Vor einigen Wochen erstand ich für den schmalen Taler über Kleinanzeigen sechs Lochwände von Tegometall. Sie stammten aus einer Ladeneinrichtung. Erfreulicherweise von einem Secondhand-(Videospiel)laden in Ludwigsburg. Unerfreulicherweise klebten auf einigen Doppelklebestreifen.
Ich wurde gewarnt!
Es ist nicht so, dass mich der Verkäufer nicht davor warnte, dass sie nur schwierig abgehen würden. Aber die waren bis auf die Klebereste eben die am besten erhaltenen. Von den sechs Lochplatten hatten drei Klebereste, insgesamt 7,2 Meter! Ah ja, das hatte ich völlig unterschätzt.
Meine Experimente
Auf einigen war noch das Trägermaterial und augenscheinlich war das der gute Stoff von 3M. Bisschen Glasreiniger und weg ist nicht. Bisschen Föhn und die könnten abgezogen werden ist auch nicht. Also den Hochdruckreiniger? Nein, das klappt auch nicht! Aus Frust habe ich die Fugen der Auffahrt gereinigt, das funktionierte wenigstens hervorragend!
Tja. Also die groben Geschütze. Das Zeug von Tegometall kann richtig was ab. Die Rückwände sind pulverbeschichtet, da geht was.
Ich habe von meinen 3D-Druckern ohnehin Spiritus in eine Sprühflasche aus den Action-Markt eingefüllt, also war das mein erster Test. Sehr sparsam anzuwenden, wenn man es sprühen kann. Ich probierte allerlei Tipps und Tricks aus diesem Internetz aus, aber das war alles nur so semigeil.
Die Lösung!
Lange Rede, kurzer Sinn: Am Ende muss man die fiesen Stellen am besten über Nacht mit Caramba oder WD40, oder was der Action gerade da hat, einwirken lassen. Mit einem Action-Spachtel schabte ich grob die ganz dicken Klebebandreste ab.
Ein Edelstahlreinigungspad (auch aus dem Action) pappte ich stumpf auf die Klettfläche eines Poliersets. Erwähnte ich, dass ich das auch aus dem Action habe? Nein? Gut, ist auch aus dem Action.
In den Akkuschrauber eingespannt und dann Feuer! Damit kann man ordentlich Strecke machen! Immer wieder mit Spiritus einsprühen, auch das Edelstahlpad, dann löst sich das Zeug auch richtig gut. Das Pad alle Nase lang einfach ausstreichen, da bleiben natürlich die Klebereste drin hängen.
Am Ende habe ich alle Lochwände von einmal mit „Soapy Water“, etwas Spüli in Wasser aufgelöst, eingesprüht und mit einem der Polierpads ordentlich abgeschäumt. Mit dem Gartenschlauch abgespült und fertig! Wie neu!
Warum das alles?
Was ich damit vorhabe? Nun kommen drei Lochwände an die Wand der IT-Ecke im Keller, drei in die Garage. In der IT-Ecke erhoffe ich mir eine flexiblere Gestaltung, falls ich Geräte ersetzen muss. Ich will noch einen weiteren 10″ Netzwerkschrank für ein DIY-NAS. installieren und die Kabelkanäle durch eine offene Kabelführung ersetzen.
Diese Tegometall-Lochwände sind enorm stabil, da sie aus dem Ladenbau stammen. Sie haben eine Materialstärke von mindestens 1,5 mm und einen Lochdurchmesser von 5,5 mm.
Neu sind die unbezahlbar, gebraucht bekommt man die 125 × 40 cm großen Lochwände ab ca. acht EUR. Die meisten Anbieter verschicken die sehr ungern, man sollte also etwas in der Nähe suchen. Ludwigsburg ist von uns aus betrachtet nicht um die Ecke, aber wir haben Verwandtschaft in Waiblingen, das eine halbe Stunde von Ludwigsburg entfernt ist.

