Spieletisch zurechtgesägt

Im Wohnzimmer stand immer unser Esstisch. Ein Staubfänger, wenn wir ehrlich sind. Er war groß und tief. Bis ich die Kreissäge anwarf.

Der Tisch soll nun auf die Galerie kommen. Als Gesellschaftsspieletisch. Aber mit, wenn ich mich recht entsinne, ein mal zwei Metern Größe, wäre es unter den Dachschrägen doch etwas eng geworden.

Sägearbeiten

Die Tischplatte warf ich auf meine „Workmates“ für Bürgergeldempfänger. Die sind, der Stammleser ahnt es bereits, aus dem Action-Markt.

Ich kürzte den Tisch auf ca. 78 cm Breite. Mit meiner kleinen Handkreissäge. Die ist so ein Zwischending zwischen normaler Handkreissäge und diesen Mini-Dingern. 115 bis 125 mm Sägeblatt und 750 Watt.

Kostet rund 50 EUR. Wie immer bei Hychika-Geräten, sind die eher für große Hände gemacht. Leistungsfähig und robust, aber es wäre schön, wenn die Sägeauflage nicht aus billigen Blech sondern aus Guss bestehen würde. Aber für die Kohle kann man das eher nicht erwarten.

Damit wollte ich den Eichentisch (Leimholz) in der Breite kürzen, also einen Längsschnitt von zwei Metern machen. Mit dem originalen Sägeblatt. Das sah okay aus und fühlte sich auch okay an, aber es war alles andere als okay.

Schlechtes Material

Wo fange ich an? Auch mit einer Sägeschiene wanderte das Blatt aus. Das geht ja gar nicht! Da kann ich ja gleich zu einer Stichsäge greifen!

Und die Schnittleistung? Katastrophe! Es ging kaum voran, das Blatt wurde heiß und das Holz fing an zu verbrennen! Die Schnittkante war zudem ausgerissen.

Gutes Material

So konnte ich nicht weitermachen! Ich bestellte ein neues Sägeblatt bei Amazon.

Genauer gesagt: Dreimal „Enventor 24T TCT Kreissägeblätter, 115 mm x 9,5 mm“. Jaaaaah! Spindeldurchmesser (Mittelloch) 9,5 mm! Ätzend! Denn die allermeisten Sägeblätter in 115 oder 125 mm haben ein Mittelloch von 20 mm. Eine große Auswahl hatte ich folglich nicht.

Meine Erwartungen bei 4,33 EUR pro Sägeblatt lagen nicht sehr hoch. Aber was sollte ich machen.

Ich setzte die Säge an und … wie durch Butter. Na klar, man merkt schon deutlich, dass es Eiche und keine Fichte ist, aber das war ein Unterschied wie Tag und Nacht!

Gut, wie viele weitere Meter das Sägeblatt weitere Eichentische sägen kann, weiß ich nicht.

Blende anbringen

Richtig, der Tisch ist ein Blender. Von der Seite wirkt er doppelt so dick, wie er auf der Fläche ist. Die Kante ist nur verschraubt und gleimt. Die Schrauben habe ich entfernt und die Leiste vorsichtig mit einem Spachtel aus dem Action-Markt von der Platte gelöst.

Das dauerte einige Zeit, aber ich konnte sie beschädigungsfrei entfernen und wieder an die gekürzte Seite aufleimen und verschrauben.

Abschleifen

Mit meinem Stanley Bandschleifer „Fatmax“ schliff ich die Platte an, denn es waren bereits einige Ränder von Getränkegläsern und von Festgelagen auf der Oberfläche zu sehen. Das Holz ist „nur“ geölt, da passiert so etwas eben.

Der Bandschleifer hat eine Breite von 75 mm, das geht einigermaßen voran. Bald war der Tisch nicht mehr honigfarben, sondern erstaunlich hell.

Den Feinschliff erledigte ein Deltaschleifer aus dem Action-Markt. Die Schleifpads stammen auch von dort. Die sind gut. Nicht hervorragend von der Standzeit her, aber sie haben eine gute Standzeit. Kosten auch „nix“, wie immer im Action.

Das Gerät von Ferm kann ich nicht verlinken, es ist nicht mehr auf der Website. Dachte eigentlich, das wäre dauernd im Sortiment. Ist baugleich mit den Geräten von Güde oder Parkside, nur hat es bei mir wesentlich länger als diese gehalten. Also … es hält immer noch. 🙂

Eine Macke habe ich aber nicht ausschleifen können. Sieht aus wie Wachs von einer Kerze, also genauer: „Paraffin“.

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Fräsen

Natürlich war die Schnittkante nun scharf. Die anderen umlaufenden Kanten waren rund, logisch. Also griff ich zu meiner kleinen China-Oberfräse (ein Makita-Klon) und meinen Billo-Fräsern (die ich ob ihrer schlechten Qualität echt hasse).

Frääääääässssss! Fertig! Alter! Was soll das? Ich hatte eine makellos abgerundete Kante erreicht! Sind die Fräser doch nicht so übel wie gedacht? Ist Eiche dankbarer beim Fräsen? Mag sein.

Finish

Das Holz sieht so zwar echt nice aus, aber es ist auch sehr empfindlich, also muss ich es wieder ölen. Ich habe Leinöl, aber ich mag den Geruch einfach nicht. Holz öle ich gerne mit Rapsöl. Das klappt super.

Die Oberfläche wirkt nun viel lebendiger. Sicher denken nun einige, dass Rapsöl irgendwie klebt oder so. Aber nein. Hier klebt nichts, der Tisch fühlt sich an wie vorher – nur glatter.

Einbau?

Natürlich passen die Beine nicht mehr unter den Tisch, denn die sind ja u-förmig und nicht in der Breite verstellbar.

Die eine Seite liegt auf dem Kaminsims auf der Galerie auf, die andere Seite kommt an die Giebelwand.

Und jetzt der Trick: Der Schornsteinfeger muss zur Dachluke raus. Über eine Leiter. Würde ich den Tisch fest verschrauben, wäre er im Weg.

Auch für Gesellschaftsspiele ist es praktisch, wenn man den Tisch ein wenig verrücken könnte. So wie man jeden normalen Tisch bewegen kann.

Mein Plan ist, eine Aluschiene auf den Kaminsims zu schrauben. Laufrollen unter dem Tisch laufen darin. Der Sims ist aber viel schmaler als der Tisch, also kommen sehr viele Laufrollen unter die Tischplatte.

Die würde aber kippen, wenn sie mit der Mitte über die Kante des Sims herausragen würde.

Mein Gedanke ist also, schlicht eine Leiste auf der Giebelseite über die Tischplatte zu schrauben. Entweder hat die unten auch kleine Laufrollen, oder nicht. Das würde ja nur schaben, wenn man die Ausladung voll ausnutzen würde.

Ein Tisch, der wie eine Schublade bewegt werden kann, ist doof. Also muss er arretiert werden können. Da überlege ich mir noch etwas. Eine Klemme? Ein Keil? Löcher und Stifte? Mal sehen.  Ich berichte.

Über den Autor

Hessi

Hessi

Michael "Hessi" Hessburg ist ein erfahrener Technik-Enthusiast und ehemaliger Informatiker. Seine Website, die er seit über 25 Jahren betreibt, deckt vielfältige Themen ab, darunter Haus & Garten, Hausrenovierung, IT, 3D-Druck, Retrocomputing und Autoreparatur. Zudem behandelt er gesellschaftspolitische Themen wie Datenschutz und Überwachung. Hessi ist seit 20 Jahren freiberuflicher Autor und bietet in seinem Blog fundierte Einblicke und praktische Tipps. Seine Beiträge sind sorgfältig recherchiert und leicht verständlich, um Leser bei ihren Projekten zu unterstützen.

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