War­um einen Espace?

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War­um aus­ge­rech­net einen Espace? Oder genau­er: War­um aus­ge­rech­net einen Espace J63? Eine klei­ne Kauf­be­ra­tung, damit aus einem Aben­teu­er kein schreck­li­cher Alb­traum wird. Erst­mal will ich kurz erläu­tern, war­um es unter den vie­len Ange­bo­ten an gebrauch­ten Vans (neue gibt es ja kaum noch) aus­ge­rech­net einer von Renault sein soll­te. Und war­um, um alles in der Welt, aus­ge­rech­net einen der­mas­sen alten Renault? Alte Renaults ste­hen nun mal nicht unbe­dingt im Ruf beson­ders zuver­läs­sig zu sein.

Aber eigent­lich ist das wie eine selbst­er­fül­len­de Pro­phe­zei­ung, denn die wenigs­ten Renaults wer­den auf ihre alten Tage noch gepflegt. War­um auch? Ist doch „nur ein Renault”, der hält doch sowie­so nicht so lan­ge wie die guten deut­schen Autos.

Gut, „lan­ge” ist in der heu­ti­gen Zeit auch rela­tiv. Der Fahr­zeug­be­stand in Deutsch­land ist im Schnitt etwas über acht Jah­re alt. Solan­ge hal­ten auch die unge­pfleg­tes­ten Fahr­zeu­ge. Aber der Espace J63 steht mitt­ler­wei­le im Sta­tus eines Young­timers. Selbst die Jüngs­ten zäh­len ihre Len­ze längst mit einer füh­ren­den „2”.

Klä­ren wir aber erst ein­mal die Begriff­lich­kei­ten, wer kann schon etwas mit den inter­nen Codes für die Autos anfan­gen? W126, E36, 32BQP, das sind Codes, die dem deut­schen Auto­nar­ren noch etwas sagen. Daher ganz kurz eine Über­sicht über die unterschiedlichen…

Espace-Model­le:

1. Genera­ti­on:
1984–1991, J11, voll­ver­zink­tes Stahl­chas­sis, Gfk-Aus­sen­haut, Her­stel­ler: Matra

j11.psd
Bild unter GNU-Lizenz

2. Genera­ti­on:
1991–1996, J63, voll­ver­zink­tes Stahl­chas­sis, Gfk-Aus­sen­haut, Her­stel­ler: Matra

j63.psd

3. Genera­ti­on:
1996 – 2002: JE, voll­ver­zink­tes Stahl­chas­sis, Gfk-Aus­sen­haut, Her­stel­ler: Matra

je.psd
Bild unter GNU-Lizenz

4. Genera­ti­on:
2002 – 2015 JK, klas­si­sche Stahl­bau­wei­se, Her­stel­ler: Renault

jk.psd
Bild unter GNU-Lizenz

Der Espace ist tot! Es lebe der Espace!

Damit endet auch schon die Ahnen­rei­he. Der 2015 erschie­ne­ne „Espace” der fünf­ten Genera­ti­on (RFC) ist… ja was genau eigent­lich? Kein Espace, soviel steht unzwei­fel­haft fest. Sehr viel klei­ner in den Aus­sen­ab­mes­sun­gen und enger im Innen­raum und mehr als sat­te 10cm fla­cher als der Vor­gän­ger, steht man als Espace-Ken­ner doch ziem­lich rat­los vor dem… äh… Auto. Wur­de dem über­ge­wich­ti­gen JK schon ein Bruch mit den Tra­di­tio­nen vor­ge­wor­fen, so bleibt rät­sel­haft, wie man an einen tie­fer­ge­leg­ten und flach­ge­drück­ten „SUV-Kom­bi” ohne nen­nens­wer­te Boden­frei­heit über­haupt ein Espace-Typen­schild anbrin­gen konn­te. Sei es drum, ich wer­de die­ses Fahr­zeug hier nicht wei­ter berück­sich­ti­gen.

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Iden­ti­fi­ka­ti­on

Der Fahr­zeug­schein gibt Aus­kunft, wel­che Kis­te denn nun vor einem steht: Die Fahr­ge­stell­num­mer beinhal­tet auch den Herstellercode.

auschnittkfzsch

J63 ist das Modell, die 7 bezeich­net die Moto­ri­sie­rung – in die­sem Fal­le 2,2 Liter.
Wem fällt der „Feh­ler” im Bild auf? Na?

Rich­tig: 1997 war bereits seit einem hal­ben Jahr der JE auf dem Markt, ich habe also einen ech­ten Laden­hü­ter gekauft. 🙂

Der J11 der ers­ten Genera­ti­on ist etwas für Lieb­ha­ber. Erst der J63 bot mini­mals­te Sicher­heits­merk­ma­le wie Air­bag, Gurt­straf­fer, rund­um Schei­ben­brem­sen und ABS. Die­se Aus­tat­tun­gen waren zwar erst optio­nal, aber ab Ende 1995 (mit einer ver­stärk­ten Front­par­tie) dann Serie.

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(Gurt­straf­fer unter Beifahrersitz)

IMG 3895
(Cock­pit mit Airbag)

Wert­be­trach­tung

Was kann man bei der Pfle­ge eines alten Espace falsch machen? Fast alles, was auch einem nor­ma­len Auto nicht gut tut, das scha­det natür­lich auch einem Espace. Trotz­dem zeigt er ech­te Neh­mer­qua­li­tä­ten. Als klei­nes Bei­spiel: Im Ver­gleich zum Shaham­bra­xy (Sharan, Alham­bra, Gala­xy) ist das Fahr­werk nicht von einem Klein­wa­gen, dem Golf, abge­lei­tet, so dass es deut­lich robus­ter aus­fällt. Rost ist eben­falls abso­lut kein The­ma. Schaut Euch da mal die Kia Car­ni­val I und II an! Wow, die ros­te­ten tat­säch­lich bereits im Aus­stel­lungs­raum vor sich hin!

Um es kurz zu machen: Am Espace kommt man nicht vor­bei, wenn man ein Fahr­zeug haben will, das ein gutes Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis hat. Klar, zum Nach­bar beein­dru­cken – oder auch nur um von dem Spies­ser ernst genom­men zu wer­den – da müss­te es eben ein auf Pump gekauf­ter Sharan oder Zafi­ra sein, aber es ist mei­ne Koh­le, die ich in einem Fahr­zeug ver­sen­ke. So ein Neu­wa­gen ver­liert den Gegen­wert meh­re­rer guter J637, wenn ich nur mal einen in die Pols­ter des Fah­rer­sit­zes drü­cke. Aus­ser­dem.… in spä­tes­tens fünf Jah­ren fängt der Mist wie­der von Vor­ne an, da kommt dann das Nach­fol­ge­mo­dell raus und die Nach­barn gucken wieder…

Die gro­ßen Vor­zü­ge eines Espace klas­si­scher Bau­art sind fol­gen­de:
– Voll­ver­zink­tes Chas­sis
– Aus­sen­haut aus GfK
– Über­schau­ba­re Elek­tro­nik
– Rela­tiv gerin­ges Gewicht
– Robus­te Moto­ren (bis 1996)
– Güns­ti­ge Umrüs­tun­gen auf Euro3 und sogar bis D3
– Güns­ti­ge Gebraucht­wa­gen­prei­se
– Sehr gutes Platz­an­ge­bot bei gerin­ger Grund­flä­che
– Ben­zi­ner mit grü­ner Plakette

Der JE (1997 bis 2002) hat zwar noch die Vor­zü­ge der robus­ten Karos­se­rie, ver­bin­det die­se aber mit einer zeit­ge­mä­ßen Crash­si­cher­heit und quer ein­ge­bau­ten Moto­ren. Seit spä­tes­tens 1998 tre­ten dort aber äus­serst unan­ge­neh­me Elek­tronik­pro­ble­me ver­mehrt auf. Aus­ser­dem fin­de ich per­sön­lich die Preis­dif­fe­renz zwi­schen J63 und JE bei annä­hernd ver­gleich­ba­ren Bau­jah­ren ein­fach viel zu groß, sie liegt unge­fähr bei Fak­tor 4–5 (Stand 2007).

Aber ler­nen wir gene­rell den Espace erst ein­mal bes­ser ken­nen. Er hat eine inter­es­san­te Geschich­te zu erzählen:

Geschich­te:

Die Geschich­te der fran­zö­si­schen Auto­bau­er in den 1970er Jah­ren ist sicher­lich so inter­es­sant wie ver­wir­rend. Allei­ne nur die ver­schie­de­nen Namen zu nen­nen, die damals die Auto­mo­bil­her­stel­ler tru­gen, wür­de die­sen Rah­men spren­gen – schliess­lich geht es hier eigent­lich um den Espace. Die­ser hat­te gleich meh­re­re Eltern, die ihn auf den Weg brach­ten, daher kom­men wir um ein wenig Ahnen­for­schung nicht her­um. Leider.

Fran­zö­sisch-Ame­ri­ka­ni­sche-Freund­schaft

Chrys­ler war sei­ner­zeit durch den Kauf von Sim­ca auf dem euro­päi­schen Kon­ti­nent ver­tre­ten und hielt 50% der Antei­le von Matra, einen Klein­se­ri­en­her­stel­ler von Sport­wa­gen und Auf­trags­pro­du­zen­ten für Chrysler/​Simca. Matra wie­der­um ent­wi­ckel­te nach einer Idee von Phil­ip­pe Gué­don, dem tech­ni­schen Lei­ter der Fir­ma, eine Mischung aus Limou­si­ne, Kom­bi und Bus, den P11, einen Pro­to­ty­pen des ers­ten Espace.

Der neue Mini­van soll­te das Erbe des Sim­ca Ran­cho antre­ten. Die­ser war ein SUV-ähn­li­ches Frei­zeit­ge­fährt mit Platz für bis zu sie­ben Per­so­nen. Der Espace ent­stand also eigent­lich zuerst auf Basis von Sim­ca/Chrys­ler-Tech­nik und wur­de sogar von Chrys­ler mehr oder weni­ger direkt mit­fi­nan­ziert. Span­nend dar­an ist, dass die­se bereits mit dem Voya­ger ein sehr ähn­li­ches Fahr­zeug in der Ent­wick­lung hatten.

Peu­got als Retter?

Im Som­mer 1979 über­nahm der PSA-Kon­zern (Peugot/​Citoen) die Euro­pa-Geschäf­te des ange­schla­ge­nen Unter­neh­mens Simca/​Chrysler und benann­te die Fir­ma in Tal­bot um. Somit gehör­te auch der 50%-Anteil an Matra der PSA. Peu­got hat­te aber durch die Über­nah­me der Chrys­ler-Wer­ke eben­falls mas­si­ve finan­zi­el­le Pro­ble­me, so dass sie sich von den Matra-Antei­len trenn­ten. Die Grou­pe Lagar­dè­re, zu der Matra ursprüng­lich sowie gehör­te, über­nahm die Antei­le von Peu­got und wur­de so erneut Allein­ak­tio­när von Matra.

Matra hat­te zwar nun einen Mini­Van, aber kei­nen Abneh­mer dafür. Durch die Tren­nung von PSA ende­te 1983 auch die Pro­duk­ti­on des Ran­cho. Eine pre­kä­re Situa­ti­on, denn Peu­got sah kei­ne Zukunft in einem Fahr­zeug wie dem Espace. Die Ent­schei­der konn­ten die­sen in kei­ne Kate­go­rie ein­ord­nen und so ging Matra mit dem Kon­zept hau­sie­ren. Dem Klein­se­ri­en­her­stel­ler fehl­ten die Geld­mit­tel und die Ver­triebs­we­ge um den ers­ten euro­päi­schen Mini­van allei­ne auf den Markt zu bringen.

Unglück im Glück

Zum Glück zeig­te Renault Inter­es­se an den bei­na­he zu Ende ent­wi­ckel­ten P11. Zudem ende­te die Pro­duk­ti­on des Tal­bot Ran­cho im Jah­re 1983, so dass Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten frei wur­den. Was lag also näher als eine Zusam­men­ar­beit mit Renault? Nichts, logisch, oder? Aber Matra begab sich damit in eine fol­gen­schwe­re Abhängigkeit.

Ihren Sport­wa­gen Murena durf­ten sie nach dem Veto von Renault nicht wei­ter­bau­en, er war eine Kon­kur­renz für den Renault Alpi­ne. Matra schluck­te die­se Krö­te, schliess­lich ver­sprach der Auf­trag von Renault vol­le Auf­trags­bü­cher und gute Umsät­ze – anders wie die Pro­duk­ti­on des Murena.

Wo Renault drauf­steht, muss auch Renault drin sein. Vor der Seri­en­rei­fe wur­de der Espace also wei­test­ge­hend von Sim­ca/Chrys­ler- auf Renault-Tech­nik umge­stellt. Den Weg aus dem Tei­leragal fan­den vor allem R18, R21 und R25-Bau­grup­pen. Der ers­te „lupen­rei­ne” Renault Espace war spä­ter der JE, im Jah­re 1997.

Im J11 und J63 fin­den sich noch eini­ge Bau­tei­le, die auch in Fahr­zeu­gen von Chrys­ler ver­baut waren. Renault hat­te sich in den 70er-Jah­ren auf dem US-Markt eine blu­ti­ge Nase geholt und seit­dem einen Koope­ra­ti­ons­ver­trag mit Chrysler.

1990 woll­te Renault die Chi­ne­sen mit fran­zö­si­scher Auto­mo­bil­bau­kunst… äh… ver­wöh­nen und grün­de­te zum Ver­trieb die San­jiang Renault Auto­mo­bi­le (SRAC). Tat­säch­lich gin­gen die Tei­le weg wie geschnit­ten Man­tou. Vor allem der R21 ver­kauf­te sich sehr gut. Renault lie­fer­te Auto­puz­zels, also die rei­nen Ein­zel­tei­le nach Chi­na, die dort zusam­men­ge­setzt wur­den. Um der Bestell­flut Herr zu wer­den nahm Renault 1992 fast 100 Mil­lio­nen Dol­lar in die Hand und bau­te ein Werk mit der Kapa­zi­tät von einer Mil­lio­nen Fahr­zeu­ge pro Jahr. 

Tja, der Ken­ner wischt sich jetzt eine Lach­trä­ne aus dem Augen­win­kel und sagt: „Ja, klar, dass das in die Hose geht! Die Chi­ne­sen mer­ken doch auch, was Renault unter Qua­li­tät ver­steht!”. Es ging auch gran­di­os in die Hose: In zehn Jah­ren (1994 bis 2004) wur­den dort gera­de mal 10.000 Ein­hei­ten her­ge­stellt, im Schnitt 1.000 pro Jahr – also ein Tau­sends­tel der geplan­ten Pro­duk­ti­on. Ein Tau­sends­tel! Renault macht kei­ne hal­ben Sachen, echt nicht. 

Auf die­se Wei­se wur­de aber der J63 als „Renault Uni­vers” in Chi­na sogar bis 1999 gebaut – dann gin­gen schlicht die Tei­le aus, die in Chi­na nicht gefer­tigt wer­den konn­ten und die von Matra zuge­lie­fert wer­den muss­ten. Der JE wur­de als „Renault Espace” immer­hin bis 2004 in Chi­na pro­du­ziert. Zu dem Zeit­punkt war Matra aber bereits Geschichte. 

Das Ende von Matra

Renault wur­de also der allei­ni­ge Auf­trag­ge­ber für Matra. Eine Ent­schei­dung, die im Jah­re 2003 mit dem Ende der Renault Avan­ti­me-Pro­duk­ti­on auch das Aus für die tra­di­ti­ons­rei­che Fir­ma Matra bedeu­te­te. Zwar gab es Gerüch­te, dass Matra einen Kon­kur­ren­ten für den Smart her­stel­len soll­te, aber aus die­sen Plä­nen wur­de nichts.

Der Espace JK wur­de bereits zu die­ser Zeit bereits seit einem Jahr direkt bei Renault gefer­tigt. Unnö­tig zu sagen, dass die­ser Espace in kon­ven­tio­nel­ler Ganz­stahl­bau­wei­se das Band ver­ließ – mit allen Vor- und Nachteilen.

Die alten Werk­hal­len Matras wur­den abge­ris­sen, die Lager mit alten Espace-Tei­len ver­schrot­tet oder abver­kauft. das Kon­struk­ti­ons­bü­ro an Pinin­fa­ri­na verkauft.

Gemein­sam­kei­ten

Kom­men wir aber wie­der zu den ers­ten bei­den Espace: Den J11 und den J63. Bei­de sind – auch wenn man es kaum glau­ben mag – eigent­lich das glei­che Auto. Sie tei­len sich wei­test­ge­hend Tech­nik und Chas­sis. Der J63 hat einen etwas run­de­ren Bug, damit dort auch ein V6-Motor Platz fin­det und der Abstand zu den Mit­be­wer­bern gewahrt blieb. Aber im Prin­zip baut der J63 auf dem gering­fü­gig modi­fi­zier­ten und ver­steif­ten „Rah­men” des J11 auf.

*DINGDONG*

Hal­lo? Lebt Ihr noch? Schreck­lich öde, nicht wahr? Dan­ke, dass Ihr es bis hier­hin trotz­dem gele­sen habt. 🙂
Lei­der bin ich noch nicht am Ende mit mei­nen Ausführungen. 😉

Lang­zeit­schutz

Die ers­ten drei Genera­tio­nen des Renault Espace wur­den, wie gesagt, von der Fir­ma Matra ent­wi­ckelt. Matra hat­te gro­ße Erfah­run­gen mit Sport­wa­gen auf Basis einer kunst­stoff­be­plank­ten Stahl­ka­ros­se­rie sam­meln kön­nen, folg­lich wur­de auch der Espace in die­ser eher unge­wöhn­li­chen Tech­nik ent­wor­fen. Zum Glück waren die Matra-leu­te nicht ganz lern­re­sis­tent, so dass sie sich dach­ten, dass das Ver­zin­ken des Chas­sis kei­ne schlech­te Idee wäre – schliess­lich gam­mel­ten die super­fla­chen Sport­wa­gen aus­nahms­los unter der schi­cken Plas­tik­haut kom­plett durch!

Die Vor­tei­le lie­gen auf der Hand: Die im 450 Grad heis­sen Tauch­bad feu­er­ver­zink­te, aber im Unter­bo­den­be­reich nicht zusätz­lich mit den übli­chen Unter­bo­den­schutz ver­se­he­ne, Karos­se­rie erweist sich als rela­tiv resis­tent gegen Rost. Aber dies ist kein Frei­brief, sich nicht den tra­gen­den Stahl­rah­men genau­er anzu­se­hen. Die eher lege­re Arbeits­men­ta­li­tät unse­rer Nach­barn west­lich des Rhei­nes kann bei der Feu­er­ver­zin­kung kon­tra­pro­duk­tiv wirken.

Ver­zin­ken:

Aber erst ein paar Wor­te zum bes­se­ren Ver­ständ­nis:
Eine Feu­er­ver­zin­kung besteht aus meh­re­ren Tauch­bä­dern der fer­ti­gen Karos­se­rie. Die Ober­flä­che des Stahls muss voll­stän­dig und sorg­fäl­tig von Fett und ande­ren Ver­un­rei­ni­gun­gen gerei­nigt wer­den und vor dem Zink­bad mit einem Fluss­mit­tel ver­se­hen wer­den. Im Fal­le des Espace wird die Karos­se­rie solan­ge in ein mit rund 350 Ton­nen Zink gefüll­tes Becken getaucht, bis der Stahl die Tem­pe­ra­tur des Bades, immer­hin 450 Grad Cel­si­us, ange­nom­men hat.

Bei die­sem Vor­gang geht der Stahl mit dem Zink eine Legie­rung ein, es bil­den sich meh­re­re Legie­rungs­schich­ten, die zudem die Mole­ku­lar­struk­tur des Stahls ver­fes­ti­gen. Die äus­sers­te Schicht besteht aus fest haf­ten­den rei­nem Zink. Die­se Schicht ist erst sil­ber­glän­zend, wird spä­ter dun­kel­grau und bil­de­te eine kris­tal­lin aus­se­hen­de Ober­flä­che aus Zinkoxid.

Feh­ler­quel­len beim Verzinken:

Feh­ler kön­nen nun bei den Spül­bä­dern gemacht wer­den, die die säu­re­hal­ti­gen Res­te der Rei­ni­gungs­bä­der aus­wa­schen sol­len. Wer­den die Rück­stän­de der Säu­ren nicht voll­stän­dig ent­fernt ist mit einem sehr schnel­len Vor­rü­cken der brau­nen Pest zu rech­nen. Da davon meist nur die Hohl­räu­me betrof­fen sind, kann es pas­sie­ren, dass die­ses Chas­sis die End­kon­trol­le klag­los passiert.

Erreicht der Stahl im Tauch­bad nicht die Tem­pe­ra­tur des Zinks, so bil­den sich weni­ger, bzw. kei­ne Legie­rungs­schich­ten. Die Schicht der Ver­zin­kung ist dann weni­ger dick und kann sei­ne Schutz­wir­kung nicht lan­ge aufrechterhalten.

Ein wei­te­rer typi­scher Feh­ler ist es, dass ver­säumt wur­de die Ober­flä­che des Zink­ba­des abzu­zie­hen. Die leich­te­ren Oxi­de schwim­men auf eben die­ser Ober­flä­che und haf­ten sich somit zuerst auf die Stahl­ko­ros­se­rie, bevor die­se beim Ein­tauch­vor­gang das eigent­li­che Zink­bad berührt. Zwi­schen Stahl und Zink befin­den sich dann die­se Rück­stän­de und ver­hin­dern eine Legie­rung der Metal­le. Da auf die Auf­brin­gung von Unter­bo­den­schutz ver­zich­tet wur­de, kann man sich aus­rech­nen, was mit einer unge­schütz­ten Karos­se nach spä­tes­tens einem Win­ter pas­siert.
Man soll­te also als Espace-Besit­zer hof­fen, dass Jean-Pas­ca­le erst nach dem Durch­lauf des eige­nen Autos sei­ne Früh­s­tucks-Gau­loi­ses geraucht hat.

Zum Glück sind dies aber alles Aus­nah­me­erschei­nun­gen und sol­cher­mas­sen unge­schütz­te Fahr­zeu­ge wur­den sehr bald vom Rost dahin­ge­rafft. Aller­dings muss man dabei beden­ken, dass sich sol­che Kata­stro­phen nicht durch Bläs­chen an der Aus­sen­haut ver­ra­ten kön­nen, da die­se aus Kunst­stoff gefer­tigt ist.

Die Aus­sen­haut

Die auf­ge­plank­ten, teils ver­kleb­ten Aus­sen­tei­le der Karos­se­rie bestehen aus glas­fa­ser­ver­stärk­tem Poly­es­ter, wel­ches sich immun gegen Rost und klei­ne­re Bles­su­ren zeigt, wie sie immer wie­der von her­ren­lo­sen Ein­kaufs­wa­gen auf dem Super­markt­park­platz ange­rich­tet werden.

Die Spalt­mas­se kön­nen nur bedingt als Indi­ka­tor eines Unfal­les die­nen. Wie bereits gesagt, sind die­se Tei­le ver­klebt und kön­nen so auf dem Chas­sis leicht ver­setzt ange­bracht wer­den. Dadurch lässt sich ein Ver­zug des Rah­mens teils kaschie­ren, auf der ande­ren Sei­te sind ungleich­mäs­si­ge Spalt­mas­se kein ein­deu­ti­ges Zei­chen eines Unfalles.

Ach­tung! Das Fahr­zeug nie­mals an den Schwel­lern anhe­ben! Die­se sind aus GFK! Frei­en Werk­stät­ten bei einer Repa­ra­tur darpber infor­mie­ren! Falls doch was pas­siert: Nicht abwim­meln las­sen und auf Behe­bung des Scha­dens bestehen! Die Werk­statt muss trotz­dem wis­sen, was sie da tut.

Die Lackie­run­gen

J11 und J63 sind mit Zwei­kom­po­nen­ten-Poly­ure­than­lack lackiert worden.

Aller­dings gibt es beim Lack die lei­der typi­schen, teils groß­flä­chi­gen Abplat­zun­gen des Klar­lacks, die Renault bis zum JE nur leid­lich in den Griff bekom­men hat. Die Motor­hau­be des JE besteht nicht nur aus Grün­den der Crash­si­cher­heit aus Blech, son­dern eben nicht zuletzt zur Ver­hin­de­rung von Lackabplatzungen.

Gera­de die Far­be Apa­che-Rouge neigt, eigent­lich wie alle roten Fahr­zeug­la­cke, zum aus­blei­chen. Mein roter Espace hat aber weder Lack­ab­plat­zun­gen noch Aus­blei­chun­gen. Sicher ein Erfolg der… „man­geln­den” Pflege.

Ver­hin­dern kann man die Lack­ab­plat­zun­gen, indem man den Wagen nicht maschi­nell poliert oder den Lack gro­ßen Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen aus­setzt. Beim Polie­ren wird er punk­tu­ell zu heiss, und dass man ein Auto nicht bei Frost oder aus der pral­len Juli­son­ne in die Wasch­stras­se fah­ren soll­te, ist nicht nur eine Binsenweisheit.

Stoss­fän­ger und Dach wur­den in dem sel­ben Lack, nur in Metal­lic-Grau (ja, es ist wirk­lich Metal­lic!) gespritzt, aller­dings wur­den dem Lack win­zi­ge Poly­es­ter­ku­geln bei­gemischt. Dadurch ist der Lack zwar sehr robust, aber auf dem Dach ver­wit­tert er durch die raue Ober­flä­che lei­der sehr schnell.

Offen­bar ist es bei Renault nicht mehr mög­lich die­sen Lack zu bestel­len, da in deren Daten­be­stän­den nur die „Haupt­far­be” der Fahr­zeu­ge gelis­tet wer­den. Ein Renault-Händ­ler mein­te, dass man den Farb­code unter der Motor­hau­be fin­den könn­te – wenn, ja, wenn der Auf­kle­ber denn nicht bereits abge­fal­len wäre.

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(B‑Säule Bei­fah­rer­tür: Her­stel­ler: Matra, Farb­code: 571, Rouge Apache)

Aber wofür lest Ihr denn die­sen Bericht? Um an Infor­ma­tio­nen zu gelan­gen. Die könnt Ihr haben: Die „unla­ckier­ten” Tei­le wur­de mit der Far­be
- 8423 Gris Car­bo­ne Metal­lic
und abschlies­send mit einem mat­ten Klar­lack lackiert.

Die Struk­tur der Poly­es­ter­kü­gel­chen kann man her­vor­ra­gend durch die Auf­brin­gung von Unter­bo­den­schutz imi­tie­ren. Das kann man auch mit der Sprüh­do­se als Laie gut hinbekommen.

Beim J63 wur­den Stoss­fän­ger und Dach der höher­wer­ti­gen Model­le in Fahr­zeug­far­be lackiert, der eben­falls Poly­es­ter­kü­gel­chen zuge­mengt wur­den. Der Farb­un­ter­schied ist nur auf die­se Bei­men­gung und der durch die raue Ober­flä­che ver­än­der­ten Licht­bre­chung zurückzuführen.Ees ist kein ande­rer Farb­ton. Der Lack lässt sich mit einer Spe­zi­al­dü­se auf einer han­dels­üb­li­chen Pis­to­le auftragen.

Sicher­heit

Ein eher dunk­les Kapi­tel! Der Espace J63, um den es hier eigent­lich geht, wur­de von 1992 bis Herbst 1996 gebaut. Er basiert aber auf dem J11 von 1984, des­sen Rah­men nahe­zu eins zu eins über­nom­men wur­de, aber deut­lich ver­steift sei­ner Auf­ga­be nach­kommt. Die Model­le von Ende 1995 bis Ende 1996 wur­den nach einem desas­trö­sen ADAC-Crash­test im Vord­er­wa­gen auf der Fah­rer­sei­te struk­tu­rell ver­stärkt und erhiel­ten einen Fah­rer­air­bag sowie Gurt­straf­fer. ABS gab es ab die­sem Zeit­raum eben­falls in Serie. Fahr­zeu­ge mit ABS haben zudem immer hin­te­re Schei­ben­brem­sen. Die vor­de­ren Schei­ben sind immer innenbelüftet.

Durch die hohe Sitz­po­si­ti­on ist ein gewis­ser „natür­li­cher” Sei­ten­auf­prall­schutz vorhanden.

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(Hin­te­re Schei­ben­brem­se, hier noch ohne Beläge)

Crash­test­ergeb­nis­se und Brems­leis­tung erfül­len sicher nicht die Stan­dards von heu­te, waren selbst in ihrer Zeit nicht son­der­lich berau­schend. Aber selbst heu­te gibt es immer noch Neu­fahr­zeu­ge, gera­de in die­ser Klas­se, die selbst die­se Leis­tun­gen nicht erreichen.

Hal­lo? Ich will mit dem Ding nicht vor einem Brü­cken­pfei­ler fah­ren! Wie? Ach ja, stimmt, habe ich ja schon. War aber zu repa­rie­ren, und ist auch nix passiert. :-/

Zu den Brem­sen, auch Ver­zö­ge­rungs­ein­rich­tung genannt: Die haben in etwa die Wir­kung eines Schlepp­an­kers, so wie alle Renaults die­ser Jah­re. Mal in den „Genuss” von Twin­go-Brem­sen die­ser Zeit gekom­men? Ja, so in etwa „bremst” die Espe auch. Also ist crui­sen angesagt.

Wenn das Fahr­zeug mit hin­te­ren Schei­ben­brem­sen ver­se­hen ist, dann hängt frü­her oder spä­ter der rech­te hin­te­re Brems­sat­tel. Mal drauf ach­ten: Pfüt­zen bil­den sich immer rechts auf der Stra­ße. Dreck und Stein­chen sam­meln sich dort eben­falls weit öfter. Dadurch wird die rech­te Fahr­zeug­sei­te mehr in Anspruch genom­men wie die linke.

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Fahr­werk

J11 und J63 haben an der Vor­der­ach­se zwei über­ein­an­der lie­gen­de Drei­ecks­quer­len­ker mit Schrau­ben­fe­dern, Tele­skop­stoss­dämp­fern und einem Sta­bi­li­sa­tor. Die Hin­ter­ach­se besteht aus einer halb­star­ren, tor­si­ons­fä­hi­gen Form­pro­fil­ach­se die durch zwei Längs­len­ker und einen Pan­hard­stab geführt wird. Die Stoss­dämp­fer sind geneigt eingebaut.

Der J63 ver­fügt über Front­an­trieb und er hat vier Räder, die alle bis zum Boden rei­chen. Aus­ser das Fünf­te, das muss gefähr­lich sein, denn es ist in einem Käfig unter dem Wagen­bo­den ein­ge­sperrt. Äh… ja. 🙂 Sor­ry, ich has­se die­se tro­cke­nen tech­ni­schen Daten.

Das Fahr­ver­hal­ten ist für einen Van erstaun­lich agil. Durch den sehr nied­ri­gen Schwer­punkt des Stahl­chas­sis und die auf­ge­plank­ten GfK-Plat­ten ist die Kur­ven­la­ge aus­ge­zeich­net, auch wenn die Sei­ten­nei­gung rela­tiv groß ist. Wir erin­nern uns: Jeder Golf ist heu­te schwe­rer. Ent­spre­chend flott kann man also Kur­ven mit dem Espace nehmen.

Sind Len­kung, Fahr­werk und Brem­sen ist Ord­nung, ist es gar ein Genuß mit dem Espace zu fah­ren. Jeder, der sich hin­ter das Steu­er set­ze, mein­te dar­auf hin, dass er nicht erwar­tet hät­te, dass sich ein Van so gut fah­ren lies­se. Da waren auch ein­ge­fleisch­te Mer­ce­des­fah­rer darunter.

Kom­fort

Die Geräusch­däm­mung kann man nicht mit einem aktu­el­len Fahr­zeug ver­glei­chen. Sub­jek­tiv betrach­tet ist sie aber auch nicht stö­rend. Bis zu sie­ben Erwach­se­ne kön­nen auf den lei­der viel zu klei­nen Sit­zen schon auf Städ­te­rei­sen gehen. Eine Fami­lie mit Kin­dern kann – auch mit Rei­se­ge­päck – kom­for­ta­bel quer durch Euro­pa reisen.

Anhän­ge­be­trieb

Der J637 kann bis zu 1.800kg an den Haken neh­men. Dabei ist eine Auf­las­tung auch noch mög­lich. Das ist erstaun­lich für das gerin­ge Fahr­zeug­ge­wicht, zweigt aber die ordent­li­chen Reser­ven des Chas­sis. Die Anhän­ger­kupp­lung ist aber auch enspre­chend kom­plex auf­ge­baut und hat zahl­rei­che Verstrebungen.

Der Espace ver­hält sich mit einem wohn­wa­gen­gro­ßen Anhän­ger vol­ler Auto­ma­ten und Flip­per abso­lut ruhig. Wir haben das oft genug gemacht.
Der j637 mit 2,2‑Liter- Bau­ern­mo­ter holt die Kraft aus dem Hub­raum und zieht locker jeden Berg hoch. Der V6 ist natür­lich noch eine gan­ze Kan­te zugreu­di­ger.
Der JE mit Zwei­li­ter ist hin­ge­gen eine Ent­täu­schung und kommt nicht annä­hernd an die Fahr­leis­tun­gen im Anhän­ger­be­trieb heran.

All­rad­an­trieb:

Wahl­wei­se wird die gera­de­zu unbän­di­ge Kraft des Vier­zy­lin­ders an eine Kar­bon­fa­ser-Kar­dan­wel­le wei­ter­ge­reicht, die über eine sünd­haft­teu­re (wenn sie mal kaputt geht) Vis­co­kupp­lung die Hin­ter­rä­der antreibt.

 
Auto­ma­tik:
 
Dem V6 blieb die o.a. Art der Kraft­ver­tei­lung zeit­le­bens vor­ent­hal­ten. Ob die­se Maschi­ne des­we­gen die schlech­te Lau­ne an den zahl­rei­chen ver­reck­ten Auto­ma­tik­ge­trie­ben aus­liess ist nicht hin­rei­chend erforscht wor­den. Fakt ist nur, dass die­se Getrie­be bei VW in Bau­na­tal bei Kas­sel gefer­tigt wur­den und mit der Leis­tung des V6 völ­lig über­for­dert waren. Das Ster­ben der Auto­ma­tik­ge­trie­be zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bau­rei­hen des Espace. Mein drin­gen­der Tipp: Fin­ger weg!

Moto­ren

Alle Moto­ren sind bis ein­schliess­lich zum J63 längst ein­ge­baut. Ab JE wur­den nur noch Quer­mo­to­ren ver­baut. Es wur­den in Deutsch­land im J63 fol­gen­de Moto­ren angeboten:

2,2 Liter
Die­ser Vier­zy­lin­der­mo­tor ver­fügt über 2165 ccm, die bei 5.000 Umdre­hun­gen in der Minu­te 107 PS abge­ben (79kW). Bei 3.500 U/​min drückt ein maxi­ma­les Dreh­mo­ment von 170 Nm auf die Kur­bel­wel­le. Die Gemisch­auf­be­rei­tung erfolg durch eine elek­tro­ni­sche Mul­ti­point-Ein­sprit­zung mit Klopf­re­ge­lung. Die­se Maschi­ne ermög­licht eine Höchst­ge­schwin­dig­keit von bis zu 175 km/​h. Die 100er Mar­ke wird in 12,7 Sekun­den err­reicht. Die­se Wer­te sind für ein Fahr­zeug mit die­ser Stirn­flä­che und einem cw-Wert von 0,34 sehr gut. Dies liegt vor allem an den gerin­gen Leer­ge­wicht von 1.282 kg (ja nach Aus­stat­tung) – jeder Golf ist heu­te deut­lich schwe­rer. Mein alter Espace hat mit weit über 200.000 km immer noch als Höchst­ge­schwin­dig­keit 191 km/​h – laut Navigationsgerät. 🙂

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(2,2 Liter Maschi­ne, Zahnriemen)

Der Ver­brauch liegt bei etwa 7,5 bis 11,8 Liter. Rea­lis­ti­scher sind 8,5 bis 12 Liter. Mit einem Auto­ma­tik­ge­trie­be lie­gen die­se Wer­te deul­tich höher. Eben­so schlägt sich die ein­ge­schal­te­te Kli­ma­an­la­ge nega­tiv auf den Ver­brauch nie­der. Aber das ist bei allen Fahr­zeu­gen so.

2.9 Liter
Die­ser Sechs­zy­lin­der­mo­tor ver­fügt über 2.849 ccm, die bei 5.400 Umdre­hun­gen in der Minu­te 150 PS abge­ben (110 kW). Bei 2.500 U/​min lie­gen 225 nM an. Die Gemisch­auf­be­rei­tung geschieht elek­tro­nisch (Mulit­point) und mit einer Klopf­re­ge­lung. Die­ser Motor ermög­licht eine Höchst­ge­schwin­dig­keit von 195 km/​h. Auf dem Weg dort­hin beleibt bei 100 km/​h die Stopp­uhr bei 10,3 Sekun­den ste­hen. Das Leer­ge­wicht beträgt mit die­ser Maschi­ne 1.348 kg.

Der Ver­brauch liegt bei 8,6 bis absur­den 14,8 Litern. Da macht eine Gas­an­la­ge doch plötz­lich Sinn, vor allem, wenn die unzu­ver­läs­si­ge Auto­ma­tik in die­sem Fahr­zeug Dienst tut.

Für die­sen Motor gab es Kom­pres­so­ren von Elia, die die Leis­tung auf 190 PS anho­ben. Es ist rela­tiv leicht die­se mit gerin­gen Modi­fi­ka­tio­nen auf über 250 PS zu trei­ben. Aber wir erin­nern uns: Für den V6 gibt es kei­nen All­rad­an­trieb, so dass die unbän­di­ge Kraft nur an den Vor­der­rä­dern zerrt.

Die­sel
Die­ser Vier­zy­lin­der­selbst­zün­der ver­fügt über 2048 auf­ge­la­de­ne Kubik­zen­ti­me­ter. Je nach Modell wer­den zwi­schen 88 und 90 PS bei 4.230 Kur­bel­wel­len­um­dre­hun­gen abge­ge­ben. Das maxi­ma­le Dreh­mo­ment beträgt 181 bzw. 195 Nm, die dar­aus resul­tie­ren­den Fahr­leis­tun­gen ent­spre­chen denen einer Wan­der­dü­ne in der West­sa­ha­ra: beschau­li­che 163 bis geruh­sa­me 168 km/​h zeigt der Tacho bei durch­ge­drück­ten Gas­pe­dal. Die Stopp­uhr zeigt 14,5 bzw. 15.0 Sekun­den bis 100 km/​h an.

Der fik­ti­ve Ver­brauch soll zwi­schen 5,9 und 8,8 Litern lie­gen. Den Die­sel gab es eben­falls nicht als 4WD.

Nach­trag: Ich habe die­se Daten aus den Renault-Pro­spek­ten von 1994. „Espace17” aus dem Esp­cace-Freun­de-Forum besteht aber auf die­se Daten:
2068ccm und 4250 U/​min
Nun, ich gebe das hier unge­prüft wie­der. Er hat ja so ein Teil und wenn das so im Schein steht, dann will ich nicht widersprechen.

Er stört sich übri­gens an der o.a. Bezeich­nung als Wan­der­dü­ne. Es geht das Gerücht, er hät­te damit auf der Auto­bahn ein­mal einen Smart for2 überholt.

Elek­trik

Fran­zo­sen und Elek­trik! *seufz* Die­se unse­li­ge Kom­bi­na­ti­on wird nur noch von „Fran­zo­sen und Elek­tro­nik” getoppt. Sie kön­nen es eben nicht, aus wel­chen Grün­den auch immer. Ist lei­der so. Sie wer­den es wohl auch nie ler­nen. Wer mal die Ver­ka­be­lung in einem asia­ti­schen Fahr­zeug mit der in einem fran­zö­si­schen ver­gleicht, der sieht auch als Laie schon deut­li­che Unter­schie­de. Auf der einen Sei­te per­fekt geläng­te Kabel, bei denen jedes eine vor­de­fi­nier­te Pos­ti­on und Far­be hat – und auf der ande­ren Sei­te wild hin­ein­ge­stopf­te Kabel, die auch mal von einem Fahr­zeug zum nächs­ten völ­lig ande­re Kabel­far­ben haben. Der Espace macht da abso­lut kei­ne Aus­nah­me. Je moder­ner, des­to schlimmer! 

Für uns gilt aber: Je älter, des­to bes­ser. Aber glaubt mal ja nicht, man käme bei einem J63 ein­fach an das Hei­zungs­ge­blä­se! Oder man könn­te leicht defek­te Schal­ter­be­leuch­tun­gen oder aus­ge­glüh­te Hei­zungs­ge­blä­se­reg­ler tau­schen! Wer über das Schein­wer­fer­bir­nen­wech­sel in einem moder­nen Fahr­zeug flucht, wird bei einem Espace das pure Grau­en ler­nen! Also… aus­ser beim Schein­we­fer­bir­nen­wech­seln. Das geht erastau­lich flott. Aber alles ande­re? Schrecklich!

Steu­ern

Kfz-Steu­ern spa­ren
Die 2,2 Liter Maschi­ne erfüllt eigent­lich von Hau­se aus Euro2. Als die­se J637 aber auf dem Markt kamen gab es noch kei­ne Schad­stoff­klas­se Euro2, folg­lich konn­te man die auch nicht in die Papie­re ein­tra­gen. Es gibt soge­nann­te Mini­kats, die dem J637 zur Euro2-Ein­stu­fung ver­hel­fen. Die­se „Kata­ly­sa­to­ren” rei­ni­gen ganz sicher nicht die Abga­se, sie sind nur dazu gut ein neu­es Typ­gut­ach­ten zu erstel­len. Eine Aus­puff­blen­de hät­te den glei­chen Effekt, aber das wäre mar­ke­ting­tech­nisch eher schlecht dem Kun­den zu erklären.

Die eben­falls ange­bo­te­nen D3-Kat kos­ten ein viel­fa­ches und rei­ni­gen die Abga­se tat­säch­lich etwas bes­ser. Die Steu­er­erspar­nis ist aber so gering, dass sich der Mehr­preis zum Mini­kat nicht rechnet.

 

Tuning
 
Von Elia gab es für den V6 ein Kom­pres­sor-Kit, das die Leis­tung von 150 auf 190 PS stei­ger­te. Mad­com besitzt so einen, den er mit mund­ge­bla­se­ner, dop­pel­flu­ti­ger Aus­puff­an­la­ge und etwas dre­hen am Lade­druck auf knapp über 260 PS gebracht hat. Ob eine sol­che Leis­tung sinn­voll ist, wenn die Kraft nur über die Vor­der­rä­der auf die Stras­se gebracht wer­den kann und dabei nicht von elek­tro­ni­schen Hel­fer­lein gezü­gelt wird, mag man dahin­stel­len. Inter­es­sant ist aber alle­ma­le, wenn der Kopf ener­gisch gegen die Kopf­stüt­ze gepresst wird, wenn man in einem „Klein­bus” sitzt.
Noch inter­es­san­ter ist, dass der TÜV mit der Seri­en­brems­an­la­ge zufrie­den izu stel­len war.

Innen­raum

Bis zu sie­ben Ein­zel­sit­ze in der Ein­tei­lung 2−3−2, von denen die vor­de­ren je nach Aus­stat­tung gedreht und die hin­te­ren in zwei Ras­ten und in zwei Rich­tun­gen mon­tiert wer­den kön­nen. Ein rück­wärts­ge­rich­te­tes Fah­ren ist nicht erlaubt. Die hin­tern Sit­zen sind bei den bes­se­ren, bzw. moder­ne­ren Aus­stat­tun­gen soge­nann­te Mul­ti­funk­ti­ons­sit­ze: Die Leh­ne ist stu­fen­los ver­stell­bar, die Kopf­stüt­zen sind ver­senk­bar und der Sitz kann vor und zurück­ge­scho­ben wer­den. Der Clou ist das umklap­pen zum Tisch­chen. An den vor­de­ren Sit­zen kön­nen abklapp­ba­re Tabletts ange­bracht sein und es gibt für alle Sit­ze auch Arm­leh­nen als Option.

Im Kfz-Schein steht „bis zu sie­ben Sit­ze”. Wenn man also einen Espace mit fünf Sitz­plät­zen gekauft hat, dann ist es kein Pro­blem zwei wei­te­re ein­fach nachzukaufen.

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(Mul­ti­funk­ti­ons­sit­ze: Plfle­ge­leicht durch abbrausen)

Die Sit­ze aus dem JE (ohne Vario­schie­nen) pas­sen übri­gens auch in den J63.

Das Dach kann bis zu drei Son­nen­dä­cher beher­ber­gen, das Vor­ders­te ist optio­nal auch elek­trisch bedien­bar und kann auf­ge­scho­ben wer­den. Zwei ver­schie­de­ne Grö­ßen der Glas­dä­cher waren lie­fer­bar. Es gibt Lese­lam­pen für alle Sitz­plät­ze bis auf den mitt­le­ren und den Fah­rer­sitz. Gesuch­tes Son­der­zu­be­hör sind die Klein­tei­le­köf­fer­chen für die hin­te­ren Abla­ge­flä­chen, die Gepäck­raum­ab­de­ckung, das Gepäck­netz, das Rei­se­bett sowie die Ver­dunk­lungs­mat­ten für die Schei­ben und die Sonnendächer.

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(Gepäck­netz – ver­hin­dert das Her­aus­fal­len von Ein­käu­fen beim Öff­nen der Heckklappe)

Die Kli­ma­an­la­ge ist bei dem Espace ein wirk­lich sinn­vol­les Extra. Durch die extrem gro­ßen Fens­ter­flä­chen meint man bereits ab Ende April, dass jeden Augen­blick der Bade­meis­ter zum Auf­guss rein­schau­en wird. Voll­ge­schwit­ze Sit­ze sind nicht nur wider­lich, es lei­det die Kon­zen­tra­ti­on schon erheb­lich, wenn der Fah­rer mehr mit tran­spi­rie­ren beschäf­tigt ist, wie mit Autofahren.

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(Kli­ma­an­la­ge, 2ter Schal­ter von links)

Auch bei feucht-kal­ten Wet­ter sorgt die Kli­ma inner­halb von Sekun­den für rund­um freie Sicht und man kann den Anblick von Geis­ter­fah­rern und que­ren­den Rot­wild ohne stö­ren­den Beschlag geniessen.

Ersatz­teil­prei­se

Die Prei­se für Ersatz­tei­le sind sehr mode­rat, solan­ge es sich um die Tech­nik han­delt. Jeder Ersatz­teil­händ­ler um die Ecke kann güns­tig Ersatz von heu­te auf mor­gen bestel­len. Schwie­ri­ger – und teu­rer – wird es bei Karos­se­rie- und Innenraumteilen.

Gene­rell gilt: Nur bei Ebay die Tei­le kau­fen, die nicht sicher­heits­re­le­vant sind. Nie­mals Trag­ge­len­ke, Brem­sen und Rad­la­ger dort ordern! Die­se Tei­le auch nicht gebraucht kau­fen! Der o.a. Brems­sat­tel kos­tet als AT-Teil gera­de mal 130,- EUR. Da lohnt es sich nicht zu sparen.

Bedenkt: Ein Brems­weg, der durch ein Bil­lig­teil zwei Meter zu lang ist, kos­tet rich­tig Geld im Fal­le eines Unfalls. Ganz zu schwei­gen davon, was pas­sie­ren kann, wenn Euch das an einem Fuss­gän­ger­über­weg passiert.

Check­lis­te

Checkliste_​J63x (187.49 kB) – hier kann man sich eine kom­plet­te Check­lis­te laden. Ich habe die­se Lis­te spe­zi­ell für den J63 geschrie­ben, aber nicht mit den u.a. Aus­füh­run­gen abge­gli­chen. Gege­be­nen­falls also lie­ber die Lis­te mit Copy&Pste aus­dru­cken die jetzt folgt.

Kom­men wir zum Ein­ge­mach­ten, reden wir nicht lan­ge um den heis­sen Brei her­um, machen wir Nägel mit Köp­fen und end­lich klar Schiff… Wo war ich? Ah, ja, Checkliste:

Erläu­te­run­gen:
Am Tele­fon:
Lohnt die Fahrt dort­hin? Kann man evtl. meh­re­re Besich­ti­gun­gen auf eine Tour legen?
Ist das Fahr­zeug wirk­lich von Pri­vat? Oder hört sich das nach Händ­ler an? Bei­spiel: „Um wel­ches Fahr­zeug geht es?” – dann ist das höchst­wahr­schein­lich ein Händ­ler.
Wann wur­de der Zahn­rie­men erneu­ert? Nur bei Die­sel oder 2.2, der J638 (V6) hat eine Steu­er­ket­te. Zah­rie­men­in­ter­val­le: 120tkm ODER 5 Jah­re!

Vor Ort:
Motor­raum:
Wie sieht der Motor­raum aus? Ver­däch­tig sau­ber oder sehr unge­pflegt?
Ist der Motor kalt? Wich­tig um das Start­ver­hal­ten beur­tei­len zu kön­nen.
Kur­bel­wel­len­dich­tun­gen: wenn die zu sehr ölen, soll­te ein Zahn­rie­men und/​oder Kupp­lungs­wech­sel mit ein­ge­plant wer­den, da man an die Dich­tun­gen nur durch Demon­ta­ge letz­te­rer kommt.
Auf Kopf­dich­tungs­scha­den ach­ten: Bei­ger, schlei­mi­ger Belag im Ölde­ckel oder im Aus­gleichs­be­häl­ter. Auch mal rein­grei­fen, Deckel könn­ten gerei­nigt wor­den sein. Schwar­ze Kru­men und Bro­cken: Ölwech­sel­in­ter­val­le nicht ein­ge­hal­ten.
Wel­cher Kupp­lungs­he­bel wur­de ver­baut? Selbst­nach­stel­lend – schlecht! Nach­stell­bar – gut.
Sehen die Rie­men gut aus oder sind sie aus­ge­franst?
Füh­len sich die Küh­ler­schläu­che sprö­de an? Sind gar auf­ge­bläht? Vor­sicht!!
Inspek­ti­ons­zet­tel: ist in Ein­klang mit Lauf­leis­tung zu brin­gen?
Lau­fen die Lüf­ter? Müs­sen bei ein­ge­schal­te­ter Kli­ma­an­la­ge oder beim errei­chen des letz­ten Stri­ches vor dem roten Bereich auf der Tem­pe­ra­tur­an­zei­ge ein­schal­ten. Sind zwei­stu­fig und sind in Rei­he geschal­tet.
Kli­ma­an­la­ge: Undicht?

Ver­teil­erwel­le: zwi­schen Spritz­wand und Zylin­de­kopf auf Dich­tig­keit prüfen.

Aus­sen:
Krass unglei­che Spalt­mas­se deu­ten auf Unfall­scha­den hin. Aber da die Aus­sen­haut in Gren­zen ver­scho­ben wer­den kann, ist dies kein wirk­li­ches Indiz.
Aus­sa­ge­kräf­ti­ger sind Lack­ne­bel und Farb­un­ter­schie­de.
Sehen die Rei­fen noch gut aus? DOT-Num­mer? Habe Autos gese­hen, die mit über 10 Jah­re alten Rei­fen unter­wegs waren!
Von den Rei­fen kann man auf den Fahr­stil schlies­sen – gleich­mäs­sig vo/​hi abgefahren?
Glei­che Rei­fen vor­ne und hin­ten drauf?
Auch bei evtl. vorha nde­nen Som­mer-/Win­ter­rei­fen prü­fen!
Wind­schutz­schei­be auf Stein­schlä­ge prü­fen, sonst Pro­ble­me beim TÜV.
Stoss­stan­gen auf Macken che­cken – lässt Rück­schlüs­se auf Fahr­fä­hig­kei­ten der Vor­be­sit­zer und Behand­lung des Fahr­zeu­ges zu.
Geht die ZV? Öff­nen und schlies­sen alle Türen ein­wand­frei?
Tank­de­ckel ist rost­frei?
Wackeln die Aus­sen­spie­gel leicht? Kön­nen innen gebro­chen sein.
Mit ange­zo­ge­ner Hand­brem­se die Kupp­lung kom­men las­sen um die Hand­brem­se zu prü­fen: nickt das Fahr­zeug nur auf einer Sei­te (meist links) ein und bleibt die ande­re gera­de? Brems­sat­tel festgegammelt.

Unten:
Federn bre­chen ger­ne unten, ist die End­kan­te abge­bro­chen oder abge­schnit­ten?
Hin­te­re Rad­käs­ten: Rost­frei?
Ent­lüf­tungs­nip­pel an den hin­te­ren Brems­sät­teln (bei Schei­ben­brem­sen) nicht abge­bro­chen?
Tank­hal­te­rung nicht kom­plett durch­ge­ros­tet?
Kat nicht mitt­ler­wei­le leer?
Ölne­bel am Unter­bo­den?
Brems­kraft­reg­ler: Lässt er sich von Hand leicht bewe­gen? Ist er dicht? Lei­tun­gen o.k.?
Längs­trä­ger auf Ver­for­mun­gen unter­su­chen: Unfall?
Ver­for­mun­gen an den Quer­trä­gern hin­ter dem Vor­der­rad sind nor­mal, meist wur­de da die Hebe­büh­ne ange­setzt.
Trag­ge­len­ke aus­ge­schla­gen? Die obe­ren tun das gerne.

Innen:
Sind die Tep­pi­che in den vor­de­ren Fuss­räu­men feucht? Kann durch ver­stopf­te Abfluss­lö­cher der Lüf­tung aber auch durch einen defek­ten Wär­me­tau­scher der Hei­zung kom­men. Geruch prü­fen? Riecht es nach Kühl­mit­tel?
Leucht­wei­ten­re­gu­lie­rung: Meis­tens defekt.
Geblä­se: nur noch Stu­fe 1 und 4 funk­ti­ons­fä­hig: Wider­stän­de sind defekt.
Sehen Peda­le, Lenk­rad und Sitz­pols­ter nach der ange­ge­be­nen Lauf­leis­tung aus?
Tür­kan­ten prü­fen, der Rah­men kann ros­ten.
Innen­him­mel lose?
Dach­fens­ter dicht?
Gehen alle Gurt­schlös­ser?
Gur­te nicht aus­ge­franst?
Becken­gurt für mitt­le­ren Sitz noch vor­han­den?
Gurt­straf­fer, sofern vor­han­den, noch nicht aus­ge­löst?
El. Fens­ter­he­ber funk­tio­nie­ren?
Funk­tio­niert die Zen­tral­ver­rie­ge­lung an allen Türen?
Leucht­wei­ten­re­gu­lie­rung funk­tio­niert? (Meis­tens nicht)
Licht und Fern­licht funk­tio­nie­ren? (Licht­he­bel defekt?)
Rauch­er­fahr­zeug? Aschen­be­cher und Anzün­der anse­hen. Ver­dreck­te Innen­aus­stat­tung ist guter Grund um den Preis zu drü­cken, aber mit etwas Arbeit zu erle­di­gen.

Unter­la­gen prü­fen:
Gibt Rück­schlüs­se auf die Vor­be­sit­zer. Wie bereits erwähnt: Nicht das Alter oder die Lauf­leis­tung ist ent­schei­den, ein­zig die Pfle­ge­men­ta­li­tät der Vor­be­sit­zer ent­schei­det ob das Auto Top oder Flop ist!
Pas­sen die Unter­la­gen zum Alter und der ange­ge­ben Laufleistung?

Blen­der?
Rei­fen­far­be, Fel­gen­s­pry, (neu­er) U‑Schutz, etc.?

Anlas­sen:
Wich­tig ist die Funk­ti­on der Lüf­ter. Die müs­sen beim letz­ten Strich vor dem rotem Bereich anlau­fen!
Sind Bla­sen im Aus­gleich­be­häl­ter? Bewe­gung ist nor­mal, rich­ti­ge Bla­sen nicht!

Abschlies­send:
Heis­se Fel­gen zei­gen schlei­fen­de Bremsen.

Es wird kein Fahr­zeug zu fin­den sein, dass kei­ne Män­gel hat, aber man sieht anhand der Smi­lies, was über­wiegt. Oft­mals merkt man erst anhand der Lis­te, dass das eigent­lich bevor­zug­te Fahr­zeug gesamt mehr teu­re Män­gel auf­weist, wie ein Fahr­zeug, das eher die zwei­te Wahl gewe­sen wäre.

Ver­käu­fer ein­schät­zen:
Labert der die gan­ze Zeit davon, wie toll das Auto ist? Vor­sicht! Der will ablen­ken!
Spiess umdre­hen: Einen auf naiv tun und „blö­de” Fra­gen stel­len. Ver­käu­fer zu Wider­sprü­chen ani­mie­ren. Einen auf Small­talk machen, aber nie­mals die Kon­trol­le des Gesprä­ches aufgeben.

Aus dem Brief die Vor­be­sit­zer notie­ren und anru­fen (Tele­aus­kunft). Fra­gen nach Pfle­ge­zu­stand, Ver­kaufs­grün­den, Ver­kaufs­preis und Lauf­leis­tung bei Ver­kauf! Die hel­fen meist ger­ne weiter!

Frau mit­neh­men: Die muss rum­mä­keln: Bezü­ge doof, Auto häss­lich, Far­be dumm, Irgend­was deu­tet auf Unfall hin. Der Sharan ist schö­ner, der ande­re Espace ist bes­ser, der Motor klingt schlecht.

Vor­sicht: Ein Espace kann zu einem Gro­schen­grab wer­den! Repa­ra­tur­kos­ten in Kauf­preis einkalkulieren!

Das gilt aber auch, für den JE und das JK-Modell!! Bei die­sen sind die Ersatz­tei­le zudem emp­find­lich teuer.

Prin­zi­pi­ell sind die meis­ten Repa­ra­tu­ren mit etwas Geschick sel­ber zu erle­di­gen. Die Tech­nik ist eher robust und war­tungs­freund­lich. Die Typi­schen Män­gel sind aus­führ­lich im Netz – auf die­ser Sei­te und vor allem bei den Espace­freun­den – mit Repa­ra­tur­anlei­tun­gen doku­men­tiert.

In die­sem Sin­ne: Viel Erfolg bei Espace­kauf und all­zeit eine beu­len… äh… stimmt ja, Gfk-Karos­se… ver­for­mungsfreie Fahrt!

Gruß
Michael

Vie­le Bil­der vom Espace:

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Diver­ses:
{gallery}Espace-Diverses{/gallery}

Son­nen­dä­cher:
{gallery}Esapce-Sonnendach{/gallery}

Anhän­ger­kupp­lung:
{gallery}Espace-AHK{/gallery}

Fahr­rad­trä­ger
{gallery}Espace-Fahrrad{/gallery}

Schein­wer­fer-Höhen­ver­stel­lung:
{gallery}Espace-Hoehenverstellung{/gallery}

Licht­ma­schi­ne

{gallery}Espace-Lichtmaschine{/gallery}

Hotel Espace:

{gallery}Hotel-Espace{/gallery}

Rad­la­ger:

{gallery}Radlager{/gallery}

Sitz­kon­so­len

{gallery}Sitzkonsolen{/gallery}

{/​sliders}

25 Gedanken zu „War­um einen Espace?“

  1. Hal­lo Micha­el
    Erst­mal ein dickes Lob an dir!!!
    Wahn­sinn wel­che Arbeit du dir gemacht hast. Dafür gibt es ein „WOW„
    Fin­de es nur scha­de das nie­mand so etwas zu schät­zen weiß und das als gege­ben hin nimmt.
    Lesen kom­men jede men­ge, Stun­den lang in Chats schrei­ben und Bag­gern kön­nen die, aber mal ein klei­nes Lob da las­sen ist nicht. TRAURIG!!!
    Das bes­te aber ist das: Es gibt soge­nann­te Mini­kats … Eine Aus­puff­blen­de hät­te den glei­chen Effekt… *lol*
    Mach wei­ter so.
    VG Alex (Patch­wor­ker)

    Antworten
  2. Noch­mal ich.
    Die 500 Zei­chen sind defi­ni­tiv zu wenig *gg*

    Da fehlt was:
    VG
    Alex (Patch­wor­ker)

    A N T W O R T:
    Habe die Län­ge des mög­li­chen Kom­men­tars auf 900 Zei­chen erwei­tert.
    cu
    Micha­el

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  3. Hal­lo Micha­el
    Ein Dickes Lob für dei­ne , sicherlichst,stundenlange Arbeit.
    Fach­lich 1a (kapier sogar ich).
    Pri­ma Check­lis­te.
    Noch­mals Respekt
    Mfg. Roland (J63 Roly) 

    Antworten
  4. Hi Micha­el!

    Super Erläu­te­rung zum J63 etc. Die Check­lis­te ist geni­al!
    Viel arbeit aber auch ein fet­tes Lob von mir!!!

    VG
    Han­nes (Espace J637) 

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  5. Hal­lo 🙂
    super das du dir soviel Zeit genom­men hast.…
    Wir haben uns vor kur­zem einen echt güns­ti­gen und guten Espace bau­jahr 94 gekauft.… die lüf­tung spinnt 😉 und jetzt spinnt auch das Licht 🙂 Égal wie ich es dre­he und wen­de es geht immer nur das Fern­licht an.… Heu­te mor­gen ging es aber noch ganz nor­mal… wor­an kann das lie­gen??? Kann man es selbst machen oder werk­statt? Wäre für Hil­fe sehr dank­bar.… Vie­len Dank Lie­be Grü­ße aus Franken 🙂 

    Antworten
  6. [quo­te name=„Jessi”] die lüf­tung spinnt 😉
    [/​quote]

    Wenn die Lüf­tung nur noch auf höchs­ter Stu­fe läuft, sind wohl eini­ge Wie­der­stän­de hin. Schau dazu doch mal im Forum der Espace­freun­de vorbei.

    [quo­te] und jetzt spinnt auch das Licht 🙂 Égal wie ich es dre­he und wen­de es geht immer nur das Fern­licht an.… Heu­te mor­gen ging es aber noch ganz nor­mal… wor­an kann das lie­gen??? [/​quote]

    Könn­te ein Mas­se­pro­blem sein, oder die Pla­ti­ne im Hand­schuh­fach, über die das Fahr­licht läuft, ist end­gül­tig abge­raucht. Das ist ein Kon­struk­ti­ons­feh­ler. Klar, könn­te auch ein­fach nur der Licht­schal­ter sein, das wäre wohl ein Pro­blem, dass sich noch am leich­tes­ten behe­ben liesse.

    [quote]Kann man es selbst machen oder werk­statt? Wäre für Hil­fe sehr dank­bar.… Vie­len Dank Lie­be Grü­ße aus Fran­ken :-)[/​quote]
    In Nie­der­wern bei Schwein­furt sitzt der Ecat:
    http://​www​.kfz​-hue​ther​.de/​n​c​/​h​o​m​e​.​h​tml
    Gute Arbeit, gute Preise. 😉 

    Wenn Du Dir eini­ge Repa­ra­tu­ren sel­ber zutraust, dann schau halt vor­her bei den Espace­freun­den vor­bei und schaue bei denen in die Anlei­tun­gen. Hilft das nicht wei­ter, dann frag dort im Forum. Aber nie­mals Anre­de und Gruß vergessen! 😉 

    Gruß
    Micha­el

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  7. Das nen­ne ich mal eine kom­plet­te Auf­stel­lung von allem, was der Espace ist.

    Übri­gens, ich fah­re (immer noch) eine Wan­der­dü­ne! Und stimmt, der Nach­trag (in Bezug zur Motor­grö­ße) war tat­säch­lich notwendig.

    Alles gute wei­ter­hin und gute Fahrt in der Tupperschüssel!

    Poyat

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  8. ja der wahn­sinn – am sams­tag will ich mir in schöm­berg 2 98iger grand espace anse­hen – da kommt mir dein super bericht und check­lis­te gera­de recht – wobei ich seit 12 jah­ren einen 94 J63 fah­re, laie aber immer noch durch und durch… bin zwar sehr zufrie­den, aber will mir mal was „neu­es” gön­nen 😆
    dan­ke noch­mals für dei­ne mühe – aber du kannst aber sicher auch nicht anders… 😉
    lie­be grüs­se an dich
    heinz

    Antworten
  9. Tol­ler Auf­satz und ich muss dir auch recht geben das der Espace auch Spass macht!! Mit­ler­wei­le fah­ren Wir schon 2 Espace!!! 😆 Und es ist nicht nur ein Renault 8) 

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  10. Exzel­len­ter Bericht.
    Bin mit Matra Bag­he­ra, Sim­ca Ral­lye 2 groß gewor­den.
    Sie hat­ten Ihren Reiz, brach­ten aber auch einen zur Ver­zweif­lung. Der Sim­ca 1000 war so einer oder der Ran­cho.
    Renault´s zogen sich wie ein Faden durch mein Leben. 2005
    ver­such­te ich es mit einem Jeo und kom­me seit dem nicht mehr
    davon los. F‑Motoren unka­putt­bar, JC5 Getrie­be­ei­gent­lich nur beim 16V ein The­ma, Karos­se­rie gefäl­lig uns sehr wich­tig aus Kunst­stoff. Ein­zig Feder­bein-Druck­la­ger und Uni­bal­ge­len­ke ste­hen öfters mal an. Die Elek­trik könn­te noch ein biss­chen zuver­läs­si­ger sein.
    Ansons­ten bin ich über­zeug­ter JE Besit­zer und wer­de wohl zumin­dest einen mit ins Grab nehmen. 

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  11. Dan­ke für die Blu­men. 😉
    Sie­he da, mein Onkel war auf Ral­lye 3 Hes­sen­meis­ter für Simca.

    Unser Espa­si­mir fährt nun wie­der in Bay­ern rum. Er hat­te einen ange­hen­den Scha­den an der Zylin­der­kopf­dich­tung. War ein­fach zu teu­er, wenn man das nicht sel­ber machen kann.
    Der „neue” Tra­jet hat natür­lich auch defek­te Dom­la­ger, er basiert ja auf dem leich­te­ren Sona­ta. Aber gut, die Prei­se für die Ersatz­tei­le des Hyun­da­is sind wirk­lich volks­nah. Die Lager kos­ten kei­ne 70,- EUR für zwei Stück. Für Mar­ken­wa­re! Alle ande­ren Ver­schleiss­tei­le sind eben­falls etwa halb so teu­er wie für den J63. Und das für ein Auto, von dem es in Deutsch­land kei­ne 4.000 Stück mehr gibt. 😉 

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  12. Hal­lo,
    was eine HERVORRAGENDE Sei­te!!
    Soo detail­liert habe ich selbst bei den VW-Freaks noch nie was gefun­den. 😉
    Bin gera­de wg. einem JE dazu gekom­men, mich mit der Mar­ke über­haupt zu befas­sen. Zumin­dest hab ich jetzt mal jede Men­ge Ideen im Kopf und kann bei Besich­ti­gung auf vie­les mehr ach­ten. Ob ich kau­fe, weiss ich noch nicht, da die Tren­nung von einem Polo Cou­pe doch weh tun wür­de. Mal sehen, ob oder ob nicht. Aber in jedem Fall – DANKE !!!!
    LG Bir­git

    Antworten
  13. Hal­lo Micha­el, Ich sam­mell­te die gan­ze Woche Infor­ma­ti­on über Espace,Berichte,Tests usw.Aber dein Bericht ist ein­fach unschlagbar.Ich hab es frei­wil­lich gele­sen 🙂 … woll­te mir ein III besorgen.Nach dei­nem Bericht habe ich mich doch für den II tenet­schie­den ” Je älter des­to robus­ter” 🙂 Lei­der bei der Check­lis­te tritt ein Fel­ler auf 404…bla,bla,bla…Werde dir dank­bar sein wenn du dich drum kümmerst.Danke

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  14. Hal­lo aller­seits,
    ich fuhr zunächst 2 Ja bevor ich beim JE gelan­det bin und kann dem Bericht in vol­lem Umfang nur zustim­men!!!
    Ein­mal Espace immer Espace.
    Grü­ße von der son­ni­gen Mosel, 

    Hans

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  15. Hal­lo ich brau­che drin­gend für den brems­kraft­reg­ler die lei­tungs­be­le­gung für mei­nen J63 

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  16. Geni­al geschrie­ben. Ich habe sel­ber einen J63 mit 1,2 Mio KM Solan­ge der Espace nicht zum Ren­nen ein­ge­setzt wird, läuft der ewig wei­ter. Da ich auch noch an der Küs­te (Salz­luft) woh­ne, gibt es kein bes­se­res Auto. Die Kon­ku­renz ros­tet und ros­tet.…… Repa­ra­tu­ren sind auch kein Pro­blem. Ist alles geschraubt oder geklebt. Spart die Werk­statt (außer Sicher­heits­re­le­van­te Sachen) Ich möch­te gar kein ande­res Auto 😀 

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  17. 🙂 bei mir ist der Wär­me­tau­scher hin und ich muss somit mein Cok­piet aus­bau­en ‚kann mir da jemand einen guten Tip geben ?? 

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  18. @ Lia­ne: schau bei den Espace-Freun­den vor­bei, die haben sicher pas­sen­de Anleitungen. 

    Irgend­wie habe ich im Hin­ter­kopf, dass der Mus­ta­fa das mal gemacht und doku­men­tiert hat?

    Wenn Du schon dabei bist, alles zu zer­le­gen, dann wür­de ich auch gleich vor­sorg­lich alle Schal­ter­be­leuch­tun­gen aus­tau­schen. 🙂 Da kommt man sonst auch nie wie­der dran. 

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  19. Hab den Arti­kel heu­te erst zufäl­lig ent­deckt und ihn gern gele­sen. Dan­ke für alle die inter­es­san­ten Infos über Matra und Machergeschubse.
    Hab mei­nen J637 Die­sel seit 1996, nach­dem ich vor­her R4, R 16, R11, R 12, R 18 und einen J11 gehabt hat­te. Ich fin­de, der spä­te J63 ist das bes­te Auto, das Renault je zustan­de gekriegt – äh – ange­bo­ten hat. Natür­lich muss man ihn ordent­lich pfle­gen – und damit mei­ne ich nicht waschen (das eher lie­ber sel­ten!), son­dern tech­nisch top hal­ten. Aber das dankt er mit unglaub­lich gerin­gen Kos­ten. Es gibt Jah­re, da kos­tet mich bei ca. 7000 km Fahr­leis­tung jeder km nur 30 Cent. Dann gibts Jah­re, in denen sich die Pro­blem­chen häu­fen, da sinds dann auch mal 96 Cent pro km. Das ein­zi­ge Pro­blem sind Renault-Werk­stät­ten, die eine Rei­he von Repa­ra­tu­ren gar nicht mehr aus­füh­ren kön­nen (und wol­len), weil ihnen das nöti­ge Know­how und die Hand­bü­cher abhan­den gekom­men sind. In mei­nem Espace stan­den sechs Jah­re lang in den bei­den vor­de­ren Fuß­wan­nen Pfüt­zen bis zum Rand und ich hab über 2000 ERUR für die Feh­ler­su­che hin­ge­legt, bis Mad­com die Ursa­che des Pro­blems such­te und sofort fand. Seit­dem sind nor­ma­le Renault-Werk­stät­ten für mich OUT. Zum Glück gibts das Forum der Espace-Freun­de, das hilft unge­mein, je älter und damit exo­ti­scher das Auto wird.

    In vie­le Innen­städ­te darf ich mit mei­nem Die­sel ja nur noch mit Son­der­er­laub­nis, weil ich nur nach Zah­lung von 20 EUR die Luft nicht ver­pes­te. Aber wer braucht schon Städte.
    Dass er auf lan­gen Auto­bahn­fahr­ten immer noch mit 7–8 l fährt und auch von unten fast über­haupt nicht ros­tet, find ich fabel­haft. Er ist mir so treu wie ich ihm. In 5 Jah­ren krie­gen wir ein H‑Kennzeichen und dann sind wir bei­de ein mobi­les Museum. 🙂 

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  20. Ach­so … was ich noch sagen woll­te: Die Wan­der­dü­ne ver­zei­hen wir dir groß­zü­gig. Was küm­mert es den Mond, wenn ihn das Hünd­lein anheult! 160 schaf­fen wir locker, falls mal nötig, und schnel­ler wol­len wir gar nicht. Schon gar nicht, wenn mein Mann fährt und ich, die schlech­tes­te Bei­fah­re­rin unter der Son­ne, schon anfan­ge zu zit­tern, wenn er 130 fährt. 

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