Auf dem VCFe 11

Lese­dau­er 8 Minu­ten

Auch im Jahr 2010 war ich auf dem VCFe. Dies­mal zusam­men mit Mugg. Wir ver­brach­ten dort eine ange­neh­me Zeit unter alten Bekann­ten, die man lei­der nur ein­mal im Jahr wie­der­sieht – und erran­gen mit unse­rer „Aus­stel­lung” den zwei­ten Platz. Zum ers­ten Platz hat­te es lei­der nicht gereicht. 🙂

Das däm­mer­te mir schon, als ich mich mit einem klei­nen Jun­gen unter­hielt, der unse­re Tele­spiel­kin­der­un­ter­hal­tungs­da­mi­t­el­ternin­ru­he­dasVC­Fe­an­se­hen­kön­nen­ecke bereits seit dem frü­hen Mor­gen belagerte:

Ich: „Naaa? Wirst Du auch nach­her für uns stim­men? Wer hat denn den tolls­ten Stand auf dem gan­zen VCFe?”

Jun­ge (gequält): „Ja, aber… es gibt doch zwei tolls­te Stän­de hier!”

Ich: „Waa­aas? Wer ist denn tol­ler als wir?”

Jun­ge: „Der Stand mit der alten Rechenmaschine.”

Ich (über­trie­ben geknickt): „Ja, o.k., die sind aber auch echt cooool!”

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(Sehr cooool: Relais­rech­ner der Gebrü­der Jakob)

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(Takt­ge­ber des 45 Jah­re alten Relaisrechner)

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(Aus­ga­be­ein­heit des gran­dio­sen Relaisrechners)

Also haben wir wie­der den zwei­ten Platz und einen schö­nen Pokal mit nach Hau­se geschleppt. Es hät­te schlim­mer kom­men kön­nen. 😉 Zuge­ge­ben: Auf dem letz­ten VCFe haben wir wirk­lich immer die Leu­te, die begeis­tert auf unse­rem Stand zock­ten, dar­auf auf­merk­sam gemacht, dass sie für uns stim­men kön­nen, wenn es ihnen bei uns gefal­len hat. Dies­mal habe ich das nur ein­mal, bei dem Jun­gen, gemacht. Trotz­dem haben unse­re Fans fleis­sig für uns gestimmt. 🙂

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(Unser Pokal über dem „C64 Delu­xe”

Es hat vie­len nicht nur gefal­len, nein, sie haben sich sogar unse­ren Stand gemerkt! Der Mugg hat­te da eine net­te Geschich­te mit­be­kom­men, als er vom Kaf­fee­holen zurück zu unse­rem Stand ging. Er hör­te unfrei­wil­lig das Gespräch eines Kin­des mit sei­nem Vater an. Der Jun­ge schau­te hoch auf die Büh­ne, wo wir das letz­te Mal aus­ge­stellt hat­ten und rief ent­täuscht: „Oooh! Wo ist denn der Spie­le­stand hin?”, erblick­te aber im nächs­ten Augen­blick unser Sofa und die Fern­se­her: „Hur­ra! Da ist er ja!”, rief er und rann­te auch schon los! Das sind immer sol­che Augen­bli­cke, in denen man merkt, dass die gan­ze Arbeit und Schlep­pe­rei einen Sinn hat. Die Kin­der sind zufrie­den und die Eltern kön­nen sich die ande­ren Aus­stel­lun­gen in Ruhe ansehen.

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(Kin­der zocken Pole­Po­si­ti­on auf einem DTV)

Da aber das The­ma des VCFe dies­mal „(Online-)kommunikation: End­lich wie­der Reden.” hiess, dach­ten wir uns auch was pas­sen­des zu die­sem The­ma aus: Eine Mail­box mit TK-Anla­ge, jeder Men­ge Modems und Akus­tik­kopp­ler und natür­lich als Cli­ents ein paar alte Home­com­pu­ter. Ich will gar nicht ver­heh­len, dass der Mugg die Mail­box allei­ne auf­ge­setzt hat. Ich habe nur ein paar Inhal­te, Modems und Com­pu­ter bei­gesteu­ert, hat­te also eher weni­ger Arbeit damit. Aber der Tho­mas hat­te ein­schlä­ge Erfah­run­gen, war er doch sei­ner­zeit sel­ber Betrei­ber einer Mailbox.

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Video vom VCFe 11.0 (kur­zer Rundgang)

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(Gäs­te füh­ren Fach­ge­sprä­che vor dem Mailboxrechner)

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(Reges Inter­es­se am HomeCon-Stand)

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(Modem- und Akustikkoppler-Asustellung)

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(Klei­ne Home­com­pu­ter­aus­stel­lung, bzw. „Lager” für gera­de nicht benutz­te Geräte)

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(Der Home­Con-Stand wäh­rend des Aufbaus)

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(Fast fer­tig: der HomeCon-Stand)

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(Ein paar alte Rech­ner, in der Mit­te das Text­te­le­fon mit Sender)

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(C64 mit oran­gen 611er Tele­fon der Post)

Eini­ge Besu­cher beka­men wirk­lich feuch­te Augen und zeig­ten halt­lo­se Freu­de dar­über, dass der gan­ze Kram wirk­lich funk­tio­nier­te. Ande­re lies­sen sich alles bis in das letz­te Detail erklä­ren, trau­ten sich dann aber nicht sel­ber die Mail­bo­xen zu benutzen.

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(Dreh­kur­bel­te­le­fon der Schweitzer)

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(Mail­box­sys­tem auf WinMe)

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(Anmel­de­schirm der HC-Mailbox)

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(Haupt­me­nü der Mailbox)

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(Home­Con-Bereich)

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(Über­le­ge­ne Gra­fik­fä­hig­kei­ten der Mailbox)

Neben­her zeig­ten wir als Füll­stoff eini­ge inter­es­san­te Rech­ner, die wir bei Inter­es­se eben­falls anschlossen.

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(Gast am C65)

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(Hat angeb­lich ein Gast aus mal neben­her geschrie­ben: C65-Programm)

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(Text­te­le­fon Dele­ga­tic mit Tipsend)

Das ers­te Sys­tem, das auf unse­rer Aus­stel­lung Daten emp­fing, war das Gespann aus dem Text­te­le­fon Dele­ga­tic und einem Tip­send. Im Tip­send trägt man sei­ne Nach­richt ein, wählt die Num­mer des Emp­fän­gers, drückt das Tip­send auf die Sprech­mu­schel des Hörers und betä­tigt den „Senden”-Knopf. Das Dele­ga­tic emp­fängt die Nach­richt und behält sie auch nach einen Strom­aus­fall im Speicher.

Das ist – grob gesagt – ein Text­te­le­fon. Pager für Rei­che oder Email für Arme? Wie dem auch sein, der gro­ße Erfolg der Gerä­te gab ihnen recht. Wie? Du hast kein Text­te­le­fon zu Hau­se? Alles ist rela­tiv, auch der Erfolg. 🙂

Groß und klein hin­ter­lies­sen auf allen mög­li­chen Spra­chen ihre Nach­rich­ten auf dem Dele­ga­tic. Schön war anzu­se­hen, wie Kin­der mit einem Wähl­te­le­fon zurecht kamen – oder auch nicht. Dass man den Hörer vor dem wäh­len abneh­men muss­te, ist für heu­ti­ge Genera­tio­nen bereits die ers­ter Hür­de. Das Wäh­len hin­ge­gen klapp­te recht gut, das sieht man ja immer noch in alten Filmen.

VCFe11 Aufbau004 (Oran­ges 611, das Stan­dard­te­le­fon der 60er und 70er Jah­re der Deut­schen Bundespost)

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(Mugg stärkt sich für zwei lan­ge Tage)

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(Stand der tap­fe­ren Schneiderleins)

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(Auf­ge­motz­ter Ami­ga 1000)

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(Soli­de: Robo­tron, Made in GDR)

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(mili­tä­ri­sches Kurbeltelefon)

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(Kof­fer­com­pu­ter der Schweitzer)

Unse­re Schweit­zer sind alle­samt total net­te und sym­pa­thi­sche Typen, auf deren Wie­der­se­hen ich mich vor jedem VCFe freue. Sie hat­ten eini­ge drol­li­ge Mili­tär­te­le­fo­ne mit­ge­bracht, die statt einer Wähl­schei­be eine Kur­bel hat­ten. Wir ver­ban­den deren total lus­ti­gen Kof­fer­com­pu­ter mit unse­rer Tele­fon­an­la­ge und der Mail­box. Ver­mut­lich ist es auf dem VCFe aber viel zu laut, um mit Akus­tik­kopp­lern eine stö­rungs­freie Daten­über­tra­gung zu rea­li­sie­ren. Jeden­falls klapp­te das nicht so recht. Wir hat­ten auch auf unse­rem Stand mas­si­ve Pro­ble­me damit. Das obi­ge Video gibt einen guten Ein­druck von der Geräuschkulisse.

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(Floh­markt)

Der all­jähr­li­che Floh­markt bot ein rei­ches Ange­bot alter Hard- und Soft­ware. Neben Exo­ten und Klas­si­kern, wie einem Com­mo­do­re PET, dem Sin­c­lair ZX80 und einem von Ste­ven Woz­ni­ak per­sön­lich signier­ten Apple II, stan­den ein­träch­tig zahl­rei­che „Brot-und-But­ter-Gerä­te“ von Ata­ri, Com­mo­do­re und ande­ren bekann­ten Her­stel­lern der Heim­com­pu­ter- und Tele­spiel-Ära. Erstaun­lich vie­le Kin­der kauf­ten dort alte Schätz­chen – das VCFe ist also auch ein Magnet für den Nachwuchs.

Der Floh­markt wur­de stän­dig neu auf­ge­füllt und schau­te man nur für eine Stun­de nicht vor­bei, lief man Gefahr, einen Schnapp zu ver­pas­sen. Wie es immer so ist, fan­den eini­ge die Prei­se zu hoch, aber letzt­lich spricht der Erfolg für den Floh­markt und die Preis­ge­stal­tung. Per­sön­lich fand ich die Prei­se o.k., sonst hät­te ich dort nichts gekauft.

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(Stand des CSW-Ver­la­ges)

Allent­hal­ben sah man bei den Aus­stel­lern neben den Rech­nern oder in den Hän­den der Besu­cher Con­stan­tin Gil­les neu­es Buch „Der Bug”, wel­ches im CSW-Ver­lag erschie­nen ist. Kein Wun­der, denn Enno vom CSW-Ver­lag war auch auf dem VCFe mit einem Ver­kaufs­stand prä­sent. Neben der bekann­ten „Retro” konn­te man dort auch in der neu­en „Elek­tro­spie­ler” und vie­len Büchern rund um das The­ma Com­pu­ter, Spie­le und Retro­com­pu­ting blättern.

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(Sams­tag-Abend-Buf­fet mit Mode­ra­tor Hans)

Zum ers­ten Mal sorg­te die Wirts­fa­mi­lie Kio­ch­ou, für das leib­li­che wohl der 400 Besu­cher und Aus­stel­ler. Sams­tag Abend, nach dem offi­zi­el­len Ende des ers­ten Tages, gab es wie immer das gro­ße VCFe-Gela­ge mit einem Buf­fet und Geträn­ken. Den Abend schloss eine DVD ab, die wir mit Ennos Bea­mer und sei­nem fet­ten Sound­sys­tem auf der Lein­wand des ESV schauten.

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(Ver­wais­ter Biergarten)

Wäh­rend der kur­zen Regen­pau­sen zog es Jung und Alt in den Bier­gar­ten vor dem Hal­len­ein­gang, wo man – abseits des geschäf­ti­gen Trei­bens im Inne­ren – Gesprä­che über Bits und Bytes und Gott und die Welt führ­te. Den sonst so gewohn­ten ers­ten Son­nen­brand im Jahr hol­te ich mir lei­der nicht auf dem VCFe, es reg­ne­te und reg­ne­te. Dabei hat­te ich Mugg doch Bier­gar­ten­wet­ter ver­spro­chen. 🙁 Wenigs­tens konn­ten wir am Sonn­tag draus­sen dass Mit­tag­essen, einen fan­tas­ti­schen Schwei­ne­krus­ten­bra­ten, verzehren.

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(Joa­chim und Mat­thi­as beleg­ten mit der NCR-Aus­stel­lung den drit­ten Platz)

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(Punkt­gleich eben­falls auf dem drit­ten Platz lan­de­te Hel­mut Jakob mit dem c’t 86-Computer)

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(Heinz Jakob errang den Sieg in der Publi­kums­wer­tung mit dem o.a. Relaiscomputer)

Gewin­ner der Publi­kums­wahl wur­de mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit der gran­dio­se, selbst­ge­bau­te Relais­com­pu­ter aus dem Jah­re 1965, der vom sym­pa­thi­schen Heinz Jakob prä­sen­tiert und uner­müd­lich den stau­nen­den Gäs­ten vor­ge­führt und erklärt wurde.
Die Zweit­plat­zier­ten waren wir, Tho­mas Daden und Micha­el Heß­burg – wie bereits aus­führ­lich und mehr­fach erwähnt. 🙂

Den drit­ten Platz teil­ten sich die Aus­stel­lung um den c’t86-Rech­ner von Hel­mut Jakob und die Vor­stel­lung des NCR Decisi­on Mate von Mat­thi­as Schmitt und Joa­chim Schwanter.

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(Bela­dung des HomeCon-Mobils)

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(Abfahrt im Regen)

Nach dem gemein­sa­men Abbau ver­streu­ten sich die Teil­neh­mer wie­der in alle euro­päi­schen Win­de, aber wir kom­men wie­der, kei­ne Fra­ge. Das nächs­te VCFe wird vom 30. April und 01. Mai 2011 in Mün­chen unter dem Mot­to „Com­pu­ter­mu­sik“ statt­fin­den. Im bereits zwölf­ten Jahr wer­den sich dann die Geeks und Nerds auf dem VCFe, bei hof­fent­lich sehr gutem Wet­ter, ein Stell­dich­ein geben.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen dazu unter http://​www​.vcfe​.org

 

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