Blood Red Sky

Lese­dau­er 3 Minu­ten

Blood Red Sky”? Ein Hor­ror­film aus Deutsch­land? Kann das gut gehen? Nos­fe­ra­tu ist ein Klas­si­ker, kei­ne Fra­ge. Auch gab es dazwi­schen immer wie­der den Ver­such von Hor­ror aus Deutsch­land. Die Strei­fen, die in irgend­ei­ner Wei­se im Gedächt­nis blie­ben, waren meis­te inter­na­tio­na­le Pro­duk­tio­nen mit deut­scher Betei­li­gung. Aber gut: sehr, sehr vie­le Hol­ly­wood-Strei­fen wer­den aus Deutsch­land finan­ziert, also haken wir das The­ma ein­fach mal ab und hal­ten fest: Deutsch­land kann seich­te Komö­di­en und schwe­re Film­kost. Ihr inter­es­siert Euch für bei­des nicht, sonst wärt Ihr nicht hier.

Der Film ist im bes­ten Sinn „undeutsch“. Hier wird kei­ne Bot­schaft ver­mit­telt, hier gibt es kei­nen tie­fe­ren Sinn, der sich einem erst spä­ter erschließt. Er ist kei­ne Ana­lo­gie auf etwas. Er ist ein­fach ein Hor­ror­film ohne Fir­le­fanz oder Län­gen. Eigent­lich gibt es kei­nen Hel­den in dem Film, die Hand­lung steht im Vor­der­grund. Die Haupt­fi­gu­ren ste­hen wie üblich eher am Rand der Gesell­schaft und sie neh­men nur wider­wil­lig und unvoll­stän­dig die Rol­le der Hel­den an. So weit, so bekannt.

Inhalt

Neu für die Freun­de des Gen­res sind die vie­len teils doch über­ra­schen­den Wen­dun­gen im Plot, das gefällt! Des­we­gen spoi­le­re ich hier auch mit kei­nem Wort.

SFX

Blood Red Sky” ist ver­mut­lich mit einem eher begrenz­ten Bud­get ent­stan­den. Strea­ming-Fil­me ver­fü­gen sel­ten über das Bud­get eines Kino­fil­mes. So ist das hier kein Hoch­glanz­ki­no mit per­fek­ten, über­bor­den­den Effek­ten. Die Mas­ken sind aber gelun­gen und auch bei den SFX und den CGI-Effek­ten gibt es nichts zu meckern. Soli­de Arbeit. Die Splat­ter­ef­fek­te kom­men teil­wei­se über­ra­schend und hart daher – man rech­net eben bei deut­schem Hor­ror nicht mit expli­zi­ten Dar­stel­lun­gen. Trotz­dem sind die­se Sze­nen nicht über­trie­ben bru­tal. „Blood Red Sky” ist eben kein Splat­ter, son­dern soli­der Hor­ror, bei dem man unwill­kür­lich an die Wer­ke John Car­pen­ters oder John Lan­dis’ „Ame­ri­can Were­wolf” den­ken muss.

Kulis­sen

Per­fekt sind die Kulis­sen gera­ten. Ob stim­mungs­vol­le Außen­auf­nah­men oder das kom­ple­xe Inne­re des Flug­zeu­ges: hier stimmt alles. Sol­che Auf­nah­men und Ein­bli­cke in die Archi­tek­tur eines Flug­zeu­ges wünscht man sich in ande­ren Luft­fahrt-Fil­men. Hier wirkt alles authen­tisch und zeigt u.a. „Sna­kes on a Pla­ne” oder „Air­for­ce One”, wie es rich­tig geht.

Kame­ra­füh­rung

Eben­so ist die Kame­ra­füh­rung im posi­ti­ven Sin­ne unauf­fäl­lig. Nah am Gesche­hen gewährt sie sel­ten dem Zuschau­er einen Über­blick über die Gescheh­nis­se. Bei ande­ren Fil­men hat man immer den Ein­druck, dass der Regis­seur dem Zuschau­er dadurch das gerin­ge Bud­get vor­ent­hal­ten will, hier möch­te man aber selbst gar nicht sei­nen Kopf weit über die Sitz­leh­nen hin­aus strecken.

Schau­spie­ler

Die Leis­tun­gen der Schau­spie­ler sind soli­de und sie sind alle­samt gut besetzt. Mein per­sön­li­cher Hor­ror sind immer Kin­der als insta­bi­les Ele­ment. Ist mir zu blöd. Ich spu­le alle „Kin­der­sze­nen“ bei „The Strain“ auf Dis­ney+ immer vor. Gäh­nend lang­wei­lig und vor­her­seh­bar. Es gibt auch in „Blood Red Sky” eine Kin­der­rol­le, die von Karl Anton Koch erfreu­lich wenig ner­vig und glaub­haft ver­kör­pert wird. Wenn ich es mir recht über­le­ge, spielt er im Film fast den Kol­le­gen Kais Set­ti an die Wand. Eben­so erfreu­lich ist die Dar­stel­lung von Alex­an­der Sheer, der zwar etwas „over­ac­tet”, aber so ist eben die Rol­le des extro­ver­tier­ten Psy­cho­pa­then ange­legt. Im Lau­fe des Films gewinnt man ihn aber rich­tig lieb.

Sound­track

Ich habe das nicht recher­chiert, aber der Sound­track erin­nert an die Serie „Dark” und ein wenig an Car­pen­ters eige­ne Kom­po­si­tio­nen, ist aber abso­lut unauf­dring­lich. Heu­te kann man ja froh sein, wenn einem ein Sound­track nicht auf den Keks geht.

Fazit

Blood Red Sky” läuft auf Net­flix und ist eine tie­fe Ver­beu­gung vor John Car­pen­ter. Wer das im Lau­fe des Films noch nicht mit­be­kom­men hat, dem wird es mit der Musik wäh­rend des Abspanns noch ein­mal um die Ohren gehau­en. Rat Pack Film hat hier ein sehr erfreu­li­ches Pop­corn-Kino abge­lie­fert, das nicht nur Hor­ror­freun­den Spaß bereitet.

 

Anmer­kung: Das Bild stammt von Pixabay und hat mit dem Film nichts zu tun.

 

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