Aufbau eines Arcadeautomaten

Lesedauer 20 Minuten

Installation der PC-Technik

Die meisten Cabinets haben noch einen Platinenhalter eingebaut. Dieser ist durch eine stufenlos verstellbare obere Klammer an jedes Mainboard anpassbar. Die Stärke der YAMMA-Platinen ist annähernd mit denen aktueller Mainboards zu vergleichen, es passt perfekt in die Aufnahmen. Benutzt man ein Mainboard, in welches noch Grafik-, Sound-, LAN- und/oder USB-Karten gesteckt werden müssen, sollte man das Board gegen durchbiegen schützen. Pragmatisch habe ich dazu ein Stück einer Schokoladenschachtel benutzt und diese in die Führungsschiene unter dem Board gesteckt. Will man perfekt sein, nimmt man passende Schrauben als Abstandshalter und schraubt diese in die ATX-Befestigungslöcher der Hauptplatine.

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(AMD K6-2+-Mainboard mit „Schokoladenstütze“)

Ist das Board befestigt, benötigen wir noch das Netzteil. Ich habe ein handelsübliches ATX-Netzteil mit Winkeln an das Gehäuse geschraubt. In das Holz mit Spanplattenschrauben, in das Netzteil mit den üblichen PC-Schrauben – wie es sich gehört. Das originale Arcade-Netzteil war ebenso befestigt und zudem noch offen ohne Schirmung. Die Geräte (Netzteil, Mainboard, Monitor und Joysticks) sind untereinander über die GND-Leitungen der Verbindungskabel und über den Schutzkontakt der Stromkabel verbunden.

Auf den Bildern sieht man den CF-IDE-Adapter in einem Slot des ATA-IDE-Controllers. Diese kleine Karte ersetzt eine sperrige Festplatte samt der lästigen Kabel. Ein Backup des Systems oder das Aufspielen neuer Spiele geht dadurch auch ohne Netzwerk schnell von der Hand.

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(Netzteil und Mainboard im Arcadegehäuse)

Die Stromversorgung hatte ich erst über eine Master-Slave-Steckdosenleiste realisiert. Aber auch das war mir zu viel Unordnung im Gehäuse. Der originale Netzschalter, oben auf dem Gerät, schaltete, wenn ich mich recht entsinne (hatte nachgesehen) immerhin 5A, also 1.200 Watt. Die Leitungen dafür endeten in einem Steckverbinder, dessen Buchse ich in einer Aufputz-Verteilerdose mit der Zuleitung sowie den Leitungen von Netzteil, Monitor und Soundsystem verbunden habe. Bei flexiblen Leitungen muss man unbedingt Aderendhülsen verwenden, damit die feinen Litzen nicht irgendwann in den Lüsterklemmen brechen.

Alle Leitungen im Gehäuse habe ich mit Kabelbindern verbunden und unter die originalen Kabelhalterungen geklemmt.

Damit man den Rechner einschalten und rebooten kann, einige Boards kann man nicht dazu bewegen bei der Verbindung mit dem Stromnetz automatisch zu starten, ohne gleich über den Netzschalter auch den Monitor ein- und ausschalten zu müssen, habe ich auf der Oberseite des Cabs einen Edelstahltaster eingesetzt. Das wäre auch billiger mit einem Pushbutton gegangen, aber der vandalensichere Taster lag noch von einem HTPC-Projekt im Fundus.

Auf Höhe des Monitoreinschubes sind die Kabel in der Regel in einer Fräsung und einem Plastikkabelkanal geführt, damit sie bündig mit den Seitenwänden abschliessen und nicht den Wechsel des Monitors (z. B.: zum Drehen) behindern. Die zusätzlichen Kabel dort ebenfalls hineinzubekommen ist etwas knifflig. Viel Glück. 🙂

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(Verteilerdose)

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(Netzschalter oben auf dem Gerät, darüber der ATX-Einschaltknopf)

Die Beleuchtung der Taster und der Münzeinwürfe sind in 12V-Technik ausgeführt, diese kann man einfach an die 12V-Kontakte der Molex-Buchsen des PC-Netzteiles anschliessen und hat so die Kontrolle, ob der PC überhaupt eingeschaltet wurde.<

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