Erstel­len eines Elektroinstallationsplans

Lese­dau­er 5 Minu­ten

Bei unse­rer Haus­sa­nie­rung mache ich die kom­plet­te Elek­trik im Haus neu, weil es im ers­ten Stock­werk kei­ner­lei Schutz­lei­ter (PE) gab. Wie­so, war­um, wie, was und mit oder ohne Elek­tri­ker (natür­lich mit!) erfährst Du hier: unser klei­ner Hausblog

Ich wer­de an die­ser Stel­le kei­ne War­nun­gen aus­spre­chen, die Elek­tro­in­stal­la­ti­on nicht sel­ber zu machen – das sollst Du natür­lich nicht. Aber wenn Du die­sen Arti­kel gefun­den hast, dann hast Du ver­mut­lich das glei­che Pro­blem wie ich: Bil­der sind gut und schön für die per­sön­li­che Doku­men­ta­ti­on und damit man sieht, wo in der Wand unge­fähr die Lei­tun­gen ver­lau­fen, aber anhand eini­ger Bil­der die Instal­la­ti­on spä­ter nach­voll­zie­hen zu kön­nen ist eher anstren­gend. Klar, Elek­tri­ker arbei­ten mit einem Grund­riss, also der Sicht von oben. Das ist super, wenn man die Erfah­run­gen hat, denn dann schaut man sich den Raum an und legt im Prin­zip ein­fach los.


Eigent­li­cher Installationsplan

Der Elek­tri­ker wird also mit Dir durch das Haus gehen und mit Dir abspre­chen, wo was instal­liert wer­den soll. Dazu wird er genorm­te Instal­la­ti­ons­sym­bo­le an die Wand zeich­nen. Ja, nee, nicht genau dort, wo die Dosen gesetzt wer­den müs­sen, son­dern nur unge­fähr. Das soll­te klar sein. Die Instal­la­ti­ons­zo­nen müs­sen schon ein­ge­hal­ten werden.

Any­way – Du weißt nun, wo Schal­ter, Tas­ter, Steck­do­sen und Co hin­kom­men sol­len. Wird die Instal­la­ti­on aber etwas umfang­rei­cher, kann ich Dir nur emp­feh­len einen Instal­la­ti­ons­plan zu erstel­len.

Ich habe vie­le (CAD-) Pro­gram­me getes­tet und nichts war irgend­wie brauch­bar für mei­ne Zwe­cke – oder mei­ne Fähig­kei­ten. Lei­der gibt es auch im an sich sehr, sehr gutem „Sweet Home 3D” kei­ne prak­ti­ka­ble Mög­lich­keit einen Plan für die Elek­tro­in­stal­la­ti­on zu erstellen. 🙁

„Mein” Instal­la­ti­ons­plan ent­spricht kei­nen Nor­men, das soll­te klar sein. Trotz­dem hilft die­ser Plan (zusam­men mit den Fotos der Kabel in den Wän­den!) unge­mein bei der Pla­nung, der Instal­la­ti­on und der Dokumentation.

Egal, fan­gen wir an. Du brauchst ein Pro­gramm mit Ebe­nen – wie Gimp (kos­ten­los) oder Pho­to­shop (sehr teu­res Abo – bzw. Test­ver­si­on für 7 Tage).

Du malst Dir einen Plan und fängst so grob in der Mit­te mit Din­gen wie Türen oder Fens­tern an. Dann die Schal­ter und die Abzweig­do­se (mein Elek­tri­ker will die haben). Oben ist die Decke, unten der Fuß­bo­den. So grob in etwa. Wir fan­gen mit einem ganz ein­fa­chen, aber rea­len Plan an: mit unse­rem Werk­raum. Der ist so sim­pel, dass Du für die Pla­nung und Instal­la­ti­on wirk­lich kei­nen Plan benö­tigst, aber eben für die Doku­men­ta­ti­on. Des­we­gen habe ich ihn auch für mich erst erstellt, als die Elek­tro­in­stal­la­ti­on fer­tig war. Aber malen wir mal los. In etwas so:

Ach­te dar­auf, dass genug Platz für die Lei­tun­gen bleibt.
Als Zwei­tes haben wir die Zulei­tung. Die zeich­nen wir von der Stel­le aus­ge­hend, in der sie auch in der Rea­li­tät in den Raum kommt. So machst Du das nach und nach mit jedem ande­ren Kabel. Aus­ge­hend vom Schal­ter zum Ver­brau­cher. Und ach­te immer dar­auf, dass auch eine Zulei­tung existiert!

Die Lei­tun­gen bekom­men noch die Spe­zi­fi­ka­ti­on, der sie ent­spre­chen (müs­sen) und wir fär­ben die gesam­te Ebe­ne mit einer belie­bi­gen Far­be ein. Mag sein, dass es norm­ge­rech­te Far­ben gibt, aber ich habe dafür kei­ne Quel­le gefunden.
Im Werk­raum gibt es eine Beson­der­heit: Ich wer­de dort ver­mut­lich elek­trisch betrie­be­ne Werk­zeu­ge benut­zen. Viel­leicht sogar meh­re­re auf ein­mal. Daher plan­te ich zwei Strom­krei­se. Ja, rich­tig, der Raum bekommt daher spä­ter auch zwei Leitungsschutzschalter.
Also muss ich den zwei­ten Strom­kreis eben­falls einzeichnen:

Was als Nächs­tes? Licht wür­de ich sagen:

Und wie­der eine Beson­der­heit: Der Raum wird über eine Tau­punkt-Lüf­ter­steue­rung auto­ma­tisch belüf­tet. Die­se kann die Kel­ler­fens­ter elek­trisch öff­nen und schlie­ßen. Da die Steue­rung im Siche­rungs­kas­ten (kor­rekt: „elek­tri­scher Ver­tei­ler”) sitzt wird, darf die Lei­tung nicht über die­se Abzweig­do­se laufen.

Du siehst, dass die Lei­tun­gen irgend­wo grob enden. Qua­si mit­ten im Raum. Die Zulei­tung der Nord­wand läuft ja an der Ost­wand ent­lang. Das ist total egal. Der Plan dient ja nur der Über­sicht. Wenn wir bei der Über­sicht sind: Soll­te spä­ter mal jemand die Decken­däm­mung (Ach­tung DIN VDE 0298–4) abneh­men, dann wür­de der sich über selt­sa­me Lei­tun­gen wun­dern. Näm­lich die bei­den Zulei­tun­gen des Wohn­zim­mers. Auch wenn die nicht für den Raum benö­tigt wer­den, so sind sie doch auch im Raum.

Nun noch die LAN-Kabel, auch wenn das „nur” Daten­lei­tun­gen sind:

Ja, die Far­ben sind ähn­lich, aber passt schon. Damit die gan­zen Kabel nicht irgend­wie enden, habe ich die Durch­brü­che ein­ge­zeich­net. Nun soll­te auch in zwan­zig Jah­ren klar sein, wie hier die Lei­tun­gen verlaufen.

Und noch die Beschrif­tung. Ja, die könn­te man auch von Anfang an ein­zeich­nen, aber die Beschrif­tung habe ich qua­si in den Ebe­ne vorgenommen.

Und hier die Ebenen:

Ja, das war ein­fach. Aber was ist, wenn die Instal­la­ti­on kom­pli­zier­ter wird? In etwa so

Ruhe bewah­ren und ein Kabel nach dem ande­ren vom Schal­ter zum Ver­brau­cher oder bei kom­ple­xe­ren Ver­ka­be­lun­gen von der Lam­pe bis zur Ver­teil­erdo­se. Wie gesagt: die Zulei­tun­gen nicht vergessen!
Nach so einem Plan kannst Du kei­ne Lei­tun­gen instal­lie­ren, da wirs­te ja irre. Dru­cke Dir die ein­zel­nen Ebe­nen (die ein­zel­nen Ver­brau­cher) ein­fach aus und arbei­te die­se vor Ort ab.

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