Lie­fe­rung der Videogegensprechanlage

Lese­dau­er 6 Minu­ten

Die Dahua Video­ge­gen­sprech­an­la­ge wur­de gelie­fert. Dies­mal von einem ech­ten Paket­bo­ten der Post (nicht DHL), der hof­fent­lich nach Tarif ent­lohnt wur­de, und der auch ein ech­tes Unter­schrif­ten­pad dabei hat­te – und nicht wie die armen Ama­zon-Skla­ven (wenn über­haupt) ein pri­va­tes Tele­fon. So weit, so gut.In dem Kar­ton klap­per­te schon mal nichts her­um. Laut Ama­zon-Rezen­si­on (hin­ter der ich einen Kon­kur­ren­ten Dahuas ver­mu­te) soll man den gan­zen Scheiß ja lose und unge­schützt zuge­sen­det bekom­men. Das war hier aber nicht der Fall. Alles wur­de hoch­pro­fes­sio­nell verpackt.

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Biss­chen knapp viel­leicht, aber da rum­pel­te nichts.

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Die ori­gi­na­le Box hat sogar einen Tra­ge­griff. Ob die in irgend­ei­nem Laden­ge­schäft ange­bo­ten wird? 🙂

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Ta-Daaaa! Das sieht doch mal echt gut aus.

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Da kann man nicht meckern: Auch die Ein­zel­ver­pa­ckun­gen sind… ein­fach perfekt.

Was haben wir bekommen?
Das Kit „VTK-VTO2000A-VTH1550CH(s)”
Irgend­wo stand noch etwas von „Vil­la”, schät­ze, damit mei­nen die „Ein­fa­mi­li­en­haus”. Folg­lich war auch „nur” ein Außen­sta­ti­ons­wet­ter­schutz für ein Modul mit dabei. Wol­len wir noch einen Card­rea­der und/​oder einen Fin­ger­print­sen­sor nach­rüs­ten, brau­chen wir auch die­sen „Mount” mit Platz für zwei oder drei Module.

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Unse­re Anla­ge wur­de im Juni 2019 her­ge­stellt. Ist also noch nicht all­zu alt. Habe aber noch nicht nach einem Firm­ware­up­date geschaut.

Und was ist das Ding eigentlich?
Das ist eine Video­ge­gen­sprech­an­la­ge auf IP-Basis (nor­ma­les Netz­werk, LAN)

Was ist der Vor­teil gegen­über der übli­chen 2‑Draht-Tech­nik (Klin­gel­draht?)
Man kann die Innen­sta­ti­on belie­big im Haus plat­zie­ren, wenn dort eine Steck­do­se und eine Netz­werk­do­se ist.
Hat man kei­ne Netz­werk­do­se, kann man sicher auch einen WLAN-LAN-Adap­ter benutzen.
Glei­ches gilt auch für die Außen­sta­ti­on. Das ist prak­tisch, wenn wir spä­ter mal eine „Tor­sta­ti­on” nach­rüs­ten wol­len. Die braucht nur noch Strom und einen LAN-WLAN-Adapter.
Wei­ter­hin kann man auf dem Moni­tor der Anla­ge auch bis zu acht IP-Kame­ras anzei­gen las­sen. Sehr nett.

Was beinhal­tet das Kit?
– die Außen­sta­ti­on mit Kame­ra (VTO)
– die Wetterschutzhülle/​Befestigung („Mount”)
– der 7″-Monitor mit Touch­funk­ti­on (VTH)
– zwei Ste­cker­netz­tei­le mit lan­gen Kabeln

Im Ver­gleich zu den Amazon-Rezensionen:
Es gibt kei­nen(!) PoE-Switch in dem Kit. (braucht man auch nicht)
Es gibt kei­nen(!) Tür­öff­ner in dem Kit. (soll­te schon in der Tür vor­han­den sein (bei uns gibt es aber noch keinen))

Wie schlie­ße ich die Anla­ge an?
Ste­cker­netz­tei­le an die Außen­sta­ti­on und an den Moni­tor anschließen.
Bei­des direkt mit einem Netz­werk­ka­bel (muss kein Cross­ka­bel sein) oder über einen Switch verbinden.
An den Tür­öff­ner schließt man das Plus-Kabel des alten Netz­teils an.
Das Mas­se­ka­bel des Netz­teils kommt an den Anschluss COM.
An den NO-Anschluss kommt das Mas­se­ka­bel des Türöffners.
Falls es noch einen „Tür-offen”-Sensor gibt, kann man den eben­falls anschließen
Fertig.

Innen­sta­ti­on:

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Unten links: Netz­werk. In die Steck­do­se kommt ein mit­ge­lie­fer­tes Flach­band­ka­bel. Dar­an kann man dann sogar noch sechs Alarm-Lini­en anschließen.

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Außen­sta­ti­on:
Obe­rer Anschluss mit dem Ste­cker: Netz­werk, die Klem­me dar­un­ter? Steht ja auf dem Schild.
Die­ses run­de Din­gen­s­kir­chens: Die Ver­stel­lung der Kame­ra. Einen Schrau­ben­dre­her hin­ein­ste­cken und die Kame­ra so aus­rich­ten, wie man sie haben möchte.

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Der Moni­tor braucht zum ers­ten Boot sicher eine Minu­te. Ner­vig. Das Bild ist aber sehr gut, der Touch ist resis­tiv und fühlt sich ganz nor­mal an und die Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit ohne Lags. Das hat­te ich mir trä­ger vor­ge­stellt. Fühlt sich wie ein gutes Tele­fon an. Hat­te neu­lich ein Tablet von Hua­wei in den Hän­den, dass mich mit sei­ner Träg­heit fast wahn­sin­nig mach­te, die Dahua VTH schont aber mei­ne Nerven. 🙂

Nett ist auch, dass die Außen­sta­ti­on einen Alarm­sen­sor hat. Ver­sucht jemand das VTO-Modul aus der Befes­ti­gung zu neh­men, um zum Bei­spiel den Tür­öff­ner von dort aus zu bedie­nen /​ zu brü­cken und die (nicht abge­schlos­se­ne) Tür zu öff­nen. Das geht wohl bei fast jeder Außen­sta­ti­on, auch bei denen von nam­haf­ten deut­schen Pre­mi­um-Her­stel­len. Des­we­gen war ich ja in der Lage in eine Sid­le-Außen­sta­ti­on einen RFID-Aus­lö­ser von Towi­Tek wirk­lich Plug&Play zu inte­grie­ren. Nur für das Pro­to­koll: Das ist kei­ne Sicher­heits­lü­cke! Die Ver­si­che­rung zahlt sowie­so nicht, wenn Ihr die Tür nicht abschließt, son­dern nur zuzieht. Die gilt unab­ge­schlos­sen immer als „offen”.


Und die Verarbeitung?

Alles an der Anla­ge ist mas­siv ver­ar­bei­tet, da gibt es nichts zu meckern. Das Stan­dard-Zeug eines bekann­ten deut­schen Her­stel­lers ist aus bil­ligs­ten Plas­tik, wel­ches nach eini­gen Jah­ren schon in der Son­ne ver­gilbt. Ja, okay, ich fin­de, dass der Klin­gel­knopf etwas gegen die Edel­stahl­fron­ten (fin­ger­ab­druck­ge­fähr­det!) abst­inkt. Er ist aus Plas­tik, pfui!

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Die Außen­sta­ti­on mit Mikro­fon, Kame­ra-Kup­pel, LED-Licht, Laut­spre­cher, Klin­gel­schild (weiß beleuch­tet, akti­viert durch Nähe­rungs­sen­sor) und den erwähn­ten Klingelknopf.

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Der fühlt sich selt­sam an. Irgend­wie weich und hart zugleich. Als ob er mit Soft­touch-Lack lackiert wäre, sind aber nur Riffel.

Weder auf der Außen- noch auf der Innen­sta­ti­on steht für den Besu­cher sicht­bar ein Name. Nice.

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Ist der Moni­tor erstein­mal geboo­tet, tippt man ihn an, um ihn auf­zu­we­cken. Er tut dies auch ohne Verzögerung.

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Bild sieht hier nicht so toll aus, da die Schutz­fo­lie noch drauf ist.

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Alle Menüs sind bereits im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand auf Deutsch eingestellt.

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Wer ist Dahua?
Ein OEM, ein „Ori­gi­nal­her­stel­ler”. Das sind Fir­men, die für ande­re pro­du­zie­ren, die das dann mit ihrem eige­nen Label ver­se­hen. NMB ist so ein OEM zum Bei­spiel, und die machen nun wirk­lich her­vor­ra­gen­de Pro­duk­te in allen mög­li­chen Berei­chen. Bei Dahua ist es wohl genau­so. Außer­dem ver­trei­ben die unter dem eige­nen Namen auch noch aller­lei Sicher­heits­tech­nik. Alles kein bil­li­ger Mist, wie es aussieht.

Ist das Ding wirk­lich PoE-kompatibel?
Selbst­ver­ständ­lich. Nicht. *seufz* Die nut­zen nur 24 statt den übli­chen 48 Volt und haben zudem die span­nung­füh­ren­den Adern ver­tauscht. Schliesst man das Teil an einen ech­ten PoE-Switch an, wird es wohl gegrillt. Cle­ver. Echt cle­ver. Aber das erklärt das Feh­len des PoE-Swit­ches (VTNS1060A). Auf das Ding soll­te man wirk­lich bes­ser ver­zich­ten und auch die ein­zel­nen Dahua-Kom­po­nen­ten kei­nes­falls an einen ech­ten PoE-Switch anschlie­ßen. Ja, der soll­te eigent­lich vor der Span­nungs­ver­sor­gung das End­ge­rät auf Taug­lich­keit über­prü­fen, aber man soll­te sein Glück nicht her­aus­for­dern. Ist ja auch egal.

Ist das mit der Goli­ath-Anla­ge zu vergleichen?
Dahua ist der OEM, wie ange­deu­tet. Für die Goli­ath-Anla­ge zahlt man mehr, bekommt aber auch je nach Paket auch mehr Krem­pel – und natür­lich einen Ser­vice. Bei dem Dahua-Kram ist man ver­mut­lich auf sich gestellt. Aber bis­her ist das Ding ja nun wirk­lich kei­ne Raketentechnik.

Und was ist mit Service?
Muha­ha­ha! Ser­was? Ver­giss es. Der Ver­sen­der war „Kom Tra­de”. Ich habe direkt bei denen ange­ru­fen, weil ich fra­gen woll­te, ob da kein PoE-Switch im Paket sein soll­te, wie man bei Ama­zon in den Rezen­sio­nen lesen konn­te. Ich darf zitie­ren? „Ähm… wir ver­kau­fen die Anla­gen nur, wir wis­sen gar nicht, was in den Paket drin ist.” Ah… ja… Aber wie gesagt: Das Ding ent­spricht fast allen Stan­dards. Nur die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Fritz­fons soll nicht ganz funk­tio­nie­ren. Egal.

Wie wer­de ich das Zeug alles vernetzen?
Ich wer­de für  die Medi­en­wand wohl einen 8‑Port PoE-Switch mit 4 PoE-Port kau­fen. Viel­leicht den TP-Link TL-SG108PE? Der ver­sorgt die vier Außen­ka­me­ras mit Strom. Die ande­ren Ports sind der Uplink in den Kel­ler, der Medi­en-PC, der Raspi und der Dahua-Moni­tor. Die Außen­sta­ti­on bekommt ein extra Kabel von der Tür in den Kel­ler zum Patch­feld. War­um nicht alles in den Kel­ler? Weil dort der Sturz lang­sam echt zu per­fo­riert ist. Außer­dem ist der Platz in mei­nem „natür­li­chen Kabel­ka­nal” neben der Smart­wand lang­sam auf­ge­braucht. Scha­de eigent­lich, wäre über­sicht­li­cher. In der Smart­wand sind zwei Cat 7a-Kabel. Eines ist eben der besag­te Uplink und das ande­re kommt an die Fritz­box, für die ich noch ein Coax-Kabel zie­hen muss. Hmmm… oder kommt die Fritz­box in den Wind­fang? Wäre deut­lich einfacher.

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