Lek­trik™ vorbereiten

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Ja, ja, ich hän­ge immer noch an der Lek­trik™ wer hät­te das gedacht? Ich brau­che ewig dafür. Ers­tens, weil ich immer auf Num­mer sicher gehen will und alles lie­ber zwei­mal nach­fra­ge und nach­schla­ge und zwei­tens, weil mir immer wie­der was Neu­es ein­fällt, das ich noch mit erle­di­gen will, bzw. was man nicht so leicht nach­rüs­ten könn­te, wür­de ich es jetzt ver­ges­sen. Die Elek­trik soll zwar smar­thome­fä­hig sein, aber auch ohne WLAN funk­tio­nie­ren (Stich­wor­te „Shel­ly” und „Tas­mo­ta”).

Dann soll­ten auch über­all aus­rei­chend Steck­do­sen vor­han­den sein. Die Schal­ter soll­ten sinn­voll ange­ord­net und plat­ziert sein. Letzt­lich habe ich genug Elek­tro­ka­bel (500 Meter 3×1,5 u.v.a.). Der Elek­tri­ker, der nach­her alles abnimmt auf vie­le Schal­ter, Steck­do­sen und Unter­ver­tei­ler. Gera­de Unter­ver­tei­ler sind ihm wich­tig. Kein Ding, da hat er recht, mache ich ger­ne, denn dann ist in den Steck- und Schal­ter­do­sen auch weni­ger los. Wir sind uns auch einig, dass ich lie­ber einen Lei­tungs­schutz­schal­ter („Siche­rung”) und eine Zulei­tung mehr habe, als zu wenig.

Wohn­zim­mer und Werk­raum haben schon zwei Zulei­tun­gen bekom­men. Die Küche wird fünf (inkl. Drei­pha­sen­strom­an­schluss), die Gara­ge zwei und die Wasch­kü­che fünf bekom­men. Im Außen­be­reich wer­de ich min­des­tens sechs Zulei­tun­gen vor­se­hen. Kabel und Ver­le­gen kos­tet mich ja „nichts”. Ich möch­te auch meh­re­re FI-Strom­krei­se haben, damit man nicht so schnell im Dun­keln sitzt, wenn was pas­siert. Viel­leicht für jedes Stock­werk und den Außen­be­reich einzeln?

Aber wo war ich? Im Schlaf­zim­mer zuletzt. Werk­raum, Wohn­zim­mer, und Anklei­de­zim­mer sind schon fer­tig ver­ka­belt. Ja, „schon”, ich weiß. 🙁 Jetzt also das Schlaf­zim­mer. Da stand ich also und frag­te mich, wie ich die­se recht kom­pli­zier­te Ver­ka­be­lung auf die Rei­he bekom­men soll­te.  Pas­send zum Raum dach­te ich mir: gehst du die Sache doch ein­fach mal von hin­ten an.

Gut, das Bett kann bei dem Schnitt sowie­so nur an genau einer Ecke ste­hen, da ist nichts dran zu rüt­teln. Also habe ich die West­wand zwi­schen der Bal­kon­wand und dem apar­ten, 90er-Jah­re-gedächt­nis­far­be­nen Kas­se­ten­tür­schrank (der wird spä­ter noch gepimpt) aus­ge­mes­sen und die Mit­te ange­zeich­net. Dann die Maße für ein 160er Bett über­tra­gen, fik­ti­ve Nacht­ti­sche auf­ge­malt. Ja, das ist schlüs­sig. Im letz­ten Urlaub in Ägyp­ten war neben dem King­si­ze-Bett auf jeder Sei­te eine gan­ze Pha­lanx an Schal­tern. Erst dach­te ich, das wäre über­trie­ben, aber es erwies sich echt als prak­tisch. Das brau­chen wir auch!

  • Die Decken­lam­pe soll­te von der Tür und je von den Bett­sei­ten geschal­tet wer­den kön­nen → Kreuzschaltung.
  • Die Ambi­ent­be­leuch­tung („Bild”) von der Tür und je von den Bett­sei­ten geschal­tet wer­den kön­nen → Kreuzschaltung
  • Die Lese­lam­pen soll­ten von jeder Bett­sei­te aus geschal­tet wer­den kön­nen. → zwei­mal eine Wechselschaltung


(Zim­mer in Ägyp­ten mit beleuch­te­tem Git­ter (->Ambientbeleuchtung/„Bild”)

Damit ich als jemand, der zwar das Prin­zip ver­steht, aber dem ein­fach die Erfah­rung fehlt, nicht ein­fach zu schma­le Schlit­ze in die Wän­de schnei­de, brauch­te ich einen Instal­la­ti­ons­plan. Wel­che Kabel müs­sen wo hin?
Ich habe nach Elek­tro­in­stal­la­ti­ons-Soft­ware gesucht, eini­ges aus­pro­biert und wie­der ver­wor­fen. Die Ein­ar­bei­tung dau­ert zu lan­ge. Ich habe also schnell ein paar Sym­bo­le auf ein Papier gekrit­zelt, das abfo­to­gra­fiert, im Pho­to­shop geöff­net und jede Anschluss­stel­le in je einer Ebe­ne gezeich­net. Das ging ganz schnell. → Hier geht es zur Anlei­tung, die ich dazu erstellt habe.

Nun fehlt dabei „nur” noch das Kabel für den Roll­la­den, das ist recht kurz, liegt aber direkt „auf dem Weg der Kabel zur West­wand. Eben­so fehlt um die kom­plet­te Bal­kon­tür noch die Zulei­tung zur Außen­steck­do­se (sepa­ra­ter Strom­kreis, kommt unter dem Außen­licht­hal­ter aus dem Boden) und das kur­ze Stück vom Schal­ter zur Außenleuchte.


Westwand


Südwand

War­um ist unter dem Schal­ter der Außen­leuch­te kein Schal­ter für die Decken­lam­pe? Naja, es ist nur ein knap­per Meter bis zu den Schal­tern neben dem Bett, aber viel­leicht soll­te ich die­sen Schal­ter wirk­lich ein­bau­en? Ein­fach noch einen Kreuz­schal­ter dazwi­schen und gut ist. Ja, war­um nicht?


Südwand


Ostwand

Nur zur Infor­ma­ti­on! Tra­gen­de Wän­de darf man nie­mals quer auf­stem­men! War­um habe ich das hier den­noch getan? Ich habe nicht die Wand auf­ge­stemmt, son­dern nur den Putz. Das Mau­er­werk ist dabei unbe­schä­digt geblieben.


Nordwand

Zu mei­ner abso­lu­ten Lieb­lings­be­schäf­ti­gung auf der Bau­stel­le zählt das dau­ern­de Rei­ni­gen. Aus dem Raum habe ich rund 40 Liter Bau­schutt zusam­men­ge­kehrt und raus­ge­tra­gen. Das kos­tet immer wie­der Zeit. Allei­ne hier über eine hal­be Stunde:

Aber es hilft ja nichts. Zur Unfall­ver­mei­dung und zum ordent­li­chen Arbei­ten muss es ja sein.

Ich könn­te jetzt wie­der erzäh­len, was ich den lie­ben lan­gen Tag im Haus so getrie­ben habe, aber ich kür­ze es ab, denn ich habe ein Video davon gedreht:

Die West­wand hat­te ich noch mit der Mau­er­nut­frä­se bear­bei­tet, das ist eigent­lich easy und super­schnell. Aber… der klei­ne Kärcher­sau­ger und der Aschen­ei­mer geben sich ja höchs­te Mühe mit dem Staub, der aus der Mau­er­nut­frä­se wie ein Strahl schiesst. „Ange­nehm wird die Müh­sal für den, der sie wacker bestan­den.”. Tja, Kärcher, so wie Du gejault hast, war das für Dich alles ande­re als ange­nehm. Trotz­dem war was Haupt­pro­blem ein­fach der viel zu kur­ze Schlauch. So konn­te ich nicht ein­mal bis zu einem Licht­schal­ter hin­auf frä­sen. Offen­bar gibt es auch kei­ne Schlauch­ver­län­ge­run­gen und einen Indus­trie­sau­ger brau­che ich auch nicht. Also habe ich den Rest mit dem Bohr­ham­mer erle­digt. Auf den letz­ten fünf Metern dann das Uner­war­te­te! Der Mei­ßel fiel aus dem SDS-Fut­ter und liess sich auch nicht mehr ein­set­zen! „Ver­damm­te Met­abo! Hät­te ich doch lie­ber eine Bosch gekauft!”, fluch­te ich noch, bevor ich einen nähe­ren Blick auf den Mei­ßel und das Fut­ter warf.

Gut, dass ich noch einen Ersatz hatte.

Als krö­nen­den Abschluss des Tages, ich zog gera­de die Kabel für das Ther­mo­stat und die Zulei­tun­gen durch die Kel­ler­de­cke, pol­ter­te es laut in der Küche. Als ich nach­sah, erblick­te ich die Unbill:

Einer der Böcke muss­te umge­kippt sein. Was ich dem Ding aber hoch anrech­ne ist, dass es sich hero­isch für die Fuß­bo­den­hei­zung opfer­te und das Gewicht der Kabel­trom­mel mit sei­nem zar­ten Kör­per auf­fing. Er wird ein Staats­be­gräb­nis im Gar­ten erhal­ten. Mili­tä­ri­sche Ehren, Salut­schüs­se aus einer Nerf und ein Dro­hen­über­flug soll­te es uns wert sein.
Oder ich schie­be ihn pie­tät­los schlicht in den Ofen.

2 Gedanken zu „Lek­trik™ vorbereiten“

  1. der abso­lu­te Ham­mer . Bewun­de­re Ihre Ruhe .
    Was ich den­ke ? Wird sich KEIN Hand­wer­ker mel­den .…bekom­men ja Angst .
    Mei­ne Hochachtung
    Mit lie­ben Gruss G. Seif­fert aus Bur­gas derzeit 

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  2. Der Elek­tri­ker ist doch schon mit im Boot. Sonst hät­ten wir auch kei­nen Bau­strom­ver­tei­ler. Er ist ein Fan von vie­len Schal­tern, Steck­do­sen und Unter­putz­ver­tei­lern, sonst hät­te ich ja gar nicht so angefangen. 

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