Ich brau­che kei­ne Wünschelrute

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Vor­mit­tags begab ich mich auf Spu­ren­su­che im unheim­li­chen Fall des rät­sel­haf­ten Was­ser­ein­bru­ches nach Regen­fäl­len in der Garage.
Der Bal­kon über der Gara­ge ist abge­deckt und auch dicht.

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Die Was­ser­rin­ne der Ter­ras­se an der Haus­wand kann da eigent­lich auch nicht rein­lau­fen, ist zu wenig Was­ser, was da noch ankom­men kann.

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Die Rin­ne an der Sei­te nimmt alles auf.

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Okay, hier kann genug Dreck in Rich­tung Regen­rin­nen­fall­rohr trans­por­tiert wor­den sein, der sich auf Höhe des Gara­gen­bo­dens in einem Bogen gesam­melt haben könnte.

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Ich ver­mu­te, dass am Ende der Rin­ne ein Abfluss ist, der zum Fall­rohr der Regen­rin­ne führt.

Das muss ich also bei Gele­gen­heit überprüfen.

Bevor ich die Bau­stel­le ver­las­se, über­prü­fe ich noch schnell Was­ser und Strom. So auch an die­sem Nach­mit­tag. Bei der Gele­gen­heit schau­te ich mit der Taschen­lam­pe in der Gara­ge vor­bei. Die vor­de­re Ecke scheint tro­cke­ner als die hin­te­re zu sein. Bei­den Stel­len ist aber gemein­sam, dass sich in den Pfüt­zen etwas Erde befindet.

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Die Stel­le in der Mit­te der Wand hat­te ich mir nie genau­er ange­se­hen. Ich strich mit dem Fuß dar­über und sah, wie sich im Licht der Taschen­lam­pe wie­der glit­zernd Was­ser sam­mel­te. Ach, Mist. Und was ist das für eine Uneben­heit? Ich bück­te mich, strich die Erde weg und drück­te gegen die Unebenheit.

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Kennt Ihr das Gefühl, wenn Ihr etwas ent­deckt, das nicht sein kann? Was dann ewig in Erin­ne­rung bleibt?

Ein­schub: Als ITler in einem Con­sul­ting­un­ter­neh­men hat­te ich mal eine Urlaubs­ver­tre­tung beim Kun­den, dem ich vor­her natür­lich sei­nen eige­nen Account ein­rich­te­te. Ich gab ihm aber für den Not­fall auch Zugriff auf mei­nen Account und mei­ne Mails. Das Unter­neh­men war der „Euro­pean Hub” und daher soll­te kei­ne Mail in mei­ner Abwe­sen­heit „ver­lo­ren” gehen. Außer­dem hät­te er sich ja als Admin sel­ber Zugriff dar­auf beschaf­fen kön­nen. Als ich wie­der aus dem Urlaub zurück­kam, fand ich Spie­le auf dem Rech­ner. Unter ande­rem das Brig­de Con­struc­tion Set. Spie­le! Das ver­gisst man ja nicht so schnell. Hat­te der auch mal was gear­bei­tet? Ein wenig, denn er hat­te sei­nen Account gar nicht benutzt, son­dern nur mei­nen. Eini­ge Mails hat­te er in mei­nem Namen beant­wor­tet. Gut, ich war etwas ver­stimmt, aber egal. Eini­ge Tage spä­ter fin­de ich durch Zufall in mei­nem eige­nen Doku­men­ten-Ord­ner eine Datei namens „Zeug­nis”. Die kann­te ich nicht. Ich öff­ne­te sie und in Word sah ich ein Zeug­nis für eine Linux-Schu­lung. Aus­ge­stellt für eben jenen Kol­le­gen. Irgend­was in mei­nem Hin­ter­kopf schlug Alarm. Ich klick­te auf den Stem­pel und die Unter­schrift und konn­te sie ver­schie­ben. Alter… der hat ernst­haft ein Zeug­nis gefälscht und lässt es dann auch MEINEM User­home liegen?

Genau­so fühl­te ich mich, als sich die „Uneben­heit” lös­te und ich rea­li­sier­te, dass es eine Beton­wurst war, die jemand zur „Repa­ra­tur” ein­fach auf den Boden vor dem Leck geklatscht hat­te. Das ist so… sinn­frei. War­um macht man das nicht gleich rich­tig? Das ist, als ob man ein Rost­loch im Auto mit Bau­schaum ausfüllt.

Gut, lan­ge Rede, der Sinn ist mir entfallen.

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Ja, was kann man nun machen? Aus­gra­ben von außen fällt aus. Auch nicht im Zuge des Abtra­gens des Han­ges für den Arbeits­zim­mer-Anbau. Dafür ist die Stel­le zu weit entfernt.

Wie bereits im vor­he­ri­gen Arti­kel geschrie­ben, wer­de ich aber zuerst prü­fen, ob das Fall­rohr ver­stopft ist. Das Was­ser kann sich ja durch­aus sei­nen Weg bis zur Mit­te der Gara­ge gesucht haben, wenn es außen unter­ir­disch über den vor­ste­hen­den Rand des Fun­da­ments gelau­fen ist. Der Feh­ler wäre leicht und kos­ten­güns­tig zu beheben.

Natür­lich befin­det sich danach die­se Wand nicht in einem was­ser­dich­ten Zustand und müss­te eigent­lich saniert wer­den. Aus­gra­ben, abdich­ten und die Auf­brin­gung einer Peri­me­ter­däm­mung wäre die pro­fes­sio­nells­te Metho­de, aber… das ist nur ein Kel­ler­raum und auch nur eine Gara­ge, in der ver­mut­lich sel­ten ein Fahr­zeug ste­hen wird. So what?

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