Der Action Markt bietet aktuell wieder das TV-Ambientlight für 30 Euro an. Mein Tipp: zuschlagen! Selbst beim Ali sind diese nachrüstbaren Ambientlights doppelt so teuer.
Action nennt das Teil „Intelligenter HDMI Sync Box LED-Streifen“. Häh? Warum nicht Ambilight? Weil der Begriff „Ambilight“ tatsächlich von Philips geschützt ist, auch wenn ihn jeder als Gattungsbegriff verwendet. Also Ambientlight oder kurz Ambilight – Ihr wisst, was gemeint ist.
Inhalt
Funktionsweise
Achtung: Man benötigt eine externe Signalquelle wie einen Firestick, eine TV-Box oder eine Spielkonsole, damit dieses Ambientlight funktioniert. Wenn der Fernseher einen HDMI-Ausgang besitzt, der das aktuelle Bildsignal wieder ausgibt, sollte es aber auch funktionieren.
Es handelt sich hier um ein Drei-Seiten-Ambilight. Vergleichbar mit den Mittelklassen-Fernsehern von Philips.
Die untere Seite ist nicht beleuchtet, was aber gerade dann von Vorteil ist, wenn der Fernseher auf einem Tisch steht.
Sinn der Sache
Das System erzeugt eine dynamische Lichtstimmung, die sich am Bildinhalt orientiert und ihm damit optisch durch das Lichtspiel an der Wand hinter dem Fernseher erweitert.
Das TV-Erlebnis wird entspannter sein, weil abends kein harter Kontrast mehr zwischen der dunklen Wand und dem hellen Bildschirm entsteht.
Hat man das einmal gehabt, will man es nicht mehr missen.
Hier ein paar Bilder. Richtig doofes Beispiel, weil der Bildschirminhalt oben und unten schwarze Balken hat und ich die Bilder am Tag gemscht habe. Helligkeit war auf „schwach“ eingestellt. Ich mache bei Gelegenheit neue Bilder.
Technik
Die Box des Ambientlight kommt mit einem HDMI-Kabel und einem Netzteil für den Strom daher. Sie wird zwischen den Zuspieler und den Fernseher gesteckt. Sie analysiert den Bildinhalt und steuert passend dazu den LED Streifen an.
Der LED-Streifen des HDMI Sync-Systems enthält insgesamt 84 LEDs. Diese sind in 28 Segmente aufgeteilt, wobei jeweils drei LEDs gemeinsam angesteuert werden.
Das bedeutet:
- 84 physische LEDs
- 28 steuerbare Lichtpunkte (Segmente)
- Jede Gruppe von 3 LEDs zeigt dieselbe Farbe
Dadurch entstehen dynamische Farbverläufe, aber keine pixelgenaue Steuerung wie bei einzeln adressierbaren LEDs bei sehr hochpreisigen Lösungen. Für stimmungsvolle Hintergrundbeleuchtung reicht das völlig aus – besonders bei Film und Gaming.
Einrichtung
Der Lichtstreifen wird mittels zwölf selbstklebender Clips rund um den Fernseher (links, oben und rechts) angebracht. Der LED-Streifen ist für Bildschirmgrößen ab 55 Zoll ausgelegt und lässt sich bis etwa 75–85 Zoll sinnvoll einsetzen.
Bei unserem 55″-TV mit schmalem Rand musste ich den Streifen tatsächlich ganz außen am Rand anbringen. Kleiner sollte der Fernseher also nicht sein. Die LEDs strahlen in etwa 45 Grad nach hinten/seitlich zur Wand ab.
Die Einrichtung des Ambilights erfolgt einmalig über die LSC- oder besser die originale Tuya-App, um den Abstand der LED-Streifen zum Bildschirmrand zu definieren und den Betriebsmodus (Ambientlight synchron zum Bildinhalt, Musik, Farbeffekte, you name it) festzulegen.
Tipp: Die Position der Streifen in der App etwas nach unten setzen, damit auch Kinofilme oben in den Genuss des Ambientlights kommen.
Eine regelmäßige Nutzung der App ist im laufenden Betrieb nicht erforderlich.
Smarthome?
Ja, dank der Tuya-Kompatibilität kann man das Ambientlight auch in Smarthome-Zentralen wie ioBroker oder Home Assistant einbinden. Man kann dann das System auch zur allgemeinen, indirekten Raumbeleuchtung missbrauchen.
Einschränkungen: Mein Bruder hat einen Fernseher von Philips mit echtem Ambilight. Damit hat er die gesamte Raumbeleuchtung gekoppelt. Bei ihm leuchten auch Regale, Vitrinen und Stehlampen im Gleichtakt mit dem Fernsehbild. Ob das hier auch geht, ist mir nicht ganz klar, Da ich dafür keinen Bedarf habe, habe ich mich noch nicht darum gekümmert.
Qualitätsanmutung
Die Farbdarstellung ist insgesamt stimmig, wenn auch nicht immer jede Farbe exakt getroffen wird. Aber das liegt auch daran, wie quitschbunt Ihr Euer Bild eingestellt habt. Ich ertrage das werksmäßige Bild der meisten Fernseher nicht und schalte grundsätzlich alle „Bildverbesserungen“ ab.
Die Geschwindigkeit der Effekte ist so schnell, dass sie mir nicht negativ auffällt. Das ist ja Sinn der Sache, man sollte nicht bewusst mitbekommen, dass da ein Ambientlight läuft.
Die Verarbeitung ist robust, die HDMI-Sync-Box unterstützt bis zu 4K bei 60 Hz.
Stromverbrauch
Der Stromverbrauch bei solchen dynamischen Systemen ist naturgemäß schwierig pauschal anzugeben, da er stark vom aktuell dargestellten Bildinhalt und der eingestellten Helligkeit abhängt. Diese kann man in drei Stufen von „schwach“ bis „stark“ einstellen.
Ich habe den Verbrauch primärseitig (in der Steckdose, inkl. Netzteilverluste) mit einer smarten LSC-Steckdose gemessen.
Bei meinen bisherigen Tests lagen die Messwerte der smarten LSC-Steckdosen aber immer sehr nah an denen meines Energiekostenmessgerätes von Brennenstuhl.
| Einstellung | Bedingung | Verbrauch (Primärseite) |
|---|---|---|
| Helligkeit „stark“ | Dunkles Bild | von ca. 6,8 Watt |
| Helligkeit „stark“ | Helles Bild | bis zu 19,2 Watt |
| Helligkeit „schwach“ | Dunkles Bild | von ca. 6,8 Watt |
| Helligkeit „schwach“ | Helles Bild | bis zu 9,9 Watt |
Mit der von uns verwendeten Einstellung „schwach“ ist der Verbrauch mit maximal 10 Watt sehr moderat.
Hinweis
Die Primärseite ist die Messung inklusive der Verluste des Netzteils. Dies ist der Wert, der für die Stromrechnung relevant ist.
Die Sekundärseite ist die Messung ohne die Verluste des Netzteils und gibt den reinen Energieverbrauch von LED-Streifen und Sync Box an. Die Syncbox hat einen Hohlstecker und keinen USB-Stromanschluss, sodass ich diesen Verbrauch nicht mit meinen USB-Messgeräten testen kann.
Installation bei uns
Bei uns hängt der Fernseher nur flach an der Wand, wenn wir ihn nicht benutzen. Über einen DIY-verlängerten TV-Arm ziehen wir ihn dann um etwa 50 Grad in den Raum hinein.
Logisch, dass das Ambilight ohne eine Wand hinter dem TV nicht voll zur Geltung kommt, Trotzdem hat es einen positiven Effekt, wie man an den beiden Bildern sieht:
Richtig, auf der linken Seite ist das Ambientlight zu hell und zu intensiv. Trotzdem isses so echt okayig für uns.
Fazit
Für den Einsatz mit HDMI-Zuspielern wie Streaming-Boxen oder Konsolen bietet die Lösung eine funktionale Ambilight-Alternative ohne ständig notwendige Cloudbindung oder proprietäre Einschränkungen. Das System läuft seit Jahren bei uns störungsfrei. Wir möchten es nicht mehr missen.
Update
Der „Intelligente HDMI Sync Box LED-Streifen“ kostet wieder die regulären 34,95 EUR. 🙁
Alternativen
Du hast (noch) keinen Action-Markt in der Nähe?
Es gibt aktuell für nur 36 EUR beim Ali im Angebot das Wifi Smart Ambient Lighting von Moes. Das ist sogar vierseitig(!) und in verschiedenen Längen für TVs von 50″ bis 70″ verfügbar. Die günstigste Variante ist die verlinkte für TVs von 55″ bis 65″.
- 50“ (41 EUR)
- 55“ bis 65“ (36 EUR)
- 70“ (42 EUR)
Die nächsten Ambientlights kosten in der Größe von 60 EUR und aufwärts.
Und die Gamer?
Denkt denn niemand an die Gamer? Doch schon! Es gibt hier verschiedene Sets für:
- 24″ (48 EUR)
- 27“ (49 EUR)
- 32″ (57 EUR)
- 34″ (53 EUR)
Und dann eher für TV-Geräte, aber da ist das Angebot von Moes eben besser:
- 40“ bis 50“ (58 EUR)
- 55“ bis 65“ (60 EUR)
- 75“ bis 85″ (66 EUR)
Filme UND Spiele?
Was, wenn man Filme über einen TV-Stick schauen, aber auch auf einer Konsole zocken will, ohne die HDMI-Kabel umzustecken?
Dafür benötigt man einen HDMI-Splitter. HDMatters bietet gute Geräte mit drei bis fünf Eingangs-Ports ab 12 EUR an. Die schwere Qualität kostet zwischen 19 EUR (3 Ports) und 22 EUR (5 Ports).
Spielkonsole?
Du stehst nicht auf dieses neumodische Teufelszeug, das man ohne Internetzugang nicht mehr spielen kann?
Wenn Du schon bei AliExpress bist, dann nimm doch gleich noch eine Retrokonsole mit:

KINHANK Amlogic Super Console X4 („90.000“ Spiele, ca. 71 EUR)
Die KINHANK Super Console X4 ist eine tolle Low-Budget-Lösung für flüssiges Gaming bis einschließlich PS1, aber sie erreicht nicht die Leistung, die für eine durchgängig flüssige Emulation von PS2, GameCube und Wii erforderlich ist. Es handelt sich hierbei um eine Android-Box mit einem Amlogic S905X4 Quad-Core-Prozessor und 4 GB RAM, die mit einer MicroSD-Karte (z. B. 64 GB bis 256 GB) für das Emulationssystem EmuELEC erweitert wurde.
KINHANK Super Console MP100 („60.000“ Spiele, ca. 180 EUR)
Die KINHANK Super Console MP100 (mit N100 und 8GB DDR5) eine gute Budget-Lösung für flüssiges Gaming bis einschließlich PS2 und GameCube. Selbst einfache PS3– und Wii U-Titel laufen noch akzeptabel. Es handelt sich hierbei um einen N9N Mini-PC, der mit einer 500 GB HDD mit RetroBAT erweitert wurde. Windows 11 läuft auf einer 256 GB kleinen M2-SSD mit entsprechend schlechter Performance (500 GB/sec). Der RAM ist nicht erweiterbar.
Kinhank Super Console X5 PRO („16.000“ Spiele, ca. 198 EUR)
Die KINHANK Super Console X5 PRO ist eine High-Performance-Lösung, die dank des RockChip RK3588S-Prozessors die Schwelle zur PS2-/GameCube-Emulation überwindet und diese Konsolen weitestgehend flüssig darstellt. Es handelt sich hierbei um eine Android 12 TV-Box mit 8 GB RAM, die für die Emulation optimiert wurde und über einen integrierten Lüfter sowie eine 320 GB große Festplatte für die Spieledaten verfügt.
Mehr Spiele gefällig?
Mit einer 4 TB HDD mit „75.000“ Spielen und sechs passenden Betriebssystemen (Hyperspin, Launchbox, Retrobat, Playnite, Kodi, techno parroterror) kann man seinen PC zur Retrokonsole „aufrüsten“.

Kinhank Super Console 4TB Gaming HDD („75.000“ Spiele, ca. 140 EUR)
Die angegebenen PS4/PS5 Spiele sind nicht direkt emuliert, sondern die HDD kann als Medien- oder ROM-Quelle für modifizierte Konsolen dienen.
Liste der Spiele
Die folgende Übersicht zeigt die ungefähre Anzahl der vorinstallierten Spiele pro System bei ähnlichen HDDs, da ich zu der Kinhank 4 TB HDD keine Daten finden konnte.
| System | Anzahl Spiele |
|---|---|
| MAME (Arcade) | 10.000+ |
| NES | 1.000+ |
| SNES | 1.200+ |
| Sega Mega Drive | 900+ |
| Sega Master System | 300+ |
| Nintendo 64 | 300+ |
| Game Boy / GB Color | 1.000+ |
| Game Boy Advance | 1.200+ |
| Nintendo DS | 500–800 |
| Nintendo 3DS | 100–200 |
| Wii | 300–500 |
| Wii U | 50–100 |
| GameCube | 300+ |
| PlayStation 1 | 1.500+ |
| PlayStation 2 | 500–800 |
| PlayStation 3 | 100–300 |
| PSP | 500+ |
| Dreamcast | 300+ |
| Sega Saturn | 200–300 |
| NeoGeo | 150+ |
| Atari 2600/7800 | 300+ |
| Amiga / Commodore | 500–800 |
| MS-DOS / ScummVM | 200–400 |
| PC Engine / TurboGrafx | 200+ |
| Arcade Lightgun Games | 100+ |
| Pinball FX / Visual Pinball | 100–200 |
Hinweis: Ungefähre Gesamtzahl an einzigartigen Spielen ohne Duplikate und verschiedene Versionen: 23.350. Diese HDDs gibt es in verschiedenen Größen von verschiedenen Anbietern. Die tatsächliche Anzahl kann je nach Version und Anbieter variieren.
Welchen PC benötige ich für diese HDD?
| Generation (Jahre) | Systeme (Beispiele) | Empfohlene Mindestanforderung (PC) |
|---|---|---|
| 1.–3. Gen (1970–1985) | Atari 2600, NES, Master System | Dual-Core CPU, 2 GB RAM (Sehr leicht) |
| 4. Gen (1985–1995) | SNES, Mega Drive, NeoGeo | Dual-Core CPU, 4 GB RAM |
| 5. Gen (1995–2000) | PlayStation 1, Nintendo 64, Saturn | Intel i3 / Ryzen 3, 8 GB RAM (Integrierte Grafik) |
| 6. Gen (2000–2006) | PS2, GameCube, Dreamcast, Xbox | Intel i5 / Ryzen 5, 8 GB RAM, dedizierte GPU (GTX 1050 oder besser) |
| 7. Gen (2006–2013) | PS3, Wii, Xbox 360 | Intel i5/i7 oder Ryzen 5/7, 16 GB RAM, RTX 2060 / RX 6600 oder besser |
| 8. Gen (2013–2020) | Wii U, Switch, PS4 (teilweise) | Ryzen 5 5600X / Intel i5-12600K, 32 GB RAM, RTX 3060 / RX 6700 XT oder besser |
| 9. Gen (2020–heute) | PS5, Xbox Series X/S | Derzeit nicht emulierbar |






Nette Spielerei!
Ich hatte das vor ein paar Jahren mal an meinem Fernseher installiert. Die Streifen als 5 Meterware in China gekauft bei Ali. War ein netter Gimmick gesteuert über einen Raspi. Ich habe dann festgestellt das der Verbrauch von 50-80w ziemlich krass war und habe das wieder abgemacht.
Jetzt habe ich eine kleine 3w Warmlicht-LED hintet dem TV, das ist auch gemütlich 😉
Was verbraucht das bei Dir?
Die Angaben werden nämlich oft vom Hersteller verschwiegen.
Hi Gamma,
das Ding hat leider einen Klinkenstecker und ich habe nur USB-Messgeräte. Ob diese elektronischen Steckernetzteile sich gut mit einem Energiekostenmessgerät testen lassen, weiß ich nicht.
Aber das Netzteil ist mit 12 Volt bei 1,5 Ampere spezialisiert, kann also maximal 18 Watt liefern.
Bei uns läuft es in der geringsten Helligkeit, dürfte also deutlich weniger als 18 Watt verbrauchen.
Ich hatte mal den Fernseher getestet und einen Scheck bekommen. Waren weit über 100 Watt.
Viele Grüße
Michael
Edit: mit der smarten LSC Steckdose getestet. Auf der Primärseite ist der Stromverbrauch bei Helligkeit „stark“ zwischen 6,8 Watt, dunkles Bild, nur wenige LEDs eingeschaltet und 19,2 Watt, sehr helle Bildinhalten.
Bei Helligkeit „schwach“, wie wir sie verwenden, liegt der Verbrauch zwischen 6,8 und 9,9 Watt. Damit kann ich leben.:-)