macOS auf Hack­in­tosh installieren

Lese­dau­er 7 Minu­ten

Um macOS Sier­ra auf einem Hack­in­tosh zu instal­lie­ren muss man kein IT-Exper­te sein. Hier eine kur­ze Anlei­tung dazu.

Vor­wort
Sys­te­me
Alle Vor­ge­hens­wei­sen für eine kom­plet­te Neu­in­stal­la­ti­on sind hier für macOS Sier­ra ganz genau auf­ge­führt. Die­se könnt Ihr aber genau­so umset­zen, nur eben mit einem High­Sier­ra- oder Moja­ve-Instal­ler statt dem für Sier­ra. Auch mit den ver­link­ten alten Kex­ten soll­te Euer Sys­tem den Arsch hoch­be­kom­men, dafür sogar allei­ne schon das Ozmo­sis-BIOS. Ein­zig eini­ge Hard­ware­kom­po­nen­ten könn­ten nicht funk­tio­nie­ren. Aber das ist immer noch schnel­ler erle­digt als die übli­che Trei­ber­in­stal­la­ti­ons­or­gie unter Windows.

Hard­ware
Oft­mals ist eine Instal­la­ti­on für ein Sys­tem mit AMD- oder Atom-Pro­zes­so­ren wesent­lich auf­wen­di­ger und wird hier eben­falls nicht behan­delt. Meis­tens ist man mit einer CPU der Intel-i-Serie bei einem Hack­in­tosh gut bedient.

Haf­tungs­aus­schluss:
Egal was Ihr macht, Ihr habt es gemacht – nicht ich, das ist ganz ein­fach. Die­se Anlei­tung erhebt nicht den Anspruch auf Kor­rekt­heit und Voll­stän­dig­keit. Ich sage nicht: „So geht es!”, ich sage nur: „So habe ich es gemacht!”.  Einen Hack­in­tosh wird man nicht für den Pro­duk­tiv­ein­satz ver­wen­den. Tut Euch den Gefal­len und kauft einen ech­ten Mac, wenn Ihr mit der Maschi­ne Geld ver­die­nen wollt. Ver­liert Ihr irgend­wel­che Daten oder gekauf­te Lizen­zen, so ist das Euer Pro­blem, denn…

Ein paar Wor­te zur Legalität:
Da die Lizenz­be­din­gun­gen vor dem Laden des Betriebs­sys­tems im AppS­to­re ein­seh­bar sind und die­se es aus­drück­lich unter­sa­gen, macOS auf nicht-Apple-Hard­ware ein­zu­set­zen („…install, use or run the Apple Soft­ware on any non-Apple-bran­ded com­pu­ter…”), ist die Fra­ge beant­wor­tet: Nein, man darf macOS nicht auf einem selbst­ge­bau­ten PC ein­set­zen! Nö, auch nicht, wenn Du da ein Apple-Logo drauf malst. 😉
Punkt.

Aber ich habe es doch legal geladen!
In eini­gen Foren wird schein­hei­lig dar­auf ver­wie­sen, dass ein Down­load aus App­les AppS­to­re „auto­ri­siert”, also qua­si irgend­wie legal, sei. Ande­re Quel­len sei­en ille­gal, nur die­se wären „Raub­ko­pien”. Das ist natür­lich völ­li­ger Blöd­sinn. Nur weil Apple die Down­loads z.B. im AppS­to­re auf einem Hack­in­tosh nicht ver­bie­tet, sind die­se noch lan­ge nicht legal. Und nein, es ist auch nicht irgend­wie legal, nur weil Apple sei­ne Betriebs­sys­te­me kos­ten­los anbie­tet. Der Witz (zum Geld­ver­die­nen) ist ja die Bin­dung an die eige­ne rela­tiv teu­re – aber auch sehr hoch­wer­ti­ge – Hardware.

Kon­se­quen­zen?
Ihr ver­stoßt gegen die Lizenz­be­din­gun­gen von Apple. Euer Hack­in­tosh wird durch ein Sys­tem­up­date viel­leicht eines Tages nicht mehr lau­fen. Euer Apple-Kon­to wird viel­leicht gesperrt, ver­mut­lich mit aller von Euch gekauf­ter Soft­ware. Es ist aber eher unwahr­schein­lich, dass Apple (oder ein Abmahn­an­walt) eine zivil­recht­li­che Kla­ge ein­rei­chen wird. Der ent­stan­de­ne Scha­den (bei einer unent­geld­lich ange­botne­nen Soft­ware) ist ein­fach zu gering. Anders sähe es aus, wenn Ihr die Gerä­te qua­si in Serie bau­en wür­det und sie dann ver­kau­fen woll­tet. Die Fir­ma Psystar schei­ter­te (in den USA) damit.

Kann ich macOS ein­fach so auf mei­nem PC installieren?
Jein, schau bit­te erst ein­mal nach, ob es ein pas­sen­des Ozmo­sis-BIOS für Dein Main­board gibt: *klick*

Alter­na­tiv kannst Du auch den Boot­loa­der Clover benut­zen, auf den ich hier aber nicht wei­ter ein­ge­he. Letzt­lich ist die Instal­la­ti­on von Clover nicht viel anders. Man muss nur nach dem Erstel­len des Instal­la­ti­on­sticks mit dem Diskma­ker den Clover-Boot­loa­der und eini­ge Grundkex­te auf dem Stick installieren.

Als Main­board kam bei mir ein Giga­byte Z97m-D3H zum Ein­satz. Nähe­res zur Hard­ware­aus­wahl und dem Auf­bau eines Rech­ners fin­det Ihr in die­sem Arti­kel.

Ozmo­sis BIOS/​UEFI
Ozmo­sis Sier­ra flashen
Das File auf einen FAT32-Stick kopieren.
Rech­ner ein­schal­ten und die F2-Tas­te drü­cken um in das BIOS (UEFI) zu gelangen.
F8 drü­cken um Qflash aufzurufen
Update from Dri­ve –> Stick mit dem ROM auswählen
Anwei­sun­gen folgen

Nach dem Reboot F2 drücken
F7 drü­cken um die Werks­ein­stel­lun­gen zurückzusetzen

Reboot, F2, wie­der in das BIOS:
Wie­der alles (wie oben ange­führt) ein­stel­len, wich­tig ist aber eigent­lich nur:
XHCI Mode muss auf Enab­led oder Auto ste­hen (nicht Smart-Auto)
XHCI und EHCI Hand-off müs­sen akti­viert sein


Peri­pherals –> Super I/​O: alles ausschalten


XHCI-Mode: „Auto” (nicht „Smart-Auto”!)
XHCI und EHCI Hand­soff: Enabled
ggf. Peri­pherals –> Intel Pro­zes­sor Gra­phics: Dis­ab­led (falls eine PCI-e-Gra­fik­kar­te im Sys­tem steckt und man die IPG nicht benötigt)


Fan Speed ein­stel­len. Die Pum­pe auf der CPU kann man nicht dros­seln, also auf „Nor­mal” ste­hen lassen.
Alle ande­ren Lüf­ter auf „Silent” stellen.


BIOS Fea­tures –> Intel Vir­tua­liz­a­ti­on Tech­no­lo­gy: Disable
Win­dows 8 Fea­tures: Other OS


M.I.T. –> Advan­ced Memo­ry Set­tings –> Extre­me Memo­ry Pro­fi­le: Pro­fi­le 1
War­um? Damit wer­den die Set­ting aus dem ROM des Spei­cher­rie­gels gele­sen. Wich­tig gera­de für den Sleep-Modus!


Sier­ra installieren:

AppS­to­re: Sier­ra von einem ech­ten Mac oder einem Hack­in­tosh laden.
Nicht installieren!
Sier­ra mit Diskma­kerX auf einen Stick mit min­des­ten 8GB Kapa­zi­tät kopieren.
Das Ding ist abso­lut selbsterklärend.

Stick in den Rech­ner ste­cken und davon booten.
Sier­ra installieren.
User anlegen.
Kei­ne Netz­werk­ver­bin­dung wählen.
Zeit­zo­ne spä­ter ein­stel­len, wird aktu­ell nicht vom Instal­ler übernommen
Neu starten.

Fest­plat­ten­dienst­pro­gramm down­gra­den & TRIM aktivieren:
Dis­kU­ti­li­ty für Sier­ra laden. Die neue Ver­si­on ist ein Scherz und kann die EFI-Par­ti­ton nicht aktivieren.
Danach im Terminal:

sudo spctl --master-disable
 defaults write com.apple.DiskUtility DUDebugMenuEnabled 1

Sowie gleich noch TRIM für die SSD im Ter­mi­nal aktivieren:

sudo trimforce enable

Das alte FDP kann nun gestar­tet wer­den, die Rech­te wur­den dafür ange­passt und das Debug-Menue frei­ge­schal­tet. Nun star­tet Ihr das FDP und stellt unter „Debug” „Jede Par­ti­ti­on ein­blen­den” ein. Es erscheint u.a. die Par­ti­ti­on „EFI”, wel­che Ihr akti­viert (rech­te Maus­tas­te „EFI aktivieren”).

FDP debug EFI


Kex­te & Co:

Mit dem neu­en Dis­ku­til die EFI-Par­ti­ti­on der Sys­tem­plat­te moun­ten und mit dem Fin­der die neu­en Kex­te (Stand 02. Febru­ar 2018) kopie­ren nach:
/​EFI/​Oz/​Darwin/​Extensions/​Common
ACHTUNG: Nie­mals die Kex­te zusätz­lich unter S/​L/​E, im ROM sel­ber oder einer ande­ren EFI-Par­ti­ti­on außer der von der Sys­tem­plat­te speichern!
Wir wol­len doch unser Sys­tem „Vanil­la” (ori­gi­nal) halten!

Außer­dem kann es bei einer Ozmo­sis-Ord­ner­struk­tur auf einer ande­ren EFI-Par­ti­ti­on azu kom­men, dass das Sys­tem beim boo­ten schlicht einen schwar­zen Schirm zeigt und der Moni­tor aus­geht. Da kann pas­sie­ren, wenn Ihr zum Bei­spiel die Sys­tem-SSD abzieht und ein neu­es Ozmo­sis flasht, oder einen Para­me­ter-RAM-Reset ohne Sys­tem­plat­te durch­führt. Ozmo­sis sucht sich dann die erst­bes­te ver­füg­ba­re Plat­te am SATA-Strang.

In dem Paket ist auch noch eine Sys­tem­de­fi­ni­ti­on für das GA Z97m-D3H. Die DSDT.aml kommt nach
/​EFI/​Oz/​ACPI/​Load

Kex­te aktualisieren:
Wenn Ihr die oben ver­link­ten Kex­te benut­zen wollt, sind die­se sicher bereits völ­lig ver­al­tet. Ihr könn­tet nun jeweils die aktu­ells­te Ver­si­on der Kex­te im Netz suchen. Aber es „gibt da ja was von Ratio­pharm”: Den wirk­lich genia­len Kext Updater laden. „Auf Updates prü­fen” aus­wäh­len und auf „Los!” kli­cken. Nun wer­den die bereits gela­de­nen Kex­te über­prüft und ggf. Updates auf den Schreib­tisch heruntergeladen.

Das GA Z97m-D3H hat ein Pro­blem mit dem Sleep-Mode. Wir kli­cken auf „Werk­zeu­ge” und wäh­len den Fix für Sleep mit kli­cken auf „Los!” aus. Dadurch wird aber auch kein Hiber­na­tion­file mehr erstellt und Euch steht der Power-Sta­te S4 nicht zur Ver­fü­gung. Nur der nor­ma­le Sleep-Mode. Aber der funk­tio­niert dann wenigs­tens ohne Crash.

Die Kex­te sind nun auf dem Schreib­tisch im Ord­ner „Kext-Updates”. Bit­te den AppleALC.kext bei Ver­wen­dung von Ozmo­sis NICHT benut­zen! Nur den AppleALC-OZM.kext benut­zen, sonst bekommt Ihr einen schwar­zen Schirm beim boo­ten, noch bevor Ihr auch nur mit cmd‑V den Ver­bo­se-Mode zur Feh­ler­su­che akti­vie­ren könnt. Eini­ge Kex­te fin­det Ihr in den Ord­nern „Release” – das ist die sta­bi­le Ver­si­on für den… hmmm… „Pro­duk­tiv­ein­satz”.
Die Kex­te mar­kie­ren und kopie­ren (cmd‑C). Im Kext-Updater auf „EFI ein­hän­gen” kli­cken und die Kex­te in den Ord­ner /​OZ/​Darwin/​Extensions/​Common auf der EFI-Par­ti­ti­on ein­fü­gen (cmd‑V).

Sys­tem rebooten.
Die­sen Vor­gang soll­tet Ihr unbe­dingt auch vor jedem Sys­tem­up­date durchführen!

Hack­in­tosh ein­ma­lig machen:
Jetzt wird der AppS­to­re und Face­Time noch nicht funk­tio­nie­ren. Im Ozmo­sis-NVRAM ist ja auch nur ein uni­ver­sel­les Sys­tem abgelegt.
Ich bin nach die­ser Anlei­tung vorgegangen.

Clover Con­fi­gu­ra­tor laden und starten.
Auf SMBIOS klicken
Modell auswählen:

Modell aus­wäh­len, das am ehes­ten zum eige­nen Sys­tem passt.
Desk­tops sind am bes­ten ein iMac oder ein MacPro – Note­books sind die MacBooks.
Dabei eini­ger­mas­sen auf die pas­sen­de CPU-Genera­ti­on ach­ten. Dabei sich grob nach den Jah­res­an­ga­ben richten.

Eine Seri­en­num­mer gene­rie­ren. Dazu mehr­fach auf „Gene­ra­te Now” kli­cken.
Unten im Bild seht Ihr die Datei, die Ihr Euch mit dem Pro­gramm „Text­Edit” erstellt.
In die­se Datei kopiert Ihr Euch folgendes:

NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:BaseBoardAssetTag="Base Board Asset Tag#"
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:BaseBoardSerial=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:BiosDate=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:BiosVersion=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:BoardVersion=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:ChassisAssetTag=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:EnclosureType=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:FirmwareFeatures=2.147.488.791
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:FirmwareFeaturesMask=3.221.487.415
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:FirmwareRevision=65.546
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:FirmwareVendor=Apple
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:HardwareAddress=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:HardwareSignature=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:Manufacturer="Apple Inc."
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:ProcessorSerial=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:ProductFamily=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:ProductId=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:ProductName=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:SystemSKU="System SKU#"
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:SystemSerial=
 NVRAM 4D1FDA02-38C7-4A6A-9CC6-4BCCA8B30102:SystemVersion=1.0

Die roten Wer­te müsst Ihr pas­send ändern.

Wie kommt Ihr an die Daten in blau heran?
MAC-Adres­se auslesen:
Sys­tem­in­for­ma­tio­nen, Netz­werk, Ether­net, wei­te­re Optio­nen, Hard­ware, MAC-Adres­se kopie­ren und in das Doku­ment als „Hard­ware­Ad­dress” ein­fü­gen.

UUID gene­rie­ren:
Im Terminal

uuidgen

Ergeb­nis kopie­ren und eben­falls in Euer Doku­ment unter „Hard­ware­Si­gna­tu­re” ein­fü­gen.

NVRAM beschrei­ben:
Ter­mi­nal öff­nen und fol­gen­des eingeben:

sudo -s

Danach jede Zei­le ein­zeln und nach und nach in das Ter­mi­nal ein­fü­gen und mit Enter bestä­ti­gen. Noch einen kur­zen Reboot. Jetzt habt Ihr einen ein­zig­ar­ti­gen Hack­in­tosh erzeugt, der Apple nun ein­deu­tig iden­ti­fi­zie­ren kann. Nicht so wild, das muss so sein, wenn Ihr die Diens­te nut­zen und die Sicher­heits-Updates bekom­men wollt.

Das war es auch schon!
Fer­tig! 🙂

Was ist mit Updates?
Updates könnt Ihr in der Regel ein­fach über das Sys­tem instal­lie­ren. Sinn­voll ist es, wenn Ihr vor­her das sehr gute Tool Kext Updater lau­fen lasst. Das lädt auto­ma­tisch die neu­es­ten Kex­te auf Euren Schreib­tisch, so dass Ihr die nur noch (wie oben erklärt) in den Pfad für die Ozmo­sis-Kex­te kopie­ren müsst.

Habt Ihr das ver­ges­sen und bekommt eine Ker­nel­pa­nik durch den Lilu-kext, so müsst Ihr die­sen Kext hier laden und z.B. mit einem Ubun­tu-Boot-Stick oder einem ande­rem OS (Linux, Win­dows, etc.) in den Pfad für die Ozmo­sis-Kex­te (wie oben erklärt) kopieren.

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