Unser erstes China-Phone

Meine Tochter brauchte ein neues Smartphone. Sie hat gerne Reserven auf ihrem Konto und so fiel ein teurer Ersatz von einem „Markenhersteller“ aus. Auch fĂŒr ein Mittleklassechinaphone war sie zu geizig, sie wollte das billigste Telefon haben, das gerade noch brauchbar war. Wie brauchbar ist in der RealitĂ€t eigentlich „brauchbar“?

Sie hĂ€lt nicht viel von Statussymbolen und gibt ihr Geld lieber breit gestreut aus. Jeder in der Familie hatte mittlerweile ein „richtiges“ Smartphone, nur sie eierte noch aus puren Geiz mit einer alter Gurke rum: einem Samsung Star II. Das ist ein weniger smartes Smartphone mit Bada-Betriebssytem. Moderne Kommunikationswege, wie Whatasapp, waren ihr damit verwehrt. Sie hat gerne Reserven auf ihrem Konto und so fiel ein teurer Ersatz von einem „Markenhersteller“ aus. Selbst fĂŒr ein Mittleklassechinaphone war sie zu geizig, sie wollte das billigste Telefon haben, das gerade noch brauchbar war. Wie brauchbar ist in der RealitĂ€t aber eigentlich „brauchbar“?

Die Wahl fiel auf ein THL T6S. Ausgeschrieben heisst der Hersteller dieses Handys „Technology – Happy – Life“ und hat nichts mit einem Ă€hnlich klingendem Logistikunternehmen (weches auch das Telefon lieferte) zu tun. Chinesen greifen halt gerne zu Namen, die wie bekannte Marken klingen.

THL T6S style
T6S auf Box

THL T6S style
T6S auf Box

THL T6S style
T6S auf Box

THL T6S style
Touchbuttons

THL T6S style
Seitenansicht

Die Eckdaten des Telefons lesen sich im SpĂ€tsommer 2014 nicht zu schlecht, wenn man bedenkt, dass z.B. Samsung immer noch Androiden wie das Galaxy Duos mit nur einem Kern und einem astmatischen Gigahertz anbieten – oder Huawei seinen Telefonen auch gerne mal nicht mehr als 512 MB RAM und 4GB ROM mit einem Dualcore gönnt. All diese Telefone spielen bemerkenswerter Weise in der gleichen Preisliga wie das THL T6S.

Alles was ich hier schreibe muss immer in diesem Kontext gesehen werden: Ein Smartphone unter 100,- EUR im Vergleich mit seinen Konkurrenten.
Ich beleuchte das T6S in diesem Bericht aus dem Blickwinkel eines Einsteigers oder jemandem, dem sein zwei Jahre Altes Telefon so langsam den Spaß an der ganzen Sache raubt.

Wo bekomme ich das Telefon her?
Wir haben das Telefon im eFox-Shop fĂŒr rund 87,- EUR bestellt. In diversen Foren und auf dem Blog der Firma werden öfter Gutscheincodes angegeben und so kostete uns das Telefon unter dem Strich nur 77,- EUR inklusive Versand aus Deutschland. Bestellt man direkt aus China, kostet das Telefon sogar nur rund 60,- EUR, aber der Versand dauert lĂ€nger und es können ZollgebĂŒhren und Einfuhumsatzsteuer anfallen.

Efox-Shop verspricht eine Lieferung innerhalb von 72 Stunden im Inland. Montag Abend bestellten wir – und Donnerstag Morgen stand der DHL-Paketbote vor der TĂŒr. Das mag in der versprochenen Zeit liegen, fĂŒr meine Tochter waren es aber gefĂŒhlte Wochen.

Die Garantie betrĂ€gt 12 Monate – und innerhalb von 15 Tagen nimmt der Shop das Telefon kommentarlos zurĂŒck.

Testfeld:
Als Konkurrenz – und (vergleichbaren) GerĂ€ten, von denen sicher einige aufsteigen wollen – habe ich folgende GerĂ€te herangezogen:
– Huawei Ascend G510 Y330
– Samsung Galaxy Ace S5389i- Samsung Star II S5260
Apple iPod 4G

THL T6S vergleich
vs. Y300

THL T6S vergleich
vs. Galaxy Ace

THL T6S vergleich
vs. Star II

THL T6S vergleich
vs. iPod 4G

Hier die Telefone im Vergleich. Das T6S ist angenehm flach.

Das Huawei Y300 ist ein oft verkauftes Smartphone, welches seinerzeit als Telefon in der c’t mehr oder weniger empfohlen wurde, wenn man denn unbedingt ein EinsteigergerĂ€t haben wollte. Es dient als Beispiel fĂŒr direkte Konkurrenten.

Das Ace war ein ebenso verbreitetes Telefon, seinerzeit brauchbar, aber nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ. Es dient als Beispiel fĂŒr ein GerĂ€t, welches Leute besitzen, die sich nun verbessern wollen.

Das Star II ist ein typisches „Kinderhandy“ oder ZweitgerĂ€t. Es lag damals ebenfalls in der 100-Euro-Klasse und war weit verbreitet.

Technische Daten:
Was können also Aufsteiger von einem „Billighandy“ erwarten? Ich bitte nachzusehen, dass ich hier teilweise auch Basics erwĂ€hne, die einem jahrelangen Smartphonebesitzer seltsam vorkommen, aber es handelt sich hier um ein EinsteigergerĂ€t, da darf man auch gerne mal einen Satz mehr schreiben. 🙂
Werfen wir einen Blick auf die Eckdaten des THL T6S:

– Mediatek MT6582M mit 1.3 GHz und vier ARM Cortex A7-Kernen
– Mali 400 GPU, Dualcore mit 416 GHz
– 1 GB RAM
– 8 GB ROM
– 5.0 Zoll QHD Display (854*480)
– 5 MP RĂŒckkamera mit Autofokus
VGA Frontkamera
– UMTS/3G
– Bluetooth 4.0
WLAN bis N
– GPS
– 1900 mAh Akku

– Dual-SIM-Slot (1x SIM, 1x MicroSIM)
– Micro-SD-Card-Slot bis 32GB
– Radioempfang (nur bei angeschlossenem Headset)

Abmessungen und Gewicht:
144mm lang, 72mm breit und 8,2mm dick
Das Gewicht betrÀgt 162g.

Software:
Android 4.4.2 „KitKat“

Die Sensoren sind eher ĂŒbersichtlich, denn das Telefon bietet nur einen Lagesensor (eine Art Wasserwaage in drei Raumachsen), einen Helligkeitssensor (fĂŒr die Displayhelligkeit) und einen AnnĂ€herungssensor (schaltet den Schirm aus, damit man mit der Wange nicht beim telefonieren das Handy bedient). Schön wĂ€re noch ein Kompass gewesen, aber sei es drum.

Weiterhin gibt es eine 3,5mm Klinkenbuchse fĂŒr Kopfhörer oder Headsets und einen Micro-USB 2.0 Anschluß ĂŒber den das Telefon auch geladen wird. Dieser Anschluß ist in der EU verbindlich. Die EinschĂŒbe fĂŒr SIM- und SD-Karten befinden sich unter der Kunststoffabdeckung. Der Akku muss entnommen werden, wiell man diese bestĂŒcken.

THL T6S akku
SIM-Slots

Sogar auf eine (einfarbig rote) Notification-LED muss man nicht verzichten. Diese zeigt den Ladestatus, verpasste Anrufe oder neue Nachrichten an, auch wenn der Bildschirm ausgeschaltet ist.

NatĂŒrlich darf man keine aktuellen Goodies wie Near Field Communication (NFC), QI wireless charging oder USB on the go (OTG) erwarten. Diese bekommt man momentan erst ab der gehobenen Mittelklasse der Smartphones.

Lieferumfang:
Im Lieferumfang befinden sich:
– Handbuch auf Englisch
– Steckernetzteil (USB, 500mA)
– Lade-/Datenkabel
– Ersatzschutzfolie fĂŒr das Display (eine ist bereits vom Werk aus aufgeklebt)
– KunststoffschutzhĂŒlle
– Headset
– Akku mit 1900mA

FĂŒr einen Einsteiger ist das das Rundumsorglospaket. Auspacken, einschalten, glĂŒcklich sein. Im Normalfall benötigt man kein weiteres Zubehör ausser eventuell einer Micro-SD-Karte und natĂŒrlich einer (Micro-) SIM-Karte. Die Leistung des LadegerĂ€tes ist mit 500mA nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ. Allerdings habe ich nicht getestet, ob das Telefon mit einem 1A oder 2A LadegerĂ€t schneller lĂ€dt. Das ist eine Wissenschaft fĂŒr sich, die die c’t einmal etwas genauer beleuchtet hatte und erstaunliche Ergebnisse erzielte.

https://www.youtube.com/watch?v=5H2Hsq0WgRg
Das Video. FĂŒr die Eiligen, die besser gucken als lesen können. 🙂
Auf das Bild klicken und das Video startet Datenschutzkonform.

GehÀuse:
FĂŒr das Geld bekommt man von auch von anderen Herstellern nur „Plastikhandys“. Einen Stah- oder Alulrahmen sowie Gorillaglas sucht man hier natĂŒrlich vergebens. Das Design gibt sich seriös, flach und elegant. An den Seiten ist ein verchromter schmaler Rand zu sehen. Das OberflĂ€chenfinish ist matt gehalten. Nichts, wofĂŒr man sich schĂ€men mĂŒsste, oder das billig aussieht.

Im Normalfall klappert oder knarzt nichts an diesem Telefon. Einzig wenn man das GerĂ€t verbiegt, kann man ihm KnarzgerĂ€usche entlocken. Die Abdeckung ist aus schwarzem Kunststoff, welcher bei direkter Sonneneinstrahlung dunkelblau aussieht und bunt zu glitzern anfĂ€ngt. Dieser Effekt ist sehr dezent und sieht eher edel als kitschig aus. Man bemerkt ihn auch nur in bestimmten Betrachtungswinkeln. Die Abdeckung rastet fest ein und schliesst bĂŒndig und gleichmĂ€ĂŸig an allen Seiten ab.

Das Telefon ist ebenso in weiss lieferbar. Die SchutzhĂŒlle ist dann durchsichtig gehalten – die schwarze Version kommt mit einer RauchglashĂŒlle. Die HĂŒlle trĂ€gt nicht auf. Mein Sohn zeigte sich erstaunt, als er bemerkte, dass das Telefon in einer HĂŒlle steckte, man wĂŒrde es nicht bemerken. Das Material ist aus einfachem, recht hartem Kunsstoff, es besteht nicht aus Silikon oder Ă€hnlichem. Ob das GerĂ€t dadurch bei einem Fall wirkungsvoll geschĂŒtzt wird, kann man bezweifeln. Gegen die Ungemache des Alltags bietet sie hingegen einen wirkungsvollen Schutz. Chinaphones bringen erst ab der 150-EUR-Klasse Flipcases mit Fenster mit, schön, dass hier aber wenigstens ein rudimentĂ€rer Schutz beiliegt.

Auch mit kleinen HĂ€nden lĂ€sst sich das Telefon einwandfrei halten und bedienen. Es liegt recht gut in der Hand. Die HĂŒlle ist leicht angeraut bietet so mehr Griffigkeit.

Der Displayrand ist erfreulich schmal – nicht nur fĂŒr diese Preisklasse. Leider sind die Touchbuttons (Home-, MenĂŒ- und ZurĂŒck-Tasten) nicht beleuchtet. Die Kameralinse steht etwas ĂŒber das GehĂ€use hinaus. Das ist leider immer öfter anzutreffen, selbst bei sehr hochpreisigen Telefonen wie dem Apple iPhone 6.

Der Einschalter befindet sich am rechten oberen Rand, die LautstĂ€rkewippe an der linken Seite. Die Knöpfe haben einen klaren Druckpunkt, stehen etwas hervor und lassen sich daher, auch mit der SchutzhĂŒlle, gut ertasten. Klinken- und USB 2.0-Anschluß befinden sich an der Oberseite des GehĂ€uses.

Helligkeits und AnnÀherungssensor, sowie die Kamera und die Benachrichtigungs-LED befinden sich neben dem Lautsprecher zum Telefonieren.

Im Vergleich zu den anderen Telefonen zeigt das T6S gehĂ€sueseitig keine SchwĂ€chen. FĂŒr die GrĂ¶ĂŸe ist es sogar viel leichter, als man es vermutet.

THL T6S style
Kamera

THL T6S back
Glimmer auf dem Backcover

Kameras:
Ganz klar die Archillessehne des Telefons: die beiden Kameras! Das kann man aber nicht an den fĂŒnf Megapixeln festmachen, ein gutes Bild braucht keine Megapixel. Im Sonnenschein macht das T6S brauchbare SchnappschĂŒsse. Farben sind gut, Kontrast ist wunderbar, aber leider sind die Komprimierungsartefakte beim Zoomen sehr stark zu sehen. Bilder mit vielen Details wirken dann wie gemalt. Auch bei schwierigen LichtverhĂ€ltnissen kann man das Telefon in der Tasche stecken lassen. Bilder verwackeln schnell und werden durch Rauschen unansehnlich. Der LED-„Blitz“ gibt gerade mal eine mĂ€ĂŸige Taschenlampe ab, zum Ausleuchten von Photos taugt er leider rein gar nicht.

Front und RĂŒckkamera könnten weitwinliger sein. Im Vergleich zum Kleinbild schĂ€tze ich die Brennweite auf jeweils ca. 30mm. Bei nahen Objekten ist die SchĂ€rfentiefe sehr gering, d.h., dass Objekte, die sich einige Zentimeter vor oder hinter dem fokussierten Objekt befinden unscharf sind. Siehe das Bild mit dem Stillleben. Vorteil ist, dass man damit spannende Bilder machen kann, in denen das Hauptmotiv sprichwörtlich in den Fokus tritt. Ab einer Entfernung von 50cm tritt dieser Effekt nicht mehr auf.

Videos braucht man mit dem THL nicht zu machen. Ob in 1080 oder 720, die Videos haben eine gefĂŒhlte Framerate von 16 Bildern pro Sekunde. Das ist umso mehr schade, da die Videos sonst mit schönem Kontrast und guter Farbtreue zu gefallen wissen.

Unten seht Ihr ja, wie groß, oder besser gesagt klein, die Linse und der Sensor sind. Das ist eine typische Chinaphone-Kamera – aber mittlerweile bessert sich diese Problematik mit den Neuerscheinungen der höherpreisigen GerĂ€te aus China ganz gewaltig.

Im Vergleich zum iPod… naja, den Vergleich stellen wir nicht an, da verliert nicht nur das T6S haushoch… Mit dem Huawei und dem Galaxy liegt es aber in etwa auf einem Niveau bei Farben und Kontrast, ist sogar in der DĂ€mmerung besser als das Huawei, aber es fehlen letztlich die Details bei hoher Zoomstufe. Bilder wirken bei vielen Details wie gemalt. Das kann man gut auf dem Bild mit dem Hund und dem Gras sehen.

Auf der Habenseite stehen bei der RĂŒckkamera des T6S aber immerhin ein schneller Autofokus mit tollem Macromodus und die ĂŒblichen Android-Gimmicks wie Voice-Capture (sprachausgelöste Bilder), HDR-Photos und ein brauchbarer Panoramamodus. FĂŒr SchnappschĂŒsse und das Scannen von Barcodes ist die RĂŒckkamera sehr gut geeignet.

Die Frontkamera mit 0,3 MP (VGA, 640X480 Pixel) und Fixfokus reicht nur fĂŒr anspruchslose Selfies und Videotelefonate. Die QulitĂ€t entspricht in etwa der 3,2 MP RĂŒckkamera des Samsung Star II. Ja, richtig, 0,3 MP gegen 3 MP. Ich sagte ja, dass Megapixel nicht alles sind.

Hier findet Ihr die unbearbeiteten Originalbilder der Kameras. Ähnliche Bilder stellen jeweils die RĂŒck- und dann die Frontkamera oder mit und ohne Blitz dar.
Um die volle Auflösung zu sehen, bitte das VergrĂ¶ĂŸerungssymbol oben rechts anklicken. Die Kamera interpoliert die Bilder, das kann man leider nicht an die native Auflösung anpassen.

THL T6S Beispielbild kamera
Kamera ohne Backcover

THL T6S Beispielbild haus
Haus, mittags

THL T6S Beispielbild lagotto romagnolo
Hund

THL T6S Beispielbild
Macro

THL T6S Beispielbild
Frontkamera

THL T6S Beispielbild
RĂŒckkamera

THL T6S Beispielbild
RĂŒckkamera

THL T6S Beispielbild
RĂŒckkamera

THL T6S Beispielbild
RĂŒckkamera

THL T6S Beispielbild
Frontkamera

THL T6S Beispielbild
RĂŒckkamera

THL T6S Beispielbild
Frontkamera

THL T6S Beispielbild fix it felix
Mit Deckenlampe

THL T6S Beispielbild
Mit Blitz

Sound:
Auf der RĂŒckseite befindet sich ein Monolautsprecher, der klar und laut klingt, aber natĂŒrlich keinerlei Basswiedergabe bietet. Im Vergleich ist der Sound des Lautsprechers um GrĂ¶ĂŸenordnungen besser als bei den anderen GerĂ€ten.

Der Kopfhörerausgang gefĂ€llt mit einen guten, rauschfreien und unverzerrten Sound, wie ich mit einem Sennheiser „Momentum on Ear“ testen konnte. Mit meinen In-Ohr-Hörern (Koss „The Plug“) gefiel mir der Klang weniger, er wirkte etwas anstrengend und kalt. Das ist aber wie immer Geschmackssache. Ignoriert man die Hörschaden-Warnung, kann man die LautstĂ€rke so anheben, dass man mit den Momentum keine UmgebungsgerĂ€usche mehr wahrnimmt. Der Koss war hingegen auch so laut genug.

Telefonfunktion:
Die SprachverstĂ€ndlichkeit und LautstĂ€rke des Telefons ist sehr gut und klar. Das Mikrophon könnte besser sein. Es klingt halt „nach Handy“, so wie die meisten Telefone auch. Das ist jetzt weder positiv noch negativ gemeint und man versteht auch einen Anrufer, der eine T6S benutzt, ganz normal. Das Telefon bietet durch die beiden SIM-karten die Möglichkeit Telefonkonferenzen zu fĂŒhren. Im AndoridmenĂŒ lassen sich die einzelnen Funktionen (Anrufe, SMS/MMS, etc.) den beiden Karten jeweils zuweisen, so dass man z.B. mit einer werbefinanzierten SIM-Karte surfen und mit der Preapaid telefonieren kann. Auch im Urlaub ist das eine tolle Sache: Eine Datenkarte kaufen (in Kroatien z.B. fĂŒr 3GByte Datenvolumen nur ca. 8,- EUR!) und trotzdem noch unter der ĂŒblichen Telefonnummer verfĂŒgbar sein.

Die Empfangsleistung ist gegenĂŒber den anderen Telefonen richtig gut. In unserem Keller aus WU-Stahlbeton mit Fußbodenheizung, in dem z.B. das Ace komplett versagt, hat das THL teilweise bis zu zwei Balken, selbst in der Mitte des Raumes.

WLAN:
Der WLAN-Empfang ist besser, als man den Mediatech-Chips nachsagt – das mag auch an dem KunststoffgehĂ€use ohne Metallabdeckungen liegen. Dort wo unsere anderen GerĂ€te durch die Stahlbetondecken mit Fußbodenheizung versagen, versagt aber auch das T6S. In schwierigen Empfangslagen reicht dann schon die Hand am GehĂ€use, um den Empfang zu beenden. Galaxy und Huawei liegen auf Ă€hnlichem Niveau.

GPS:
Über den GPS Empfang war ich wirklich erstaunt. Auch hier sagt man den Meditech-Chips schwache Leistungen nach, die ich nicht bestĂ€tigen kann. Ich hatte das GPS bereits ca. eine Stunde im Haus eingeschaltet, bevor ich es testete. Die GerĂ€te benötigen fĂŒr den ersten Fix erfahrungsgemĂ€ĂŸ sehr lange – aber eben nur fĂŒr den ersten Fix auf einem neuen Erdteil.
Am Rande bemerkt: unser Haus ist ein echtes Funkloch, wir empfangen hier kein DVB-T (draussen Vollausschlag) und auch unser WLAN hört an der TerrassentĂŒr schlagartig auf.
Ich legte das Telefon draussen auf den Tisch der ĂŒberdachten Terrasse und bekam innerhalb von drei oder vier Sekunden sieben Satelliten rein. Ein paar Schritte in den Garten und ich hatte sofort zehn Satelliten auf dem Schirm. Dabei hatte ich das Haus direkt im RĂŒcken. Da kann ich nicht meckern und bin sehr zufrieden.

Display:
Die Firma JDI (Japan Display Inc.) stellt das Display dieses Telefons her. Sie ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Firmen Sony, Toshiba und Hitachi – große Player, aber ist es auch ein großartiges Display?

Der Schirm ist ein 5 Zoll IPS Display in QHD-Aufösung und bietet damit 854×480 Bildpunkten. Highend-GerĂ€te bringen auf der GrĂ¶ĂŸe mindestens die vierfache Auflösung (1920×1080) unter. Viele „ernsthafte“ Handynutzer werden nun die Nase rĂŒmpfen, sprechen gar von „Tetris-Displays“. Das ist (natĂŒrlich) maßlos ĂŒbertrieben. Im normalen Betrieb fĂ€llt die nominal geringe Auflösung keinesfalls auf. Das Display wirkt knackig, farbkrĂ€ftig und bietet eine guten Kontrast. Die Helligkeit ist sehr hoch und auch fĂŒr draußen im Sonnenlicht ausreichend. Der Schwarzwert ist gut, die Farben sind sehr krĂ€ftig und eher warm. Das Display wirkt klar und brilliant.

Die BlickwinkelstabilitĂ€t ist fĂŒr die Preisklasse erstaunlich gut. Die Farben „kippen“ nicht, wenn man das Display von der Seite betrachtet. Allerdings nehmen Kontrast und Helligkeit etwas ab. Es ist eben kein OLED-Display. Trotzdem ist es kein Problem mit mehreren Personen gleichzeitig auf das Display zu schauen.

Das Telefon bietet die ĂŒblichen Helligkeitsstufen von Android sowie einen Automatikmodus, in dem die Helligkeit dem Umgebungslicht angepast wird. Die geschiet hier zuverlĂ€ssig und treffsicher.

Im direkten Vergleich muss sich das T6S nicht vor dem Huawei Y300 verstecken, ganz im Gegenteil, bietet es doch eine viel grĂ¶ĂŸere Helligkeit, den besseren Kontrast und die schöneren Farben. Aber auch gegen den vergleichsweise hochauflösenden iPod 4G stinkt es nicht ab. NatĂŒrlich wirkt es im direkten Vergleich pixeliger, aber Helligkeit und Kontrastwerte sind durchaus ebenbĂŒrtig. Die BlickwinkelabhĂ€ngikeit ist allerdings etwas schechter. Über das Star II mĂŒssen wir keine weiteren Worte verlieren, hier ist das T6S in allen Belangen um Generationen voraus.

THL T6S display
Screen

THL T6S display
Screen

THL T6S display
Blickwinkel

THL T6S display
Blickwinkel

THL T6S display
Blickwinkel

THL T6S display
Uhr

THL T6S display
Uhr, Macro

THL T6S display
GDrive, Macro

THL T6S display
Screen Y300

THL T6S display
Screen Y300

THL T6S display
Screen Y300

Die Bilder von der BlickwinkelabhÀngigkeit sehen schlimmer aus, als sie das menschliche Auge wahrnimmt, in Wirklichkeit ist der Verlauf nicht so krass. Eher bemerkt man bei ca. 95 Grad Blinkwinkel eine abrupte (aber tolerierbare) VerÀnderung in der Helligkeit, die dann bis zu 180 Grad gleich bleibt.

Touchscreen:
Vom Werk aus ist eine entspiegelte, angeraute Schutzfolie aufgebracht, die aber nach lĂ€ngerem Gebrauch und öfteren putzen an Rauheit verliert und dadurch mehr spiegelt. Oben neben dem Telefonlautsprecher war an unserem Telefon eine ganz kleine Blase am Rand, die sich auch nicht wegdrĂŒcken liess. Allerdings war die Folie ringsum im gleichmĂ€ĂŸigen Abstand und sonst makellos aufgeklebt. Ob wir die Ersatzfolie gegebenenfalls wieder so sauber aufbringen werden, wage ich zu bezweifeln und bin froh, dass die hier ab Werk drauf war.

Der Schirm reagiert auch auf kleinste BerĂŒhrungen prĂ€zise und verzögerungsfrei. Ghosting konnte ich keines feststellen, aber bei nur zwei(!) gleichzeitig möglichen Touchpunkten war das nicht anders zu erwarten.
Im Vergleich zu dem Galaxy Ace und dem Star ist der Touchscreen eine echte Offenbahrung. Mit den Worten meines Sohnes: „Wow, der Screen fĂŒhlt sich richtig gut an!“.

Rechenleistung:
Der Quadcore MT6582M ist die kleinste CPU der 6582-Serie. Sie unterstĂŒtzt nur Displayauflösungen bis QHD und die integrierte Mali 400-GPU wird mit eher gemĂ€chlichen 416 statt 500 MHz getaktet.

Trotzdem hat der Vierkerner leichtes Spiel mit dem Android 4.4.2. Alles lĂ€uft sehr flĂŒssig und ohne HĂ€nger. Selbst wenn man z.B. im Playstore mehrere Programme gleichzeitig installiert, kann man ganz normal weiter im Store stöbern, ohne dass es zu Rucklern oder gar Wartezeiten kommt. Das kennen Benutzer anderer Einsteigerandroiden ganz anders!

Das liegt sicher an dem großzĂŒgigen Arbeitsspeicher mit 1GB – Ace und Y300 haben gerade mal die HĂ€lfte – aber natĂŒrlich auch an der Rechenleistung selber. Ebenso darf man nicht vergessen, dass durch die geringe Auflösung auch wesentlich weniger Pixel umhergeschubst werden mĂŒssen. Im Vergleich ist das Telefon ungleich schneller als die anderen GerĂ€te – selbst der hochgelobte iPod ist deutlich trĂ€ger als das T6S. Wieder mit den Worten meines Sohnes: „Das Handy ist krass schneller als der iPod!“.

Im tĂ€glichen Betrieb lĂ€sst der „kleine“ Vierkerner absolut keine WĂŒnsche offen. Webseiten werden – im Gegensatz zum Huawei Y300 und den anderen GerĂ€ten – extrem schnell geladen und Inhalte lassen sich verzögerungsfrei zoomen und verschieben. Das System reagiert stets so verzögerungsfrei auf alle Eingaben, dass es eine wahre Freude ist.

Im Antutu Benchmark holte das Telefon gute 18.872 Punkte. Das war zu erwarten.

Grafikleistung:
Ja, die Maili 400 mit 416MHz ist auf dem Papier nicht das 3D-Monster, aber deswegen laufen trotzdem aktuelle Spiele wie „Dead Trigger 2“ oder „Asphalt 8“ problemlos auf dem T6S. Vielleicht kommt es alle 30 Skeunden (wenn ĂŒberhaupt!) bei „Dead Trigger“ mal zu einem Mikrolag (quasi ein Stoppen fĂŒr einen winzigen Sekundenbruchteil, den Gamer aber sehr wohl bemerken) aber das schmĂ€lert unter dem Strich den Spielspass nicht wirklich.
Die Grafikleistung hat mich jedenfalls positiv ĂŒberrascht und ist fĂŒr die Kohle nun richtig toll.

Akkulaufzeit:
Der 1.900 mAh Akku sollte fĂŒr einen Vierkerner und die geringe Auflösung des Displays eine ordentliche Laufzeit ermöglichen. Je nach Einsatzzweck kann diese Zeit zwischen sechs Stunden 3D-Spiele spielen oder drei Wochen im Flugmodus auf dem Nachttisch sein. Meine Tochter nutzte das Telefon ĂŒber das verlĂ€ngerte Wochenende durchgehend vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Nur unterbrochen von der Nahrungsaufnahme. Und selbst da nestelte sie immer an dem GerĂ€t herum. Auch alle anderen Familienmitglieder testeten das T6S auf Herz und Nieren. Ihm wurde keine ruhige Minute gegönnt. Trotzdem ist die subjektive Meinung meiner Tochter: „Der Akku hĂ€lt voll kurz!“, denn sie muss das Telefon bisher jede Nacht laden. Bisher deutet alles auf eine Akkulaufzeit von rund einem Tag bei einem „normalen“ Teenager, mit Spielen, Whatsapp & Co hin. Das ist ein normaler Wert fĂŒr ein Smartphone.

THL T6S akku
Akku

Software:
Hier lĂ€uft ein Android 4.4.2 „Kitkat“. Auf vielen Androiden ist sogenannte „Bloatware“ installiert. Das sind Programme, die die Hersteller von Smartphone gerne zur Kundenbindung (oder -auskundschaftung) installieren. Hier finden sich nur der Baidu-Browser, Du Speed Booster, Flash-Player, eine Taschenlampenapp, ein chinesischer GameCenter und Skype. Die lassen sich aber alle problemlos deinstallieren. Ansonsten sieht das ganze System nach einem Stock-Android, also einem „Original“, aus. Viren wurden auch keine gefunden.

Fazit:
Ja, die Poweruser werden jetzt aufschreien, denn es kann ja nicht sein, dass ich so ein billiges Telefon „schön rede“. Aber man bekommt hier tatsĂ€chlich ein grundehrliches Smartphone, das nichts verspricht, was es nicht halten kann. Haptik, VerarbeitungsqualitĂ€t und die Schnelligkeit stimmen hier einfach. Es ist auf das Wesentliche reduziert worden und lĂ€sst nichts weg, dass man als Einsteiger im tĂ€glichen Gebrauch vermissen wĂŒrde. Um von einem Markenhersteller ein besseres Telefon zu bekommen, muss man die 200-Euro-Plus-Klasse in das Auge fassen. Das T6S ist der Polo GTI unter den Autos: Die einfachen Samsung Galaxy Duo kreiseln in den Staub des Straßengrabens, die gĂŒnstigen Huaweis werden rechts ĂŒberholt und das Moto G verschwindet zĂŒgig im RĂŒckspiegel. FĂŒr AnfĂ€nger – aber sogar auch fĂŒr (nicht nur) Gelegenheitsgamer – bietet das Telefon stets mehr als genug Leistung. Das T6S kann ich fĂŒr das Geld uneingeschrĂ€nkt empfehlen. Ihr könnt es hier bestellen.

Bemerkung: Ich stehe in keiner Verbindung zum eFox-Shop oder zu thl. Ich habe das Telefon nicht gĂŒnstiger oder gar geschenkt bekommen. Ich habe es fĂŒr meine Tochter regulĂ€r im Shop bestellt.

Über den Autor

Hessi

Michael "Hessi" Heßburg ist ein erfahrener Technik-Enthusiast und ehemaliger Informatiker. Seine Website, die er seit ĂŒber 25 Jahren betreibt, deckt vielfĂ€ltige Themen ab, darunter Haus & Garten, Hausrenovierung, IT, 3D-Druck, Retrocomputing und Autoreparatur. Zudem behandelt er gesellschaftspolitische Themen wie Datenschutz und Überwachung. Hessi ist seit 20 Jahren freiberuflicher Autor und bietet in seinem Blog fundierte Einblicke und praktische Tipps. Seine BeitrĂ€ge sind sorgfĂ€ltig recherchiert und leicht verstĂ€ndlich, um Leser bei ihren Projekten zu unterstĂŒtzen.

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