Unser ers­tes China-Phone

Lese­dau­er 15 Minu­ten

Mei­ne Toch­ter brauch­te ein neu­es Smart­pho­ne. Sie hat ger­ne Reser­ven auf ihrem Kon­to und so fiel ein teu­rer Ersatz von einem „Mar­ken­her­stel­ler” aus. Auch für ein Mitt­le­klas­s­e­chi­na­pho­ne war sie zu gei­zig, sie woll­te das bil­ligs­te Tele­fon haben, das gera­de noch brauch­bar war. Wie brauch­bar ist in der Rea­li­tät eigent­lich „brauch­bar”?

Sie hält nicht viel von Sta­tus­sym­bo­len und gibt ihr Geld lie­ber breit gestreut aus. Jeder in der Fami­lie hat­te mitt­ler­wei­le ein „rich­ti­ges” Smart­pho­ne, nur sie eier­te noch aus puren Geiz mit einer alter Gur­ke rum: einem Sam­sung Star II. Das ist ein weni­ger smar­tes Smart­pho­ne mit Bada-Betriebs­sy­tem. Moder­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge, wie Whata­sapp, waren ihr damit ver­wehrt. Sie hat ger­ne Reser­ven auf ihrem Kon­to und so fiel ein teu­rer Ersatz von einem „Mar­ken­her­stel­ler” aus. Selbst für ein Mitt­le­klas­s­e­chi­na­pho­ne war sie zu gei­zig, sie woll­te das bil­ligs­te Tele­fon haben, das gera­de noch brauch­bar war. Wie brauch­bar ist in der Rea­li­tät aber eigent­lich „brauch­bar”?

Die Wahl fiel auf ein THL T6S. Aus­ge­schrie­ben heisst der Her­stel­ler die­ses Han­dys „Tech­no­lo­gy – Hap­py – Life” und hat nichts mit einem ähn­lich klin­gen­dem Logis­tik­un­ter­neh­men (weches auch das Tele­fon lie­fer­te) zu tun. Chi­ne­sen grei­fen halt ger­ne zu Namen, die wie bekann­te Mar­ken klingen.

THL T6S style
T6S auf Box

THL T6S style
T6S auf Box

THL T6S style
T6S auf Box

THL T6S style
Touchbuttons

THL T6S style
Seitenansicht

Die Eck­da­ten des Tele­fons lesen sich im Spät­som­mer 2014 nicht zu schlecht, wenn man bedenkt, dass z.B. Sam­sung immer noch Andro­iden wie das Gala­xy Duos mit nur einem Kern und einem ast­ma­ti­schen Giga­hertz anbie­ten – oder Hua­wei sei­nen Tele­fo­nen auch ger­ne mal nicht mehr als 512 MB RAM und 4GB ROM mit einem Dual­core gönnt. All die­se Tele­fo­ne spie­len bemer­kens­wer­ter Wei­se in der glei­chen Preis­li­ga wie das THL T6S.

Alles was ich hier schrei­be muss immer in die­sem Kon­text gese­hen wer­den: Ein Smart­pho­ne unter 100,- EUR im Ver­gleich mit sei­nen Konkurrenten.
Ich beleuch­te das T6S in die­sem Bericht aus dem Blick­win­kel eines Ein­stei­gers oder jeman­dem, dem sein zwei Jah­re Altes Tele­fon so lang­sam den Spaß an der gan­zen Sache raubt.

Wo bekom­me ich das Tele­fon her?
Wir haben das Tele­fon im eFox-Shop für rund 87,- EUR bestellt. In diver­sen Foren und auf dem Blog der Fir­ma wer­den öfter Gut­schein­codes ange­ge­ben und so kos­te­te uns das Tele­fon unter dem Strich nur 77,- EUR inklu­si­ve Ver­sand aus Deutsch­land. Bestellt man direkt aus Chi­na, kos­tet das Tele­fon sogar nur rund 60,- EUR, aber der Ver­sand dau­ert län­ger und es kön­nen Zoll­ge­büh­ren und Ein­fuh­um­satz­steu­er anfallen.

Efox-Shop ver­spricht eine Lie­fe­rung inner­halb von 72 Stun­den im Inland. Mon­tag Abend bestell­ten wir – und Don­ners­tag Mor­gen stand der DHL-Paket­bo­te vor der Tür. Das mag in der ver­spro­che­nen Zeit lie­gen, für mei­ne Toch­ter waren es aber gefühl­te Wochen.

Die Garan­tie beträgt 12 Mona­te – und inner­halb von 15 Tagen nimmt der Shop das Tele­fon kom­men­tar­los zurück.

Test­feld:
Als Kon­kur­renz – und (ver­gleich­ba­ren) Gerä­ten, von denen sicher eini­ge auf­stei­gen wol­len – habe ich fol­gen­de Gerä­te herangezogen:
– Hua­wei Ascend G510 Y330
– Sam­sung Gala­xy Ace S5389i- Sam­sung Star II S5260
– Apple iPod 4G

THL T6S vergleich
vs. Y300

THL T6S vergleich
vs. Gala­xy Ace

THL T6S vergleich
vs. Star II

THL T6S vergleich
vs. iPod 4G

Hier die Tele­fo­ne im Ver­gleich. Das T6S ist ange­nehm flach.

Das Hua­wei Y300 ist ein oft ver­kauf­tes Smart­pho­ne, wel­ches sei­ner­zeit als Tele­fon in der c’t mehr oder weni­ger emp­foh­len wur­de, wenn man denn unbe­dingt ein Ein­stei­ger­ge­rät haben woll­te. Es dient als Bei­spiel für direk­te Konkurrenten.

Das Ace war ein eben­so ver­brei­te­tes Tele­fon, sei­ner­zeit brauch­bar, aber nicht mehr zeit­ge­mäß. Es dient als Bei­spiel für ein Gerät, wel­ches Leu­te besit­zen, die sich nun ver­bes­sern wollen.

Das Star II ist ein typi­sches „Kin­der­han­dy” oder Zweit­ge­rät. Es lag damals eben­falls in der 100-Euro-Klas­se und war weit verbreitet.

Tech­ni­sche Daten:
Was kön­nen also Auf­stei­ger von einem „Bil­lig­han­dy” erwar­ten? Ich bit­te nach­zu­se­hen, dass ich hier teil­wei­se auch Basics erwäh­ne, die einem jah­re­lan­gen Smart­phon­ebe­sit­zer selt­sam vor­kom­men, aber es han­delt sich hier um ein Ein­stei­ger­ge­rät, da darf man auch ger­ne mal einen Satz mehr schreiben. 🙂
Wer­fen wir einen Blick auf die Eck­da­ten des THL T6S:

- Media­tek MT6582M mit 1.3 GHz und vier ARM Cor­tex A7-Kernen
– Mali 400 GPU, Dual­core mit 416 GHz
– 1 GB RAM
– 8 GB ROM
– 5.0 Zoll QHD Dis­play (854×480)
- 5 MP Rück­ka­me­ra mit Autofokus
– VGA Frontkamera
– UMTS/​3G
– Blue­tooth 4.0
– WLAN bis N
– GPS
– 1900 mAh Akku

– Dual-SIM-Slot (1x SIM, 1x MicroSIM)
– Micro-SD-Card-Slot bis 32GB
– Radio­emp­fang (nur bei ange­schlos­se­nem Headset)

Abmes­sun­gen und Gewicht:
144mm lang, 72mm breit und 8,2mm dick
Das Gewicht beträgt 162g.

Soft­ware:
Android 4.4.2 „Kit­Kat”

Die Sen­so­ren sind eher über­sicht­lich, denn das Tele­fon bie­tet nur einen Lage­sen­sor (eine Art Was­ser­waa­ge in drei Raumach­sen), einen Hel­lig­keits­sen­sor (für die Dis­play­hel­lig­keit) und einen Annä­he­rungs­sen­sor (schal­tet den Schirm aus, damit man mit der Wan­ge nicht beim tele­fo­nie­ren das Han­dy bedient). Schön wäre noch ein Kom­pass gewe­sen, aber sei es drum.

Wei­ter­hin gibt es eine 3,5mm Klin­ken­buch­se für Kopf­hö­rer oder Head­sets und einen Micro-USB 2.0 Anschluß über den das Tele­fon auch gela­den wird. Die­ser Anschluß ist in der EU ver­bind­lich. Die Ein­schü­be für SIM- und SD-Kar­ten befin­den sich unter der Kunst­stoff­ab­de­ckung. Der Akku muss ent­nom­men wer­den, wiell man die­se bestücken.

THL T6S akku
SIM-Slots

Sogar auf eine (ein­far­big rote) Noti­fi­ca­ti­on-LED muss man nicht ver­zich­ten. Die­se zeigt den Lade­sta­tus, ver­pass­te Anru­fe oder neue Nach­rich­ten an, auch wenn der Bild­schirm aus­ge­schal­tet ist.

Natür­lich darf man kei­ne aktu­el­len Goo­dies wie Near Field Com­mu­ni­ca­ti­on (NFC), QI wire­less char­ging oder USB on the go (OTG) erwar­ten. Die­se bekommt man momen­tan erst ab der geho­be­nen Mit­tel­klas­se der Smartphones.

Lie­fer­um­fang:
Im Lie­fer­um­fang befin­den sich:
– Hand­buch auf Englisch
– Ste­cker­netz­teil (USB, 500mA)
– Lade-/Da­ten­ka­bel
– Ersatz­schutz­fo­lie für das Dis­play (eine ist bereits vom Werk aus aufgeklebt)
– Kunststoffschutzhülle
– Headset
– Akku mit 1900mA

Für einen Ein­stei­ger ist das das Rund­um­sorg­los­pa­ket. Aus­pa­cken, ein­schal­ten, glück­lich sein. Im Nor­mal­fall benö­tigt man kein wei­te­res Zube­hör aus­ser even­tu­ell einer Micro-SD-Kar­te und natür­lich einer (Micro-) SIM-Kar­te. Die Leis­tung des Lade­ge­rä­tes ist mit 500mA nicht mehr zeit­ge­mäß. Aller­dings habe ich nicht getes­tet, ob das Tele­fon mit einem 1A oder 2A Lade­ge­rät schnel­ler lädt. Das ist eine Wis­sen­schaft für sich, die die c’t ein­mal etwas genau­er beleuch­tet hat­te und erstaun­li­che Ergeb­nis­se erzielte.


Das Video. Für die Eili­gen, die bes­ser gucken als lesen können. 🙂
Auf das Bild kli­cken und das Video star­tet Datenschutzkonform.

Gehäu­se:
Für das Geld bekommt man von auch von ande­ren Her­stel­lern nur „Plas­tik­han­dys”. Einen Stah- oder Alul­rah­men sowie Goril­la­glas sucht man hier natür­lich ver­ge­bens. Das Design gibt sich seri­ös, flach und ele­gant. An den Sei­ten ist ein ver­chrom­ter schma­ler Rand zu sehen. Das Ober­flä­chen­fi­nish ist matt gehal­ten. Nichts, wofür man sich schä­men müss­te, oder das bil­lig aussieht.

Im Nor­mal­fall klap­pert oder knarzt nichts an die­sem Tele­fon. Ein­zig wenn man das Gerät ver­biegt, kann man ihm Knarz­ge­räu­sche ent­lo­cken. Die Abde­ckung ist aus schwar­zem Kunst­stoff, wel­cher bei direk­ter Son­nen­ein­strah­lung dun­kel­blau aus­sieht und bunt zu glit­zern anfängt. Die­ser Effekt ist sehr dezent und sieht eher edel als kit­schig aus. Man bemerkt ihn auch nur in bestimm­ten Betrach­tungs­win­keln. Die Abde­ckung ras­tet fest ein und schliesst bün­dig und gleich­mä­ßig an allen Sei­ten ab.

Das Tele­fon ist eben­so in weiss lie­fer­bar. Die Schutz­hül­le ist dann durch­sich­tig gehal­ten – die schwar­ze Ver­si­on kommt mit einer Rauch­glas­hül­le. Die Hül­le trägt nicht auf. Mein Sohn zeig­te sich erstaunt, als er bemerk­te, dass das Tele­fon in einer Hül­le steck­te, man wür­de es nicht bemer­ken. Das Mate­ri­al ist aus ein­fa­chem, recht har­tem Kunsstoff, es besteht nicht aus Sili­kon oder ähn­li­chem. Ob das Gerät dadurch bei einem Fall wir­kungs­voll geschützt wird, kann man bezwei­feln. Gegen die Unge­ma­che des All­tags bie­tet sie hin­ge­gen einen wir­kungs­vol­len Schutz. Chi­na­pho­nes brin­gen erst ab der 150-EUR-Klas­se Flip­ca­ses mit Fens­ter mit, schön, dass hier aber wenigs­tens ein rudi­men­tä­rer Schutz beiliegt.

Auch mit klei­nen Hän­den lässt sich das Tele­fon ein­wand­frei hal­ten und bedie­nen. Es liegt recht gut in der Hand. Die Hül­le ist leicht ange­raut bie­tet so mehr Griffigkeit.

Der Dis­play­rand ist erfreu­lich schmal – nicht nur für die­se Preis­klas­se. Lei­der sind die Touch­but­tons (Home‑, Menü- und Zurück-Tas­ten) nicht beleuch­tet. Die Kame­ra­lin­se steht etwas über das Gehäu­se hin­aus. Das ist lei­der immer öfter anzu­tref­fen, selbst bei sehr hoch­prei­si­gen Tele­fo­nen wie dem Apple iPho­ne 6.

Der Ein­schal­ter befin­det sich am rech­ten obe­ren Rand, die Laut­stär­ke­wip­pe an der lin­ken Sei­te. Die Knöp­fe haben einen kla­ren Druck­punkt, ste­hen etwas her­vor und las­sen sich daher, auch mit der Schutz­hül­le, gut ertas­ten. Klin­ken- und USB 2.0‑Anschluß befin­den sich an der Ober­sei­te des Gehäuses.

Hel­lig­keits und Annä­he­rungs­sen­sor, sowie die Kame­ra und die Benach­rich­ti­gungs-LED befin­den sich neben dem Laut­spre­cher zum Telefonieren.

Im Ver­gleich zu den ande­ren Tele­fo­nen zeigt das T6S gehä­su­e­sei­tig kei­ne Schwä­chen. Für die Grö­ße ist es sogar viel leich­ter, als man es vermutet.

THL T6S style
Kamera

THL T6S back
Glim­mer auf dem Backcover

Kame­ras:
Ganz klar die Archil­les­seh­ne des Tele­fons: die bei­den Kame­ras! Das kann man aber nicht an den fünf Mega­pi­xeln fest­ma­chen, ein gutes Bild braucht kei­ne Mega­pi­xel. Im Son­nen­schein macht das T6S brauch­ba­re Schnapp­schüs­se. Far­ben sind gut, Kon­trast ist wun­der­bar, aber lei­der sind die Kom­pri­mie­rungs­ar­te­fak­te beim Zoo­men sehr stark zu sehen. Bil­der mit vie­len Details wir­ken dann wie gemalt. Auch bei schwie­ri­gen Licht­ver­hält­nis­sen kann man das Tele­fon in der Tasche ste­cken las­sen. Bil­der ver­wa­ckeln schnell und wer­den durch Rau­schen unan­sehn­lich. Der LED-„Blitz” gibt gera­de mal eine mäßi­ge Taschen­lam­pe ab, zum Aus­leuch­ten von Pho­tos taugt er lei­der rein gar nicht.

Front und Rück­ka­me­ra könn­ten weit­win­li­ger sein. Im Ver­gleich zum Klein­bild schät­ze ich die Brenn­wei­te auf jeweils ca. 30mm. Bei nahen Objek­ten ist die Schärfen­tie­fe sehr gering, d.h., dass Objek­te, die sich eini­ge Zen­ti­me­ter vor oder hin­ter dem fokus­sier­ten Objekt befin­den unscharf sind. Sie­he das Bild mit dem Still­le­ben. Vor­teil ist, dass man damit span­nen­de Bil­der machen kann, in denen das Haupt­mo­tiv sprich­wört­lich in den Fokus tritt. Ab einer Ent­fer­nung von 50cm tritt die­ser Effekt nicht mehr auf.

Vide­os braucht man mit dem THL nicht zu machen. Ob in 1080 oder 720, die Vide­os haben eine gefühl­te Frame­ra­te von 16 Bil­dern pro Sekun­de. Das ist umso mehr scha­de, da die Vide­os sonst mit schö­nem Kon­trast und guter Farb­treue zu gefal­len wissen.

Unten seht Ihr ja, wie groß, oder bes­ser gesagt klein, die Lin­se und der Sen­sor sind. Das ist eine typi­sche Chi­na­pho­ne-Kame­ra – aber mitt­ler­wei­le bes­sert sich die­se Pro­ble­ma­tik mit den Neu­erschei­nun­gen der höher­prei­si­gen Gerä­te aus Chi­na ganz gewaltig.

Im Ver­gleich zum iPod… naja, den Ver­gleich stel­len wir nicht an, da ver­liert nicht nur das T6S haus­hoch… Mit dem Hua­wei und dem Gala­xy liegt es aber in etwa auf einem Niveau bei Far­ben und Kon­trast, ist sogar in der Däm­me­rung bes­ser als das Hua­wei, aber es feh­len letzt­lich die Details bei hoher Zoom­stu­fe. Bil­der wir­ken bei vie­len Details wie gemalt. Das kann man gut auf dem Bild mit dem Hund und dem Gras sehen.

Auf der Haben­sei­te ste­hen bei der Rück­ka­me­ra des T6S aber immer­hin ein schnel­ler Auto­fo­kus mit tol­lem Macro­mo­dus und die übli­chen Android-Gim­micks wie Voice-Cap­tu­re (sprach­aus­ge­lös­te Bil­der), HDR-Pho­tos und ein brauch­ba­rer Pan­ora­ma­mo­dus. Für Schnapp­schüs­se und das Scan­nen von Bar­codes ist die Rück­ka­me­ra sehr gut geeignet.

Die Front­ka­me­ra mit 0,3 MP (VGA, 640X480 Pixel) und Fix­fo­kus reicht nur für anspruchs­lo­se Sel­fies und Video­te­le­fo­na­te. Die Quli­tät ent­spricht in etwa der 3,2 MP Rück­ka­me­ra des Sam­sung Star II. Ja, rich­tig, 0,3 MP gegen 3 MP. Ich sag­te ja, dass Mega­pi­xel nicht alles sind.

Hier fin­det Ihr die unbe­ar­bei­te­ten Ori­gi­nal­bil­der der Kame­ras. Ähn­li­che Bil­der stel­len jeweils die Rück- und dann die Front­ka­me­ra oder mit und ohne Blitz dar.
Um die vol­le Auf­lö­sung zu sehen, bit­te das Ver­grö­ße­rungs­sym­bol oben rechts ankli­cken. Die Kame­ra inter­po­liert die Bil­der, das kann man lei­der nicht an die nati­ve Auf­lö­sung anpassen.

THL T6S Beispielbild kamera
Kame­ra ohne Backcover

THL T6S Beispielbild haus
Haus, mittags

THL T6S Beispielbild lagotto romagnolo
Hund

THL T6S Beispielbild
Macro

THL T6S Beispielbild
Frontkamera

THL T6S Beispielbild
Rückkamera

THL T6S Beispielbild
Rückkamera

THL T6S Beispielbild
Rückkamera

THL T6S Beispielbild
Rückkamera

THL T6S Beispielbild
Frontkamera

THL T6S Beispielbild
Rückkamera

THL T6S Beispielbild
Frontkamera

THL T6S Beispielbild fix it felix
Mit Deckenlampe

THL T6S Beispielbild
Mit Blitz

Sound:
Auf der Rück­sei­te befin­det sich ein Mono­laut­spre­cher, der klar und laut klingt, aber natür­lich kei­ner­lei Bass­wie­der­ga­be bie­tet. Im Ver­gleich ist der Sound des Laut­spre­chers um Grö­ßen­ord­nun­gen bes­ser als bei den ande­ren Geräten.

Der Kopf­hö­rer­aus­gang gefällt mit einen guten, rausch­frei­en und unver­zerr­ten Sound, wie ich mit einem Senn­hei­ser „Momen­tum on Ear” tes­ten konn­te. Mit mei­nen In-Ohr-Hörern (Koss „The Plug”) gefiel mir der Klang weni­ger, er wirk­te etwas anstren­gend und kalt. Das ist aber wie immer Geschmacks­sa­che. Igno­riert man die Hör­scha­den-War­nung, kann man die Laut­stär­ke so anhe­ben, dass man mit den Momen­tum kei­ne Umge­bungs­ge­räu­sche mehr wahr­nimmt. Der Koss war hin­ge­gen auch so laut genug.

Tele­fon­funk­ti­on:
Die Sprach­ver­ständ­lich­keit und Laut­stär­ke des Tele­fons ist sehr gut und klar. Das Mikro­phon könn­te bes­ser sein. Es klingt halt „nach Han­dy”, so wie die meis­ten Tele­fo­ne auch. Das ist jetzt weder posi­tiv noch nega­tiv gemeint und man ver­steht auch einen Anru­fer, der eine T6S benutzt, ganz nor­mal. Das Tele­fon bie­tet durch die bei­den SIM-kar­ten die Mög­lich­keit Tele­fon­kon­fe­ren­zen zu füh­ren. Im Andorid­me­nü las­sen sich die ein­zel­nen Funk­tio­nen (Anru­fe, SMS/​MMS, etc.) den bei­den Kar­ten jeweils zuwei­sen, so dass man z.B. mit einer wer­be­fi­nan­zier­ten SIM-Kar­te sur­fen und mit der Pre­a­paid tele­fo­nie­ren kann. Auch im Urlaub ist das eine tol­le Sache: Eine Daten­kar­te kau­fen (in Kroa­ti­en z.B. für 3GByte Daten­vo­lu­men nur ca. 8,- EUR!) und trotz­dem noch unter der übli­chen Tele­fon­num­mer ver­füg­bar sein.

Die Emp­fangs­leis­tung ist gegen­über den ande­ren Tele­fo­nen rich­tig gut. In unse­rem Kel­ler aus WU-Stahl­be­ton mit Fuß­bo­den­hei­zung, in dem z.B. das Ace kom­plett ver­sagt, hat das THL teil­wei­se bis zu zwei Bal­ken, selbst in der Mit­te des Raumes.

WLAN:
Der WLAN-Emp­fang ist bes­ser, als man den Media­tech-Chips nach­sagt – das mag auch an dem Kunst­stoff­ge­häu­se ohne Metall­ab­de­ckun­gen lie­gen. Dort wo unse­re ande­ren Gerä­te durch die Stahl­be­ton­de­cken mit Fuß­bo­den­hei­zung ver­sa­gen, ver­sagt aber auch das T6S. In schwie­ri­gen Emp­fangs­la­gen reicht dann schon die Hand am Gehäu­se, um den Emp­fang zu been­den. Gala­xy und Hua­wei lie­gen auf ähn­li­chem Niveau.

GPS:
Über den GPS Emp­fang war ich wirk­lich erstaunt. Auch hier sagt man den Medi­tech-Chips schwa­che Leis­tun­gen nach, die ich nicht bestä­ti­gen kann. Ich hat­te das GPS bereits ca. eine Stun­de im Haus ein­ge­schal­tet, bevor ich es tes­te­te. Die Gerä­te benö­ti­gen für den ers­ten Fix erfah­rungs­ge­mäß sehr lan­ge – aber eben nur für den ers­ten Fix auf einem neu­en Erdteil.
Am Ran­de bemerkt: unser Haus ist ein ech­tes Funk­loch, wir emp­fan­gen hier kein DVB‑T (draus­sen Voll­aus­schlag) und auch unser WLAN hört an der Ter­ras­sen­tür schlag­ar­tig auf.
Ich leg­te das Tele­fon draus­sen auf den Tisch der über­dach­ten Ter­ras­se und bekam inner­halb von drei oder vier Sekun­den sie­ben Satel­li­ten rein. Ein paar Schrit­te in den Gar­ten und ich hat­te sofort zehn Satel­li­ten auf dem Schirm. Dabei hat­te ich das Haus direkt im Rücken. Da kann ich nicht meckern und bin sehr zufrieden.

Dis­play:
Die Fir­ma JDI (Japan Dis­play Inc.) stellt das Dis­play die­ses Tele­fons her. Sie ist ein Gemein­schafts­un­ter­neh­men der Fir­men Sony, Toshi­ba und Hita­chi – gro­ße Play­er, aber ist es auch ein groß­ar­ti­ges Display?

Der Schirm ist ein 5 Zoll IPS Dis­play in QHD-Auf­ö­sung und bie­tet damit 854×480 Bild­punk­ten. Hig­hend-Gerä­te brin­gen auf der Grö­ße min­des­tens die vier­fa­che Auf­lö­sung (1920×1080) unter. Vie­le „ernst­haf­te” Han­dy­nut­zer wer­den nun die Nase rümp­fen, spre­chen gar von „Tetris-Dis­plays”. Das ist (natür­lich) maß­los über­trie­ben. Im nor­ma­len Betrieb fällt die nomi­nal gerin­ge Auf­lö­sung kei­nes­falls auf. Das Dis­play wirkt kna­ckig, farb­kräf­tig und bie­tet eine guten Kon­trast. Die Hel­lig­keit ist sehr hoch und auch für drau­ßen im Son­nen­licht aus­rei­chend. Der Schwarzwert ist gut, die Far­ben sind sehr kräf­tig und eher warm. Das Dis­play wirkt klar und brilliant.

Die Blick­win­kel­sta­bi­li­tät ist für die Preis­klas­se erstaun­lich gut. Die Far­ben „kip­pen” nicht, wenn man das Dis­play von der Sei­te betrach­tet. Aller­dings neh­men Kon­trast und Hel­lig­keit etwas ab. Es ist eben kein OLED-Dis­play. Trotz­dem ist es kein Pro­blem mit meh­re­ren Per­so­nen gleich­zei­tig auf das Dis­play zu schauen.

Das Tele­fon bie­tet die übli­chen Hel­lig­keits­stu­fen von Android sowie einen Auto­ma­tik­mo­dus, in dem die Hel­lig­keit dem Umge­bungs­licht ange­past wird. Die geschiet hier zuver­läs­sig und treffsicher.

Im direk­ten Ver­gleich muss sich das T6S nicht vor dem Hua­wei Y300 ver­ste­cken, ganz im Gegen­teil, bie­tet es doch eine viel grö­ße­re Hel­lig­keit, den bes­se­ren Kon­trast und die schö­ne­ren Far­ben. Aber auch gegen den ver­gleichs­wei­se hoch­auf­lö­sen­den iPod 4G stinkt es nicht ab. Natür­lich wirkt es im direk­ten Ver­gleich pixe­li­ger, aber Hel­lig­keit und Kon­trast­wer­te sind durch­aus eben­bür­tig. Die Blick­win­kel­ab­hän­gik­eit ist aller­dings etwas schech­ter. Über das Star II müs­sen wir kei­ne wei­te­ren Wor­te ver­lie­ren, hier ist das T6S in allen Belan­gen um Genera­tio­nen voraus.

THL T6S display
Screen

THL T6S display
Screen

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Blickwinkel

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Blickwinkel

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Blickwinkel

THL T6S display
Uhr

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Uhr, Macro

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GDri­ve, Macro

THL T6S display
Screen Y300

THL T6S display
Screen Y300

THL T6S display
Screen Y300

Die Bil­der von der Blick­win­kel­ab­hän­gig­keit sehen schlim­mer aus, als sie das mensch­li­che Auge wahr­nimmt, in Wirk­lich­keit ist der Ver­lauf nicht so krass. Eher bemerkt man bei ca. 95 Grad Blink­win­kel eine abrup­te (aber tole­rier­ba­re) Ver­än­de­rung in der Hel­lig­keit, die dann bis zu 180 Grad gleich bleibt.

Touch­screen:
Vom Werk aus ist eine ent­spie­gel­te, ange­rau­te Schutz­fo­lie auf­ge­bracht, die aber nach län­ge­rem Gebrauch und öfte­ren put­zen an Rau­heit ver­liert und dadurch mehr spie­gelt. Oben neben dem Tele­fon­laut­spre­cher war an unse­rem Tele­fon eine ganz klei­ne Bla­se am Rand, die sich auch nicht weg­drü­cken liess. Aller­dings war die Folie rings­um im gleich­mä­ßi­gen Abstand und sonst makel­los auf­ge­klebt. Ob wir die Ersatz­fo­lie gege­be­nen­falls wie­der so sau­ber auf­brin­gen wer­den, wage ich zu bezwei­feln und bin froh, dass die hier ab Werk drauf war.

Der Schirm reagiert auch auf kleins­te Berüh­run­gen prä­zi­se und ver­zö­ge­rungs­frei. Ghos­ting konn­te ich kei­nes fest­stel­len, aber bei nur zwei(!) gleich­zei­tig mög­li­chen Touch­punk­ten war das nicht anders zu erwarten.
Im Ver­gleich zu dem Gala­xy Ace und dem Star ist der Touch­screen eine ech­te Offen­bah­rung. Mit den Wor­ten mei­nes Soh­nes: „Wow, der Screen fühlt sich rich­tig gut an!”.

Rechen­leis­tung:
Der Quad­core MT6582M ist die kleins­te CPU der 6582-Serie. Sie unter­stützt nur Dis­play­auf­lö­sun­gen bis QHD und die inte­grier­te Mali 400-GPU wird mit eher gemäch­li­chen 416 statt 500 MHz getaktet.

Trotz­dem hat der Vier­ker­ner leich­tes Spiel mit dem Android 4.4.2. Alles läuft sehr flüs­sig und ohne Hän­ger. Selbst wenn man z.B. im Plays­to­re meh­re­re Pro­gram­me gleich­zei­tig instal­liert, kann man ganz nor­mal wei­ter im Store stö­bern, ohne dass es zu Ruck­lern oder gar War­te­zei­ten kommt. Das ken­nen Benut­zer ande­rer Ein­stei­ger­an­dro­iden ganz anders!

Das liegt sicher an dem groß­zü­gi­gen Arbeits­spei­cher mit 1GB – Ace und Y300 haben gera­de mal die Hälf­te – aber natür­lich auch an der Rechen­leis­tung sel­ber. Eben­so darf man nicht ver­ges­sen, dass durch die gerin­ge Auf­lö­sung auch wesent­lich weni­ger Pixel umher­ge­schubst wer­den müs­sen. Im Ver­gleich ist das Tele­fon ungleich schnel­ler als die ande­ren Gerä­te – selbst der hoch­ge­lob­te iPod ist deut­lich trä­ger als das T6S. Wie­der mit den Wor­ten mei­nes Soh­nes: „Das Han­dy ist krass schnel­ler als der iPod!”.

Im täg­li­chen Betrieb lässt der „klei­ne” Vier­ker­ner abso­lut kei­ne Wün­sche offen. Web­sei­ten wer­den – im Gegen­satz zum Hua­wei Y300 und den ande­ren Gerä­ten – extrem schnell gela­den und Inhal­te las­sen sich ver­zö­ge­rungs­frei zoo­men und ver­schie­ben. Das Sys­tem reagiert stets so ver­zö­ge­rungs­frei auf alle Ein­ga­ben, dass es eine wah­re Freu­de ist.

Im Antu­tu Bench­mark hol­te das Tele­fon gute 18.872 Punk­te. Das war zu erwarten.

Gra­fik­leis­tung:
Ja, die Mai­li 400 mit 416MHz ist auf dem Papier nicht das 3D-Mons­ter, aber des­we­gen lau­fen trotz­dem aktu­el­le Spie­le wie „Dead Trig­ger 2” oder „Asphalt 8” pro­blem­los auf dem T6S. Viel­leicht kommt es alle 30 Skeun­den (wenn über­haupt!) bei „Dead Trig­ger” mal zu einem Mikro­lag (qua­si ein Stop­pen für einen win­zi­gen Sekun­den­bruch­teil, den Gamer aber sehr wohl bemer­ken) aber das schmä­lert unter dem Strich den Spiel­spass nicht wirklich.
Die Gra­fik­leis­tung hat mich jeden­falls posi­tiv über­rascht und ist für die Koh­le nun rich­tig toll.

Akku­lauf­zeit:
Der 1.900 mAh Akku soll­te für einen Vier­ker­ner und die gerin­ge Auf­lö­sung des Dis­plays eine ordent­li­che Lauf­zeit ermög­li­chen. Je nach Ein­satz­zweck kann die­se Zeit zwi­schen sechs Stun­den 3D-Spie­le spie­len oder drei Wochen im Flug­mo­dus auf dem Nacht­tisch sein. Mei­ne Toch­ter nutz­te das Tele­fon über das ver­län­ger­te Wochen­en­de durch­ge­hend vom Auf­ste­hen bis zum Schla­fen­ge­hen. Nur unter­bro­chen von der Nah­rungs­auf­nah­me. Und selbst da nes­tel­te sie immer an dem Gerät her­um. Auch alle ande­ren Fami­li­en­mit­glie­der tes­te­ten das T6S auf Herz und Nie­ren. Ihm wur­de kei­ne ruhi­ge Minu­te gegönnt. Trotz­dem ist die sub­jek­ti­ve Mei­nung mei­ner Toch­ter: „Der Akku hält voll kurz!”, denn sie muss das Tele­fon bis­her jede Nacht laden. Bis­her deu­tet alles auf eine Akku­lauf­zeit von rund einem Tag bei einem „nor­ma­len” Teen­ager, mit Spie­len, Whats­app & Co hin. Das ist ein nor­ma­ler Wert für ein Smartphone.

THL T6S akku
Akku

Soft­ware:
Hier läuft ein Android 4.4.2 „Kit­kat”. Auf vie­len Andro­iden ist soge­nann­te „Bloat­wa­re” instal­liert. Das sind Pro­gram­me, die die Her­stel­ler von Smart­pho­ne ger­ne zur Kun­den­bin­dung (oder ‑aus­kund­schaf­tung) instal­lie­ren. Hier fin­den sich nur der Bai­du-Brow­ser, Du Speed Boos­ter, Flash-Play­er, eine Taschen­lam­pen­app, ein chi­ne­si­scher Game­Cen­ter und Sky­pe. Die las­sen sich aber alle pro­blem­los deinstal­lie­ren. Ansons­ten sieht das gan­ze Sys­tem nach einem Stock-Android, also einem „Ori­gi­nal”, aus. Viren wur­den auch kei­ne gefunden.

Fazit:
Ja, die Power­u­ser wer­den jetzt auf­schrei­en, denn es kann ja nicht sein, dass ich so ein bil­li­ges Tele­fon „schön rede”. Aber man bekommt hier tat­säch­lich ein grund­ehr­li­ches Smart­pho­ne, das nichts ver­spricht, was es nicht hal­ten kann. Hap­tik, Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät und die Schnel­lig­keit stim­men hier ein­fach. Es ist auf das Wesent­li­che redu­ziert wor­den und lässt nichts weg, dass man als Ein­stei­ger im täg­li­chen Gebrauch ver­mis­sen wür­de. Um von einem Mar­ken­her­stel­ler ein bes­se­res Tele­fon zu bekom­men, muss man die 200-Euro-Plus-Klas­se in das Auge fas­sen. Das T6S ist der Polo GTI unter den Autos: Die ein­fa­chen Sam­sung Gala­xy Duo krei­seln in den Staub des Stra­ßen­gra­bens, die güns­ti­gen Hua­weis wer­den rechts über­holt und das Moto G ver­schwin­det zügig im Rück­spie­gel. Für Anfän­ger – aber sogar auch für (nicht nur) Gele­gen­heits­ga­mer – bie­tet das Tele­fon stets mehr als genug Leis­tung. Das T6S kann ich für das Geld unein­ge­schränkt emp­feh­len. Ihr könnt es hier bestellen.

Bemer­kung: Ich ste­he in kei­ner Ver­bin­dung zum eFox-Shop oder zu thl. Ich habe das Tele­fon nicht güns­ti­ger oder gar geschenkt bekom­men. Ich habe es für mei­ne Toch­ter regu­lär im Shop bestellt.

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