Spaß mit dem neuen 3D-Drucker! (Update)

Der Artillery Sidewinder X2 hat eigentlich einen guten Ruf. Gutes Druckbild, robust und groß. Schon sein VorgĂ€nger setzte bei seinem Erscheinen MaßstĂ€be. Mich trieb er aber fast in den Irrsinn.

Ich hatte mir in einem Spontankauf, mitten in der Nacht, einen Artillery Sidewinder X2 bei TomTop zum Spaßpreis bestellt. Ein GerĂ€t, das ich nicht benötige, habe ich von Geld gekauft, das ich nicht habe. Aber Weihnachten steht vor der TĂŒr und warum sollte man sich nicht in meinem Alter einfach mal selbst etwas schenken, das man haben möchte, statt darauf zu hoffen, dass ein Weihnachtsgeschenk anderer Gefallen findet?

Nur … werde ich das Eigengeschenk vielleicht doch bereuen? Aber alle Influencer auf YouTube lobten durchweg das tolle Druckbild des X2, das direkt nach dem Aufbau produziert werden soll. Nun kennen wir alle die GlaubwĂŒrdigkeit von deutschen Jubelpersern, aka YouTubern, richtig?

Erstes Druckergebnis

Der Drucker war schnell aufgebaut und ein erster Druck von dem mitgelieferten USB-Stick war so eine Art Griff fĂŒr eine große Mutter. Es waren Löcher im Druck. LĂ€ngliche Fehlstellen in der Wand, unterschiedlich lang, als ob nicht extrudiert worden wĂ€re. Sah nicht wirklich gut aus.

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Auch die Z-Naht hatte ich bereits weniger wulstig gesehen.

Relativ unsaubere WĂ€nd, dazu kein echtes Wobbling, aber 
 Microwobbeling, wenn ich es beschreiben mĂŒsste. Aber das ist Jammern auf extrem hohem Niveau und wohl normal fĂŒr einen Drucker dieser Generation, auch wenn mein Any i3m etwas sauberer druckt. Vermutlich wird es besser, wenn ich ihn so kalibriere, dass auch die WĂ€nde keine Löcher mehr haben.

Gehen wir dieses Problem an

Folgende Maßnahmen habe ich durchgefĂŒhrt:

  • E-Steps ausgemessen – das Extrudieren des Filaments war aber nur 1,2 mm zu kurz – und justiert. Die Löcher sind immer noch da!
  • Einen WĂŒrfel mit 20 mm KantenlĂ€nge und nur einer Wand gedruckt. Damit kann ich feststellen, ob zu wenig Material gefördert wurde, indem ich die WandstĂ€rke messe. Die sollte bei einer 0,4 mm DĂŒse etwas breiter als 0,4 mm sein.

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Der WĂŒrfel ist voller Löcher und ca. 0,47 bis 0,53 mm dick. Aber ich denke, das kommt von den Kanten der Löcher und nicht von der tatsĂ€chlichen WandstĂ€rke, die ich fĂŒr dĂŒnner halte.

Mit Logik herangehen

Die Löcher sind verteilt, und nicht nach der Z-Naht zu finden. Vom Retrackt stammen sie also nicht.

Im OrcaSlicer habe ich die Einstellungen fĂŒr „Artillery PLA Default“ geĂ€ndert. Die Temperatur von 200 auf 220 erhöht. Kein Effekt!

WÀnde auf Classic-Mode gestellt, nichts. Im Gegenteil: Es scheint, als wÀren die Löcher mehr geworden! Ist das Filament feucht?

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Eine andere Rolle PLA-Filament (Kingroon) genommen, von der ich 100 % weiß, dass sie mit dem Qidi bei 200 mm/s und 220 Grad absolut perfekt druckt. Aber auch Fehlanzeige: Sieht genau gleich aus. Ein Schweizer KĂ€se.

Jetzt stelle ich den Flow von 0.98 auf 1.1. Sieht immer noch so aus, nur dass die WĂ€nde Anzeichen einer Überextrusion zeigen.

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Stimmt etwas am Extruder nicht?

DĂŒse getauscht. Das sollte sich noch rĂ€chen!

Verkabelung und Spiel am Extruder ĂŒberprĂŒft: nix! Filament lĂ€uft sauber durch und wird kraftvoll gefördert.

Ich sehe aber Temperaturschwankungen im Octoprint: Die DĂŒsentemperatur fĂ€llt stĂ€ndig um ca. 5 Grad nach unten. Das ist nicht dramatisch viel und sollte so ein Fehlerbild nicht verursachen.

PID Tuning!

Trotzdem: PID-Tuning? Also die Kalibrierung der Heizelemente des Druckers? Bett und DĂŒse? Beim Aufheizen kommt es immer wieder zu Überschwingern und Unterschwingern. Bis das System die eingestellte Temperatur halten kann, schwingt die Temperaturkurve um die Linie der eingestellten Temperatur herum. Das System soll aber lernen, wie schnell die DĂŒse aufheizt, um vorher Leistung wegzunehmen und frĂŒhzeitig wieder aufzuheizen, bevor die Temperatur zu stark fĂ€llt.

Das geht in der originalen Firmware nicht. Aber in der Marlin 2.0 Firmware ist es implementiert. Also habe ich diese frisch kompiliert und auf den Drucker geflasht. Aber im MenĂŒ findet sich keine Einstellung fĂŒr das PID-Tuning. Das hat selbst die Knutwurst-Firmware fĂŒr den uralten Anycubic i3 Mega. Ich bin enttĂ€uscht. 🙁

Das liegt aber daran, dass bei 3D-Druckern das Mainboard zum Teil vom Display gesteuert wird. Das Display ist ein eigener kleiner Rechner, muss man wissen. In meinem X2 ist ein „neues“ Display mit einem anderen Chipset installiert, fĂŒr das ich auf die Schnelle kein Update fand. Also gibt es auch keine neuen MenĂŒpunkte mit einer neuen Firmware.

Gut, erstmal kein PID. Aber druckt er besser? Nein, der Druck sieht gleich aus, nur halten jetzt die Lagen untereinander nicht mehr so gut.

Die Superfirmware?

Es gibt noch eine Firmware fĂŒr den X2 von Etheral Project. Bisschen großkotziger Auftritt und es wird nur von „vielen Tweaks und Verbesserungen“ geschrieben, die diese Firmware mitbringen soll.  Also gut, Firmware geflasht. Das klappt. Aber das Display? Ein Update dafĂŒr sollte im Download zu finden sein.

Keine Dokumentation verfĂŒgbar. Nur irgendwelche Ordner fĂŒr Windows und macOS ohne ErklĂ€rung. Ich erinnere mich einmal gehört zu haben, dass man den Kram auf eine SD-Karte wirft und der Drucker beim Einschalten die Updates installiert. Ubuntu ist nĂ€her an macOS als als Windows, also habe ich den Inhalt dieses Ordners auf eine SD-Karte kopiert. In den Drucker gesteckt 
 passiert nichts. Null, nada.

Noch einen Druckversuch unternommen. Das dauert. Also suche ich wĂ€hrenddessen in diesem Internetz nach weiteren Informationen. In der Zeit, in der der X2 diesen dĂŒrren WĂŒrfel ausdruckt, schafft der Qidi ein komplettes Benchy! In viiiiiiel besserer QualitĂ€t!

YouTuber?

Ich schaute mir sogar YouTube-Videos ĂŒber Marlin 2.0 auf dem Sidewinder X2 an. Reinste Zeitverschwendung! Einige der Influencer haben eine Vollmacke, sorry. Die erklĂ€ren nichts, sondern klicken in einem Explorerfenster mit unscharfer Schrift wĂŒst umher: „Hier, nein, das hier, das muss man dahin schieben und dann 
 Moment …. nein, so geht das nicht, wie habe ich das gemacht ….?“ Da bekomme ich Aggressionen. Und warum mĂŒssen diese Leute immer ihr Gesicht in die Kamera halten? Das will ich nicht sehen! Die sind doch keine Nachrichtensprecher!

Der x-te Ausdruck sah genauso scheiße aus, wie die vorhergehenden. Letzter Versuch: Ich schaue in den Windows-Ordner und sehe 
 bin-Dateien! MEINE FRESSE! Warum sind die nicht im macOS-Folder? Ich schob die auf die SD-Karte, und ich konnte deren TFT-Update installieren. Aber auch hier kein PID-Tune im MenĂŒ. WTF?

Warum kann der Knutwurst Funktionen hinzufĂŒgen und diese Leute nicht? 🙁

PID-Tuning ohne MenĂŒ

Dann eben manuell.

Gibt es da einen GCode? Ja, gibt es! M303! Wirklich? Na gut.

Das Hotend hat sich aber nicht wirklich kalibrieren lassen:

SENDING:M303 E0 C8 S220
PID Autotune start
bias: 54 d: 54 min: 218.48 max: 227.78
bias: 51 d: 51 min: 218.05 max: 221.67
bias: 49 d: 49 min: 218.45 max: 221.36 Ku: 42.86 Tu: 15.68
Classic PID
Kp: 25.72 Ki: 3.28 Kd: 50.41

PID Autotune finished! Put the last Kp, Ki and Kd constants from below into Configuration.h
#define DEFAULT_Kp 23.95
#define DEFAULT_Ki 2.91
#define DEFAULT_Kd 49.34
echo:Unknown command: „nU55“

WTF? nU55? Nuss was? Ich google danach und finde nichts. Mir schwant, dass der großkotzige Entwickler der Firmware hier richtig scheiße gebaut hat. Ja, nun gut, kann passieren, ist menschlich.

Ich schrieb manuell ein M500 hinterher, damit solle die Sache gespeichert sein.

Das Bett kalibrierte und speicherte hingegen sauber.

Crash!

E-Steps kalibriert und dann nivellierte ich das Bett perfekt. P E R F E K T. Mit Liebe und Hingabe.

Dann Autleveling gestartet. Zur ErklÀrung: Das levelt nichts, das vermisst nur die Unebenheiten des Druckbetts.

Gespeichert.

Gedruckt.

Hahahaha! Jetzt ist das Bett wirklich im Arsch! Diese blöde Ethereal Project–Firmware hat die DĂŒse auf das Bett gesetzt und dann versucht zu drucken. So schnell habe ich das nicht bemerkt. Die DĂŒse schob sich wie ein Pflug durch die Beschichtung des Betts. Toll gemacht! Danke!

Vielleicht mein Fehler?

Z-Offset durchlaufen lassen.

Passt.

Gespeichert.

Wie kann man das testen? Durch manuelles Nivellieren.

Punkt 1 angesteuert:

Nozzle runter und … *KLOCK*.

Direkt auf die Glasplatte gesetzt!

Mein Fehler, oder? Habe ich nicht gespeichert?

Z-Offset noch mal gemacht.

Aber im Pronterface M500 eingegeben. Ja, es speichert.

Kontrolle ist besser.

Z-Offset wieder aufgerufen.

Und die DĂŒse wieder *klonk*.

WTF?

Tiefer kann ich das Bett nicht mehr leveln! Die Federn sind jetzt am Anschlag!

Dieser Drucker kostet mich jetzt schon mehr Zeit und Nerven als alle anderen Drucker zusammen!

Marlin regelt

Ich habe nun als letzten Versuch, die vorhin kompilierte Marlin-Firmware geflasht und will das MenĂŒ erst mal so lassen.

Keine E-Steps kalibriert. Eines nach dem anderen.

Bett wieder so weit hochgedreht, dass die LevelrÀder am Schraubenende sind. Alle Ecken des Betts sind nun gleich stark gespannt.

Dann manuell gelevelt. Vierpunkt, nicht in der Mitte, denn das X2-Bett gibt dem Wort „GeschlĂŒsselt“ eine völlig neue Bedeutung.

Autoleveling (das sollte ehrlicherweise Bettvermessung heißen) durchgefĂŒhrt und gespeichert.

Gedruckt.

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Suuuuuper!
Ein ordentlicher Druck!
ENDLICH!
In Schulnoten eine 4 und nicht mehr eine 6.

Die WĂ€nde sind indessen alle durchgehend 0.37 mm stark.
Aber ich habe Wobbeling auf ca. 3 mm bis 8 mm gesehen. Das sollte nicht passieren und gab es vorher auch nicht.

Letztlich ist das aber eine gute Ausgangsbasis.

Morgen werde ich die E-Steps kalibrieren und hoffen, dass der Flow so passt.

An diese Aktion werden mich eine diagonale Linie zur Druckbettmitte und ein Abdruck eines WĂŒrfels inklusive Skirt solange erinnern, bis ich eine Aluplatte fĂŒr das Ding kaufe.

Ja, ich spielte heute schon mit dem Gedanken an Klipper. Nur als reinen Selbstzweck ist das ja auch doof. Wenn der X2 damit schneller drucken könnte, wÀre es interessant, aber soweit ich hörte, ist bei 80 mm/s Feierabend.

Morgen schaue ich, ob ich das Ding zu einem akzeptablen Drucker machen kann. Wenn ich weiß, dass er gut drucken kann, dann kann ich immer noch an Klipper denken.

NĂ€chster Tag

Er druckte ganz passabel. Hatte die Flowrate noch auf 1.01 gestellt, was zu perfekten WandstĂ€rken fĂŒhrte. Allerdings hĂ€tte ich mindestens zwei oder drei WĂ€nde drucken wollen, damit ich ein besser verwertbares Ergebnis bekomme.

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Da sind so … Verbrennungen drin. Ich schob die darauf, dass ich mit dieser Ethereal-Firmware das Hotend zum Spaß auf 300 Grad aufgeheizt hatte, was mĂ€chtig Rauch produzierte.

Noch einen WĂŒrfel gedruckt. Drei Linien WandstĂ€rke. Ein absolut perfektes Ergebnis auf allen WĂ€nden.

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RĂŒdiger! NEIIIN!

Als Erstes druckte ich ein Einhorn. Das ist klar. Ich wollte es RĂŒdiger nennen.

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Der Druck sah super aus, aber der Flow war doch zu viel.
Stellte ihn spÀter auf 99,5, was okaig aussah.

Dachte, dass diese schwarzen Blobs daher kommen könnten. Aber warum waren die verbrannt?

Und dann riss der Druck von der Platte ab!
Der halbe Kopf des Einhorns fehlte noch!

RĂŒdiger
RĂŒĂŒĂŒdigeeeeeeeer!

Mein Einhorn!
Nein!
RĂŒdiger! Neiiin!

WARUM?
WARUM NUR?
*schluchz*

Was man aber sieht: So ĂŒber druckt der X2 ÜberhĂ€nge gar nicht, wie alle immer sagen. Ja, klar, der ist rau und da hĂ€ngt so ein Schmodder dran, aber der Überhang (Kinn) ist wirklich sportlich zu drucken, wenn man keine StĂŒtzstrukturen benutzen will.

Ich gehe mit dem Z-Offset noch ein ganz winziges StĂŒck runter und drehe die Temperatur des Betts etwas hoch, denn OrcaSlicer stellt die nur auf 55 Grad ein.

Ob auch die 220 Grad fĂŒr PLA sein mĂŒssen, die Orca einstellt? Na ja. Eher nicht.

Schwarze Brocken

Die schwarzen Brocken nervten. Woher kamen die? Ganz einfach: Das Hotend leckt! Ich hatte die DĂŒse beim Wechsel wohl nicht fest genug angezogen. Das sollten um die 7 Nm sein, wie ich mal hörte. Das ist nicht viel. Aber fĂŒr den X2 wohl zu wenig.

Beim Qidi und beim Any habe ich schon die DĂŒsen gewechselt. Mit einer kleinen Ratsche und einer Nuss. Das ist ratzfatz erledigt. Aber beim Sidewinder X2 ist das Hotend im Prinzip lose. Laut eines Videos von Artillery … ach, was erzĂ€hle ich? Man muss es selbst sehen:

Man muss den verdamten Druckkopf zerlegen? WTF?
Die halten das Hotend mit einer reppigen Zange fest! WTF?

Nun gut, das Zerlegen musste ohnehin sein, denn das Innere des Druckkopfes war voller Filament. Das erklĂ€rt auch, warum ich die Flowrate nach oben setzen musste. Kam ja nicht genug aus der DĂŒse raus, das lief ja in den Druckkopf und tropfte dann auf das Druckteil Suuuuper.

Mit einer Heißluftpistole und einer MessingbĂŒrste gelang es mir, den Druckkopf wieder komplett zu sĂ€ubern.

Erster „ernsthafter“ Druck

Ich habe danach mal meinen ersten ernsthaften Druck angestoßen. Der wurde aber eher mau.

Ja, ich hatte nicht alle Teile auf dem unteren Bild auf dem Druckbett, vielleicht ein Drittel davon.

Ich wollte Stringing vermeiden und ließ großzĂŒgige AbstĂ€nde zwischen den Druckteilen.

Hat nicht funktioniert. 🙁

Mir war nicht klar, wie toll der X2 ĂŒber eine Distanz von 20 cm waagerechte, nicht durchhĂ€ngende FĂ€den ziehen kann. Und so viele! 🙂

Trotzdem werde ich das Ergebnis verwenden, denn mein graues PLA geht zur Neige.

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Nase voll, Feierabend!

Noch ein weiterer Tag

Heute den Retrackt eingestellt: 2 mm mit 25 mm/s. Das sollte Stringing vermeiden. Um das Z-Wobbeling kĂŒmmere ich mich danach, das liegt einfach an der BrĂŒcke, die unten wohl etwas im Rahmen klemmt. Das passiert bei einem modernen 3D-Drucker eher nicht.

Das nĂ€chste Projekt ist auch wieder produktiv, denn ich hatte vor einem Jahr eine hintere Abdeckung fĂŒr Steckdosen gebaut, die in einen Schrank eingebaut sind. Die Bilder findet man —> hier.

Merkte erst am Ende, dass die mein Any i3 Mega nicht drucken kann. Nun habe ich ja den passenden Drucker. Ob der Druck Z-Wobbeling hat oder Peng ist egal, das ist ein Funktionsteil mit geringer Höhe, das man ohnehin nicht richtig sieht, wenn es eingebaut ist.

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Gut, die sind jetzt kein Test fĂŒr Stringing, aber doch … zwischen den Bauteilen wĂ€re sicher sonst Stringing entstanden. Mit dem Druckergebnis bin ich bisher zufrieden. Sieht aus wie vom Any.

Ja, das, was die Szenerie beleuchtet, ist so eine 1,29 EUR USB-Lampe aus dem Action Markt, die im USB-Stick-Port des X2 steckt und an deren Schwanenhals ich eine Logitech C270 Webcam mit einem Kabelbinder befestigt habe. Das funktioniert so gut, dass ich dafĂŒr eventuell eine Halterung konstruiere.

Rollladen geschlossen

Und dann schloss ich die elektrischen RolllÀden. Zufall oder nicht, aber just in diesem Augenblick brach die Verbindung zwischen dem Raspberry mit Octoprint und dem Drucker zusammen. Jeder Versuch den Druck fortzusetzen scheiterte.

Ach ja, macht nichts. Mein Modell hatte ohnehin einen viel zu dicken Deckel, da muss ich eh noch einmal bei.

Trotzdem habe ich nun die Faxen dicke. Es gibt noch andere, viel wichtigere Dinge im Leben, als am Drucker zu basteln.

Nun weiß ich meinen modernen Qidi X-Smart 3 zu schĂ€tzen. Der druckt direkt aus der Packung ohne Aufbauen, justieren und basteln schnell und perfekt.

Fazit

Ich sehe schon die „Experten“ die Augen verdrehen. Das Problem ist nicht der Drucker, das Problem bin natĂŒrlich ich. Ich sollte doch gefĂ€lligst verstehen, wie so ein 3D-Drucker und seine Firmware funktioniert. Muss alle GCodes auswendig kennen, klar. Ein Klipper-Studium absolvieren. Habe ja keine anderen Hobbys. Ich bin seit Jahren AnfĂ€nger. Und es ist mir egal.

Diese Leute haben keine Familie, kein Haus, keine anderen Hobbys und vermutlich einen Halbtagsjob. FĂŒr die ist der Drucker das Hobby und nicht das Drucken.

Ich habe neulich einen Artikel darĂŒber geschrieben, dass diese Bastler-Generation mit der neuen 3D-Drucker-Generation fremdelt. Nicht alle, das ist klar, aber die Hardcore-Bastler hassen Bambu Lab und Qidi-Tech – und deren Besitzer.

Ach ja, woran erkennst Du ob jemand einen 3D-Drucker von Bambu Lab besitzt?
Er wird es Dir sofort erzÀhlen.

Ja, diese Leute missionieren und sprechen in einer seltsamen Werbesprache, mit AbkĂŒrzungen, die meist nur Bambu Lab verwendet. Das irritiert manchmal schon etwas und erinnert an manche Apple-User.

Update

Ich habe meinen Frieden mit dem X2 gemacht. Es gibt zwar noch einiges zu „optimieren“, aber er druckt nun so, wie er soll. Das Problem mit dem Druckabbruch beim Schließen der RolllĂ€den war schnell ausgemacht: ein billiges LAN-Kabel, das, wenn ich mich recht entsinne, bei einer Überwachungskamera beilag, hĂ€tte ich besser gleich entsorgen sollen.

Am Stecker hatte sich die HĂŒlle mit der Schirmung gelöst. So konnte vermutlich ein elektromagnetischer Impuls eines der Elektromotoren die DatenĂŒbertragung stören und dadurch den Raspi aus den Tritt bringen.

Der Artillery Sidewinder X2 besticht vor allem durch die geringe GerĂ€uschkulisse. Da er keinen NetzteillĂŒfter hat, ist er im Standby einfach … still.

Mein Anycubic i3 Mega lÀuft indessen endlich mit Klipper und den leisten Motortreibern. Er ist nun deutlich leiser und schneller als vorher. Sehr angenehm. Das kann der Sidewinder X2 aber noch toppen. Wenn er druckt, hört man die Motoren zwar ebenfalls nicht aber durch die Gummirollen anstelle der Linearlager des Ai3M ist er in Bewegung sogar noch leiser. Ein wirklich angenehmes, unaufdringliches GerÀusch. Fast schon beruhigend.

Zweiter Versuch

Vor einem Jahr hatte ich eine Abdeckung fĂŒr die oben angefĂŒhrten Schalterdosen entworfen, die man in der Flurgarderobe noch von innen sehen konnte. Als ich sie drucken wollte, stellte ich fest, dass sie viel zu groß fĂŒr meinen arme kleinen Ai3M waren.

Aber auf das Druckbett des SW-X2 passten sie perfekt. Allerdings benötigte er dafĂŒr auch etwa sechs Stunden. Ja, ja, er ist auch nicht der schnellste Drucker, mit seinen 80 mm/s, mit denen ich ihn schon mehr als Artillery empfiehlt, gescheucht habe. Die sagen, man soll nicht schneller als 60 mm/s drucken.

SW-X2, erster guter Druck
SW-X2, erster guter Druck

 

SW-X2, erster guter Druck
SW-X2, erster guter Druck

DafĂŒr ist das Druckergebnis absolut in Ordnung. Wieder das Kingroon-Filament. Das ist wirklich super. Allerdings habe ich immer noch den Z-Versatz auf ca. 3 mm Druckhöhe. Hier muss ich noch einmal die BrĂŒcke der Z-Achse lösen und neu ausrichten. Das sollte Abhilfe schaffen.

Der Z-Offset und das Bett sind perfekt eingestellt. Die Schichthaftung auf der GlasoberflÀche ist unglaublich gut.

Einziges Problem bzw. First-World-Problem: Der Druck löst sich von selbst, wenn die Glasplatte komplett abgekĂŒhlt ist. Das dauert natĂŒrlich. Eine solche PEI-Platte nimmt man runter, biegt sie und die Druckobjekte fallen runter.

FĂŒr die Any und die Sidewinder nehme ich ein Cuttermesser. Damit gehe ich unter eine Ecke, ziehe es vorsichtig ein paar Zentimeter weiter, bis ich den Spachtel, der jedem Drucker beiliegt, unter den Spalt schieben kann. Das Bauteil löst sich dann relativ leicht.

Den Deckel habe ich auch gleich montiert. Hat fast so gepasst, wie ich es geplant hatte, nur die Abdeckung des hinteren Spalts in der RĂŒckwand des Schrankes hĂ€tte ich besser planen können. Aber das ging auch so.

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Ich bin wirklich froh, dass jetzt alle meine Drucker einsatzbereit sind. Es ist schon ein unangenehmes GefĂŒhl, wenn da ein Metallklotz steht, der nicht drucken kann. Nun freue ich mich schon auf die ersten langen Drucke mit dem Sidewinder X2. Aber das geht erst, wenn ich mein Arbeitszimmer im KBZ einrichten kann.

Über den Autor

Hessi

Michael "Hessi" Heßburg ist ein erfahrener Technik-Enthusiast und ehemaliger Informatiker. Seine Website, die er seit ĂŒber 25 Jahren betreibt, deckt vielfĂ€ltige Themen ab, darunter Haus & Garten, Hausrenovierung, IT, 3D-Druck, Retrocomputing und Autoreparatur. Zudem behandelt er gesellschaftspolitische Themen wie Datenschutz und Überwachung. Hessi ist seit 20 Jahren freiberuflicher Autor und bietet in seinem Blog fundierte Einblicke und praktische Tipps. Seine BeitrĂ€ge sind sorgfĂ€ltig recherchiert und leicht verstĂ€ndlich, um Leser bei ihren Projekten zu unterstĂŒtzen.

2 Gedanken zu „Spaß mit dem neuen 3D-Drucker! (Update)“

  1. Ich habe mich mal wieder köstlich amĂŒsiert bei deinem Artikel!

    Genau aus diesen von dir beschriebenen GrĂŒnden zögere ich immer noch mir einen 3D Drucker zu kaufen. Ich hĂ€tte das Teil im Artikel vermutlich nach 5 Stunden aus dem Fenster geworfen, so ein gefrickel darf eigentlich heutzutage nicht mehr vorkommen. Hut ab fĂŒr deinen Ehrgeiz!

    Eben wie du sagst, wenn das Hobby der Drucker ist dann bitteschön sollen sie lange Bastelspaß daran haben, Filament verballern wie sie Lust und Zeit haben aber ohne mich!

    Gut, gegen kleine Verbesserungen habe ich auch nichts einzuwenden wenn sie das Druckergebnis verbessern. Zeitsparen ist meiner Meinung nach nicht das grĂ¶ĂŸte Maß aller Dinge. Klar will man den Druck schnell erledigt haben aber gut Ding braucht Weile….

    Ich werde wohl irgendwann dem Qidi X-Smart 3 eine Chance geben

    Antworten
    • Richtig, man kann ĂŒber Bambu Lab sagen was man will, aber die haben die EinstiegshĂŒrde deutlich gesenkt. Sind mir nur zu teuer.
      Den X-Smart 3 gab es jetzt wohl fĂŒr 280 EUR. Versand aus der EU.

      Ich habe da neulich auch eine Firmware installiert, die Qidi auf GitHub nicht als nur fĂŒr den internen Gebrauch markierte. Ja, doof, da ist die Filamentwechselprozedur so doof gemacht, dass sie dreimal so lange dauert und man einen Schlauch abfummeln muss. Die wollten das einsteigerfreundlicher gestalten. Hat nicht geklappt. Auf meine Beschwerde bekam ich am Nachmittag innerhalb von zwei(!) Minuten eine Antwort von Qidi! Eine echte, persönliche. Der Support ist schon spitze, die geben richtig Gas.

      Was anderes: Ich habe ein Bild vom halben RĂŒdiger in den Artikel gepflegt, wenn Deine Nerven das aushalten, dann nur zu. Aber beschwere Dich nicht, wenn Du AlbtrĂ€ume bekommst.

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