Gara­gen­bau Teil 2

Lese­dau­er 7 Minu­ten

Von einem, der aus­zog, eine Gara­ge für einen Wohn­wa­gen zu bau­en. Teil 2: Trag­schich­ten und Bord­stei­ne. Eine sorg­fäl­tig aus­ge­führ­te und ver­dich­te­te Trag­schicht ist äußerst wich­tig. Dies ist kein Vor­gar­ten, dies ist die Zufahrt zu einer Cara­vanga­ra­ge, bei der schon mal ein Gewicht bis zu einer Ton­ne auf der Grö­ße eine Hand­flä­che las­ten kön­nen. Die Kräf­te müs­sen auch von soli­den Rand­stei­nen auf­ge­fan­gen wer­den – und die bekommt man nicht im Bau­markt um die Ecke.

Gara­gen­bau Teil 1: Pla­nung, Geneh­mi­gung und Ver­mes­sung
Gara­gen­bau Teil 2: Trag­schich­ten und Bord­stei­ne
Gara­gen­bau Teil 3: Scha­lung und Ver­dich­tungGara­gen­bau Teil 4: Boden­plat­te beto­nie­ren
Gara­gen­bau Teil 4: Boden­plat­te beto­nie­ren
Gara­gen­bau Teil 5: Ver­le­ge­plan aus­ar­bei­ten
Gara­gen­bau Teil 6: Pflas­ter­ar­bei­ten
Gara­gen­bau Teil 7: Die Gara­ge an sich


Teil 2: Trag­schich­ten und Bordsteine

ACHTUNG:
Ich haf­te nicht für Schä­den, die Ihr beim Nach­ma­chen die­ser Arbei­ten anrich­tet. Irr­tü­mer sind aus­drück­lich vor­be­hal­ten.
Wenn Euch irgend­was abfa­ckelt, explo­diert, auf die Füße fällt, zusam­men­bricht und Euch unter sich begräbt, Ihr eine gefa­ckelt bekommt, irgend­je­mand in Eure unge­si­cher­te Bau­gru­be fällt, oder Ihr Euch einen Fin­ger­na­gel abbrecht: Ich bin nicht schuld! Ich sage nicht: „Macht es genau so!”, ich sage nur: Ich habe es so gemacht. Jeder muss sel­ber wis­sen, was er da tut. Macht Euch vor­her über Bau- und Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten schlau und fragt den Lie­fe­ran­ten der Gara­ge nach den Vor­ga­ben für die Bodenplatte.

Wie­viel Kubik­me­ter Mate­ri­al Ihr benö­tigt, müsst Ihr sel­ber ermit­teln. Die Regel schreibt vor, dass die Trag­schicht 8 bis 10 cm stark sein muss. Bei mir war sie zwangs­wei­se etwas dicker, da ich bis auf den gewach­se­nen Boden aus­he­ben woll­te und dann natür­lich am Ende auf eine Boden­plat­ten- und Zufahrts­hö­he kom­men muss­te, die es ermög­licht, dass das Was­ser zur Stras­se hin abflies­sen kann (min. 2cm Gefäl­le pro Meter).

Betonrecycling
(Ber­ge von Betonbruch)

Betonrecycling 2
(LKW-Spu­ren)

Der LKW mit den 10 Kubik­me­tern Beton­re­cy­cling ist gekom­men. Mei­ne pro­vi­so­ri­sche Erd­auf­schüt­tung zur Stüt­zung des Bord­stei­nes hat gehal­ten. Puh!

Jetzt kann ich die Gru­be vor­ne aus­schach­ten. Ich hat­te ja nicht vor, die 10 Kubik Trag­schicht nach hin­ten zu ver­tei­len, weil kein LKW mehr auf das Grund­stück kommt, wenn es einen hal­ben Meter am Bord­stein nach unten geht. Über die klei­ne Kan­te zwi­schen „Rasen” und Gru­be kam das All­rad­mons­ter aber gut drüber. 

Wie gesagt: Der Boden ist der­mas­sen fest, dass er auch den der Kan­te kaum nach­ge­ge­ben hat. Die Spu­ren vor­ne sind von mei­ner o.a. Sicherheits-Aufschüttung.

Mal schau­en, ob ein Teil davon auch noch für die Zufahrt rei­chen könn­te. Ist doch mehr Volu­men als die Faust­for­mel sagt.

Grube Zufahrt
(Grä­ben)

Den Aus­hub für die Zufahrt erle­digt. Wah! Den Hügel haben wir nur mit einer Schau­fel und einem Spa­ten bewegt? Die Hacke war auch drin­gend nötig. Nur mit einem Spa­ten war kein Durch­kom­men.
Vor­ne noch ein Absperr­band gespannt, damit da nie­mand reinfällt.

Absperrband
(Beton­re­cy­cleing)

Das muss noch alles ver­teilt wer­den *gru­sel*

randsteine
(Rand­stei­ne)

randstein typ
(Stein­ma­nu­fak­tur) 🙂

Jetzt kom­men die Grä­ben für die Bord­stei­ne dran. Die Stei­ne bekommt man nicht im nor­ma­len Bau­markt, die gibt es in der Grö­ße nur im Fachmarkt.

Die Rücken­stüt­ze des Kant­steins der Stra­ße muss natür­lich an den Stel­len weg, an denen mei­ne Bord­stei­ne dar­auf treffen.

rueckenstuetze
(Häm­mer­chen)

Mit der Hacke und einem Haus­halts­ham­mer (ging super, da der Beton eher sprö­de ist) die Rücken­stüt­ze abge­schla­gen. Da muss jetzt der Rand­stein rein.

Graben Randstein grenzstein
(Schwe­ben­der Grenzstein)

Gra­ben für den Bord­stein, der auf einem Frost­schutz in einem dün­nen Beton­bett ste­hen wird.

gräben
(Grä­ben)

Die bei­den Grä­ben sind soweit fer­tig und nicht ganz im Was­ser. Die Bord­stei­ne haben ja eine Nei­gung von einem Zen­ti­me­ter pro Meter zur Stras­se hin.

Dumm: Die Grund­stü­cke sind von der Stras­se aus recht deut­lich abfal­lend. Da muss ich mit Rücken­stüt­zen aus Erde auf der rech­ten Sei­te des Frost­schut­zes der Beton­plat­te arbei­ten. Ist ja das Grund­stück des Nach­barn, das kann ich ja schlecht bis oben hin beto­nie­ren, wer weiss, was der da bau­en will?

Ich habe ja schon beob­ach­tet, wie die Bord­stei­ne bei den Nach­barn (Fach­fir­men!) nach eini­gen Jah­ren nach­ge­ge­ben haben, weil die nur win­zi­ge Rücken­stüt­zen anbrach­ten und die Erde nicht auffüllten.

erster stein
(Ers­ter Randstein)

Der ers­te Stein ist gesetzt! Das ist qua­si der wich­tigs­te. Der soll­te wirk­lich abso­lut gera­de in jeder Hin­sicht ste­hen. Natür­lich mit dem besag­ten Gefäl­le. Die Mau­rer­schnur liegt da gera­de dane­ben. Die­se hat bei mir die Nei­gung und die Flucht ange­zeigt. Die Schnur darf nie­mals das Werk­stück berüh­ren, sonst wür­de es zwangs­läu­fig schräg ste­hen! Immer ein paas Mil­li­me­ter Abstand einhalten!

stein schräg
(Sitzt)

Hier kann man erha­nen, dass der Kant­stein nicht im rech­ten Win­kel zur Stra­ße steht und ein Gefäl­le auf­weist. Den so hin­zu­stel­len ist aber nicht schwe­rer, als wenn er gera­de ste­hen müss­te. Man darf sich eh nie auf das ver­las­sen, was jemand vor einem gebaut hat. Immer sel­ber messer!

dritter Randstein
(Zwei­ter Randstein)

Da sieht man noch den Grenz­stein für die Ecke des Nach­bard­rund­stü­ckes. Der muss­te natür­lich für den drit­ten Rand­stein raus. Die­se Grenz­stei­ne sind mit einer Art Spreiz­klam­mer im Boden ver­an­kert. Durch den Ein­satz der Spitzacke gab er aber auf.
Einen Grenz­stein ent­fer­nen? Darf man das? Ja, klar, sonst könn­te ich ja nicht bau­en. Der Grenz­stein hat mir ja auch mei­ne Gren­ze ange­zeigt. Wie zu erwar­ten waren aber auch da ein paar Zen­ti­me­ter unge­nau­ig­keit dabei. Der Bau­la­ser führ­te von der Mar­kie­rung auf dem Bord­stein bis zur hin­te­ren lin­ken Ecke der geplan­ten Boden­plat­te (die durch die bereits erfolg­te Babau­ung fest­stand) natür­lich nicht genau über den Grenz­stein. Sei es drum. Haupt­sa­che ich hal­te die vor­ge­ge­be­ne Flucht ein, damit die spä­ter vom Nach­barn gebau­te Gara­ge nicht schräg steht.

dritter randstein
(Drit­ter Randstein)

Bis dahin ist alles super. Auf der Richt­schnur lehnt nur etwas, des­we­gen ist die gera­de schief.
Die Flucht der Stei­ne aber nicht nur mit der Richt­schnur kon­trol­lie­ren. Auch mit einer lan­gen Was­ser­waa­ge als gera­de Lat­te kann man sehr gut die Höhe und die seit­li­che Flucht einhalten

vierter randstein
(Vier­ter Randstein)

So! Soweit ist die rech­te Sei­te fer­tig!
Bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren den Beton noch eini­ge Tage wäs­sern, so bekommt er kei­ne Ris­se. Er wür­de sonst zu schnell trocknen.

Die Stell­plät­ze sind links 11,98 und rechts 12,37 Meter lang! Genau! Es gibt die­se Stei­ne nur in 1m Län­ge! Ich wer­de tat­säch­lich also einen Stein sel­ber gies­sen müs­sen. Ich lei­he doch kei­ne Dia­mant­sä­ge und habe dann Pro­ble­me, 63cm Beton­stein zu ent­sor­gen. Hmmm, den könn­te ich auch mit ein­stamp­fen…? Ach neee, kei­ne Experimente.

Randstein fertig
(Auf­ge­schüt­te­te Rückenstürze)

fertig
(Lin­ke Sei­te ist fertig!)

Vor­ne und hin­ten mit Beton­re­cy­cleing auf­ge­füllt. Aus­ge­gra­be­ne Erde ist mir ein­fach zu weich dafür.

Auf der zwei­ten Sei­te das glei­che Spiel noch einmal:

zweite seite
(Ers­ter Stein)

rechts
(Beton­bett auf Drainageschicht)

fuge
(Fuge gelas­sen)

An den Fugen habe ich das Beton­bett wie­der etwas aus­ge­gra­ben, denn beim Aus­rich­ten kön­nen Beton oder klei­ne Stein­chen zwi­schen die Bord­stei­ne kom­men. Die sol­len ja plan sit­zen und nicht so wie an der Stra­ße aus­se­hen. Seht Euch mal an, wie die öffent­li­chen Geh­we­ge gepflas­tert sind. Ja, ja, sol­che über­trie­be­ne Akku­rat­heit zahlt ja nie­mant. Schon klar.

gummihammer kaputt
(If I had a Gummihammer!)

Da ging er hin, mein gelieb­ter Gum­mi­ham­mer. Nichts hält mehr heutzutage.

verschalung
(Scha­lung kommt von „kön­nen”?)

Kom­men wir zum End­stück. 37cm, die gegos­sen wer­den müs­sen. *sic* Ja, man ahnt es bereits an mei­ner „akku­ra­ten” Ver­scha­lung… das wird nichts!

unschön
(Abge­nagt)

Okay, ver­dich­tet ist das Ding ganz leid­lich, aber… es wird zum Ende hin brei­ter. Und sieht oben irgend­wie… kacke aus. Das pas­siert, wenn man Res­te nimmt, statt eine Ver­scha­lung exakt anzu­fer­ti­gen.
Öh… jaaaa… nochmal!

besser
(War­um nicht gleich so?)

Komisch. Macht man es rich­tig, dann wird das auch was. Hmmm, Beton­mör­tel hat zwar kei­nen Zuschlag, aber ob der auch so halt­bar ist? Am alten Stein hat­te ich aber Stein­chen im Finish. Gefiel mir nicht.
Hier habe ich bereits die Ober­flä­che abge­rie­ben, damit sie mög­lichst glatt wird.
Ach ja: Bin­sen­weis­heit: zwi­schen drin und am Ende: Ver­dich­ten, ver­dich­ten, verdichten!

vergossen 2
(Gebro­che­ne Kanten)

Als der Beton etwas ange­zo­gen hat­te, zog ich die Kan­ten nach. Ist ein­fa­cher, als nach­her die Kan­ten zu brechen.

Fertig!
(Rand­stei­ne accomplished)

Ja, das ist ein altes Bild mit der ver­un­glück­ten Verschalung.

Tja, soweit ist dann die Ein­fas­sung des Stell­plat­zes fer­tig!
Hur­ra! 😀

Als nächs­tes kommt die Ver­scha­lung der Beton­plat­te dran.

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