Elternabend ist die reinste Hölle!

Als Mann (und mit mehr als einem Kind) sind diese Veranstaltungen nur schwierig zu ertragen. Ganz schlimm sind Elternabende in der Grundschule: Emotionen und IrrationalitĂ€t statt Sachlichkeit und Argumente – auf allen Seiten.

Was mir auf Elternabenden aber immer wieder auffÀllt:

  • Die Eltern sind undisziplinierter als die Kinder. Offenbar ist es schwierig bis unmöglich einfach mal nichts zu sagen, wenn man nicht dran ist.
  • Bei einigen (meist MĂŒttern) scheint der Elternabend eher den Charakter eines Happenings oder eines Kaffeeklatsches zu haben.
  • Beginnt jemand einen Satz mit „Mein Kind
“ muss man sofort dazwischen grĂ€tschen, sonst hört man die nĂ€chsten 15 Minuten nur uninteressantes Gejammer ĂŒber ein bedauernswertes Einzelschicksal.
  • Sagt ein Elternteil: „Nein, die Kinder haben sich aber dagegen entschieden!“, dann hat nur die eigene Tochter/Sohn keine Lust auf den geplanten Ausflug.
  • Es werden immer wieder Fragen gestellt, die bereits vorher durch die LehrkrĂ€fte erklĂ€rt wurden. Bekommt man natĂŒrlich nur mit, wenn man auch mal still sein kann oder am Smartphone den Flugzeugmodus aktiviert.
  • Glauben manche Eltern, dass die Kinder aus Zucker sind. Das sind ĂŒberwiegend erstgebĂ€hrende Einzelkinder-Hubschrauber-Eltern, die selbst schon damit ĂŒberfordert sind, auf dem Parkplatz vor der Schule mit ihrem geleasten SUV nicht zwei oder mehr ParkplĂ€tze auf einmal zu blockieren. Die meisten parken aber ohnehin gleich den BĂŒrgersteig und die Feuerwehreinfahrt zu. Die leiden allesamt unter dem Main Charakter Syndrom.
Elterntaxi
Elterntaxi
  • Die Elternhaltestelle wird zum Elterndauerparkplatz, weil der ViertklĂ€ssler von Mami noch bis in den Klassenraum gebracht werden muss. Er könnte sich verlaufen und entfĂŒhrt werden. Da wird nicht nur mit anderen Eltern diskutiert, nein, auch mit der Polizei! Die können sich alle gar nicht in eine zarte Kinder
  nein 
 Helikoptermutter-Seele einfĂŒhlen, das ist das Problem!
Mutter bringt ihr Kind in die Schule
Mutter bringt ihr Kind in die Schule
  • Der beste Schulweg mit dem Fahrrad wird diskutiert und es kristallisiert sich heraus, dass die viel befahrene Hauptstraße ohne Radweg prĂ€feriert wird. In der ruhigen, fĂŒr Fahrradfahrer geeigneten Parallelstraße könnten die Kinder in schwarze Minivans mit Totenkopf gezogen werden. Risikoanalyse fĂŒr Privatfernsehkonsumenten und Telegram-Gruppenchat-Teilnehmer.
  • Wie kommen Eltern auf die Idee, die eigenen Zappel-Kinder seien hochbegabt, wenn sie selbst einen eher unterdurchschnittlichen IQ haben?
    Was?
    Ah, ja!
    Eben deswegen!
  • Es geht immer nur um die eigene missratene Göre, nie um den Klassenverband.
  • Viele Eltern glauben, dass die Schule die eigenen Fehler in der Erziehung auszugleichen hat. In sechs Stunden am Tag sollen Lehrer mit 25 Kindern an der Backe das schaffen, was man selbst in den restlichen 18 Stunden nicht auf die Kette bekommt? Aber wehe, Lehrende wĂŒrden wirklich erziehen! Dann ist aber Polen offen!
  • Einige Eltern verlangen, dass das eigene Kind grĂ¶ĂŸtmögliche Förderung zu erhalten habe. Die meisten von denen haben nicht einmal zwanzig BĂŒcher zu Hause und setzten das eigene Kind zur eigenen Entlastung fĂŒr Stunden vor einen Werbekanal wie Nickelodeon oder Toggo.
  • Stichwort „Soziale Kompetenz“: Die meisten Kinder haben maximal ein oder zwei Nachmittage in der Woche frei. Man lĂ€sst Dritte fördern. Soziale Kontakte zu anderen, gleichaltrigen Kindern finden so durchgehend in kontrollierten Gruppen statt.
  • Gerade im Kindergarten und der Grundschule wird mehr Englischunterricht gefordert. Vermutlich, weil man selbst miserabel diese Sprache spricht. „Dis pĂ€rens ahr hewi on se woodway“! Damit sind sie aber in bester Gesellschaft, denn auch Spitzendeutsche, wie LĂŒbke, MĂŒller oder der fremdgesteuerte Oettinger können es nicht besser.
Elternbeirat feiert deren Wahl
Elternbeirat feiert den Wahlsieg
  • Man darf niemals die wĂ€hlen, die freiwillig Elternbeirat werden wollen. Die stoßen spĂ€ter mit der Nachbarin mit einem Glas Prosecco auf diesen grandiosen Wahlsieg an. Nein, das habe ich mir nicht ausgedacht, sondern so gesehen. Alles Selbstdarsteller, die die eigenen Interessen durchsetzen und sich dann nur noch um die Belange des eigenen Kindes kĂŒmmern wollen.
  • Warum mĂŒssen Elternabende immer alle am selben Abend stattfinden? Sogar die im Kindergarten? Gibt es da einen geheimen Google-Kalender der NWO?
  • Dauert ein Elternabend mehr als 20 Minuten, ist etwas ganz schrecklich aus dem Ruder gelaufen. Punkt.

Zusammengefasst kann man sagen:

Eltern (und Lehrer) vergessen immer wieder, dass es fĂŒr den Austausch untereinander die Elternstammtische in den Kneipen und fĂŒr den Austausch mit den Lehrern die Elternsprechtage in der Schule gibt.

Drei einfache Verhaltensregeln fĂŒr Eltern bei Elternabende sind folglich:

  1. Schnauze zu
  2. Handy aus
  3. Ohren auf

Über den Autor

Hessi

Michael "Hessi" Heßburg ist ein erfahrener Technik-Enthusiast und ehemaliger Informatiker. Seine Website, die er seit ĂŒber 25 Jahren betreibt, deckt vielfĂ€ltige Themen ab, darunter Haus & Garten, Hausrenovierung, IT, 3D-Druck, Retrocomputing und Autoreparatur. Zudem behandelt er gesellschaftspolitische Themen wie Datenschutz und Überwachung. Hessi ist seit 20 Jahren freiberuflicher Autor und bietet in seinem Blog fundierte Einblicke und praktische Tipps. Seine BeitrĂ€ge sind sorgfĂ€ltig recherchiert und leicht verstĂ€ndlich, um Leser bei ihren Projekten zu unterstĂŒtzen.

1 Gedanke zu „Elternabend ist die reinste Hölle!“

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