Es fehlt ein DWD-Gesetz!

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Wie die Zeit berich­tet, ver­klag­te das pri­va­te Unter­neh­men „Wet­te­rOn­line GmbH” (wel­ches man z.B. hier bewer­ten kann) den Deut­schen Wet­ter­dienst, eine steu­er­fi­nan­zier­te Behör­de des Bundes.

„Wet­te­rOn­line” ver­lang­te, dass die kos­ten­lo­se App „Warn­Wet­ter” des DWD ein­ge­stellt wer­den sol­le, da sie neben Unwet­ter­war­nun­gen auch eine Wet­ter­vor­her­sa­ge anzeigt. Das Land­ge­richt Bonn gab dem Klä­ger Recht. *sic*

Ein­fa­cher gesagt: Ein pri­va­tes Unter­neh­men will einer Behör­de ver­bie­ten, die Bür­ger mit den auf­be­rei­te­ten Daten zu ver­sor­gen, die durch die Bür­ger finan­ziert wur­den. Die Inten­ti­on des Gesetz­ge­bers wur­de durch das Gericht augen­schein­lich nicht berücksichtigt.

Daten, wel­che durch steu­er­fi­nan­zier­te Satel­li­ten erfasst und vom eben­falls steu­er­fi­nan­zier­ten Deut­schen Wet­ter­dienst auf­be­rei­tet wur­den, müs­sen all­ge­mein ver­ständ­lich ver­öf­fent­licht werden.

Die Daten des DWD wur­den (unter ande­rem, aber pri­mär und ursprüng­lich) zur Wet­ter­vor­her­sa­ge erho­ben. Es darf nicht sein, dass die Inter­pre­ta­ti­on die­ser Daten aus­schließ­lich pri­va­ten Unter­neh­men über­las­sen wird. Die Aus­wer­tung muss nach­voll­zieh­bar und trans­pa­rent erfol­gen. Am Ende geht es nicht um Unwet­ter­war­nun­gen und Wet­ter­vor­her­sa­gen. Am Ende geht es um Kli­ma­po­li­tik. Die Deu­tungs­ho­heit darf nicht in pri­va­ter Hand liegen.

Wir brau­chen ein „DWD-Gesetz”, wel­ches mit Steu­er­gel­dern gene­rier­te Roh­da­ten gene­rell frei gibt und die Behör­den dazu ver­pflich­tet die­se Daten für den Bür­ger ver­ständ­lich und zu dem Zweck auf­zu­ar­bei­ten, zu dem die­se Daten erho­ben wur­den.

(Bild­quel­len: Deut­scher Wet­ter­dienst, Open​clip​art​.org (j4p4n))

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