Planungsfehler Küche

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Der ganze Mist bei der Haussanierung verfolgt uns noch immer. Neulich kam der Schornsteinfeger vorbei, sah sich die Küche an, schüttelte den Kopf und stellte uns ein Ultimatum.

Die Küche ärgerte uns eh schon die ganze Zeit. Genauer gesagt: der laxe Aufbau. Gut entsinne ich mich noch daran, wie der Küchenbauer meinte, dass die völlig unstimmigen Abstände an den Küchenschränken normal seien, und dass wir die selbst einstellen müssten, nachdem die Küche einige Zeit mit beladenen Schränken gestanden hätte.

Nun, die Spaltmasse sehen immer noch exakt wie damals aus. Die sind nicht schlimmer geworden. Ich stand schon oft davor und überlegte, an welcher Kante, welchen Schrankes ich beginnen sollte – und gab es einfach wieder auf. Das würde für mich als Laie Stunden dauern.

Und die Silikonfugen? Die waren ganz dünn und transparent. Passendes Braun hatten die Küchenbauer wohl nicht dabei. Mittlerweile sind diese Silikonfugen auch einfach abgefallen. Lösten sich erst leicht – und dann gingen die beim Abwischen einfach mit ab.

So weit, so schlecht. Eine neue Dimension brachte der Schornsteinfeger bei einer turnusmäßigen Hausbegehung in die ganze Sache: Eine Küchenzeile steht zu dicht an dem Kaminzug. Die benötigt einen Abstand, sonst werden wir alle im flammenden Inferno sterben. Wow! Deutschland, ein ebenso unermüdlicher wie unerquicklicher Quell an Vorschriften. Ich bin mir sicher, dass ich sicherlich auch irgendwas falsch mache, wenn ich auf die Toilette gehe. Aber … psssst!

Frau™ schrieb mehrere Mails an den Möbelmarkt, bei dem wir diese Küche haben planen lassen. Jede Antwort hatte eine andere Ausrede parat. Am Ende gifteten wir uns gegenseitig an und ich wurde genötigt, mich um die Sache zu kümmern. Den Markt haken wir mal geschmeidig ab, sinnlos, sich mit denen weiter herumzuärgern. Ich schrieb also eine Mail an den Konzern himself:


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben bei Ihnen im Markt in Weiterstadt unter der o.a. Kaufvertragsnummer eine Küche gekauft und durch Ihr Unternehmen aufbauen lassen.
Nun hat der Schornsteinfeger eine Begehung durchgeführt und bemängelt, dass eine Küchenzeile zu dicht am Kaminzug stünde.

Ihre Filiale weigert sich indessen, diesen Aufbaufehler zu beheben und die Schränke mit ausreichendem Abstand zu verschieben – Platz wäre genug vorhanden.

Erst wird gesagt, dass der Kaminzug, der logischerweise so alt wie das Haus ist, beim Aufbau der Küche noch nicht existiert hätte.
Dann wird behauptet, dass wir als Kunde solche Vorschriften kennen müssten und das Aufbauteam darauf hätten aufmerksam machen müssen.
Zu guter Letzt heißt es, wir hätten das Abnahmeprotokoll unterschrieben und damit bestätigt, dass alles in Ordnung wäre.

Jetzt wenden wir uns an Sie. Wir haben die Küche nicht in einem Baumarkt gekauft und selbst aufgebaut, sondern die Planung und den Aufbau Ihrem Unternehmen überlassen – eben weil wir uns nicht mit der Thematik „Küche“ auskennen.

Zur besseren Verdeutlichung hier 360-Grad-VR-Bilder, auf denen Sie sich die Situation kurz vor und nach dem Aufbau der Küche in aller Ruhe und von allen Seiten ansehen können:

Vorher: https://www.hessburg.de/VR-Touren/Farbqual/app-files
Nachher: https://www.hessburg.de/VR-Touren/Kueche_fertig/app-files/

Der im Prinzip frei stehende Kaminzug ist gut zu erkennen und sollte Fachkräften beim Aufbau mindestens eine Nachfrage wert sein – zumal der Aufbau zwei Tage lang dauerte.
Die Küchenrückwand neben der Spüle steht über. Das Gespräch kam also zwangsläufig während des Aufbaus auf den Kamin und den davor geplanten Kasten des Luftausströmers der Umluftheizung.

Wie gedenken Sie, diese Situation zu lösen?

Danke im Voraus


Jetzt fragt Ihr Euch sicherlich, ob man den Kamin überhaupt erkennen konnte, richtig? Der könnte ja flach in einer Wand stecken. Sehet selbst:

Vorher:

Nachher:

Warum der Aufwand? Warum hänge ich den Kram nicht selbst um? Einfache Antwort: Ausgebrannt und abgebrannt. Das Haus nervt nur noch. Ich müsste eine neue Rückwand kaufen, denn die jetzige hat ja Löcher von der Wasserarmatur. Dazu noch Abstandsleisten. Ja, nein, echt nicht. Ich habe das nicht verbockt und beim Küchenaufbau wurde ich schon belabert, dass die Spaltmasse „normal“ seien. Und ich schluckte das damals. Aber wir haben ja das Übergabeprotokoll unterzeichnet – als Laien.

Mein Tipp: Holt Euch für einen sehr niedrigen dreistelligen Betrag einen Sachverständigen dazu, bei dem Preis einer solchen Küche fällt das nicht im Geringsten ins Gewicht.

Seht Ihr den ollen Tisch in der aufgebauten Küche? Der war für die Bauphase gedacht, steht da aber auch noch. Mit wechselnden Tischdecken darüber. Das ist symptomatisch bei uns.

Nun warten wir ab, was passiert. Je nachdem, wie die Antwort ausfällt, werde ich den Namen des Unternehmens in weiteren Artikeln mit Updates mitteilen. Fehler können passieren, keine Frage. Aber es ist sehr wohl eine Frage, wie man damit umgeht. Dem Kunden den schwarzen Peter zuzuschieben, ist nicht nur miserabler Stil, sondern langfristig geschäftsschädigend.

 

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