Espace: Dreh­sit­ze, Tische und Sitzbezüge

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Es gibt Situa­tio­nen, in denen man ger­ne die Sitz­be­zü­ge abneh­men wür­de. Sei es, weil man eine Sitz­hei­zung oder die Klapp­ti­sche an den Leh­nen nach­rüs­ten möch­te. Sei es, weil eine Geträn­ke­fla­sche häss­li­che Fle­cken hin­ter­las­sen hat. Aber auch der Umbau auf Dreh­sit­ze ist leich­ter, wenn man nur die Sitz­be­zü­ge wech­selt. Das ist alles kei­ne Hexe­rei und man muss kein Auto­satt­ler sein, um das zu meistern.

Wie immer, der Haftungsausschluss:

Was immer Ihr mit Eurem Auto anstellt, ich bin nicht schuld an irgend­wel­chen Fol­ge­schä­den. Sei es ein nur ein ein­ge­ris­se­ner Sitz, sei es ein Kurz­schluss, ein Aus­lö­sen der Gurt­straf­fer oder dass sich der Sitz bei einem Unfall löst, weil Ihr nicht ein­mal eine Schrau­be ordent­lich anzie­hen könnt!

Noch eine Anmer­kung vor­ne weg: Ich habe lei­der nur weni­ge Bil­der von mei­ner Umbau­ak­ti­on. Das liegt vor allem dar­an, dass die gan­ze Akti­on wirk­lich ganz leicht ist und ich so schnell vor­an kam, dass ich schlicht ver­gaß Pho­tos zu machen. Eini­ge Bil­der sind auch nicht unbe­dingt von die­ser Umbau­ak­ti­on, aber man erkennt anhand die­ser, wie die Arbei­ten aus­se­hen müs­sen. Ein Bild sagt eben immer mehr als 1.000 Worte.

Was ich umge­baut habe? Ich woll­te Dreh­sit­ze und die Klapp­ti­sche für die Leh­nen haben.

Natür­lich bekommt man nach Murphey’s Law kei­ne Dreh­sit­ze im Design der vor­han­de­nen Innen­aus­stat­tung. Wer will schon mit ver­schie­de­nen Sit­zen rum­fah­ren? Aus­ser­dem könn­ten die gebrauch­ten Dreh­sit­ze ver­schlis­sen sein. Ein Grund, die Bezü­ge zu tau­schen. Das geht ganz leicht:

Aus­bau der Sitze:

Falls das Fahr­zeug über Gurt­straf­fer ver­fügt, muss zuerst der Ste­cker an der Patro­ne gelöst wer­den. Allen Unken­ru­fern sein gesagt, dass die­ser Ste­cker frei im Innen­raum liegt und durch ein unglück­lich unter den Sitz gescho­be­nes Gepäck­stück gelöst wer­den könn­te. Die Gefahr des Aus­lö­sens der Explo­siv­pa­tro­ne durch sta­ti­sche Elek­tri­zi­tät soll­te also durch den Her­stel­ler des Sys­tems gebannt wor­den sein. Nur am Ran­de: Auch aktu­el­le Fahr­zeu­ge haben iden­ti­sche Befes­ti­gun­gen für die Gurt­straf­fer und Sidebags.

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Nichts­des­to­trotz ist es ille­gal eine Sitz­kon­so­le aus­ser­halb des Fahr­zeu­ges zu lagern, da sie klei­ne Men­gen Spreng­stoff ent­hält.
Die Sit­ze wer­den aus­ge­baut, indem man die fünf Schrau­ben der Sitz­schie­nen löst. 

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Die schwar­zen Abstand­hal­ter zei­gen die Posi­ti­on der Schrau­ben an.


Abzie­hen der Bezüge:
Wir fan­gen mit den Sitz­flä­chen an. Den Sitz von der Kon­so­le lösen und umdre­hen. Nun sieht man, dass die Bezü­ge mit Kup­fer­klam­mer und Kup­fer­ste­ckern befes­tigt sind. Auf dem Bild unten sieht man in der Quer­stre­be Löcher, in die­se sind Kup­fer­ste­cker gesteckt, die den Bezug hal­ten. Die­se Ste­cker mit einem Schrau­ben­dre­her abzie­hen. Die Kup­fer­klam­mer schlicht mit einem Sai­ten­schnei­der durch­tren­nen und wegwerfen.

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Unten im Bild sieht man über dem auf­ge­druck­tem „G” die durch­ge­steck­te Abstep­pung der Sitz­flä­che. Die­se ist T‑förmig und hält durch eben die­se T‑Form unter dem Sitz. Dadurch ist die Sitz­flä­che geteilt, was den Ein­bau einer Sitz­hei­zung erschwert.

Wir zie­hen das T‑Stück nach oben, klap­pen es um und schie­ben es durch das Pols­ter Rich­tung Bezug. Nun kön­nen wir den Bezug abzie­hen. Dabei ist dar­auf zu ach­ten, dass alle Klam­mern auch wirk­lich ent­deckt und gelöst wur­den. Den Bezug des­we­gen beherzt aber mit Ver­stand und Gefühl vom Schaum­stoff abziehen.

Wir ent­fer­nen nun auch den Schaum­stoff, der evtl. mit Sprüh­kle­ber fixiert wur­de. Der Schaum­stoff ist aber in der Regel auch nach Jah­ren noch zug­fes­ter als der Kle­ber, so dass es dabei kei­ne Pro­ble­me zu erwar­ten gibt.

Nun sehen wir von unten auf die Rücken­leh­ne und ent­fer­nen auch dort alle Kup­fer­be­fes­ti­gun­gen. Den Bezug nur Etap­pen­wei­se noch oben zie­hen, unter­wegs alle wei­te­ren Kup­fer­klam­mern durchschneiden.

Sind wir oben ange­kom­men, so lösen wir die Buch­sen der Kopf­stüt­ze, indem wir mit einem Schrau­ben­dre­her die Hal­te­klam­mern vor­sich­tig nach innen drü­cken und die Buch­se erst auf der einen, dann auf den ande­ren Sei­te nach oben drücken.

Nun kön­nen wir die Arbei­ten vor­neh­men, die anstehen:

Rei­ni­gung:
Nun haben wir bei­de Sitz­be­zü­ge ent­fernt, sie lie­gen links her­um neben dem Sitz. Jetzt kann man den Stoff per Hand waschen. Muti­ge ste­cken sie in die Maschine.

Klapp­ti­sche:
Im Sitz­ge­stell fin­den sich die Hal­te­punk­te für die Tische. Bei Aus­bau aus dem Spen­der­fahr­zeug muss man unbe­dingt die „Dübel” mit­neh­men, die in die Hal­te­punk­te gesteckt wer­den. Also nicht ein­fach die Tische abschrau­ben, son­dern auch den Bezug auf­schnei­den oder abzie­hen und die „Dübel” mitnehmen.

Soll­ten die Dübel feh­len – so wie bei mir, ich hat­te einen ver­lo­ren – so kann man sich mit einem Mehr­weg­ka­bel­bin­der mit Schraub­ver­schluss behel­fen. Die­se Din­ger sind – zuge­ge­be­ner Maßen – schlecht zu bekom­men, aber äus­serst robust und wei­sen eine höhe­re Zug­fes­tig­keit als nor­ma­le Kabel­bin­der auf.

Die „Dübel” also ein­ste­cken und bei Auf­zie­hen der Bezü­ge an den rich­ti­gen Stel­len den Rücken­be­zug über den Hal­te­punk­ten ein­schnei­den, damit sich der Stoff nicht beim Fest­schrau­ben der Tische mit der Schrau­be mit dreht und einreisst.

Sitz­hei­zung:
Das wird kniff­lig, da Leh­ne und Sitz­flä­che abge­steppt sind. Ich sel­ber habe kei­ne Sitz­hei­zung ein­ge­baut, da ich Stoss­sit­ze habe. Aller­dings hat­te sei­ner­zeit mein R5 in der Bac­ca­ra-Aus­stat­tung Leder­sit­ze auf denen ich im Win­ter die ers­ten Meter wie ein Schnei­der gefro­ren habe. Damals gab es kei­ne Nach­rüst­sitz­hei­zun­gen, so dass ich mir schlicht Sitz­auf­la­gen mit einer Sitz­hei­zung bei ATU gekauft habe. Die­se habe ich auf­ge­trennt und unter die Sitz­flä­che sowie die Rücken­leh­ne gesteckt. Die ori­gi­na­len Sitz­hei­zungschal­ter bekam ich bei Renault.

Wie ist so eine Hei­zung auf­ge­baut? Sim­pel, erschre­ckend sim­pel. Es ist nur ein lan­ger Draht, der in Wen­dun­gen auf ein Stück Trä­ger­stoff genäht wur­de. Beim Espace kann man also so eine Hei­zung mit Sprüh­kle­ber auf die Schaum­stoff­flä­chen kle­ben und die Schlit­ze für die Abstep­pung auch in den Trä­ger­stoff der Hei­zung schnei­den. Dabei natür­lich nicht die Draht­spi­ra­le beschä­di­gen und dar­auf ach­ten, dass der Draht locker um die Abstep­pung herumkommt.

Gene­rell dar­auf ach­ten, dass die Dräh­te nicht durch das Sit­zen unter Zug geraten!

Bezie­hen der Sit­ze:
Den Leh­nen bezug oben auf­set­zen, die Buch­sen der Kopf­stüt­zen zur Posi­tio­nie­rung ein­schie­ben und die obe­re Hälf­te des Sit­zes bezie­hen. Das ist die wich­tigs­te Stel­le, sie bestimmt, ob der Bezug nach­her rich­tig sitzt.. Also hier lie­ber ein paar mal hin und her zie­hen, klop­fen und drü­cken, bis alles per­fekt sitzt und kei­ne Fal­ten wirft.

Auf der Hälf­te der Arbeit auf die T‑Förmige Abstep­pung ach­ten und die­se durch das Pols­ter schie­ben. Wir nähern uns den ers­ten Befes­ti­gungs­punk­ten des Bezu­ges. Da ich kei­ne Kup­fer­klam­mern habe, befes­tig­te ich die Bezü­ge dop­pelt mit recht wei­chen und nicht scharf­kan­ti­gen Kabelbindern.

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Nun kommt die Sitz­flä­che dran, die aber ana­log zur Leh­ne bezo­gen wird. Eine Sache von drei, vier Minuten.

Zu guter Letzt schrau­ben wir die Kon­so­le wie­der an das Gestell. Ich woll­te natür­lich gleich auf die Dreh­sit­ze umrüsten:

Dreh­sit­ze:
Zu den Dreh­sit­zen ein paar Wor­te: Wenn das Fahr­zeug Gurt­straf­fer hat, die Spen­der-Dreh­sit­ze mit den Kon­so­len aber nicht, so kann man die alte Kon­so­le mit den Gurt­straf­fern und dem Gurt­schloss behal­ten. Auch die nor­ma­le, nicht dreh­ba­re Kon­so­le hat bereits den Aus­schnitt für den Dreh­kranz. Die­sen löst man mit ein paar Schrau­ben und wech­selt das Sitz­ge­stell, das sich eben von der nor­ma­len Aus­füh­rung unter­schei­det. Wir rei­ni­gen und fet­ten den Aus­schnitt sowie die Kunst­stoff­glei­ter und bau­en alles wie­der zusam­men, Ist kei­ne Kunst, da braucht man kein genaue­res Bild für.

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Die Sit­ze wie­der mit den fünf Schrau­ben im Fahr­zeug befes­ti­gen, Gurt­straf­fer­ka­bel wie­der auf­ste­cken, und wir sind…

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…fer­tig!

Bei Fra­gen, Anre­gun­gen oder Kri­tik: Ein­fach einen Kom­men­tar hinterlassen! 😉

Euer
Michael

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