Der Com­pu­ter boo­tet nicht mehr?

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Der Rech­ner streikt, nichts geht mehr!  Aber kei­ne Sor­ge, das bekom­men wir in den Griff. Dafür musst Du auch nichts von Boot­loa­dern, File­sys­te­men oder einer Bash /​ Ein­ga­be­auf­for­de­rung ver­ste­hen. Versprochen.

Pro­blem

Das Betrieb­sys­tem boo­tet nicht mehr?
Hier geht es um die Repa­ra­tur des Boot­loa­ders für im Prin­zip jedes Betriebs­sys­tems. Win­dows und Linu­xe wer­den repa­riert wer­den kön­nen, wie es bei macOS aus­sieht, habe ich noch nicht getes­tet, aber das soll nur funk­tio­nie­ren, wenn sich noch ein Linux auf dem Mac (oder Hack­in­tosh) befindet.

Ihr habt nur ein Betriebs­sys­tem am Start? Pri­ma! Dann lest wei­ter bei „Weg 1

Mein Bei­spiel:
Du hast, wie ich, zig Betriebs­sys­te­me auf sechs ver­schie­de­nen SSDs/​HDDs? Da kann man leicht die Über­sicht ver­lie­ren. Ich bau­te eine 120er SSD mit Ubun­tu-Stu­dio aus dem Rech­ner aus und in ein Note­book ein. Dort boo­te­te das OS aber nicht. Mir schwant echt übles für mei­nen Pro­duk­tiv-Rech­ner, auf dem ele­men­ta­ry­OS als Haupt­sys­tem auf einer NVMe lief. Ich hat­te eOS von der 120er SSD auf die PCIe-NVMe mit Clo­ne­zil­la geklont und das boo­te­te auch fröh­lich davon. Ich hat­te aber die gan­ze Zeit das Bauch­ge­fühl, auch wenn Clo­ne­zil­la eigent­lich einen neu­en Boot­loa­der auf der NVMe erstellt hat, dass GRUB noch auf der 120er SSD wäre.

Tja, und so war es auch, denn nach dem Aus­bau der 120er SSD boo­te­te eOS nur in die Bash (bash-like) von GRUB. Kein Ding, denn man kann ein­fach der Anlei­tung auf Geek­for­ce fol­gen. Oder das Sys­tem völ­lig auto­ma­gisch mit Boot-Repair repa­rie­ren lassen.

Lösung

Win­dows am Start, aber kein Instal­la­ti­ons­me­di­um? Ihr habt Angst vor einer Ein­ga­be­auf­for­de­rung? Am ande­ren Ende der Tele­fon­lei­tung sitzt ein DAU, der eh schon Panik schiebt?
Kei­ne Sor­ge, auch dann gibt es eine Lösung.

Vor­be­rei­tung

Bei mir waren noch sechs SSDs/​HDDs im Rech­ner, das ist mir zu unüber­sicht­lich. Also habe ich im UEFI-BIOS den SATA-Con­trol­ler kom­plett deak­ti­viert und alle exter­nen HDDs aus­ge­schal­tet. Dann ist erst ein­mal Ruhe und ich sehe nur noch die NVMe. Ihr habt kei­ne NVMe, aber ne Men­ge ande­re Plat­ten? Alter­na­tiv müsst Ihr in dem Fal­le alle SATA-Gerä­te, die Ihr nicht benö­tigt, bis auf die SATA-SSD mit Eurem Betriebs­sys­tem, im BIOS ein­zeln deak­ti­vie­ren. Der DAU hat eh nur eine SSD/​Partition mit einem OS im Rech­ner, da fällt das alles mit dem BIOS weg.

War­um der Stress mit der Deak­ti­vie­rung im BIOS?

Das gilt ja nur für Com­pu­ter mit mehr als einem Betriebs­sys­tem auf mehr als einem Lauf­werk. Jedes ein­zel­ne Lauf­werk in Eurem Rech­ner soll­te aut­ark boo­ten kön­nen, sonst habt Ihr viel­leicht nach dem nächs­ten Erset­zen eines Lauf­wer­kes den gan­zen Mist wie­der von vor­ne. Aber, hey, klar, lasst die Repa­ra­tur auch auf einem Mul­ti-Boot-PC durch­lau­fen. Berich­tet mir von Euren Erfah­run­gen, denn ich wer­de das sicher nicht testen.

Weg 1

Ubun­tu-Live-Stick ist vorhanden:
Ihr braucht dafür einen boot­fä­hi­gen USB-Stick mit Ubun­tu, z.B. noch von der Installation.
Nun boo­tet Ihr das Ubuntu-Live-System.

Im Live-Sys­tem öff­net Ihr „Ter­mi­nal” und gebt Fol­gen­des ein:

sudo add-apt-repository ppa:yannubuntu/boot-repair

sudo apt-get update

sudo apt-get install -y boot-repair

boot-repair

Es wer­den die Quel­le für das Repa­ra­tur­pro­gramm hin­zu­ge­fügt (ers­te Zei­le), die Quel­len aktua­li­siert (zwei­te Zei­le), Boot-Repair instal­liert (drit­te Zei­le) und gestar­tet (vier­te Zei­le). Das ist alles, was in den Kas­ten oben steht, kei­ne Sor­ge. Lest nun wei­ter bei „Repa­ra­tur”.

Weg 2

Boot-Repair-Disk:
Ihr benö­tigt einen funk­ti­ons­fä­hi­gen Rech­ner oder einen Nach­barn mit eben jenen, sowie einen lee­ren USB-Stick. Die Boot-Repair-Disk bekommt Ihr unter Win­dows und macOS mit Etcher auf den Stick. Linu­xe haben dafür Tools wie „Disks” bereits an Board.

Boo­tet nun den „Pro­blem-Rech­ner” von die­sem USB-Stick.
Fer­tig? Fein! Dann weiter!

Repa­ra­tur

Es öff­net sich ein Pro­gramm (Boot-Repair) mit gra­fi­scher Ober­flä­che, das im Ide­al­fall die kor­rek­ten Wer­te auto­ma­tisch erken­nen sollte.
Dazu klickt Ihr auf die Schalt­flä­che „Emp­foh­le­ne Reparatur”.
Nun auf „Anwen­den”.
Boot-Repair repa­riert nun die Boot­par­ti­ti­on (i.d.R. EFI) und schreibt unter Linux auch einen neu­en GRUB mit kor­rek­ten Einträgen.

Star­tet das Sys­tem neu und schaut, ob Euer Betriebs­sys­tem wie­der läuft.
Wenn alles in Ord­nung ist, könnt Ihr ggf. die ande­ren Lauf­wer­ke wie­der aktivieren/​einschalten.

Ihr wollt das nächs­te Mal bes­ser vor­be­rei­tet sein?

Löscht den nie­mals den Stick, mit dem Ihr Euren Rech­ner instal­liert habt. Wenn mög­lich, aktua­li­siert den Stick regel­mä­ßig, sodass immer die glei­che Ver­si­on wie Euer Betriebs­sys­tem hat. Bei den meis­ten Pro­ble­men kön­nen Repa­ra­tur­funk­tio­nen auf dem Instal­la­ti­ons­me­di­um helfen.

Es gibt ja so eini­ge Stan­dard-Werk­zeu­ge, die jeder Com­pu­ter­be­sit­zer auf einem boot­fä­hi­gen Stick bereit haben sollte:
Clo­ne­zil­la
Boot-Repair-Stick
Ulti­ma­te Boot CD
Win­dows-User soll­ten sich zudem noch unbe­dingt die des­in­fec’t gönnen.

Aber das ALLERWICHTIGSTE ist, dass Ihr regel­mä­ßig, am bes­ten auto­ma­ti­siert ein BACKUP auf einen exter­nen Daten­trä­ger macht! Die­ses immer wie­der auf Funk­ti­on testen!

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