Warum die Postbank die schlechteste Wahl ist (Updates)

Lesedauer 7 Minuten

Meine Frau ist seit 26 Jahren bei der Postbank. Das ist so eine Art Erbsünde, denn Ihr Vater war Mitarbeiter im PTZ. Normale Banken passen sich den Zeiten an – die Postbank nicht. Die ist bereits mit einer Adressänderung heillos überfordert.

Adressänderungen

Wann sind wir umgezogen? Ach ja, vor einer Ewigkeit..

Wir informierten alle möglichen Unternehmen über den Umzug. Meist per Mail, einige Firmen benötigten manchmal ein Schreiben in Schriftform per Postweg oder Fax.

Alter… Fax… wo, nein, wann leben wir denn? Und wo ist der Unterschied, ob der Mitarbeiter ein PDF ausdruckt, oder ich das PDF via Fritz!Box an deren Telefondrucker (Fax) schicke? „Lasst unser Internet in Ruhe, oder wir nehmen Euch die Faxgeräte weg!

Egal, sei es drum. Nach wenigen Wochen hatte auch der letzte Laden mitbekommen, wie sie uns postalisch erreichen können.

Meine Frau informierte auch die Postbank darüber. Per Schneckenpost, die wollten es so. Nun sollte man ja meinen, dass die Postbank alle Konten ändert. Macht sie aber nicht. Unser Gemeinschaftskonto wurde nicht geändert. Warum? Weil halt. Isso bei den Beamten der Postbank. Ohne Passierschein A38 läuft da nur die Nase.

Irgendwann griff der Nachsendeantrag nicht mehr und ein Werbeschreiben der Postbank ging zurück. Nun begann ein Drama!

Konto gesperrt

Auf dem Konto befanden sich etwas über 200 Euro, die die Postbank nun nicht mehr herausrückt, denn sie sperrten kurzerhand das Konto. Sie wüssten nicht, wo wir nun wohnen und wo die Werbung hingesendet werden soll!

Wir haben indessen seit einem halben Jahr keinen Zugriff mehr auf dieses Konto und die Postbank weigert sich beharrlich, das freizugeben.

Postbank-Drama

Wir versuchten die Adresse auf folgenden Wegen zu ändern:

  • Filiale (keine Reaktion)
  • Postalisch (mittlerweile dreimal)
  • per App (die von Fyrst und die der Postbank)
  • telefonisch

Von den Adressänderungen auf Totholz ist angeblich nur eine angekommen: Die mit der fehlenden Unterschrift meiner Frau – der Rest ist verschwunden.

Gestern führte ich das letzte Gespräch mit einer Postbankmitarbeiterin, die mir sagte, dass wir uns doch langsam verascht vorkommen müssten. Wie recht sie hat!

Sie schaute extra noch einmal in die internen Vorschriften (ein Handbuch) und las mir alle Wege vor, wie man eine Adressänderung vornehmen könne. Darunter befindet sich auch die Möglichkeit ein PDF via Mail zu senden.

Das machte ich sofort und wir beschritten damit den mittlerweile fünften Weg und ließen der Postbank zum achten Mal unsere neue Adresse zukommen.

Was glaubt Ihr?

Hier die Antwort nach „nur“ 24 Stunden:

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihre E-Mail. Sie haben uns einen Auftrag als pdf-Datei zugesandt. Leider können wir ihn so nicht 
berücksichtigen, da wir den Auftrag im Original benötigen. Senden Sie die Unterlagen bitte an 
Postbank München - 80318 München.

Bitte beachten Sie, bei Gemeinschaftskonten benötigen wir immer die Unterschriften beider Kontoinhaber. 
Eine Änderung im Online-Banking ist nicht möglich.

Haben Sie weitere Fragen? Wir sind gerne für Sie da.

Wir möchten, dass Sie mit unserem Service zufrieden sind. Dazu benötigen wir Ihr Feedback. 
Bitte bewerten Sie unsere Antwort. Klicken Sie einfach

hier

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Postbank E-Mail-Team

Wow! Was ist das? Textbausteine, die ein HiWi zusammenklickte, oder eine automatisierte Antwort?

Mir egal, denn mir platzte die Hutschnur!

Lieber anonymer Mitarbeiter (was bereits eine Frechheit an sich ist),

Sie sollten vielleicht mal in Ihr Handbuch schauen. Das hat der Telefon-Support für Sie gemacht, sonst hätten Sie 
diese Mail nicht erhalten. So langsam reicht es uns mit Ihren dauernden Ausreden und wechselnden internen Vorschriften.

Sie haben bereits mehrfach die Änderung postalisch zugesandt bekommen und intern verbummelt.

Sie werden sich nun intern weiterbilden und dann *unverzüglich diese Adressänderung vornehmen*, oder wir werden unsere 
Konten bei Ihnen kündigen.

Die Postbank ist das einzige Unternehmen, dass es innerhalb eines Jahres nicht auf die Kette bekommen hat, unsere Adresse zu ändern.

Was stimmt in Ihrem Unternehmen eigentlich nicht?

Warum die Postbank Scheiße ist!

Das mit den Konten kündigen stimmt, denn ich hasse die Postbank! Habt Ihr mal deren App gesehen? Was? Ja, sorry! AppS (Plural), denn man benötigt neben der Postbank-App noch eine BestSign-App. Möchtet Ihr Online-Banking durchführen, sieht das im Jahr 2022 bei der Postbank für eine Überweisung so aus:

  • Postbank-App öffnen
  • ID eingeben
  • Passwort eingeben
  • ganz nach unten scrollen und zwischen mTAN (WTF? 21. Jahrhundert?!) oder der BestSign-App wählen
  • BestSign-App öffnen
  • „Freigeben“ klicken
  • Fingerabdruck einlesen
  • zur Postbank-App wechseln
  • Alle Überweisungsdaten mühsam einzeln eingeben, IBAN noch mal prüfen, besser ist besser!
  • Überweisung abschicken
  • ganz nach unten scrollen und zwischen mTAN (WTF? 21. Jahrhundert?!) oder der BestSign-App wählen
  • BestSign-App öffnen
  • „Freigeben“ klicken
  • Fingerabdruck einlesen
  • zur Postbank-App wechseln

Wenn man zwischendrin für eine Minute gestört wird, geht alles wieder von vorne los.

Wie es besser geht!

Als Vergleich eine Überweisung bei der ING:

  • ING-App starten
  • PIN eingeben
  • „Überweisen“ anklicken
  • „Rechnung importieren/fotografieren“ anklicken
  • Foto der Rechnung machen
  • Abschicken
  • Über die Eckdaten schauen (da war bei hunderten von Überweisungen noch nie etwas falsch!)
  • „Überweisen“ klicken
  • PIN eingeben

Das dauert vielleicht dreißig oder vierzig Sekunden.

Richtig geil wird es, wenn Ihr die App installieren wollt! Das geht bei der Postbank nur via Totholz-Korrespondenz! LOL! Das dauert Tage, wenn nicht Wochen!

Bei der ING bekommt man noch TANs bei der Kontoeröffnung zugeschickt, lädt die App, gibt die Kontodaten ein, gibt eine TAN ein und fertig. Eine Sache von zwei Minuten!

Will man ein zweites Handy mit der App versehen: App installieren, Kontodaten eingeben, auf dem anderen Telefon mit der PIN freischalten. Bei der Postbank muss man die Textverarbeitung öffnen, einen Brief schreiben, ausdrucken… ach… wie vor vierzig Jahren eben. Ihr kennt das hoffentlich nicht.

Feedback? Feedback!

So, nun war ich also richtig sauer. Da staute sich über Monate alles an – und das wollte raus!

Ich klickte auf den Link in der o.a. Mail und füllte deren Fragebogen wahrheitsgemäß aus. Ich habe nicht alles mit der schlechtesten Note bewertet, denn deren Feedback war zwar gesichtslos, aber es gab ja eine verständliche Information darin: „WIR HABEN KEINEN BOCK AUF KUNDEN!“.

Hier ein paar Auszüge:

postbank Spass 1

Umständliche Formulierung für „Ihr seid komplett unfähig!“.

postbank spass 2

Die Information, dass die Postbank keinen Bock hat, kam verständlich rüber.

Postbank spass 3

Na ja, #diepasstbank (wie sie sich selbst nennt) hat es eben nicht drauf. Selbst alle Ämter, die in Staatshand sind, haben es mit der Kundenzufriedenheit mittlerweile drauf, nur die Postbank hat noch verkrustete Strukturen aus den 1970er-Jahren, die einfach digital abgebildet wurden.

Fazit

Die Postbank schließt nach und nach alle Filialen im Umkreis. Erst die in Jugenheim, dann die in Pfungstadt. Wir müssen seit Dezember von Seeheim-Jugenheim bis nach Darmstadt fahren, um einfachste Dinge wie Adressänderungen vorzunehmen.

Als Postbankkunde muss ich Geldautomaten oder offene Shell-Tankstellen suchen, bei der ING stecke ich meine Kreditkarte in fast jeden beliebigen Geldautomaten und kann kostenfrei Geld abheben.

Eine Bank, die sich gerade zu einer Online-Bank wandelt, indem sie alle Filialen schließt, muss sich auch mit anderen Direkt-Banken messen lassen. Gerade im Vergleich zur ING versagt die Postbank auf ganzer Linie.

Ob App oder Telefon-Support: bei der Postbank fühlt man sich wie in die 1980er zurück gebeamt. Onlinebanking via BTX kann auch nicht umständlicher gewesen sein.

Selbst meine Frau hat keinen Bock mehr auf die Postbank und will zur ING wechseln. Nach 26 (sechsundzwanzig!) Jahren Geschäftsbeziehung!
Als Bank muss man das erst einmal schaffen!
Da muss man sich richtig Mühe geben!
Aber #diepasstbank schafft so etwas natürlich mit Links!

Update!

Unglaublich! Es gab eine Reaktion auf meinen Rant!

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

herzlichen Dank für Ihre E-Mail an die Postbank. Ihr Anliegen habe ich an unsere Fachabteilung zur Erledigung weitergeleitet. 
Diese kümmert sich so schnell wie möglich darum. Bei Fragen nennen Sie uns bitte die Ticket ID 19019081, die wir zu Ihrer 
E-Mail vergeben haben.

Gut zu wissen
• Die Fachabteilung meldet sich bei Ihnen, wenn es notwendig ist - zum Beispiel bei Rückfragen. Sie erhalten dann einen Brief, 
eine Mail oder eine Nachricht in Ihre Nachrichtenbox im Postbank Online-Banking. 
• In Einzelfällen kann es sein, dass wir Ihr Anliegen ohne eine weitere Nachricht erledigen.
• Kennen Sie schon unser Fragen - und Antworten Portal? Hier erhalten Sie auf viele Fragen direkt eine Antwort. Schauen 
Sie einfach im

Portal

vorbei.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Postbank E-Mail-Team

Zwar ist der Mitarbeiter immer noch ungenannt und es drängt sich mir der Verdacht auf, dass es sich auch hierbei um eine ebenso automatisierte, wie hirnlose Antwort handelt, aber es gab wenigstens eine zeitnahe Antwort! Chapeau, Postbank!
Nein, das mit dem Chapeau war Sarkasmus, sorry.

Womit droht die Postbank schon wieder?
Mit Totholz-Kommunikation!
Die Post kann eben nicht aus ihrer Haut.

Update 21.01.2022

Hat sich die Postbank gemeldet?
Natürlich nicht.

Haben wir wieder Zugriff auf unser Geld?
Natürlich nicht.

Eine Woche ist vergangen und die stellen sich einfach tot.
Aber das passt ins Bild.

Update 27.01.2022

So nun, sind fast zwei Wochen rum und die Postbank antwortet einfach nicht. Letzter Versuch per Telefon:

Bitte haben Sie noch etwas Geduld, wir verbinden Sie mit dem nächsten freien Berater“ – das geht nun schon 07:33 Minuten so…

Endlich jemanden am Telefon gehabt:
Nein, mit der Ticket-ID können die nichts anfangen, das ist rein für den Online-Support.

Ja, nein, per Mail kann man eine Adressänderung nicht für Gemeinschaftskonten durchführen. Für Einzelkonten aber schon.
Ey … was stimmt mit der Postbank nicht? Wo ist da der Sinn, wenn die ein PDF mit beiden Unterschriften bekommen?

Und wenn man das in der App ändert, dann muss man das auf den verschiedenen Handys der Kontoinhaber machen!
Ach was? Das haben wir x-fach gemacht!

Wie dem auch sei, ich schreibe soeben die Kündigung für dieses Konto. Sollen die uns die Kohle darauf zur ING schaufeln.
Ach ja: Die Kündigung werde ich via Einschreiben mit Rückschein versenden.
Nicht, dass auch dieses Schreiben bei denen verschwindet.

Edit: Kündigung ist raus. Einschreiben mit Rückschein. Inklusive Fensterumschlag habe ich glatte sechs Euro dafür bezahlt.
Mal sehen, ob sie das wenigstens bearbeiten können – und wie lange das dauern wird.

Update 31.01.2022

Der Rückschein ist zurückgekommen. Das Kündigungsschreiben traf bei der Postbank ein und wir sind gespannt, ob sie es wieder verbaseln.

Update 01.02.2022

Hurra! Wir können wieder auf das Konto zugreifen! Die Kohle haben wir auch direkt auf ein anderes Konto transferiert.
Oh Zeichen, oh Wunder!

Update 02.02.2022

Eben trifft ein Totholz-Brief BEI DER AKTUELLEN ADRESSE(!) bei uns ein:

„Anschriftenänderung: Kontonummer xxxxxx – Wir benötigen zur Durchführung des Auftrages unbedingt die Unterschriften alle Kontoinhaber.

Aber… die haben die doch bereits! In x-facher Ausführung!

Moment… meine Frau änderte ganz am Anfang die Adresse via App und ich via Snailmail.
Das kann nicht sein… die haben doch nicht eine Reaktionszeit von Monaten bei der Postbank, oder?
ODER? 🙁

Wen kümmert es? Die Adressänderung scheint ja durch zu sein, das Konto ist wieder freigeschaltet. Geprüft haben wir die Adresse in der App nicht, denn uns ist herzlich egal, welche Anschrift, die in deren System von uns hinterlegt haben. Aber da der Totholzbrief an die aktuelle Adresse *sic* ging …

Was nun auch immer passiert: Wir sind froh, endlich dort weg zu sein. Mit dem neuen Job wird sich meine Frau auch eine neue Bank suchen und dann haben wir bei der #diepasstbank gar kein Konto mehr.

Update 04.02.2022

Ein Brief auf Papier traf ein! Die Postbank hat die Kündigung bestätigt. HURRA! Anschriften können die nicht ändern, aber scheinbar Kündigungen recht zeitnah durchführen. Das Konto ist schon „verschwunden“, kein Zugriff mehr, als ob es nie existierte. Das Geld hatten wir schon beim erst möglichen Kontozugriff gesichert, ein paar Euro waren aber noch drauf. Wo die indessen hin sind, weiß der Geier, denn auf dem ING-Konto sind die nicht aufgeschlagen. Egal, wegen drei oder vier Euro werde ich mir den Stress mit der #diepasstnichtbank nicht mehr antun.

3 Gedanken zu „Warum die Postbank die schlechteste Wahl ist (Updates)“

  1. Hallo Michael,

    Du bist ja wirklich sauer, nachvollziehbar. Ich hoffe nur, dass Du nicht noch mit einer Abmahnung oder Unterlassungserklärung malträtiert wirst, die Postbank, eigentlich ja die deutsche Bank könnte Deinen Bericht irgendwie rufschädigend finden.
    Obwohl Du ja nur Tatsachen schilderst.

    Dazu passend: vor ein oder zwei Wochen lese ich in der Zeitung, dass das Gehalt der Vorsteherin des Sparkassenverbands Rheinlandpfalz, recht großzügig auf ca. 400 k€/a erhöht wurde.

    Doch recht befremdlich für eine Bank, die irgendwie so eine Art Anstalt öffentlichen Rechts ist, und sich gerne regional gibt. Sich aber gar nicht scheut Filiale um Filiale zu schliessen und alt eingesessene Kunden mit in hippem Denglisch beschriebenen Tarifmodellen schamlos abzuzocken.

    Grüße, Gerd

    Antworten
    • Eine Abmahnung würde voraussetzen, dass die Postbank auf etwas reagieren würde. Das kann man wohl ausschließen. „Irgendwie rufschädigend“ ist deren Online-Kundenbetreuung, aber sicher kein Bericht darüber. Ich habe noch eine Rechtsschutzversicherung aus den 1990ern, in der Online-Streitigkeiten nicht ausgeschlossen sind – es wäre mir folglich ein Fest darüber zu berichten.

      Schau mal bitte hier, wie ein richtiges Unternehmen auf Berichte im Web reagiert: https://hessburg.de/telekom-datensatz-geloescht-beschaedigt/
      Ja, die Kommentare der Telekom sind echt. 🙂
      Beide Unternehmen haben eben das Pech, aus der Deutschen Bundespost hervorgegangen zu sein. Die Telekom hat die Kurve zu einem flexibleren Unternehmen aber deutlich besser geschafft, wohingegen die Postbank eine Behörde bis heute nur digital abgebildet hat.

      Bei der Sparbüchse waren wir auch mal. Das ist ja keine Bank, sondern eben die Sparbüchse. Dagegen ist selbst die Postbank purer Zucker.

      Wir mit unserem Finanzierungsplan zur Sparbüchs gegangen. Unser Sachbearbeiter, bzw. Kundenverwalter machte große Augen! Wow! So einen Plan hätte er noch nie gesehen, ob er den kopieren dürfe. Es geht zum Kopierer und ich sage zu meiner (Ex-) Frau: „Das ist jetzt ein Witz, oder? Der ist Finanzberater und kennt keinen Finanzierungsplan?“. Die Konditionen waren dann so unterirdisch, dass wir zur Bayerischen Landesbank gingen, durchleuchtet wurden.
      Wir waren dort auf Empfehlung der Verbraucherzentrale: „Gehen Sie zur Bayerischen Landesbank, wenn Sie dort einen Kredit bekommen, gibt Ihnen jede Bank einen Kredit!“. Wir bekamen die Finanzierungszusage – und eine Woche später zog sich die Bank nach Bayern zurück. Vertrag ist Vertrag, sie hätten auch den Hausbau finanziert, aber sie baten wirklich freundlich, ob wir nicht woanders… konnten wir, denn irgendein großes Versicherungsunternehmen bot bessere Konditionen an und gab uns eine Zusage nur aufgrund der Zusage der Bayern LB. „Wenn die Sie geprüft haben, dann haben wir keine Bedenken.“. Anyway… Nachteil war ein starrer Auszahlungsplan und die Tilgungen nur alle drei Monate.

      Der Hausbau begann, Zwischenfinanzierung wurde für vier Wochen nötig, weil die Baufirma ein Gewerk schneller fertigstellte als die Auszahlung bei der finanzierenden Versicherung vorgesehen war. Also bei der Sparbüchs nachgefragt, ob wir für die paar Wochen eine Zwischenfinanzierung haben könnten.

      Der planlose Sachbearbeiter war sauer, dass wir nicht bei ihm abschlossen, lehnte sich im Stuhl zurück und sagte zu meiner (Ex-) Frau: „Tja… da haben Sie wohl gelitten!“. Wow! Das war ein Fehler! Sie rannte von der Sparbüchse direkt zur Volksbank, die uns mit Kusshand nahmen und die Zwischenfinanzierung direkt auszahlten. Wir wechselten dorthin, aber auf das Konto bei der Sparbüchs gingen ein paar Wochen später rund 80.000 Euro ein, weil wir Anlagen für den Hausbau auflösten.

      Mich rief ein anderer Mitarbeiter der Sparbüchse an und fragte mich, was denn mit dem schönen vielen Geld passieren solle, sie hätte attraktive Anlagemöglichkeiten. Ich meinte nur: „Nein, das wird nichts mehr mit uns. Aber richten sie doch bitte dem Herrn XYZ aus der Filiale in Seligenstadt folgendes wortgetreu aus: „Tja, da haben Sie wohl gelitten!“. Zwei Stunden später rief der mich auch tatsächlich an und entschuldigte sich so wortreich wie unglaubwürdig.

      BTW: Suche mal nach dem Logo der Sparbüchs von 1938, dann weißt Du, warum die Sparbüchs von Bankern Sparbüchs genannt wird.

      Antworten
  2. Wie sagte vor fast 30 Jahren mein Dozent in der Energietechnikvorlesung sinngemäß: „Ihm ist bis heute schleierhaft, was die BWLer eigentlich so im Studium lernen. Das mit der Zinseszinsrechnung kann’s doch nicht gewesen sein.“
    Heute weiß ich was die BWL so lernen, aber ich schreibe es hier besser nicht auf.
    Ein Finanzierungsberater, der nicht selbst einen Finanzierungsplan machen kann ist ja eher noch ein halb lustiges, halb trauriges Exemplar.

    Antworten

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