Von einem, der auszog, eine Garage für einen Wohnwagen zu bauen. Teil 4: Bodenplatte betonieren. Ich kaufe ein paar Säcke Fertigbeton und mische ihn wie weiland Opa selbst an. Doch, so wollte ich es nicht machen. Ich wollte Fertigbeton. Stahlfaserfertigbeton. Wie viel Beton benötige ich eigentlich? Wie verarbeite ich ihn und wie bekomme ich eine schöne, glatte Oberfläche hin?
Garagenbau Teil 1: Planung, Genehmigung und Vermessung
Garagenbau Teil 2: Tragschichten und Bordsteine
Garagenbau Teil 3: Schalung und VerdichtungGaragenbau Teil 4: Bodenplatte betonieren
Garagenbau Teil 4: Bodenplatte betonieren
Garagenbau Teil 5: Verlegeplan ausarbeiten
Garagenbau Teil 6: Pflasterarbeiten
Garagenbau Teil 7: Die Garage an sich
Teil 4: Bodenplatte betonieren
ACHTUNG:
Ich hafte nicht für Schäden, die Ihr beim Nachmachen dieser Arbeiten anrichtet. Irrtümer sind ausdrücklich vorbehalten.
Wenn Euch irgendwas abfackelt, explodiert, auf die Füße fällt, zusammenbricht und Euch unter sich begräbt, Ihr eine gefackelt bekommt, jemand in Eure ungesicherte Baugrube fällt, oder Ihr Euch einen Fingernagel abbrecht: Ich bin nicht schuld! Ich sage nicht: „Macht es genau so!“, ich sage nur: Ich habe es so gemacht. Jeder muss selbst wissen, was er da tut. Macht Euch vorher über Bau- und Ausführungsvorschriften schlau und fragt den Lieferanten der Garage nach den Vorgaben für die Bodenplatte.
Gut, die Tragschicht (Frostschutz, whatever) aus Betonrecycling für die Bodenplatte der Garage und die Zufahrt ist mehr als ausreichend verdichtet. Ich rüttele die lieber etwas länger ab, als dass sich nachher etwas setzt.
Jetzt kam die Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit ins Spiel. Diese Folie ist aber empfindlich gegen UV-Licht. Nach einigen Monaten zerbröselt es die ganz einfach. Macht ja nichts, denn durch die Betonplatte kommt kein Licht.
Meine Überlegung war, dass ich die Folie mit Kreppband am Morgen der Anlieferung des Betons an den Randbereichen verklebte. Kreppband hält natürlich nicht wirklich irgendwas fest. Wie praktisch, denn Gaffertape (Gewebeband, Panzerband) hätte mir meine Styroporränder abgerissen, wenn der Beton auf die Folie fliest und diese nach unten zieht. Am Holz wäre womöglich sogar die Folie eingerissen worden! Nein, alles super so: die Folie sollte sich lösen und ein paar Zentimeter nach unten rutschen dürfen. So ganz passend bekommt man die Folie ohne Erfahrung mit vertretbarem Aufwand eben nicht perfekt ausgelegt.

Okay … eine Sache würde ich so nicht mehr machen: Die Folie war natürlich mit zwei Metern Breite zu schmal für die gesamte Garagenbreite. Ich legte also zwei Folien aus und beschwerte den Randbereich mit Steinen, die ich direkt vor dem Einfüllen des Betons wieder entfernte. Das war eine blöde Idee, eine saublöde noch dazu. Erwähnte ich nicht eingangs den verdammten Wind, der hier wie an der Nordsee bläst?
Der hob die Folie natürlich an, sodass ich mich beim Einfüllen des Betons auch noch darum kümmern musste, dass die Folie nicht zu weit auseinander wehte. Na ja, ist ja nichts passiert. Trotzdem wäre da eine Kreppverklebung nervenschonender gewesen.
Bevor der Beton kommt, habe ich mir zwei Hilfsmittel gebaut. Aus einem Floor-Dress-Wischmopp und einer Möbelrückwand entstand ein Abreiber.

(Abreiber zu glätten der Oberfläche)
Die Oberfläche des Betons muss ja irgendwie gerade werden. Die ziehe ich auf der Verschalung und dem Styropor ab, kein Ding. Aber für ewig viel Geld eine drei Meter lange Alulatte kaufen, die ich nur ein- oder zweimal im Leben benötige und die mir dann dauernd in der Garage herumfliegt? Das geht einfacher:

(Abzieher)

(Abzieher, Größenvergleich)
Das Brett ist 3 m lang, das ist natürlich einige Zentimeter zu kurz. Also habe ich schlicht ein Stück Dachlatte angeschraubt.
Damit uns der Abzieher nicht eine schräge Ebene zieht, muss die natürlich noch aufgedoppelt werden.

(Abzieher, Abziehkante unten)
Ferner benötigt Ihr einen groben Rechen, wie man ihn im Garten verwendet, und eine große Kelle.
Logisch, ein angeschlossener Gartenschlauch darf auch nicht fehlen!
Die Arbeitsschritte für die Bodenplatte sehe wie folgt aus:
1. Beton gleichmässig verteilen
2. Beton verdichten (stochern)
3. Bodenplatte gerade abziehen
4. Bodenplatte glätten
Das gleichmäßige Verteilen spürt man schon beim Durchlaufen mit den Gummistiefeln. Damit spürt man schon recht gut, wo der Beton zu dünn- oder dickflüssig ist. Mit dem Rechen wird die Dichte ausgeglichen.
Auf keinen Fall den Stahlfaserbeton mit einem Flaschenverdichter verdichten! Übertreibt Ihr dabei, trennen sich die Stahlfasern und die Bestandteile des Betons voneinander! Mit dem Rechen zu stochern reicht bereits aus, wenn Ihr sorgfältig dabei seid.
Die Bodenplatte wird danach mit dem Abzieher gerade und in einem Durchgang abgezogen. Ich will hinten angefangen und nach vorne, zur Zufahrt rückwärts gehen.
Eventuelle Unebenheiten gleicht Ihr anschließend mit der Kelle aus.
Soweit die Theorie.
Es kam der Moment, als Jumbo Wasser ließ, genauer gesagt der Beton aus dem Mischer quoll. Das wurde teilweise in einem Video festgehalten. Leider hatte unser Kamerakind nach einer Weile keine Lust mehr – und so fehlt das Verdichten des Betons, das Abziehen und das Glätten.
Ich bitte die Videoqualität nachzusehen. Es wurde mit einem Chinahandy (Doogee Dagger DG550) gefilmt. Da es arg verwackelt war, musste ich es nachträglich stabilisieren. Das ging auf Kosten der Auflösung und Schärfe.

(Abgezogen und einmal geglättet, danach gewässert)

(Glätten)

(Kontrolle, gefällt nicht)

(Glätten)

(Betonbrei)
Dieser „Brei“ besteht aus den Partikeln der abgeriebenen und verdichteten Oberfläche. Ich gestehe: Da, wo mir die Oberflächenstruktur nicht gefiel, habe ich Betonpulver aufgestreut und verrieben. Das wird man nachher sicher sehen. Aber lieber Flecken, als eine ungleichmäßige Oberflächenstruktur. Da bin ich eigen.
Der Brei wird natürlich nicht mehr hart. Er spült sich beim Wässern zu einem Teil ab und kann nach dem Trocknen abgekehrt werden.
Und immer wieder zwischendurch wässern. Die Oberfläche darf die ersten Tage nicht austrocknen, sonst bekommt sie Risse. Ganz ehrlich? So wie ich das gemacht habe, kann das kein Bauunternehmen machen. Ich stand ja noch abends alle paar Stunden draußen, um die Platte zu gießen. Mag übertrieben sein, aber es sprach auf der anderen Seite auch nichts dagegen.

(Wässern)

(Wässern)

(Wässern)

(Wässern)

(Kontrolle: Oberfläche gefällt)
Ich habe an der Bodenplatte letztlich ewig geglättet und geglättet und geglättet und gewässert und gewässert. Aber das hat sich gelohnt, die Oberfläche ist wirklich gut geworden.

(Jetzt darf sie trocknen)
Nach einigen Tagen konnte die Platte dann endlich auch einmal trocken werden.
Eine Woche später entfernte ich die Schalbretter an der Vorderseite.
Also … ich wollte …
Wir entsinnen uns? Die Tragschicht der Zufahrt ist dicker als die der Betonplatte, als steckte nun die Verschalung zwischen Bodenplatte und Betonbruch.
Half ja nichts, ich grub sie vorn ein paar Zentimeter aus und hebelte die Verschalung mit einem Stemmeisen raus.

(Bodenplatte)
Hier sieht man in der unteren Hälfte der Platte die Folie mit den Resten des Kreppbandes.
Super! Da ist nichts unter die Platte gerutscht und so ist sie gut gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Boden geschützt.
Ein Rundgang stand an:

(Abstand zur Nachbargarage)
Das gefällt mir gut. Das ist so geworden, wie ich mr das vorgestellt hatte!

(Schiefe Ebene)
Also… meine Platte ist gerade…

(zubetoniert)
Hier ist mir der Styroporstreifen weggerutscht. Das ist aber kein Ding. Konnte ich mit einem Hammer entfernen und mit einem Eisen das Styropor entfernen. Ich wollte ja, dass das Wasser zur Not unter die Garagen fließen kann.
Erwähnte ich, dass der seitliche Stellplatz eine sehr respektable Neigung in Richtung unserer Garage hat? 🙁
Apropos Wasser … Ihr wundert Euch sicher, ob ich nicht noch ein Ablaufblech vor die Garageneinfahrt setze. Nein, das mache ich nicht! Schlicht aus dem Grunde, dass es keine Möglichkeit gibt, es abzuführen. Die Grundstücke sind nicht erschlossen, und links und rechts werden irgendwann Garagen gebaut werden.

(Randstreifen zur Nachbargarage)
Auch an dieser kritischen Stelle bin ich mehr als zufrieden. Die Verschalung habe ich an dieser Seite dran gelassen. Haben die Nachbarn auch alle. Ich musste genug alte Verschalung beim Ausheben entsorgen. 🙂

(Verschalung entfernt)
Auf dem obigen Bild sieht man schon meine Abziehlatte für das Bett der Pflasterung. Aber das ist das übernächste Thema, denn zuerst brauche ich einen Verlegeplan.
Zu diesem geht es hier lang: Garagenbau Teil 5