Zu Besuch beim For-Amu­se­ment-Only e.V.

Lese­dau­er 10 Minu­ten

Auf der Home­Con IIX hat­te ich end­lich die Gele­gen­heit den Rei­ner vom For-Amu­se­ment-Only per­sön­lich zu tref­fen, nach­dem wir vor­her nur Mail­kon­takt hat­ten. Der Ver­ein betreibt in Roden­bach bei Hanau ein Flip­per- und Arca­de­au­to­ma­ten­mu­se­um, wel­ches jeden ers­ten Sams­tag im Monat für jeder­mann geöff­net hat. Heu­te reden vie­le Leu­te davon, dass sie ein Muse­um betrei­ben, also ste­hen da wohl zwei, drei Flip­per und ein MAME-Cab? Das, mei­ne lie­ben Freun­de, trifft es aber nicht so ganz… 

In der Nacht nach der letz­ten Home­Con fuhr ich mit Saillor­sat und Hel­mu­tX also zum Rei­ner nach Roden­bach, mit ein biss­chen flip­pern, zocken und Auto­ma­ten anse­hen – den Abend aus­klin­gen las­sen. Rei­ner erzähl­te etwas vom Lager­raum einer ehe­ma­li­gen Schle­cker­fi­lia­le, den sie gemie­tet hät­ten. Naja, was kann das schon an Flä­che sein, in der heu­ti­gen Zeit von Just-In-Time-Lie­fe­run­gen? Beton­bo­den, nack­te Wän­de, unor­dent­lich auf­ge­stell­te Auto­ma­ten – so stellt man sich so ein Lager vor.

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(Der Ein­gang zu den Vereinsräumen)

Rei­ner sam­melt seit fast dreis­sig Jah­ren (Video-)Spielautomaten, sei­ne Kol­le­gen sicher eben­so lan­ge Flip­per. In die­ser Zeit sam­melt sich natur­ge­mäß eini­ges an, das war mir auch klar, aber mei­ne kühns­ten Erwar­tun­gen soll­ten über­trof­fen werden.

Völ­lig über­mü­det von einem lan­gen Tag vol­ler Retro-Ein­drü­cke, der nicht uner­heb­li­chen Laut­stär­ke und nach dem Ent­la­den von Sailor­sa­ts zahl­lo­sen Equip­ment mach­ten wir uns auf den Weg in das nahe­ge­le­ge­ne Roden­bach. In der Bahn­hofs­stras­se fan­den wir dann auch die Räum­lich­kei­ten des Ver­eins, der sogar über ein eige­nes klei­nes Schau­fens­ter ver­fügt. Rei­ner, ein Teen­ager mit Sam­mel­lei­den­schaft, gefan­gen im Kör­per eines dis­tin­gu­iert auf­tre­ten­den Mitt­vier­zi­gers, erwar­te­te uns bereits vor Ort.

Bereits im Ein­gangs­be­reich, dem Rau­cher­zim­mer mit Sitz­ge­le­gen­hei­ten, begrüß­ten uns bereits ein Battlezone‑, ein Pole Posi­ti­on und ein Mis­si­le-X-Auto­mat. Das fing schon mal gut an, dach­te ich. Mei­ne Augen wei­te­ten sich dann im Vor­raum, mein über­näch­tig­tes Gehirn rief ver­ges­sen geglaub­te Bil­der auf, denn hier stan­den Auto­ma­ten, die auch unin­ter­es­sier­ten Zeit­ge­nos­sen die Trä­nen in die Augen trei­ben kön­nen: Ech­te Wun­der­wer­ke der Mecha­nik und Elek­trik, meist im herr­lich neu­wer­ti­gen Zustand buhl­ten um die Wet­te und um mei­ne Aufmerksamkeit.

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(Teil der Flip­per­samllung rech­ter Hand, „neue­re” Geräte)

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(Teil der Flip­per­samm­lung lin­ker Hand, älte­re Geräte)

fao 5(lin­ke Hand und mitt­le­re Reihe)

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(Teil der Flip­per, quer vor Kopf der mitt­le­ren Reihe)

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(ein­träch­tig neben­ein­an­der: Schiess‑, Flip­per- und Arcadeautomaten)

In der Lounge, mit Sofas, The­ke und Bar­ho­ckern bekam ich allei­ne schon durch das gött­li­che Aste­ro­ids einen leich­ten Buf­fer­over­flow, der sich in der Flip­per­ab­tei­lung zu einem sys­tem­wei­ten Ver­sa­gen der Auf­nah­me- und Ver­ar­bei­tungs­ge­rä­te aus­wei­te­te. Von wegen eine Hand­voll Flip­per! Ich muss­te irgend­wann an dem Tag gestor­ben und im Zocker­pa­ra­dis wie­der auf­er­stan­den sein.

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(Aste­ro­ids Arcadecab)

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(Joust)

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(im Vorraum)

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(in der Lounge)

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(Auto­ma­ten mit Sitz­ecke und zwei Tables)

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(Root­beer Tap­per in der Lounge)

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(Gaunt­let im der Lounge)

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(Rei­ner an der Lounge-Theke)

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(Gemüt­lich, stil­echt: Indy Jones wacht über zwei Sofas und zwei Cocktail-Tables)

Ich lief dann eine gan­ze Wei­le hys­te­risch stam­melnd und sab­bernd zwi­schen den Gerä­ten umher und ver­such­te der Ein­drü­cke Herr zu wer­den. Vergeblich.

Wir mach­ten aus, dass ich den Ver­ein mit Foto­ap­pa­rat und Kame­ra bewaff­net in den nächs­ten Tagen besu­chen sol­le um einen (die­sen) Bericht über For Amu­se­ment Only zu schreiben.

Ich zog also das Wochen­en­de dar­auf los, um mit den Kids, einem Pho­to­ap­pa­rat und der Video­ka­me­ra bewaff­net, die Räu­me des „FAO” erneut zu besuchen.

Moto Champ

Zuerst nah­men wir uns den Sega Moto Champ vor, das ist ein elek­tro­me­cha­ni­scher Auto­mat von 1973, auf dem man ein Motor­rad­ren­nen spie­len kann. Die Stre­cke kennt kei­ne Kur­ven, aber dafür hal­ten die geg­ne­ri­schen Fah­rer rein gar nichts von Fair­play. Da wird gedrän­gelt, geschnit­ten und geschubst, dass es in Flens­burg alle High­scores der Ver­kehrs­sün­der­kar­tei spren­gen würde.

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(Sega Moto Champ von 1973)

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(Moto Champ-Dis­play mit Zeituhr)

Das Spiel­prin­zip ist sim­pel: Nach dem Ein­wurf von 50 Pfen­ni­gen (wenn es noch wel­che gäbe) und dem Start läuft die Zeit ab. Hat die Uhr ein­mal die Run­de gemacht stoppt das Spiel und das Motor­rad, wel­ches vor­ne liegt, hat gewon­nen. Dass dies in den eher sel­te­nen Fäl­len der Spie­ler ist, liegt am kna­cki­gen Schwie­rig­keits­grad des Spie­les. Wird der Spie­ler von den ande­ren Fah­rern abge­drängt, bzw. berührt er die­se, stoppt das Spiel, ein gro­ßer Schlag­bol­zen lässt den Len­ker nach oben aus­schla­gen und das Spie­ler­mo­tor­rad wird durch eine Hebe­me­cha­nik an das Ende des Fel­des gesetzt. Sodann wird das Ren­nen fort­ge­setzt. Nach vier Berüh­run­gen ist das Spiel eben­falls zu Ende und der Fah­rer disqualifiziert.

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(Blick durch die Rück­wand: rechts „oben” ist das Spie­ler­mo­tor­rad mit Steu­er­stan­ge zu sehen)

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(kein Whee­lie, son­dern die Penal­ty-Stra­fe: Das Motor­rad wird ange­ho­ben und hin­ter dem Feld abgesetzt)

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(Magnet unter dem Motor­rad, glei­tet durch eine Schutzfolie)

Damit man nicht mit einer beherz­ten und schnel­len Bewe­gung sein Motor­rad aus der Gefah­ren­zo­ne bug­sie­ren kann, wer­den die Len­ker­be­we­gun­gen durch einen Elek­tro­mo­tor umge­setzt. Ein Her­um­reis­sen des Len­kers bewirkt kei­ne schnel­le­re Bewe­gung des Fah­rers, jeden­falls konn­te ich kei­ne ent­de­cken. Nein, der Fah­rer lässt sich Zeit beim Aus­wei­chen, so dass man öfter als es einem lieb sein kann, das Gas lup­fen muss.

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(geöff­ne­te Rück­wand mit Elektroinstallation)

Die Fahr­bahn ist eine ein­fach weis­se Kunst­stoff­fo­lie, auf der sich die geg­ne­ri­schen Motor­rä­der hin und her bewe­gen. Auf der Unter­sei­te befin­det sich eine Art Pla­ne­ten­ge­trie­be ohne Hohl­rad, also ein­fach eine gro­ße Schei­be auf der sich zwei wei­te­re klei­ne­re Schei­ben dre­hen. Auf die­sen befin­den sich wie­der­um je zwei Magne­te, die die Motor­rä­der auf der Fahr­bahn­ober­sei­te bewe­gen. Man kann sich das gan­ze so vor­stel­len, dass die Motor­rä­der die Mon­de von zwei Pla­ne­ten sind, die sich um eine Son­ne dre­hen. Die Son­ne wie­der­um wird durch den Ket­ten­an­trieb mit­samt des „Pla­ne­ten­sys­tems” vor und zurück bewegt.

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(Blick in die Mecha­nik: links der Keil­rie­men- und Ket­ten­an­trieb, der das Pla­ne­ten­ge­trie­be vor und zurück bewegt)

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(gut sicht­bar: zwei klei­ne Plan­ten­schei­ben füh­ren je zwei Magnet­hal­ter für die Spielfiguren)

Die Bewe­gun­gen des Star­ter­fel­des wir­ken also rela­tiv unbe­re­chen­bar, das kann man schön am Zeit­raf­fer im Video sehen.

Die Illu­si­on der Bewe­gung wird ein­zig durch eine Art Over­head­fo­lie (die älte­ren unter uns ken­nen das noch) erzeugt, auf der ein Mit­tel­strei­fen und eini­ge Quer­fu­gen auf­ge­malt sind und durch die eine Lam­pe scheint erzeugt. Je nach dem, wie weit der Gas­hahn auf­ge­ris­sen ist, dreht sich die Folie, die auf einer Super-8-Film­spu­le befes­tigt ist, schnel­ler oder lang­sa­mer. Gleich­zei­tig schiebt die ket­ten­ge­trie­be­ne Mecha­nik das gesam­te Star­ter­feld vor oder hin­ter das Spie­ler­mo­tor­rad. Man über­holt oder lässt sich zurückfallen.

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(sim­pel aber effek­tiv: sich dre­hen­de „Over­head­fo­lie”, oben das lee­re Achtspurtape)

Hat man das Ren­nen gewon­nen, so bekommt man ein Frei­spiel. Bei einem Preis von 50 Pfen­ni­gen für eine knap­pe Minu­te Fahr­spass war das auch bit­ter nötig. Zur Gewinn­ma­xi­mie­rung soll der Betrei­ber die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Zeit auch ändern kön­nen. Rei­ner hat bis­her aber noch nicht getes­tet, in wel­chen Berei­chen dies funktioniert.

Das aus­ge­stell­te Spiel hat drei klei­ne Feh­ler. Die ori­gi­na­le Acht­spur­kas­set­te mit den Fahr­ge­räu­schen fehlt lei­der kom­plett, am Ende des Ren­nens wird kei­ne Ziel­li­nie auf die Fahr­bahn pro­ji­ziert, so dann man beim Ermit­teln des Sie­gers rein auf die Anzei­ge im Dis­play (sie­he Bild) ange­wie­sen ist (im Zwei­fel gewinnt man eben immer). Der letz­te Feh­ler ist rein opti­scher Natur: Im Lau­fe der Jahr­zehn­te ver­schmut­ze und beschä­dig­te das Spie­ler­mo­tor­rad den Teil der Fahr­bahn, auf den wohl die meis­ten Rechts­hän­der auto­ma­tisch aus­wei­chen. Alle Feh­ler sind nicht schlimm und beein­träch­ti­gen den Spiel­spass nicht merk­lich. Die Geräu­sche der Mecha­nik und die Beleuch­tungs­ef­fek­te machen jed­we­des Man­ko wie­der wett.

Super Speed­way

Inter­es­sant war auch noch ein wei­te­rer Renn­au­to­mat der Pre-Video­ga­mes-Ära: Super Speed­way von Chi­ca­go Dyna­mics Indus­tries Inc.! Ich sag mal so: als spiel­bar emp­fin­de ich die­sen Auto­ma­ten auf kei­nen Fall, dafür ist die Stras­se zu schmal oder die Autos zu breit. Nichts­des­to­trotz ist die Umset­zung der Spiel­idee eini­ge Wor­te wert.

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(Super Speed­way, Zeu­ge einer ver­gan­ge­nen Epoche)

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(Pro­jek­ti­on auf eine Mattscheibe)

Anstel­le eines Moni­tors befin­det sich im Auto­mat eine lie­gen­de(!) Matt­schei­be, auf die der Spie­ler über einen Spie­gel und eine gro­ße Lin­se blickt. Auf die Matt­schei­be wer­den durch eine ein­fa­che Pro­jek­t­orlam­pe ver­schie­de­ne run­de Foli­en pro­ji­ziert. Eine für die Stre­cke und jeweils eine für die ver­schie­de­nen Renn­au­tos, die die Stre­cke unsi­cher machen. Das Spiel­erfahr­zeug ist ein ein­fa­cher, undurch­sich­ti­ger Sche­ren­schnitt, der vor den rotie­ren­den Schei­ben hin und her bewegt wird. (sie­he Video)

Schei­ben sind rund, also fährt man bei die­ser Simu­la­ti­on – ganz im Gegen­satz zum Moto Champ – stän­dig im Kreis. Ansons­ten sind die Spiel­prin­zi­pi­en sehr ähn­lich. Der Moto Champ ist aber durch die „ech­ten” Motor­rä­der deut­lich spek­ta­ku­lä­rer. Der Super Speed­way ist da deut­lich zweidimensionaler.

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(Pro­jek­ti­ons­schei­be mit Kettenantrieb)

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(Sport­lenk­rad der 70er. Ein Kadett B hat­te etwas ähn­li­ches verbaut)

Die Geschwin­dig­keit wird durch die Schei­be mit den Bäu­men und der Stre­cke simu­liert, die unter­schied­li­chen rela­ti­ven Geschwin­dig­kei­ten der Geg­ner erge­ben sich durch unter­schied­lich schnell dre­hen­de Schei­ben mit den ver­schie­den­far­bi­gen Renn­au­tos. Die Geräu­sche sind eine mitt­le­re Zumu­tung, die Dar­stel­lung unbril­li­ant, die Steue­rung ein Graus und die Schwie­rig­keit ist immens – aber mei­ne Güte, was atmet das Ding den nai­ven Geist einer längst ver­gan­ge­nen Zeit! Sagenhaft!

Das Gerät ken­ne ich noch aus mei­ner Kind­heit und ich muss ein­fach der jün­ge­ren Genera­ti­on zuru­fen: „Wir hat­ten nix anderes!”

Schies­s­au­to­ma­ten

Blei­ben wir mecha­nisch und berich­ten kurz von den bei­den Schies­s­au­to­ma­ten „Bonan­za” und „Haun­ted House”. Die jün­ge­ren unter uns ken­nen das ja nicht mehr. Das Spiel­prin­zip ent­spricht einer die­ser Jahr­markts­schiess­bu­den, bei denen man auf sich bewe­gen­de Enten und Blu­men schies­sen muss. Zu gewin­nen gibt es auch hier – aus­ser Punk­ten – rein gar nichts. Die Diara­men sind ähn­lich wie in der Schiess­bu­de auf­ge­baut und bie­ten sta­ti­sche und beweg­li­che Zie­le. Die Dar­stel­lung und die Geräusch­ku­lis­se sind nicht bier­ernst, son­dern eher Comic­haft. Kein Ver­gleich zu der eher rea­lis­ti­schen Dar­stel­lung spä­te­rer Shooter.

Auch bei die­sem Auto­ma­ten muss man sagen: Sowas wird heu­te gar nicht mehr gebaut! Ja, ja, das stimmt schon! Die beweg­lich ange­brach­ten Geweh­re sind kei­ne mar­tia­li­schen Uzis oder Maschi­nen­ge­weh­re, son­dern erin­nern an alte Luft­ge­weh­re. Der Schaft ist nicht aus schnö­dem Plas­tik, son­dern aus ech­tem Holz und Metall.

Flip­per & sons­ti­ge Automaten

Den größ­ten Platz­be­darf hat natür­lich die Flip­per­ab­tei­lung. Dort fin­det man Flip­per aus geschätz­ten fünf Jahr­zehn­ten. Von den ers­ten Model­len „mit ohne allem” bis hin zu hal­ben Video­spie­len ist alles ver­tre­ten. Spaß machen die durch die Bank alle – eine irre Zeit­rei­se ist auch dort garantiert.

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(Der­by Day, anspie­len der Num­mern lässt das zuge­hö­ri­ge Pferd vorpreschen)

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(so wun­der­schön wie schlicht: Cap­tain Kidd Flipper)

Auch wenn ein Flip­per sicher die Königs­klas­se unter den elek­tro­me­cha­ni­schen Auto­ma­ten ist, so kann sich doch auch ein Laie, die nöti­ge Hart­nä­ckig­keit und den Lern­wil­len vor­aus­ge­setzt, in des­sen Mate­rie ein­ar­bei­ten und die meis­ten Schä­den in Eigen­re­gie behe­ben. Bei Video­au­to­ma­ten der letz­ten Genera­ti­on wird dies nicht immer mög­lich sein, so wie der defek­te VR-Auto­mat ein­drucks­voll zeigt, an dem zur Zeit der Sailor­sat zugan­ge ist.

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(noch defek­ter VR-Automat)

Bei des­sen Restau­ra­ti­on hilft nur pro­fun­des Fach­wis­sen um die PC-Tech­nik der ver­gan­ge­nen Tage. Nein, hier geht es um etwas mehr, als einen 486er aus Stan­dard­tei­len wie­der auf­er­ste­hen zu las­sen, denn die­ses Gerät beher­bergt hoch­spe­zia­li­sier­te Hard­ware­kom­po­nen­ten, für die de fac­to kaum Ersatz zu beschaf­fen ist. Die­ses Pro­jekt wird das Team von For Amu­se­ment Only sicher­lich noch vie­le Wochen oder Mona­te beschäf­ti­gen. Wenn es aber fer­tig ist, wird es sicher eines der High­lights der Ausstellung.

Ein Grei­fer­au­to­mat, bei dem es nichts zu gewin­nen gibt? Das kann nicht sein, oder? Doch, denn aus Jun­ky­ard kommt nicht ein­mal ein lau­si­ges Plüsch­tier, oder genau­er: eines der Match­bo­xau­tos, die der Spie­ler von der einen zur ande­ren Sei­te via Grei­fer heben muss.

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(Grei­fer ohne Gewin­ne: Junkyard)

Eben­falls defekt ist lei­der noch ein ande­rer Auto­mat, Space Pilot, bei dem man ein pro­pel­ler­ge­trie­be­nes Raum­schiff auf jeweils bestimm­ten Höhen an vier Mas­ten vor­bei­flie­gen las­sen muss. Ein Aus­le­ger am Heck muss jeweils ein Gegen­stück am Mast berüh­ren, um Punk­te zu sam­meln. Der Pro­pel­ler, der für den Vor­trieb sorgt ist noch defekt, der für das heben funk­tio­niert aber noch ein­wand­frei. Sicher wird auch die­ser Auto­mat im wun­der­schö­nen Ori­gi­nal­zu­stand bald wie­der zu bespie­len sein.

Nur als gigan­tisch, ist ein Bow­ling-Auto­mat zu bezeich­nen. Der Schalt­plan erin­nert an Bur­da-Schnitt­mus­ter­bö­gen oder den Stadt­plan von Ber­lin, er ist nur deut­lich grö­ßer als die­se. Auch in die­sem Auto­ma­ten steckt noch jede Men­ge Arbeit, bis er wie­der im alten Glanz erschei­nen wird.

Das soll jetzt nicht den Ein­druck erwe­cken, dass die meis­ten Auto­ma­ten nicht funk­tio­nie­ren wür­den. Die o.a. Gerä­te sind sicher die kom­men­den Sen­sa­tio­nen der Aus­stel­lung, daher möch­te ich sie nicht uner­wähnt lassen.

Die aller­meis­ten Flip­per funk­tio­nie­ren ein­wand­frei, eben­so die aus­ge­stell­ten Video­au­to­ma­ten. Im Kel­ler konn­te wei­te­rer Lager­platz gemie­tet wer­den, so dass die Aus­stel­lung in den obe­ren Räu­men nun nicht mehr auch als Lager­platz und Werk­statt die­nen muss, son­dern nach und nach einen deut­lich reprä­sen­ta­ti­ve­ren Cha­rak­ter erhält.

Sehr gelun­gen ist auch der Lounge-Bereich mit gemüt­li­cher Sitz­grup­pe, TV, Ste­reo, einer The­ke und natür­lich jeder Men­ge Video­au­to­ma­ten. Zwei gegen­über­ste­hen­den Sofas laden die Besu­cher ein, Platz auf ihnen zu neh­men, um an zwei Cock­tail­ti­schen Time Pilot und Bombjack zu spie­len. Im Ein­gangs­be­reich fin­den auch Rau­cher ein tro­cke­nes und war­mes Plätz­chen, ohne die ande­ren Mit­glie­der des Ver­ei­nes zu beläs­ti­gen. Die Kol­le­gen mit den Flip­pern haben einen eige­nen gro­ßen Saal, das ist auch gut und rich­tig so, da der Radau den die­se Gerä­te ver­ur­sa­chen zwar beim Spie­len gut und wich­tig ist, aber beim Kaf­fee­trin­ken an der Bar jedes Gespräch unmög­lich machen würde.

Das ehe­ma­li­ge Lager des Schle­cker-Mark­tes erweist sich also als per­fekt in Schnitt und Grö­ße für die­ses Art von Ver­eins­räu­men. The­ma­ti­sche Abgren­zun­gen, ein Bereich zum Ent­span­nen, gute Erreich­bar­keit, net­te Leu­te und natür­lich die viiiiie­len tol­len – und vor allem kos­ten­los nutz­ba­ren – Auto­ma­ten sind in unse­rer Regi­on und auch im wei­tem Umkreis abso­lut ein­zig­ar­tig. Jeden ers­ten Sams­tag im Monat kön­nen sich inter­es­sier­te Besu­cher durch den Erwerb einer Tages­mit­glied­schaft für fünf Euro sel­ber ein Bild davon machen.

Natür­lich will ich Euch auch das gedreh­te Video nicht vor­ent­hal­ten. Es ist mir klar, dass die Erklä­run­gen zu den bei­den elek­tro­me­cha­ni­schen Fahr­si­mu­la­to­ren nicht son­der­lich plas­tisch sind, daher könnt Ihr hof­fent­lich im Video eini­ger­mas­sen erken­nen, wie die Gerä­te funk­tio­nie­ren. Aber auch die Funk­ti­on der Schies­s­au­to­ma­ten wird dar­in ersichtlich.

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