Die Kon­so­le für die Wär­me­pum­pe (60 Euro)

Lese­dau­er 4 Minu­ten

Wir bekom­men eine Dai­kin ERLQ014CW1 Außen­ein­heit. Die­se sitzt an der Nord­wand, an der Ecke nach Osten. Der Boden an der Stel­le ist eine Beton­plat­te, nicht ent­fern­bar. Die Dai­kin-Außen­ge­rä­te haben kei­nen zen­tra­len Kon­den­satab­lauf, son­dern fünf ein­zel­ne Ablauf­lö­cher in der beheiz­ten Boden­plat­te. Laut Dai­kin müs­sen wir mit bis zu 45 Liter Kon­den­sat am Tag rech­nen, das zudem zu einem guten Teil ein­fach über die Rück­wand und die Sei­ten abtrop­fen soll. Nur wohin das Kon­den­sat in unse­rem Fall abtrop­fen soll ist mir rätselhaft. 

Mein Wunsch wäre, wenn wir es ins Haus und dort in das Abwas­ser ein­lei­ten könn­ten. Dazu benö­ti­gen wir aber wohl eine beheiz­te Auf­fang­wan­ne und eine Stand­kon­so­le aus Metall. Eine Wand­kon­so­le fällt wohl aus, weil das Haus über zehn Zen­ti­me­ter stark gedämmt ist. Eben­so habe ich kei­nen Bock ein Beton­fun­da­ment für die Außen­ein­heit zu gie­ßen. Das ist mir echt zu viel Arbeit. Zudem hat eine Metall­kon­so­le den Charme, dass wir bei der genau­en Posi­tio­nie­rung der Roh­re viel fle­xi­bler sein kön­nen, wenn wir die ERLQ noch ein wenig ver­schie­ben können.

Gro­ßen Bock habe ich auf beheiz­te Roh­re und Auf­fang­wan­ne aber auf­grund der zu erwar­ten­den Strom­kos­ten nicht. Am liebs­ten wür­de unter den Kon­den­sataus­lass­öff­nun­gen HT-Roh­re befes­ti­gen, die das Kon­den­sat auf­fan­gen. Bringt nur nichts, wenn die Mas­se des Kon­den­sa­ts über die Außen­sei­ten abtropft.

Der Hei­zungs­bau­er, der das alles nur anschlie­ßen will, ist tiefen­ent­spannt und mein­te, dass wir erst mal abwar­ten sol­len, wie sich das bei uns kon­kret ent­wi­ckelt und wir soll­ten dann erst Maß­nah­men ergreifen.

Ich bestell­te also eine Stand­kon­so­le aus Metall  und wer­de schau­en, was pas­siert. Eine beheiz­te und gedämm­te Ablauf­wan­ne kann ich dann immer noch anschlie­ßen. Ich wer­de aber den Ablauf, ein Cat 5e (als Steu­er­lei­tung) und eine Strom­lei­tung durch die Kel­ler­wand bereits vorbereiten.

„Ich bestell­te eine Metall­kon­so­le” – ja, super, Hes­si. Gro­ßes Kino! Schau­en wir doch mal bei Dai­kin vorbei.
Edelstahl.
Uiii! Super.
450 Euro.
WTF? Für ein biss­chen Metall?!?
Geht’s noch?

Und ande­re Her­stel­ler? Na ja, so um die 120 bis 200 Euro sind „nor­mal“.

Ich bin aber aus­ge­wie­se­nes Spar­bröt­chen. Moment… sag­te ich Spar­bröt­chen? Ich bin ein mas­si­ves Sparbrot!

Wir wur­den schon von Hager für den Schrank der Unter­ver­tei­lung kom­plett abge­zo­gen! Die rufen für ein biss­chen Metall und Plas­tik 1.700 Euro auf! Wo bleibt da eigent­lich das Kar­tell­amt? Selbst der Edel­stahl­spei­cher von Dai­kin war deut­lich bil­li­ger! Und der sieht gegen den Schrank der Unter­ver­tei­lung wie Rake­ten­tech­nik aus! Es gibt kei­nen Grund, war­um Hager für den Mist so viel Geld auf­ruft. Außer, dass sie es eben kön­nen, als gewis­ser­ma­ßen Monopolist.

Gut, mir reicht selbst im Außen­be­reich eine pul­ver­be­schich­te­te Kon­so­le. Gibt es von Rodi­gas für rund 60 Euro. Man­che Her­stel­ler rufen auch 120 für das Modell auf. Kann man machen. War­um auch nicht? Irgend­wer wird schon so dumm sein, die zu kaufen.

Bei „Home­per­fect” gab es eine Kon­so­le für 30 Euro. Was ist das denn? Das Bild sieht so aus wie die Rodi­gas für 60 Euro. Eck­da­ten gibt es kei­ne, deren Sup­port woll­te mir wel­che durch­ge­ben, rief aber nie zurück. Die mein­ten nur, dass das Bild ein Bei­spiel­bild für eine Kon­so­le wäre, was sie da ver­kau­fen wür­de, müs­se er noch ein­mal nachsehen.

Also… habe ich das Ding ein­fach bestellt!
Wird schon passen.

Die Kon­so­le ist ges­tern eingetroffen!

Und ist von Rodi­gas. Pri­ma! 30 Euro gespart! Oder halt 90 Euro.
Das Spar­brot hat gesiegt!
Oder… Moment! Dai­kin ruft 450 für eine (bes­se­re) Kon­so­le auf!
Also habe ich 420 Euro gespart! 😀
Mann! Dafür kann man schon eini­ge Male essen gehen.

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Und? Passt die auch? Aber logo! Die Kon­so­le ist in der Brei­te ver­stell­bar und die Schlit­ze für die Tie­fe pas­sen auch abso­lut perfekt!

Das Trag­ge­wicht ist mehr als aus­rei­chend: 200 kg. 114 wiegt die Außen­ein­heit. Passt!

Und sind bei den 30 Euro auch die Höhen­ver­stell­ba­ren Füße mit dabei? Nein, sind sie nicht! Die gibt es wohl nur auf alten Pro­dukt­bil­dern. Ergibt auch kei­nen Sinn. Es sind „nur“ ent­kop­pel­te Gewin­de­bol­zen mit dabei.

Unse­re Beton­plat­te ist tat­säch­lich mal abschüs­sig von Haus weg gegos­sen wor­den, das ken­ne ich vom Vor­be­sit­zer bis­her genau anders her­um. Bin mir ein wenig unschlüs­sig, wie ich die Nei­gung aus­glei­chen soll. Ver­mut­lich schlicht mit Unter­leg­schei­ben oder ähn­li­chem unter den Bei­nen. Die Bei­ne kön­nen sowie­so im Boden ver­schraubt wer­den. Mit ner 8er-Schrau­be. Also benö­tigt man noch Dübel, Unter­leg­schei­ben und vier 8er Schrau­ben mit Sechs­kant­kopf, um die Kon­so­le mit der Beton­plat­te zu verschrauben.

„Iiiih! Der Hes­si spart bei einer Wär­me­pum­pe die ihn am Ende sowie­so 14.000 Euro kos­ten wird!”
Ja, neee, ich sehe es nur nicht ein, dass ich für ein paar Blech­win­kel abge­zo­gen wer­den soll!
Edel­stahl! War­um? Jede Wet­te, dass selbst die pul­ver­be­schich­te­te Kon­so­le nicht einen Rost­fleck haben wird, wenn die Dai­kin die Hufe hoch­reißt? Ich gebe dem Ding maxi­mal zwölf Jah­re. Die Her­stel­ler haben heu­te doch die geplan­te Obso­le­s­zenz per­fekt im Griff. Ich will Dai­kin nichts unter­stel­len, aber die sind ja eine Akti­en­ge­sell­schaft und nicht die Cari­tas, gell? Akti­en­ge­sell­schaf­ten sind in ers­ter Linie ihren Aktio­nä­ren und nicht den Kun­den verpflichtet.

So hält es heu­te jeder Hersteller.

Schaut Euch mal „deut­sche“ Autos an:
Die sind dar­auf aus­ge­legt, dass sie die ers­ten drei Jah­re Lea­sing bis zum TÜV halb­wegs pan­nen­frei über­ste­hen, jedes Jahr län­ger ist eine Drein­ga­be, aber die Ver­trags­au­to­händ­ler müs­sen auch die Werk­stät­ten auslasten.
Bei über 90 % Fir­men­kun­den kann man die Ersatz­teil­prei­se und Stun­den­löh­ne qua­si frei bestim­men. Mir sag­te mal ein VW-Händ­ler, ich sol­le mich doch über die Rech­nung von 500 Euro nicht auf­re­gen, wür­de doch mei­ne Fir­ma zahlen.
So sieht das näm­lich aus.

Und was machen wir dann in zwölf Jah­ren? Ver­mut­lich eine Wär­me­pum­pe aus Chi­na kau­fen. Die sind heu­te sogar bereits BAfA-geför­dert und kos­ten nur rund ein Drit­tel der „eta­blier­ten“ Hersteller.
Getraut haben wir uns das aber dies­mal noch nicht. 🙂

Der Kun­den­ser­vice von Dai­kin ist, am Ran­de bemerkt, aller­dings her­vor­ra­gend! Durch den Total­aus­fall der Hand­wer­ker – die bereits mit der Abga­be eines Ange­bots kom­plett über­for­dert waren, die gesam­te (nagel­neue!) Haus­ver­roh­rung erneu­ern woll­ten oder uns unbe­dingt eine Hoch­tem­pe­ra­tur-Wär­me­pum­pe auf­schwät­zen woll­ten, weil wir ja in einem Alt­bau woh­nen wür­den – hat Dai­kin eben die Pla­nung der Wär­me­pum­pe über­nom­men. Das wür­de in der heu­ti­gen Zeit nichts Beson­de­res sein, denn die Hand­wer­ker wären kom­plett überfordert.

Ener­gie­aus­weis und Plä­ne geschickt, nach zwei Tagen waren die Emp­feh­lun­gen da.
Einen Hand­wer­ker gesucht und gefun­den, der das alles nur stumpf einbaut.
Kom­po­nen­ten über Ebay her­aus­ge­sucht, Anbie­ter ange­ru­fen und güns­ti­ger direkt bestellt.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Ach ja, wir hei­zen aktu­ell mit der Warm­luft­hei­zung und dem Ofen im Kel­ler. ca. ein Sechs­tel des Nut- und Feder-Hol­zes aus der Dach­bo­den­sa­nie­rung ist schon durch den Schorn­stein gegan­gen. Das Warm­was­ser kommt von einem 21 Kilo­watt Durch­lauf­er­hit­zer ohne Umlauf­lei­tung (logisch). Ist halt etwas fresh im ers­ten Moment. 😀

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