Irgend­was ist immer (6)

Lese­dau­er 5 Minu­ten

Irgend­was ist immer! Es war so weit: Ich blieb mit dem Twi­zy und lee­rer Bat­te­rie lie­gen. Mein Dank geht an Goog­le Maps, das mich wie­der Umwe­ge fah­ren ließ. 

Rei­se­grund

Auf dem Cam­ping­platz wur­de das Was­ser abge­stellt und letz­tes Mal ver­gaß ich, die „Tür“ des Vor­zel­tes zu schlie­ßen. Dort ist es immer stür­misch. Was wohl wie­der mit dem Zelt pas­siert ist?

Reich­wei­te

Vor­ges­tern hat­te ich eine rea­le Reich­wei­te von fast 58 Kilo­me­tern gehabt, bis ich lie­gen geblie­ben bin. Licht war an, Schei­ben­hei­zung meis­tens ein­ge­schal­tet. Auf die­ser Stre­cke fuhr ich meis­tens berg­ab. Ins­ge­samt 213 Höhenmeter.

Goog­le Maps ist Mist!

Ich bin auf die Rück­fahrt gespannt. Die wird aber kür­zer, denn ich war auf der Hin­fahrt müde, es dun­kel und ich ver­trau­te Goog­le Maps. Ich wähn­te mich auf der Seli­gen­städ­ter Stra­ße zwi­schen Baben­hau­sen und Zell­hau­sen, war aber auf der B26 Rich­tung Stock­stadt. Auf der B469 rea­li­sier­te ich, wo ich mich befand und bekam schrei­end einen Ner­ven­zu­sam­men­bruch im Auto. Goog­le ist däm­lich, däm­lich, dämlich!

Gegen­test: In der Gegend um Aschaf­fen­burg dreht Goog­le abso­lut am Rad. Eben will ich die Rou­te zwi­schen zwei Orten, die Luft­li­nie 1.000 Meter aus­ein­an­der lie­gen berech­nen, da erstellt er wir­re Umwe­ge, statt die direk­te Stra­ße zu neh­men, an der bei­de Orte liegen.

Google Maps baut scheisse
Neue, immer noch zu lan­ge Route

Wenigs­tens war es dies­mal kein Umweg von 20 km, son­dern von „nur“ neun Kilo­me­tern, da mei­ne Beschwer­de bei Goog­le Maps wohl wirk­lich etwas bewirk­te, denn die Rou­te wird nun etwas kür­zer, aber immer noch zu lang berechnet.

Google Maps baut scheisse
Alte Rou­te, wie sie vor mei­ner Beschwer­de errech­net wurde

Ich stran­de­te exakt 1.200 Meter vor mei­nem Ziel. Mit jau­len­dem Getrie­be roll­te ich noch bis auf den ers­ten Park­platz der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Karl­stein und lief mit mei­nem Gepäck die letz­te Stre­cke zum Campingplatz.

Dort woll­te ich hin, weil das Was­ser abge­stellt wur­de und ich letz­tes Mal ver­ges­sen hat­te, die „Tür“ vom Vor­zelt zu schlie­ßen. Es kam, wie es kom­men muss­te, denn irgend­was ist immer. #irgend­wa­si­stim­mer

Irgendwas ist immer
Vor­zelt Windschaden

Das Vor­zelt wur­de durch den Wind halb aus­ge­ris­sen. Eine Later­ne ist zu Bruch gegan­gen und auch sonst flog vie­les im Zelt her­um. Zur Erin­ne­rung, das ist ein Rei­se­vor­zelt, wir sind kei­ne Dauercamper!

Ich schloss das Vor­zelt wie­der und stell­te die weg geflo­ge­ne Mit­tel­stan­ge wie­der auf. Noch ein wenig auf­räu­men und das wird wieder.

Am Sonn­tag­mor­gen rief ich bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr an. Ja, sie hat­ten das Auto schon gese­hen. Sie sei­en noch etwas vor Ort, weil sie Büro­kram machen müs­sen. Ob man denn an das Lade­ka­bel käme, dann wür­den sie ihn schon ein­mal an die Steck­do­se hän­gen, dann könn­te ich ja gleich los. Sie hät­ten selbst einen Zoe als Dienstwagen.

Wow! Full­ser­vice von der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr! Ich mach­te mich auf den Weg.

Herbstspaziergang
Herbst­spa­zier­gang

Tat­säch­lich war der Twi­zy in den zehn Minu­ten bereits zu 10 Pro­zent gela­den, als ich ankam. Er hing an einer lan­gen Ver­län­ge­rungs­schnur, die durch das Büro­fens­ter gelegt wur­de. Das ist ech­ter Ein­satz! Ich spen­de­te der Feu­er­wehr 20 Euro, weil sie so nett und hilfs­be­reit waren.

Zusam­men mit dem Blit­zer in Baben­hau­sen – ich fuhr 43 statt 30 km/​h – war das die bis­her teu­ers­te Fahrt zum Campingplatz. 🙁

Twizy lädt
Twi­zy lädt

Ich kleb­te noch eine Push-LED-Lam­pe  aus dem Action-Markt in den Twi­zy und tes­te­te die am Abend. Ja, ist hell. Drei­er­pack ohne Bat­te­rien: 3 Euro, IIRC.

War­um habe ich unter­wegs nicht geladen?

Als ich rea­li­sier­te, dass die­se Num­mer ver­mut­lich nicht hin­hau­en wür­de, such­te ich ver­zwei­felt eine Lade­mög­lich­keit auf dem Weg. Eine Lade­säu­le woll­te ich nicht ris­kie­ren, denn nach­her wür­de das Laden mit dem Adap­ter viel­leicht nicht funktionieren?

Eine der letz­ten offe­nen Tank­stel­len lag auf dem Weg. Dort frag­te ich, aber der arme Tank­wart mein­te nur, dass ihnen alle Außen­steck­do­sen abmon­tiert wur­den, weil… Ben­zin und so, gell? Man kann es echt übertreiben!
Aber Elek­tro­au­tos bren­nen in den Köp­fen der Boo­mer immer ab, ist klar!

Rück­fahrt

Mit­tags brach ich zur Rück­fahrt auf. Wie­der über die Fähre.

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Seli­gen­stadt war in Sicht!

Aber: Die Fäh­re macht Mit­tag! Kein Scheiss! Also hat­te ich die Wahl den rie­si­gen Schleif über die Auto­bahn zu fah­ren oder 45 Minu­ten zu warten.
Ich fuhr los.

In Roß­dorf müss­te ich sowie­so hal­ten, denn die 200 Höhen­me­ter auf der Rück­fahrt las­sen sich nicht wegdiskutieren.
Vor dem Aldi kam ich mit 12 Rest­ki­lo­me­tern an:

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Das ent­sprach noch 21 % Restladung.

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Als ich vom Ein­kauf im Aldi zurück­kam, stand so ein sinn­frei­er Kom­pakt-SUV von Audi neben mir.
Wozu sind die gut?
Kön­nen nichts im Gelände.
Kön­nen nichts ziehen.
Platz bie­ten die auch nicht.
Da kann ich ja gleich Golf fahren.

„Vier Nul­len auf dem Küh­ler und die fünf­te Null sitzt hin­ter dem Lenk­rad.
„Wenn ich einen Audi vor der Tür ste­hen sehen will, rufe ich mir einen Versicherungsvertreter.“
Na ja, Ihr kennt das ja.

Lus­tig sah es alle Male aus, möch­te ich Euch nicht vor­ent­hal­ten. Was ist an so einer Kar­re nach­hal­tig oder umweltfreundlich?

Ja, ja, schon gut, ich weiß: Deut­sche Mar­ken wer­den zu über 95 % nur von Fir­men gekauft und müs­sen maxi­mal die ers­ten drei Lea­sing­jah­re ohne nen­nens­wer­te Defek­te überstehen.
Danach wer­den die an Pri­vat­käu­fer oder ins Aus­land ver­kauft. Per se sind die nicht umweltschonend.

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Mitt­ler­wei­le waren 43 % gela­den. Ich war­te­te noch auf 50 %, denn dann konn­te ich befrei­ter Strom geben. Es gibt noch eini­ge stei­le Anstie­ge auf der Strecke.

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Zu Hau­se kam ich mit 2 km Restreich­wei­te an. Punktlandung.

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