech­ner. Moni­tor pass­te nur an den jewei­li­gen Com­pu­ter (464÷646÷6128). Gerä­te hat­ten auch bereits die Lauf­wer­ke ein­ge­baut. Das hat­te den Vor­teil, dass man bei einem Defekt des Rech­ners, des Moni­tors oder des Lauf­werks gleich den gan­zen Mist ent­sor­gen konn­te. Fan­ge­mein­de: exis­tiert. Ebay-Prei­se nach Tidenstand.

Schnei­der Joyce

Nach der Tipp­se von Amst­rad-Grün­der All­an M. Sugar benann­ter Büro­com­pu­ter auf CPC-Basis mit ein­ge­bau­tem Grün­mo­ni­tor. Eine Art iMac der 80er Jah­re – nur eben in schlecht. Fan­ge­mein­de: Die sam­meln auch Brief­mar­ken. Prei­se: normal.

Sega

Noch ein japa­ni­scher Tele­spiel­chen­her­stel­ler, der sich mit den stän­dig ver­reck­ten und erfolg­lo­sen Kon­so­len gleich meh­re­re blaue Augen gegen den Kon­kur­ren­ten Nin­ten­do ein­han­del­te. Zog sich schmol­lend auf die Her­stel­lung von Spiel­chen für Fremd­kon­so­len zurück. Die Klit­sche gibt es seit 1940. Wap­pen­tier ist ein hyper­ak­ti­ver, gestresst drein­bli­cken­der Igel mit blau­en(!) Stacheln.

Sega Mas­ter System

Auch direkt in den Video­game­crash gescho­ben und mit mehr Glück als Ver­stand ein Erfolg gewor­den. Schrä­ges Design mit gleich zwei ver­schie­de­nen Kar­ten­sys­te­men, da sich die Ent­wick­ler nicht einig wur­den und auch drei Run­den Sche­re-Stein-Papier kein ein­deu­ti­ges Ergeb­nis erga­ben. Glei­cher Müll wie der Krem­pel von Nin­ten­do, nur halt in schwarz und mit dick­li­chen Igel in fast allen Spie­len. Fan­ge­mein­de: ver­stor­ben. Prei­se: tot.

Sega Saturn

Dicke, schwar­ze und schlech­te Kopie der Play­sta­ti­on von Sony. Erschien 1995 und ent­hielt soviel Rechen­power wie ein klei­ner Ser­ver­raum, damit die schlech­ten Spie­le unfä­hi­ger Pro­gram­mie­rer dar­auf auch eini­ger­mas­sen flott lie­fen. 3D-Leis­tung war sehr zwei­di­men­sio­nal, da das Mach­werk nie als 3D-Kon­so­le gedacht war. Ver­reck­te ger­ne. Benut­ze CDs, die man bes­ser als Modu­le kopie­ren konn­te und die auch bes­ser zer­krat­zen. Fan­ge­mein­de: Wo? Prei­se: nachgeworfen.

Sega Dream­cast

1999 erschie­nen. Soll­te eigent­lich eher „Night­ma­re” heis­sen. Letz­tes Auf­bäu­men mit inter­es­san­ter Tech­nik, zumin­dest auf dem Papier. Der Power­VR-Gra­fik­chip war schon auf PCs scheis­se, war­um der auf ein­mal in einer Kon­so­le was tau­gen soll­te bleibt rät­sel­haft. Dazu wur­de noch ein MIPS-Pro­zes­sor ver­wen­det, der eher in auf­ge­mot­zen Taschen­rech­nern zu Hau­se ist. Der Sound­chip war ein umge­mod­del­ter ARM, die wur­den mal in den 90ern von Acorn im Archi­me­des als Pro­zes­sor ein­ge­setzt – und sowas soll Ger­ä­su­che machen? Beim drauf­hau­en mit einem Ham­mer viel­leicht! Ver­füg­te im Gehäu­se aus recy­cle­ten Joghurt­be­chern über einen ner­vi­gen Lüf­ter, der den schnel­len Hit­zetot akus­tisch beglei­te­te. Mit den Kon­so­len starb auch die Kon­so­len­her­stel­lung bei Sega. Fan­ge­mein­de: Lebt vom Mär­ty­rer-Mythos. Prei­se: bil­ligst, wie die Verarbeitung.

Sin­c­lair ZX Microdrive

Win­zi­ge, nicht ein­mal Streich­holz­schach­tel­gro­ße Kas­sett­chen mit End­los­band, denen nur total Durch­ge­knall­te ihre Daten anver­traut hat­ten. Da pass­ten aber sowie­so nur rund 100 KByte drauf. Natür­lich eine Ent­wick­lung der ver­rück­ten Wis­sen­schaft­ler von Sin­c­lair Rese­arch. Ja, die aus GB, von der Insel! Das erklärt doch schon alles. Zu allem Über­fluss hiess der Chef­ent­wick­ler auch noch Cheese, also „Käse”. Sin­c­lair: Die Erfin­der des elek­tro­ni­schen Datenverlustes.

Sin­c­lair QL

Uner­go­no­misch geform­tes Gehäu­se, wel­ches einen völ­lig kas­trier­ten Pro­zes­sor, zwei drol­li­ge Micro­dri­ves und eine als rich­ti­ge Tas­ta­tur getarn­te Gum­m­i­at­trap­pe beher­bergt. Angeb­lich soll es Leu­te geben, die das Gerät 1984 gekauft haben, aber das sind nur bös­ar­ti­ge Gerüch­te. Soll­te in Kon­kur­renz zu Ami­ga, Ata­ri ST und den frü­hen PCs ste­hen. Stopp­te zeit­wei­se tat­säch­lich den Ver­trieb von Kon­kur­renz­pro­duk­ten, da deren Mana­ger mit Lach­krämp­fen in die Kli­ni­ken ein­ge­wie­sen wer­den muss­ten. Gerät besass tat­säch­lich so etwas wie eine Gra­fik und auch eine Ober­flä­che, auf der die noto­ri­sche Maus­schub­ser mit dem Nager alles ankli­cken konn­ten, was nicht bei Drei im Papier­korb war. Da es kei­nen Papier­korb auf dem Desk­top gab…  Fan­ge­mein­de gab es nie. Prei­se bei Ebay, als ob es sich bei dem Ding um einen ech­ten Com­pu­ter han­deln würde.

Sin­c­lair Research

Bri­ti­sche Fir­ma, 1962 von Sir Cli­ve Sin­c­lair gegrün­det. Stell­te Home­com­pu­ter her, die über eine Tas­ta­tur­at­trap­pe ver­füg­ten. Gerä­te folg­ten der Maxi­me: „Klein, schwarz, schwach”. Form, Farb­ge­stal­tung und Funk­ti­on spra­chen eine eher spe­zi­el­le Kund­schaft an. Bekann­te Rech­ner: ZX80/​81, ZX Spec­trum, Sin­c­lair QL. Wur­de 1986 von Amst­rad über­nom­men und über­leb­te so ziem­lich alle ande­ren Her­stel­ler aus den 80ern. Fer­tigt seit den 1990ern auch Elek­tro­mo­bi­le – die sehen aber auch nicht bes­ser aus, als die Computer.

Sin­c­lair ZX81

Ers­ter wirk­lich bezahl­ba­rer Home­com­pu­ter (1981). Hat die Grö­ße eines Unter­leg­kei­les für einen PKW-Anhän­ger, ist aber zu flach dafür. Eig­net sich auf Grund des gerin­gen Gewichts eben­so­we­nig als Tür­stop­per. Hat eine bedruck­te Plas­tik­tü­te als Tas­ta­tur. Lässt sich nur über ca. 45-fach beleg­te Son­der­tas­ten pro­gram­mie­ren. Schwarz-Weis­ses Bild, kei­ne Gra­fik, Ton nur, wenn er vom Tisch fällt. Als Zube­hör gab es einen Ther­mo­dru­cker, gegen den ein Kas­sen­bon­dru­cker wie ein Pos­ter­prin­ter aus­sieht. Der ZX81 wur­de auch von Timex in den USA ver­trie­ben, dabei konn­te das Ding nicht mal die Uhr­zeit anzei­gen. Fans: Lösen auch ger­ne 10.000-Teile-Puzzle. Ebay-Prei­se: je nach Mondphase.

Sin­c­lair ZX Spectrum

Ein ZX81 in Far­be – auch auf dem Gehäu­se. Konn­te lei­se Geräu­sche aus­ge­ben, die Fans als Musik inter­pre­tier­ten. Erschien 1983. Hat­te eine Tas­ta­tur­at­trap­pe mit knub­be­li­gen Gum­mi­tas­ten, die das Gerät befä­hig­ten, umge­dreht auch als Tür­stop­per Ver­wen­dung zu fin­den. Spei­cher war nicht der Rede wert. Konn­te auch mit den wit­zi­gen Micro­dri­ves als „Mas­sen­spei­cher” *kicher* umge­hen. Fan­ge­mein­de soll sogar über die natür­li­chen Gren­zen einer gewis­sen Insel hin­aus exis­tie­ren. Prei­se bei Ebay: schwie­rig, die meis­ten erken­nen das Ding nicht als Com­pu­ter, wenn sie es auf dem Dach­bo­den fin­den und den­ken, dass an die­sem häss­li­chen Taschen­rech­ner das Dis­play kaputt ist.

Sony

Japa­ni­scher Unter­hal­tungs­elek­tronik­rie­se. War mal vor 20 Jah­ren dick im Geschäft und sogar inno­va­tiv. Gäbe es die jetzt plötz­lich nicht mehr, wür­de das nie­mand bemer­ken. Sind sol­che Spät­zün­der, dass die erst mehr als 10 Jah­re nach den ande­ren Her­stel­lern den Video­spiel­markt für sich ent­deck­ten. Glau­ben, aus deren Hin­tern schei­ne die Son­ne und sie könn­ten alles wo Sony drauf­steht zu völ­lig über­zo­ge­nen Prei­sen ver­kau­fen. Ähn­li­che Kund­schaft wie Apple, nur in dumm: Fabrik­ar­bei­ter mit Dop­pel­schicht und Koh­le, die in Bier, Sony-Gerä­te und Club­ur­laub inves­tiert wird.

Sony Pla­s­ta­ti­on

1994 mit extre­mern Mar­ke­ting­auf­wand auf den Markt geschmis­sen. Glei­cher 3D-Pixel­brei wie die Mit­be­wer­ber, nur teu­er. Soll­te eigent­lich mal ein CD-Lauf­werk für das SNES von Nin­ten­do wer­den. Nin­ten­do liess die Ent­wick­lung stop­pen, die Son­ya­ner blie­ben auf ihrer Ent­wick­lung sit­zen und so schuf sich Nin­ten­do den größ­ten Kon­kur­ren­ten. Die Sony-Ent­wick­ler pack­ten ein­fach die bil­ligs­ten Tei­le, die sie am Markt bekom­men konn­ten, um die­ses Lauf­werk her­um und ver­kauf­ten es als eigen­stän­di­ge Spie­le­kon­so­le. Wur­de dank leicht kopier­ba­rer Daten­trä­ger ein vol­ler Erfolg. Sony tat so, als bes­ser­ten sie den Kopier­schutz in den ver­schie­de­nen Ver­sio­nen der Kon­so­le nach, aber ein wirk­sa­mer Kopier­schutz hät­te den Ver­kaufs­er­folg ver­hin­dert. Wur­de unglaub­li­che zwölf Jah­re lang ver­kauft. Die­se Dumm­heit fand man nor­ma­ler Wei­se nur bei der Nin­ten­do-Kund­schaft. Fan­ge­mein­de: Spie­ler mit irrepa­ra­blen Seh­schä­den. Prei­se pro Kubikmeter.

Ste­ve Ballmer

Ame­ri­ka­ni­scher (was sonst?) „Mana­ger” und Mit­be­grün­der einer welt­be­kann­ten und ‑gehass­ten Soft­ware­klit­sche: Win­zig­weich. Bekannt durch sei­ne Hyper­ak­ti­vi­tät und sei­ne hys­te­ri­schen Anfäl­le auf der Büh­ne, bei schlech­ten Prä­sen­ta­tio­nen und in Inter­views. Wirkt wie eine Mischung aus Fern­seh­pre­di­ger und Markt­schrei­er. und ist der uncoo­le, gro­be und lau­te Gegen­ent­wurf Micro­softs zu App­les Ste­ve Jobs. Ball­mers gro­ßes Vor­bild ist Emi­le Ratel­band. Sein legn­dä­res Rum­ge­ham­pel bei Pro­dukt­vor­stel­lun­gen (bzw. Pro­duktan­dro­hun­gen) macht jeden Shop­ping-Kanal-Ver­käu­fer schwin­de­lig. Im Neben­be­ruf ist der  pein­li­che Kol­le­ge extrem gefrag­ter Deodo­rant-Tes­ter, der auch das stärks­te 96-Stun­den Deo für Goril­las mit einer Tes­to­ste­ron­über­pro­duk­ti­on inner­halb weni­ger Minu­ten ein­fach weg­schwitzt. Neigt zu gran­dio­sen Fehl­ein­schät­zun­gen des Mark­tes und macht ger­ne öffent­lich Ver­spre­chun­gen, die bei Micro­soft die Soft­ware­ent­wick­ler in den kol­lek­ti­ven Sui­zid trei­ben. Du weisst nicht, was fremd­schä­men ist? Schau Dir den Ball­mer auf You­tube  an, dann wirst Du es schmerz­lich erfahren.

Sys­tem­krieg (sozia­ler)

Hält bis heu­te an. Ami­ga­ner gegen Ata­ria­ner und Com­mo­do­re-Jün­ger gegen Schnei­der­leins. Swit­cher gegen Play­sis gegen Xbo­xer. Alle ande­ren sind doof!

VESA-Local-Bus

32-Bit-Slot für IBM-PC-kom­pa­ti­ble Rech­ner. Man soll­te auch min­des­tens 32 Bit(burger) intus haben, bevor man sich ein Gerät mit die­sem Bus zuleg­te. Gab es (eigent­lich) nur für 486er-Main­boards, da der Daten- und Spei­cher-Bus die­ser CPU-Krü­cke direkt auf den VL-Bus durch­ge­schleift wur­de. Plug&Pray kann­te der VL-Bus selbst­ver­ständ­lich nicht. Der Slot bestand aus einem 16-Bit-ISA-Bus mit ange­häng­ter VL-Erwei­te­rung und war einen gefühl­ten Meter lang. Spe­zi­al­ein­setz­werk­zeug war ein 2.000g-Fäustel oder eine Hoch­druck­pres­se, denn ent­we­der war die Kar­te zu lang oder der Slot zu kurz oder umge­kehrt. Ganz cle­ve­re steck­ten eine VL-Kar­te in einen ISA-Bus, lies­sen die VL-Erwei­te­rung in der Luft hän­gen und rann­ten dann zum Kis­ten­schie­ber, weil die Kar­te nicht erkannt wur­de. Der VL-Bus hauch­te sein erbärm­li­ches, aber glück­li­cher Wei­se sehr kur­zes Leben mit Erschei­nen des PCI-Bus­ses aus, aber nur aus­ge­wie­se­ne Maso­chis­ten wein­ten ihm eine oder zwei Trä­nen nach.

WDR Com­pu­ter­club

Kult­se­rie des WDR in den 80er- und 90er-Jah­ren leg­ten die Mode­ra­to­ren über­zeu­gend dar, dass sie noch weni­ger Ahnung von die­sem Com­pu­ter­scheiss hat­ten, als die Leu­te auf der ande­ren Sei­te der Matt­schei­be. Beim Abset­zen der Serie im Jah­re 2003 gab es eine gro­ße Pro­test­wel­le – wer ver­liert schon ger­ne das gute, war­me Gefühl, dass dort Leu­te teu­er von den eige­nen Gebüh­ren bezahlt wer­den, die deut­lich weni­ger Plan hat­ten, als man sel­ber? Der Com­pu­ter­bild-Leser wirk­te gegen die Jungs wie ein IT-Dozent mit 40 Jah­ren Berufs­er­fah­rung. Fan­ge­mein­de: groß!

Web​.it

Schlim­mes Stück Kacka, wel­ches von einem der unzäh­li­gen hirn­lo­sen aber geld­gei­len Com­mo­do­re-Logo-Lizenz­neh­mern unter die Leu­te gebracht wur­de. Ziel­grup­pe soll­ten Rent­ner sein, die aber dadurch wir­kungs­voll vom Kauf abge­hal­ten wur­den, dass der Her­stel­ler aus irgend­ei­ner Quel­le uralte Win­dows 3.1‑Lizenzen geor­dert hat­te. Selbst für Ren­ter ist 3.1 zu lang­sam. Ja, Haupt­sa­che bil­lig! Nost­al­gi­ker soll­ten die Büch­se kau­fen, weil da „Com­mo­do­re 64” drauf­stand. Wie arm­se­lig, denn jeder Fan weiss, dass nur der C16 im ähn­li­chen grau­schwarz des Web​.it aus­ge­lie­fert wur­de. Dass der C16 eben­falls 1a gefloppt ist, steht doch völ­lig aus­ser Frage.
Apro­pos „Flop”: Im ätzen­den Web​.it wer­kel­te ein AMD Élan, das ist so ein CPU-Imi­tat, das einen Chip­satz vir­tua­li­siert – also eher emu­liert! Hand­brem­se obers­te Zacke! So ein Mist mach­te noch Sinn – in Wasch­ma­schi­nen und Toas­tern – aber doch wohl nicht im „Brot­kas­ten” Web​.it. Damit das Ding auch C64-Pro­gram­me abspie­len konn­te, wur­de ein C64-Emu­la­tor für DOS(!) mit­ge­lie­fert. Dum­mer Wei­se war der Web​.it selbst unter DOS noch um Grö­ßen­ord­nun­gen zu lang­sam, so dass auch die­se Funk­ti­on genau­so beschis­sen wie die gan­ze Kis­te war. Fan­ge­mein­de: Ebay-VERkäu­fer, Prei­se: Muha­ha­harrr! Bei Ebay 100,- EUR, auf dem Floh­markt 5,- EUR.

Win­dows

Von diver­sen ande­ren (rich­ti­gen) Her­stel­lern scham­los kopier­tes, run­den­ba­sier­tes (mit regel­mäs­si­gen Reboots) Klick-And-Point-Adven­ture. Gro­ße, eben­so stu­pi­de wie aggres­si­ve Fan­ge­mein­de welt­weit. Her­stel­ler Micro­soft. Ver­si­on 1.0 wur­de 1985 ver­öf­fent­licht. Basier­te lan­ge Zeit auf dem Text­ad­ven­ture „DOS”. Schaff­te den Umstieg auf den NT-Ker­nel erst, als die­ser bereits völ­lig ver­al­tet war. Haupt­ver­wen­dungs­zwe­cke: Spie­le abstür­zen las­sen, Viren ver­brei­ten, Tro­ja­ner beher­ber­gen, Spam ver­sen­den, User ärgern. Wür­de man alle Sicher­heits­lü­cken von Win­dows aus­dru­cken, reich­te der Papier­sta­pel vom Mer­kur bis zum Pluto.

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