Vom Umgang mit Vereinen

Lesedauer 2 Minuten

Hier meine Empfehlungen zum Umgang mit Vereinen.

Ich wünschte, ich könnte etwas Launiges wie über die Urlaubserlebnisse oder das Camping schreiben. Aber nein, am deutschen Vereinswesen ist leider nicht viel Unterhaltsames oder Erbauliches.

Die Querulanten

Wollt Ihr etwas wirklich bewegen, so lasst die Finger von Vereinen nach deutschen Recht.

Früher oder später stehen sie auf der Matte, die großkotzigen, besser wissenden Typen mit dem großspurigen Auftreten, die keinen Finger für den Verein krümmen wollen/können, aber Chef spielen wollen.

Die meisten von denen verfolgen Eigeninteressen und wollen vom Verein persönlich und ohne Aufwand profitieren, respektive sich profilieren.

Solche Menschen verstehe ich nicht. Es geht um Verantwortung für eine Sache. Ähnliche Sache: Ich kenne eine Person, die mit einem Glas Prosecco auf ihre Wahl zur Elternvertreterin angestoßen hat. Wer sich freiwillig als Elternvertreter meldet, hat den Posten doch automatisch. Kleingeister. Elternabende sind eh die Hölle. 🙂

Vereinskollegen

Ein Beispiel aus einem Verein, für den ich als Mitglied tätig war:

Ich habe für den Verein mehrere Ausstellungen organisiert, nächtliche Bergungsfahrten erledigt, den Lkw von Frankfurt nach Köln gefahren, den Stand auf der Gamescom aufgebaut, Pressearbeit geleistet und war eine ganze Woche lang unentgeltlich auf ebendiesem Stand.

Die größeren Vereinsräume habe ich für diesen Verein aufgetan und vorher sogar die Heizkosten dafür recherchiert. Ich habe für ein Projekt des Vereins Netzwerke bis zur Europäischen Kommission geknüpft und war gewissermaßen rund um die Uhr für ihn da.

Später konnte ich mir von einer Vereinskollegin anhören, dass ich nichts für den Verein machen würde, sie hätte mich dort noch nie das Klo putzen sehen.

Nun… Manche Leute haben für das Vereinsziel nützlichere Fähigkeiten, die über das Kloputzen hinaus gehen. Sorry.

Ich habe generell aber auch kein Problem damit die Toiletten zu putzen und habe es dort auch schon getan. Auch die anderen Räume habe ich gereinigt. In Ecken und unter Sofas, in denen das offensichtlich vorher noch niemand getan hatte. Sie damit also auch nicht.

Andere Typen

Querulanten, Diskutanten und natürlich die Bremser und Bedenkenträger. Die o. a. Person vereinte alle in Personalunion. Aber sie war nicht die einzige im Verein, die zu kleingeistig war, um den Verein voranzubringen. Der Verein kam trotz ihr voran.

Die Masse der Vereinsmitglieder ist unauffällig, die laufen mit, tragen die Sache mit, stehen dahinter. Sie helfen auch persönlich, keine Frage. Aber sie halten sich in der Regel auch aus solchen Konflikten heraus. Greift der Vereinsvorsitzende da nicht ein, ist das ein Problem.

Aber oft ist man eben zu sehr mit den machtgeilen Querulanten beschäftigt. Das raubt auch alles Zeit und Energie, die in den Vereinszweck gesteckt werden müsste, aber eben nicht gesteckt werden kann. Der Verein dümpelt dann so vor sich hin. Sehr frustrierend.

Hat man dann noch jemanden in diesem Partner-Verein, der sich als Vorsitzender nicht durchsetzen kann und ebenfalls seinen Worten keine Taten folgen lässt, seid Ihr komplett am Arsch. Also: Finger weg von Vereinsgründungen oder Kooperationen mit Vereinen.

Lösungen?

Ihr könnt auch die Satzung nachträglich und gegen das Vereinsrecht so ändern, dass solche Leute keine Macht im Verein erreichen können, oder solche Unruhestifter von Euch selbst herausgeworfen werden können. Das ist natürlich nicht rechtens.

Ich kenne selbst Vereinsvorsitzende in der Retro-Szene, denen der Vereinszweck entweder zum überwiegenden Teil gehört, oder die durch ihre Position an einem Institut und die damit verbundenen Netzwerke gewissermaßen Vorsitzende auf Lebenszeit sind. Ohne diese Vorsitzenden ist der Verein nicht handlungsfähig.

Das ist eine hervorragende Lösung, um zielorientiert arbeiten zu können.

Oder, wie es einer von denen sagte, der ähnliche Erfahrungen machen musste: „Demokratie ist scheiße!“ – jedenfalls im Verein.

Hinweis:
Image by Gerd Altmann from Pixabay

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