Gara­gen­bau Teil 4

Lese­dau­er 6 Minu­ten

Von einem, der aus­zog, eine Gara­ge für einen Wohn­wa­gen zu bau­en. Teil 4, Boden­plat­te beto­nie­ren. Ich kau­fe mir ein paar Säcke Fer­tig­be­ton und mische das wie wei­land Opa sel­ber. Ja, neee, so woll­te ich es doch nicht machen. Ich woll­te Fer­tig­be­ton. Stahl­fa­ser­fer­tig­be­ton. Wie viel Beton benö­ti­ge ich denn da eigent­lich? Wie ver­ar­bei­te ich den und wie bekom­me ich eine schö­ne glat­te Ober­flä­che hin?

Gara­gen­bau Teil 1: Pla­nung, Geneh­mi­gung und Ver­mes­sung
Gara­gen­bau Teil 2: Trag­schich­ten und Bord­stei­ne
Gara­gen­bau Teil 3: Scha­lung und Ver­dich­tungGara­gen­bau Teil 4: Boden­plat­te beto­nie­ren
Gara­gen­bau Teil 4: Boden­plat­te beto­nie­ren
Gara­gen­bau Teil 5: Ver­le­ge­plan aus­ar­bei­ten
Gara­gen­bau Teil 6: Pflas­ter­ar­bei­ten
Gara­gen­bau Teil 7: Die Gara­ge an sich

Teil 4: Boden­plat­te betonieren

ACHTUNG:
Ich haf­te nicht für Schä­den, die Ihr beim Nach­ma­chen die­ser Arbei­ten anrich­tet. Irr­tü­mer sind aus­drück­lich vor­be­hal­ten.
Wenn Euch irgend­was abfa­ckelt, explo­diert, auf die Füße fällt, zusam­men­bricht und Euch unter sich begräbt, Ihr eine gefa­ckelt bekommt, irgend­je­mand in Eure unge­si­cher­te Bau­gru­be fällt, oder Ihr Euch einen Fin­ger­na­gel abbrecht: Ich bin nicht schuld! Ich sage nicht: „Macht es genau so!”, ich sage nur: Ich habe es so gemacht. Jeder muss sel­ber wis­sen, was er da tut. Macht Euch vor­her über Bau- und Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten schlau und fragt den Lie­fe­ran­ten der Gara­ge nach den Vor­ga­ben für die Bodenplatte.

Gut, die Trag­schicht (Frost­schutz, wha­te­ver) aus Beton­re­cy­cling für die Boden­plat­te der Gara­ge und die Zufahrt ist mehr als aus­rei­chend ver­dich­tet. Ich rüt­te­le die lie­ber etwas län­ger ab, als dass sich nach­her etwas setzt. 

Jetzt kam die Folie gegen auf­stei­gen­de Feuch­tig­keit ins Spiel. Die­se Folie ist aber emp­find­lich gegen UV-Licht. Nach eini­gen Mona­ten zer­brö­selt es die ganz ein­fach. Macht ja nichts, denn durch die Beton­plat­te kommt kein Licht.

Mei­ne Über­le­gung war, dass ich die Folie mit Krepp­band am Mor­gen der Anlie­fe­rung des Betons an den Rand­be­rei­chen ver­kleb­te. Krepp­band hält natür­lich nicht wirk­lich irgend­was fest. Wie prak­tisch, denn Gaf­fer­tape (Gewe­be­band, Pan­zer­band) hät­te mit mei­ne Sty­ro­por­rän­der abge­ris­sen, wenn der Beton auf die Folie fliest und die­se nach unten zieht. Am Holz wäre wohl­mög­lich sogar die Folie ein­ge­ris­sen wor­den! Nein, alles super so: die Folie soll­te sich lösen und ein paar Zen­ti­me­ter nach unten rut­schen dür­fen. So ganz pas­send bekommt man die Folie ohne Erfah­rung mit ver­tret­ba­rem Auf­wand eben nicht per­fekt ausgelegt.

folie

Okay… eine Sache wür­de ich so nicht mehr machen: Die Folie war natür­lich mit zwei Meter Brei­te zu schmal für die gesam­te Gara­gen­brei­te. Ich leg­te alsp zwei Foli­en aus und beschwer­te den Rand­be­reich mit Stei­nen, die ich direkt vor dem Ein­fül­len des Betons wie­der ent­fern­te. Das war eine blö­de Idee, eine sau­blö­de noch dazu. Erwähn­te ich nicht ein­gangs den ver­damm­ten Wind, der hier wie an der Nord­see bläst?
Der hob die Folie natür­lich an, so dass ich mich beim Ein­fül­len des Betons auch noch um dar­um küm­mern muss­te, dass die Folie nicht zu weit aus­ein­an­der weh­te. Naja, ist ja nichts pas­siert. Trotz­dem wäre da eine Krepp­ver­kle­bung ner­ven­schon­den­der gewesen.

Bevor der Beton kommt, habe ich mir zwei Hilfs­mit­tel gebaut. Aus einem Floor-Dress-Wischmob und einer Möbel­rück­wand ent­stand ein Abreiber.

Abreiber
(Abrei­ber zu glät­ten der Oberfläche)

Die Ober­flä­che des Betons muss ja irgend­wie gera­de wer­den. Die zie­he ich auf der Ver­scha­lung und dem Sty­ro­por ab, kein Ding. Aber für ewig viel Geld eine drei Meter lan­ge Alu­lat­te kau­fen, die ich nur ein- oder zwei­mal im Leben brau­che und die mir dann dau­ernd in der Gara­ge rum­fliegt? Das geht einfacher:

Abzieher
(Abzie­her)

abzieher größenvergleich
(Abzie­her, Größenvergleich)

Das Brett ist 3m lang, das ist natür­lich eini­ge Zen­ti­me­ter zu kurz. Also habe ich schlicht ein Stück Dach­lat­te ange­schraubt.
Damit uns der Abzie­her nicht eine schrä­ge Ebe­ne zieht, muss die natür­lich noch auf­ge­dop­pelt werden.

abzieher aufgedoppelt
(Abzie­her, Abzieh­kan­te unten)

Fer­ner benö­tigt Ihr einen gro­ben Rechen, wie man ihn im Gar­ten ver­wen­det und eine gro­ße Kel­le.
Logisch, ein ange­schlos­se­ner Gar­ten­schlauch darf auch nicht fehlen!

Die Arbeits­schrit­te für die Boden­plat­te sehe wie folgt aus:
1. Beton gleich­mäs­sig ver­tei­len
2. Beton ver­dich­ten (sto­chern)
3. Boden­plat­te gera­de abzie­hen
4. Boden­plat­te glätten

Das gleich­mäs­si­ge Ver­tei­len spürt man schon beim durch­lau­fen mit den Gum­mi­stie­feln. Damit spürt man schon recht gut, wo der Beton zu dünn- oder dick­flüs­sig ist. Mit dem Rechen wird die Dich­te ausgeglichen.

Auf kei­nen Fall den Stahl­fa­ser­be­ton mit einem Fla­schen­ver­dich­ter ver­dich­ten! Über­treibt Ihr dabei, tren­nen sich die Stahl­fa­sern und die Bestand­tei­le des Betons von­eina­ner! Mit dem Rechen zu sto­chern reicht bereits aus, wenn Ihr sorg­fäl­tig dabei seid.

Die Boden­plat­te wird danach mit dem Abzie­her gera­de und in einem Durch­gang abge­zo­gen. Ich will hin­ten ange­fan­gen und nach vor­ne, zur Zufahrt rückfwärts gehen.

Evem­tu­el­le Uneben­hei­ten gleicht Ihr anschlies­send mit der Kel­le aus. 

Soweit die Theorie.

Es kam der Moment, als Jum­bo Was­ser liess, bzw. der Beton aus dem Mischer quoll. Das wur­de teil­wei­se in einem Video festeg­hal­ten. Lei­der hat­te unser Kame­ra­kind nach einer Wei­le kei­ne Lust mehr – und so fehlt das Ver­dich­ten des Betons, das Abzie­hen und das Glätten.

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Guss einer Stahlfaserbetonplatte

Die Video­qua­li­tät bit­te ich nach­zu­se­hen. Es wur­de mit einem Chi­na­han­dy (Doo­gee Dag­ger DG550) gefilmt. Da es arg ver­wa­ckelt war, muss­te ich es nach­träg­lich sta­bi­li­sie­ren. Das ging auf Kos­ten der Auf­lö­sung und Schärfe.

geglättet
(Abge­zo­gen und ein­mal geglät­tet, danach gewässert)

glätten
(Glät­ten)

oberfläche betonplatte
(Kon­trol­le, gefällt nicht)

glätten
(Glät­ten)

Schmodder
(Beton­brei)

Die­ser „Brei” besteht aus den Par­ti­keln der abge­rie­be­nen und ver­dich­te­ten Ober­flä­che. Ich geste­he: Da, wo mir die Ober­flä­chen­struk­tur nicht gefiel, habe ich Beton­pul­ver auf­ge­streut und ver­rie­ben. Das wird man nach­her sicher sehen. Aber lie­ber Fle­cken, als eine ungleich­mäs­si­ge Ober­flä­chen­struk­tur. Da bin ich eigen.

Der Brei wird natür­lich nicht mehr hart. Er spült sich beim Wäs­sern zu einem Teil ab und kann nach dem Trock­nen abge­kehrt werden.

Und immer wie­der zwi­schen­druch wäs­sern. Die Ober­flä­che darf die ers­ten Tage nicht aus­trock­nen, sonst bekommt sie Ris­se. Ganz ehr­lich? So wie ich das gemacht habe, kann das kein Bau­un­ter­neh­men machen. Ich stand ja noch Abends alle paar Stun­den draus­sen, um die Plat­te zu gies­sen. Mag über­trie­ben sein, aber es sprach auf der ande­ren Sei­te auch nichts dagegen.

wässern
(Wäs­sern)

wässern
(Wäs­sern)

wässern
(Wäs­sern)

wässern
(Wäs­sern)

oberfläche
(Kon­trol­le: Ober­flä­che gefällt)

Ich habe an der Boden­plat­te letzt­lich ewig geglät­tet und geglät­tet und geglät­tet und gewäs­sert und gewäs­sert. Aber das hat sich gelohnt, die Ober­flä­che ist wirk­lich gut geworden.

trocknen
(Jetzt darf sie trocknen)

Nach eini­gen Tagen konn­te die Plat­te dann end­lich auch ein­mal tro­cken wer­den.
Eine Woche spä­ter ent­fern­te ich die Schalb­ret­ter an der Vor­der­sei­te.
Also… ich woll­te…
Wir ent­sin­nen uns? Die Trag­schicht der Zufahrt ist dicker als die der Beton­plat­te, als steck­te nun die Ver­scha­lung zwi­schen Boden­plat­te und Beton­bruch.
Half ja nichts, ich grub sie vor­ne ein paar Zen­tim­ter aus und hebel­te die Ver­scha­lung mit einem Stem­mesen raus.

bodenplatte folie
(Boden­plat­te)

Hier sieht man in der unte­ren Hälf­te der Plat­te die Folie mit den Res­ten des Krepp­ban­des.
Super! Da ist nichts unter die Plat­te gerutscht und so ist sie gut gegen auf­stei­gen­de Feuch­tig­keit aus dem Boden geschützt.

Ein Rund­gang stand an:

bodenplatte abstand
(Abstand zur Nachbargarage)

Das gefällt mir gut. Das ist so gewor­den, wie ich mr das vor­ge­stellt hatte!

schiefe ebene
(Schie­fe Ebene)

Also… mei­ne Plat­te ist gerade…

zubetoniert
(zube­to­niert)

Hier ist mir der Sty­ro­por­strei­fen weg­ge­rutscht. Ist aber kein Ding. konn­te ich mit einem Ham­mer ent­fer­nen und mit einem Eisen das Sty­ro­por ent­fer­nen. Ich woll­te ja, dass das Was­ser zur Not unter die Gara­gen flies­sen kann.
Erwähn­te ich, dass der seit­li­che Stell­platz eine sehr respek­ta­ble Nei­gung in Rich­tung unse­rer Gara­ge hat? 🙁

Apro­pos Was­ser… Ihr wun­dert Euch sicher, ob ich nicht noch ein Ablauf­blech vor die Gara­gen­ein­fahrt setzt. Nein, das mache ich nicht! Schlicht aus dem Grun­de, dass es kei­ne Mög­lich­keit gibt es abzu­füh­ren. Die Grund­stü­cke sind nicht erschlos­sen und links und rechts wer­den frü­her oder spä­ter Gara­gen gebaut werden.

randstreifen garage
(Rand­strei­fen zur Nachbargarage)

Auch an die­ser kri­ti­schen Stel­le bin ich mehr als zufrie­den. Die Ver­scha­lung habe ich an die­ser Sei­te dran­ge­las­sen. Haben die Nach­barn ja auch alle. Ich muss­te genug alte Ver­scha­lung beim Aus­he­ben entsorgen. 🙂

verschalung entfernt
(Ver­scha­lung entfernt)

Auf dem obi­gen Bild sieht man schon mei­ne Abzieh­lat­te für das Bett der Pflas­te­rung. Aber das ist das über­nächs­te The­ma, denn zuerst brau­che ich einen Ver­le­ge­plan.
Zu dem geht es hier lang: Gara­gen­bau Teil 5

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