Facebook Sicherheitsumfrage

Lesedauer 5 Minuten

Facebook macht ab und zu bei den Usern eine Sicherheitsumfrage. Worum geht es dabei? Was wollen die wissen? Helfen meine Angaben wirklich? Bei Facebook wird meine Antworten auf diese Umfrage natürlich niemand lesen (geschweige denn in Indien  oder sonst wo überhaupt verstehen), aber es war mir schlicht und einfach ein tiefes Bedürfnis an der Umfrage teilzunehmen. Dabei erhaschte ich ein kleines Streiflicht in die Gedankenwelt des Zuckerbergschen Monopol-Imperiums.

Im Prinzip ist diese „Umfrage“ nur eine Maßnahme, durch die sich die User auf Facebook sicherer fühlen sollen, um noch mehr, sowie genauere und intimere Daten von sich preiszugeben. Es ist eine digital-soziale Nebelkerze, die die echte Sicherheitsproblematik/-politik verschleiern soll.

Facebook Umfrage 1
Facebook fragte eine kleine Gruppe von Personen nach ihrer Meinung?
Und da kommt der Mark ausgerechnet auf mich?
Welch eine Ehre *sarkasmus*

facebook umfrage sicherheit
Facebook und Sicherheit?
Ein Widerspruch in sich. Jedenfalls aus der Sicht der Nutzer.

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Facebook kümmert sich um seine User.
Klar, so wie ein Bauer um seine Kühe.
Trotzdem stimme ich nicht zu, denn aus meiner Sicht ist denen der User als empfindender, atmender Mensch mit einem Grundbedürfnis an Datenschutz ziemlich egal.

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Facebook ist gut für die Welt?
Für einige arabische Länder und deren aufkeimende Opposition mag das zutreffen. Aber Twitter ist da um Längen besser geeignet.

Der immense Energievierbauch durch die schlechten Skripte, die gigantischen Serverfarmen und durch das Routen des zu 99,9% sinnfreien Traffics (Memes, Katzenvideos, etc.) beschleunigen den Klimawandel.
Wie kann Facebook also gut für die Welt sein? Ich stimme folglich nicht zu.

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Sicher vor Hackern?
Hacken? Um Zugriff zu erlangen? Oder um die Identität zu übernehmen und damit Werbung in FB-Gruppen zu posten?
Werbung ist für Facebook vollkommen okay – wenn sie etwas daran verdienen.
Daher ist ihnen die Account-Sicherheit schon recht wichtig.

Staatliche Stellen haben vermutlich Vollzugriff – Eltern verstorbener Kinder aber nicht.
Was willst Du also von mir hören, Zuckerberg?
Dein Interesse gilt nur der Datenkohärenz und -validität.
Unter Datensicherheit verstehst Du doch nur den alleinigen Besitz unserer Daten.

Da die meisten User immer die gleichen Passwörter benutzen und diese zusammen mit der Mailadresse in einschlägigen Foren im Darknet zu finden sind, ist der Schutz vor Hackern (eher Scriptkiddies) nicht gegeben. Ich ignoriere geflissentlich das Wort „dein“ und stimme für „überhaupt nicht sicher“.

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Allgemeine Sicherheit?
Lächerliche Vorstellung, dass ein Konto, auf das ich automatisiert von allen möglichen Geräten und Plattformen aus zugreifen kann, in irgendeiner Weise „sicher“ sein soll.
Definiere bitte mal „Sicherheit“, Mark Zuckerberg. Ergo: Überhaupt nicht sicher!

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Unbefugter Zugriff?
Durch wen denn bitte?
Die im Prinzip gleiche Frage mehrfach zu stellen macht sie nicht besser.
Mir ist es einerlei, wer wie Zugriff erlangt. Ich gehe immer davon aus, dass meine Daten bei Facebook per Definition nicht sicher aufgehoben sind.

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Facebook betreibt Aufwand zu unserer Sicherheit?
Sicher nicht. Die wollen einzig die eigene Datenbasis sauber halten und am besten jeden Menschen auf dieser Erde eindeutig identifizieren, um personenbezogene Werbung verkaufen zu können.
Das ist der einzige Daseinszweck dieser Firma: Werbeeinnahmen. Die Kunden sind die Werbetreibenden, der User ist die Ware.
Das ist in etwa so, als ob man ein Aquarium im Fischrestaurant sieht. Nur werden die Facebook-Nutzer nicht etwa gegessen, sondern deren Persönlichkeit (Denken, Fühlen, Wünsche, Neigungen, Interessen) wird verkauft. Aus Sicht der Fische: mäßiger Aufwand wird betrieben.

Wir sprechen hier von einem Jahreserlös (nicht Umsatz!) von sieben Milliarden Dollar.

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Noch einmal eine gleiche Frage. *gähn*
Die Sicherheit des Kontos, so wie wir, die Fische, sie verstehen, liegt nicht im Interesse Facebooks. Ich bin mir sicher, dass auch Werbetreibende durch die Geschwätzigkeit Facebooks ein Persönlichkeitsprofil von mir erstellen können – wenn sie nur genügend präzise Abfragen ordern und auf eine Reaktion von mir warten.

Facebook wird so oder so – und früher oder später – unsere persönlichen Rohdaten für einen Viertel Cent im Paket verhökern. Es wird irgendwann den Weg AOLs, Compuserves, Yahoos und Co gehen, die alle den Nutzer in einen „walled Garden“ sperrten und ihm sagten, die sei das WWW – oder gar das Internet.

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Und wieder der böse externe Hacker!
Um Hacker mache ich mir wenig Sorgen, ich sorge mich um die Geldgier (oder netter: des Geldbedarfs) des walled Gardens „Facebook“ und den Schabernack, den Regierungen mit diesem Datenschatz treiben können.
Immer im Hinterkopf behalten: Wir produzieren selber (und mehr als bereitwillig) das präzise Bild, das Facebook von uns hat.

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Ich habe noch Anmerkungen? Ja, klar!
Da Text in Bildern generell sinnfrei ist, hier meine Anmerkungen im lesbaren Format:
„Facebook lebt von den personenbezogenen Daten und ist damit selber ein Sicherheitsrisiko für die die Privatsphäre der Nutzer und unbeteiligter Dritter.“

„Diese Umfrage ist eine Farce. Facebook ist nur insofern an unkompromittierten Accounts interessiert, um die Nutzer auseinanderhalten zu können und für maximierte Werbeeinnahmen ein möglichst umfangreiches Persönlichkeits- und Beziehungsprofil erstellen zu können.“

Nur am Rande: Facebook hat Objekt-, Gesichts- und Texterkennungen für Bilder am Start. Trotzdem ist es sinnlos einen Widerspruch zu den „neuen Facebook-ABG“ als Bild zu posten. Oder klebst Du Dir auch ein Schild an die Stirn auf dem steht: „Für mich gelten die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland nicht“? Wie dämlich müsste man da sein? Oh, verdammt, da war was!

Digitale Selbstverteidigung?
Du möchtest wenigstens die Art ändern, wie Facbook Dir Deine Filterblase anzeigt?
Du willst die nervige Werbung nicht mehr sehen, die Dir in Namen Deiner Facebook-„Freunde“ angezeigt wird?
Du möchtest Blacklisten für Klickbaits, Kettenbriefe und wirre Verschwörungstheorien erstellen?
Dies und noch vieles mehr kann FB Purity.
Weiterhin empfehle ich dringend Facebook nur in einer Sandbox wie Piv8 laufen zu lassen.

6 Gedanken zu „Facebook Sicherheitsumfrage“

  1. Hallo lieber M,
    wir, eine Gruppe von 14 FB Flüchtlingen, suchen ein neues, sicheres Asyl.
    Wir sind relative DAUs, haben keinen Schimmer, was eine „Sandbox“ ist oder welche Optionen/Alternativen zu FB es sonst noch gibt.
    Da die Algorithmen in letzter Zeit immer drastischer zuschlagen und wir uns auch nicht länger diesem Datenkraken aussetzen möchten, denken wir über einen Wechsel in ein weniger stalkendes Forum nach. Hast du Tipps und Tricks für uns?
    Für jeden Hinweis dankbar, S.

    Antworten
    • Hallo Silke,
      ah, ja, das kenne ich. Ich bekam neulich auch einen 24h-Ban auf Facebook. Die Schwurbler gingen steil, als ein Querdenker-Richter an einem Kleinstadt-Gericht meinte „urteilten“ *seufz* zu müssen, dass die Corona-Maßnahmen verfassungswidrig *doppelseufz* seien. Da reichte es schon das genauso unter einem Aluhut-Kommentar zu schreiben und *BÄMM* griffen die FB-Gemeinschaftsstandards. Daraufhin habe ich den Account gelöscht. Irgendwann ist auch mal Feierabend mit der Bigotterie Facebooks.
      Bei Twitter ist es noch übler. Das ist ein Zoo für rechte Verschwörungstheoretiker, die sich schon lange von der Realität verabschiedet haben.Anyway, Du kannst Dich bei Diaspora (https://diasporafoundation.org) oder bei Frindica (https://friendi.ca) anmelden.
      Das sind beides dezentrale soziale Netzwerke hinter denen keine Gewinnabsichten stehen. Allerdings muss man aber auch den jeweiligen Betreibern der Server vertrauen. Na ja, irgendwem muss man halt trauen. Oder man betreibt gleich selber einen der Server.

    • Danke für die schnelle Antwort und den Tipp, lieber Hessi 🙂 Ich werd Diaspora mal auschecken.
      Alles Liebe und Gute, S.

    • Soweit ich weiss, ist es bei Friendica wohl leichter einen eigenen Server einzurichten. Das ist bei Diaspora wohl immer noch ein völliger Krampf, den Hobbyanwender nicht auf die Kette bekommen sollen. Auch sind die Entwickler bei Diaspora resistent gegen Userwünsche. Die wollen krampfhaft andere Strukturen und Bezeichnungen als bei Facebook benutzen. Dass man damit normale Umsteiger eher abschreckt, ist denen völlig latte.

      Also: Eine gewisse Anpassungsbereitschaft müsst Ihr mitbringen. Wenigstens seid Ihr ja schon ein paar Leute, dann habt Ihr wenigstens schon mal eine Userbasis mit Inhalten und das ganze sieht dann nicht so leer aus.

    • Ja, es geht uns ja eher um unsere gruppeninternen Inhalte. Und nachdem gestern die erste von FB geblockt wurde und mein Kommentar dazu „Scheiße.“ auch erst mal zurückgehalten wurde, reicht es jetzt echt mal mit der Zensur. Das ist Eingriff in das Recht auf freie Meinungsäußerung, das ich einfach nicht hinzunehmen bereit bin.
      Gut, ich werde Friendica + eigenen Server auschecken, kenne einen SysAd, der wird mir da sicher helfen.
      Wer berichten, sobald wir erfolgreich migriert sind 😉

  2. Hey Silke,
    mir fällt auch noch Mastodon ein. Da habe ich auch noch einen vergessenen und nicht genutzten Account. 😀 Da ist sogar mehr los als bei Diaspora.

    Ich muss sagen, jetzt hast Du mich neugierig gemacht! Dabei hast Du MICH gefragt! 😀 😀 Ich denke, dass ich einen alten Raspberry mal mit Friendica installieren werde und darauf alle meine ehemaligen FB-„Freunde“ einladen werde.

    Einer der ersten Google-Treffer zu Friendica ist:
    https://greennetproject.org/2018/03/19/friendica-das-sichere-soziale-netzwerk-mit-datenhoheit/

    Keine Ahnung, was das genau für eine Site ist. Auf den ersten Blick nicht unseriös.Friendica scheint ja doch viel interessanter zu sein, als ich erst dachte!
    Tja, noch ein Projekt… habe ja sonst nix zu tun! 🙂

    Ich vermute mal, dass Dein „Scheiße“ zurückgehalten wurde, weil der Post halt blockiert/gelöscht wurde. Facebook hat es ja nicht so drauf mit der Transparenz bei Fehlermeldungen. 😀
    Ja, sag mal bitte Bescheid, wie das bei Euch geklappt hat.

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