Schwur­b­ler in Bickenbach

Lese­dau­er 3 Minu­ten

Als ich Frau™ zum Bahn­hof fuhr – zwecks des Behu­fes der Fahrt zu einer wis­sen­schaft­li­chen Kon­fe­renz über die End­la­ger­su­che und Bür­ger­be­tei­li­gung – trau­te ich mei­nen Augen nicht! Schwur­b­ler! Auch hier!Ja, ja, es ist hier auf die­sem Blog total Off Topic, aber ich war echt belus­tigt, dass es die Schwur­b­ler um den durch­ge­dreh­ten Koch und den wei­nen­den Bar­den mit der locke­ren Schrau­be es aus die­sem Inter­netz® bis in unse­re Rea­li­tät schaff­ten. Und das auch noch in Bicken­bach!? 🙂 Ich bin immer noch über reichs­bür­ger­li­che Nazis mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund erstaunt, aber das ist echt ein ande­res The­ma, wel­ches ich als Deut­scher mit ver­armt-adli­gen Ahnen sowie­so nie­mals ver­ste­hen werde. *)

Schwur­b­ler

Wie dem auch sei… Auf einem Anzei­ge­mast am Bahn­hof klebt echt so ein Sti­cker mit der Auf­schrift „UNITED WE STAND…Q”. Mich regt jetzt nicht die Gram­ma­tik auf, die in jeder Spra­che der Welt falsch ist, son­dern das klei­ne „Q”. Das steht für QAnon, eine Mär­chen­fi­gur aus dem Dunst­kreis wenig intel­li­gen­ter oder gar intel­lek­tu­el­ler rech­ter Spin­ner, die sich aber selbst nicht für rechts halten. **)

Mär­chen

Die Erwach­ten glau­ben an ent­führ­te Kin­der, die in unter­ir­di­schen Höh­len gefan­gen­ge­hal­ten wer­den, um aus ihren Trä­nen ein Extrakt zu destil­lie­ren, wel­ches den Ech­sen­men­schen, der NWO, die in Wirk­lich­keit unse­re Geschi­cke zu len­ken ver­sucht, ein län­ge­res Leben zu bescheren.
Was?
Nein, das ist nicht von den Gebrü­dern Grimm! Die waren Rea­lis­ten und stan­den auf dem Boden der Tat­sa­chen. Die bei­den waren ech­te Wissenschaftler.

Es hört sich aber an wie ein Plot aus einem Mär­chen oder aus der Feder von Ian Flem­ming (Tschit­ti-Tschit­ti-Bäng-Bäng)?
Ja, klar, nur glaubt nie­mand an sol­che Mär­chen – außer er wäre ein „Quer­den­ker, der nicht jedes Mär­chen glaubt, das ihm auf­ge­tischt wird”. LOL!
Äh, ja, die glau­ben wirk­lich jedes Mär­chen, das ihnen erzählt wird.
Mei­ne Fresse!

schwurbler klären auf
Schwur­b­ler­auf­kle­ber. Ent­deckt an 911.


Schö­ne­rer Schwurbleraufkleber!

Auf­kle­ber

WTF? Der Auf­kle­ber ist nicht ablös­bar? Wie ein Lizenzaufkleber? 🙂
Gut, dann kommt das Q halt weg und wir las­sen den us-patrio­ti­schen 9/11-Spruch übrig, den jeder Hill­bil­ly in den Staa­ten am Bum­per sei­nes Rol­ling Coal-Truck hat.

Und die Moral von der Geschicht’?
Alle blöd geblieben!
Isso!

Bemer­kun­gen

*) Ein­fach mal die Roma­ne der „Stahlfront”-Serie lesen, denn da wer­den Per­ser zu Ari­ern, Nazis sind libe­ra­le Frei­geis­ter und Reichs­flug­schei­ben aus der Ant­ark­tis kämp­fen gegen Ech­sen­men­schen. Aber bit­te vor­her mas­sig Aspi­rin bereit­le­gen, weil das Logik­zen­trum im Gehirn zu schmer­zen beginnt.

**) Ich hal­te mich für weit­aus rech­ter als sich die­se Leu­te selbst hal­ten. Ich bin ein deut­scher Patri­ot, der den euro­päi­schen Gedan­ken durch­ge­setzt sehen will, denn es ist kei­ne zukunfts­ge­rich­te­te Ant­wort, wenn wir in der glo­ba­li­sier­ten Welt mit klein­geis­ti­gen, dumpf-brau­nen Gedan­ken­gut alle Gren­zen schlie­ßen und Deutsch­land „stark“ machen wol­len. Das geht nach hin­ten los! Wirk­li­che Bedro­hun­gen sehe ich durch Russ­land und Chi­na – aber auch die USA sind schon lan­ge nicht mehr unser „Freun­de“ – und waren es auch nie. Was? Nein, die Kos­ten des Mar­shall­pla­nes hat­ten wir in den 1950er-Jah­ren allein schon durch die Bestel­lun­gen der Bun­des­wehr in den USA zurückgezahlt.
Nur ein star­kes Euro­pa kann unse­ren Wohl­stand sichern. Wir benö­ti­gen mehr euro­päi­sche Zusam­men­ar­beit, um vor allem unse­re eige­ne IT-Infra­struk­tur auf­zu­bau­en. Wir müs­sen uns und unse­re Unter­neh­men drin­gend vor aus­län­di­schen Kon­zer­nen wie Micro­soft schüt­zen. Aus­län­di­sche Geheim­diens­te wie die NSA müs­sen einen deut­li­chen Rie­gel vor­ge­scho­ben bekom­men. Chi­na, USA und Russ­land sind NICHT an einem star­ken Euro­pa inter­es­siert. Brau­ne Schwur­b­ler kön­nen nicht über ihren klei­nen Tel­ler­rand hin­aus­schau­en und den­ken sich lie­ber fik­ti­ve Geg­ner wie Ech­sen­men­schen aus. Ein star­kes Euro­pa schließt ein star­kes Deutsch­land nicht aus – im Gegen­teil. Noch vor weni­gen Jah­ren hät­te ich nicht gedacht, jemals so etwas zu sagen, aber Kohl und Mer­kel lagen mit ihrer Euro­pa­po­li­tik abso­lut rich­tig und ver­die­nen dafür höchs­te Anerkennung.
Mei­ne poli­ti­sche Mei­nung wird von kei­ner Par­tei ver­tre­ten? Außer der „Die Par­tei”? Gut erkannt! Es ist Zeit für eine direk­te­re (kei­ne direk­te!) Demo­kra­tie, in der man The­men und kei­ne Par­tei­en wählt.
BTW: Wie kann eine fla­che Erde eigent­lich hohl sein? 🙂

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