All­ge­gen­wär­ti­ge Überwachung

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Die­ser Arti­kel, „Ein Tag im Leben eines Über­wach­ten“ ent­stand 2017 für das beglei­ten­de Buch(1) der Aus­stel­lung „Ohne Schlüs­sel und Schloss: Chan­cen und Risi­ken von Big Data“ und ist folg­lich in vie­len Berei­chen bereits über­holt. Eini­ge Schil­de­run­gen sind lei­der bereits all­täg­li­che Realität.

Vor­wort

Tech­nisch ist die Voll­er­fas­sung eines kom­plet­ten Tages in unse­rem Leben kein Pro­blem – vie­le per­sön­li­che Daten wer­den bereits heu­te genau­so erfasst. 
Als größ­ten Hin­der­nis­grund der hier fik­tiv vor­ge­stell­ten Über­wa­chung kann man die momen­tan teils noch feh­len­den stan­dar­di­sier­ten Schnitt­stel­len bei den Unter­neh­men – und den gegen­wär­ti­gen deut­schen Daten­schutz sehen. 

Wie es um die Zukunft die­ser Errun­gen­schaft bestellt ist in einem Land, des­sen Kanz­le­rin Daten­spar­sam­keit als stö­rend emp­fin­det(2) und meint, dass Big Data nicht durch Daten­schutz ver­hin­dert wer­den dür­fe(3), sei dahingestellt.

Beglei­ten wir einen Herrn Michel Deutsch, den „deut­schen Michel“, doch ein­mal durch sei­nen Tag. Der ‚deut­sche Michel‘ stört sich nicht dar­an, dass es vie­le Poli­ti­ker für ihre eige­ne Per­son mit dem Daten­schutz sehr genau neh­men und ihre Ein­künf­te sowie Lob­by­kon­tak­te in den aller­we­nigs­ten Fäl­len offen­le­gen. 

Der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der FDP, Wolf­gang Kubicki, brach­te dies in einem Inter­view(4) mit Tilo Jung auf den Punkt: „(Das) sind Daten, die betref­fen nur uns, (das) geht Euch einen Scheiß­dreck an, was wir hier wech­sel­sei­tig ver­die­nen, Punkt, Aus, Ende!“. Per­sön­li­che Daten von Bür­gern erschei­nen hin­ge­gen wenig schüt­zens­wert. Sie sol­len vom Staat und den Unter­neh­men unge­hin­dert erfasst und ver­ar­bei­tet wer­den. Eine Aus­kunfts­pflicht ist kos­ten­in­ten­siv, stört nur den rei­bungs­lo­sen Ablauf und ver­un­si­chert die Bevöl­ke­rung unnötig.

 

Betrach­ten wir also nun aber einen Tag im Leben des Otto-Nor­mal-Ver­brau­chers in einer sehr nahen Zukunft.

06:00 Uhr

Michel Deutsch wird mor­gens durch sein Smart­pho­ne geweckt. Den Wecker hat­te er am Abend vor­her per Sprach­be­fehl akti­viert: „Wecker auf sechs Uhr!“. Der Sprach­be­fehl wur­de auf die Poog­le-Ser­ver gela­den, dort ver­ar­bei­tet und gespei­chert.(5) Michel war noch müde und sprach undeut­lich. Die KI (künst­li­che Intel­li­genz) bemerk­te dies natür­lich.(6) War da Alko­hol im Spiel? Eben­so bemerk­te sie, dass Michel den Wecker sonst auf 06:30 Uhr stellt.

 Sein Smart­pho­ne weiß nicht, dass Michel heu­te einen Ter­min vor Gericht hat und des­we­gen einen Tag Urlaub genom­men hat. Michel benutzt den Kalen­der des Tele­fons so gut wie nie.

06:15 Uhr

Wäh­rend er sich im Bade­zim­mer mit der elek­tri­schen Zahn­bürs­te die Zäh­ne putzt, starrt er auf die Anzei­ge sei­ne Han­dys. Dar­auf sind kei­ne Bör­sen­kur­se oder Bun­des­li­ga­er­geb­nis­se zu sehen, wie man erwar­ten könn­te. Nein, auf der Anzei­ge ist die App der Fir­ma Gelb, dem Her­stel­ler der Zahn­bürs­te. Die Zahn­bürs­te ist via Blue­tooth mit dem Smart­pho­ne ver­bun­den und gibt Michel wich­ti­ge Tipps für die kor­rek­te Putz­tech­nik.(7) Er neigt immer dazu zu fest zu drü­cken.

 Die App ist wirk­lich prak­tisch. Sie kann sogar selbst­stän­dig einen Ter­min beim Zahn­arzt machen, wenn sie durch den Rei­bungs­wi­der­stand merkt, dass es wie­der Zeit für eine pro­fes­sio­nel­le Zahn­stein­ent­fer­nung ist. Beim Ver­zicht auf die freie Arzt­wahl gab es von sei­ner Kran­ken­kas­se gra­tis Bürs­ten­auf­sät­ze für zwei Jah­re. Ein Ange­bot, wel­ches Michel ger­ne annahm.

06:30 Uhr

Das Kaf­fee­pul­ver ist fast zur Nei­ge gegan­gen. Michel drückt schlaf­trun­ken auf einen der vie­len Dash But­tons(8), die an sei­nem Kühl­schrank kle­ben. Die­se Knöp­fe lösen die Bestel­lung und Lie­fe­rung von Pro­duk­ten aus. Der Knopf für die Bestel­lung von „Kajobs Dröh­nung“ hat die glei­che Far­be wie die des Knop­fes für das „Henekein Schä­del­bräu“. Prompt ordert Michel um sechs Uhr mor­gens – von ihm völ­lig unbe­merkt – einen Kas­ten Bier. Das Online-Waren­haus regis­trier­te die viel zu frü­he Uhr­zeit hin­ge­gen zuver­läs­sig und spei­chert die­sen Umstand zur Opti­mie­rung des Kun­den­pro­fils in sei­nen Datenbanken.

Auf Michels Smart­pho­ne wird fort­an Wer­bung für Alko­ho­li­ka ange­zeigt. Die Fit­ness-App(9) sei­ner Kran­ken­kas­se regis­triert die Umstel­lung eben­falls und Michels Tarif wird zeit­gleich erhöht, da er der Erfas­sung sei­ner Gesund­heits­da­ten zuge­stimmt hat­te. Dazu zählt auch die Ernährung.

06:35 Uhr

Die Mor­gen­son­ne, die durch das schlie­ri­ge Küchen­fens­ter scheint, blen­det Michel und er muss hef­tig nie­sen. Der Hund des Nach­barn bellt vor Schreck. 

„Gesund­heit“, tönt es aus dem Wohn­zim­mer. Sophia, der auf­merk­sa­me Sprach­as­sis­tent in der Mekong HAL9000-Box hört immer mit. Sophia liest Michel über die ein­ge­bau­te Web­cam jeden Wunsch von den Lip­pen ab und hört aufs Wort. Aller­dings ist sie manch­mal etwas über­eif­rig. Das liegt dar­an, dass Michel sie auf den „Mut­ti-Modus“ gestellt hat, eine unbe­wuss­te Fol­ge sei­ner ein hal­bes Jahr zurück­lie­gen­den Tren­nung von sei­ner Freun­din. 

Jetzt regis­triert Sophia lau­tes Nie­sen und bel­len­den Hus­ten.(6) Michels Fit­ness-Arm­band liegt auf dem Küchen­tisch in der flach ste­hen­den Son­ne. 38,8 Grad mel­det es über Blue­tooth. Die Pear Watch am Hand­ge­lenk misst der­weil nor­ma­len Puls und Blut­druck. 

Schwups! Die für­sorg­li­che Sophia bestellt eine Groß­pa­ckung Papier­ta­schen­tü­cher und Hus­ten­saft. Um auf Num­mer sicher zu gehen, über­mit­telt sie die Sym­pto­me an den BKK-Doc, dem Ser­vice-Bot von Michels Kran­ken­kas­se. Das Sys­tem(10) dia­gnos­ti­ziert einen grip­pa­len Infekt. Drei Tage Krank­schrei­bung. Voll­au­to­ma­tisch. 

Die Krank­mel­dung wird elek­tro­nisch an den Arbeit­ge­ber wei­ter­ge­lei­tet, des­sen Sys­te­me den heu­ti­gen Urlaubs­tag gut­schrei­ben.(11) Die Erkran­kung wird eben­falls in die elek­tro­ni­sche Gesund­heits­ak­te auf­ge­nom­men. 

Michel bekommt einen schö­nen Rabatt auf den Kran­ken­kas­sen­bei­trag, weil er der Wei­ter­ga­be sei­ner Daten an Drit­te zur Markt- und Mei­nungs­for­schung zuge­stimmt hat­te. Er hat ja nichts zu ver­ber­gen und ist so gut wie nie krank. Logisch, dass er auch einem DNS-Test zuge­stimmt hat. Auch dafür gab es einen ordent­li­chen Nach­lass auf die Beiträge.

06:45 Uhr

Heu­te Mor­gen schal­tet unser Michel wie immer sein Küchen­ra­dio ein, wel­ches sich über das WLAN den Stream sei­nes Lieb­lings-Radio­sen­ders holt. Die spie­len durch­ge­hend die guten alten Rock­songs, die Michel so mag. Er ist im Grun­de sei­nes Her­zens ein Rebell – trotz sei­ner Festanstellung.

Durch die ein­deu­ti­ge und welt­weit ein­ma­li­ge MAC-Adres­se des Emp­fän­gers iden­ti­fi­ziert der Radio­sen­der das Gerät und auch des­sen Her­stel­ler. Michel hat­te das Radio bei einem der gro­ßen Dis­coun­ter für den schma­len Euro gekauft – folg­lich bekommt er kei­ne Wer­bung für Ober­klas­sen­fahr­zeu­ge ein­ge­spielt, son­dern für Gebraucht­wa­gen­fi­nan­zie­run­gen und das Lea­sing von güns­ti­gen Klein­wa­gen.(12)

Auf Michels Han­dy ist eben­so – unter vie­len ande­ren Ser­vice-Apps – auch die App für die Online-Selbst­aus­kunft einer bekann­ten Wirt­schafts­aus­kunf­tei bereits vom Her­stel­ler vor­in­stal­liert. Es han­delt sich um ein rabat­tier­tes Gerät. Immer­hin 100 Euro spar­te er dadurch. 

Michels Sco­ring sinkt durch den güns­ti­gen Radio­kauf, denn er scheint nur kurz­fris­tig zu den­ken. Dabei weiß man doch eigent­lich: „Wer bil­lig kauft, kauft zwei­mal.“ Auch das „1‑Euro“-Smartphone, das eigent­lich 650 EUR kos­tet und das er über einen Han­dy­ver­trag bekom­men hat, zählt als Kre­dit.(13). Den Aus­kunftei­en reich­te der Zugriff auf die Kon­to­aus­zü­ge der Bür­ger nicht mehr, denn dort ist nicht auf­ge­führt, wel­che Arti­kel die Kun­den exakt kau­fen. Der Super-Score(14) kann aber nur mit genau­en Daten erstellt wer­den. Die vor­in­stal­lier­te App hat Zugriff auf alle ande­ren Apps auf dem Telefon.

Der smar­te Edel-Fern­se­her von „Tiger“, die App-gesteu­er­te „Busch“-Waschmaschine und die ver­net­ze Kaf­fee­ma­schi­ne von „Krabs“ finan­zier­te Michel im Elek­tro­markt auf „24 beque­me Raten“. Alle die­se Käu­fe auf Kre­dit wer­den bei den Aus­kunftei­en gespei­chert. Benö­tigt Michel nun eine Finan­zie­rung, z. B. für eine Immo­bi­lie, wird die­se ein paar Nach­kom­ma­stel­len teu­rer wer­den. Das klingt nicht viel, aber am Ende der Lauf­zeit sum­miert sich das auf eine fünf­stel­li­ge Sum­me, die er mehr bezah­len wird.

Michel hät­te sich nicht das güns­ti­ge WLAN-Radio kau­fen sol­len! Made in Chi­na. Na ja, wie so vie­les heu­te. Und wie in so vie­len tech­ni­schen Gerä­ten aus dem Reich der Mit­te, befin­det sich auch im Radio ein klei­nes Pro­gramm, wel­ches „nach Hau­se tele­fo­niert“. Es über­mit­telt neben dem WLAN-Pass­wort auch Typ und Betriebs­sys­tem aller in Michels erwei­ter­tem Netz­werk vor­han­de­nen Gerä­te unge­fragt sei­nem Hersteller.

Da das Radio kei­nen GPS-Emp­fän­ger besitzt, tri­an­gu­liert es den Stand­ort durch die Signal­stär­ke der umlie­gen­den WLAN-Hot­spots.(15) Der Heer­schar von Smart­pho­nes, die uner­müd­lich GPS-Koor­di­na­ten und die Sen­de­leis­tung der umlie­gen­den WLAN-Rou­ter auf der gan­zen Welt erfas­sen und an Poog­le über­mit­teln(16), sei Dank! Jeder, auch der Her­stel­ler die­ses „Chinakracher“-Radios, kann aus einer kur­zen Lis­te mit WLAN-Hot­spots die genaue Posi­ti­on des jewei­li­gen Emp­fän­gers ermit­teln. Die Fir­ma lei­tet die­se Infor­ma­tio­nen „inter­es­sier­ten Drit­ten“ wei­ter. Ein ein­träg­li­cher Neben­ver­dienst, durch den das Radio unschlag­bar güns­tig sein kann. 

Hät­te Michel ein teu­res Radio von „App­lun­gy“ gekauft, wäre sein Wirt­schafts-Sco­ring bes­ser aus­ge­fal­len. Die Aus­wir­kun­gen auf sei­ne Pri­vat­sphä­re wären indes die glei­chen gewe­sen, da auch der Pre­mi­um­her­stel­ler eine exak­te Ortung vor­neh­men und dem Nut­zer dadurch „ein bes­se­res Hör­erleb­nis mit den belieb­tes­ten loka­len Radio­sen­dern“ ermög­li­chen will. 

Einen Vor­teil hat­te aber ganz kon­kret die Ein­schät­zung der Kauf­kraft der Nut­zer über die von ihnen ver­wen­de­ten Gerä­te für Michel: Seit ihm sein sünd­teu­res Pear­book Pro in die Bade­wan­ne gefal­len war und er ein altes Anus X0815 mit Win­dows nut­ze, waren die Prei­se in den meis­ten Shops plötz­lich viel güns­ti­ger geworden.

06:50 Uhr

Michels Tele­fon mel­det sich. Die App des Kaf­fee­ma­schi­nen­her­stel­lers hat fest­ge­stellt, dass der Kaf­fee durch­ge­lau­fen ist. Ein wei­te­res tol­les Fea­ture ist eben­falls, dass die Maschi­ne die Gesamt­men­ge der zube­rei­te­ten Tas­sen mit­zählt. Nach einer vor­de­fi­nier­ten Anzahl von Brüh­vor­gän­gen wird das Gerät die Heiz­spi­ra­len deak­ti­vie­ren. Als rei­ne Vor­sichts­maß­nah­me ver­steht sich – nicht etwa, weil der Her­stel­ler geplan­te Obso­le­s­zenz (Ver­schleiß) betreibt. Ehren­wort! Ver­spro­chen!

 Michel ist die­ses Ver­hal­ten längst von ande­ren Gerä­ten wie sei­nem Tin­ten­strahl­dru­cker gewohnt. Bereits Wochen vor dem geschätz­ten Abschalt­ter­min, Ent­schul­di­gung, des „pro­gnos­ti­zier­ten Defekts“ der Kaf­fee­ma­schi­ne bekommt Michel pas­sen­de Wer­bung auf sein Smart­pho­ne ein­ge­blen­det, die die Vor­zü­ge der Nach­fol­ge­ge­rä­te anpreist.

06:55 Uhr

Wäh­rend sich Michel mit der Lin­ken an der Kaf­fee­tas­se fest­hält, schaut er, was es im sozia­len Netz­werk Neu­es gibt. In sei­ner Time­li­ne erscheint ein Bei­trag der „MÄN­NER-Sei­te“: „Du musst drei­ßig Tequi­la-Shots in sechs Minu­ten aus­trin­ken. Wen von Dei­nen Freun­den wür­dest Du um Unter­stüt­zung bit­ten?“ Michel fal­len dazu spon­tan vier Freun­de ein, die er sogleich gut gelaunt mar­kiert. Auf den Mobil­te­le­fo­nen sei­ner Freun­de wird ab sofort mehr Alko­hol-Wer­bung ange­zeigt – was deren Kran­ken­kas­sen eben­falls interessiert.

Einer sei­ner Freun­de, Rüdi­ger, ist momen­tan arbeits­su­chend. Er wun­dert sich, dass er als Kran­ken­pfle­ger kei­ne neue Stel­le fin­det. Das war frü­her bei sei­nen Qua­li­fi­ka­tio­nen nie ein Pro­blem gewe­sen. Rüdi­ger ahnt nicht, dass sei­ne Pro­ble­me durch sei­ne enge Freun­din Sabi­ne aus­ge­löst wur­den. Sabi­ne mar­kier­te Rüdi­ger auf einem Foto im sozia­len Netz­werk: „Ent­spannt. Mit Rüdi­ger hier: Cof­fee-Shop Weed, Amsterdam.“

Durch die Klas­si­fi­zie­rung „trink­freu­dig“, die Michel ihm nun bescher­te, wird es künf­tig noch schwie­ri­ger wer­den, eine neue Stel­le zu fin­den. Vor allem, weil er die meis­ten Bewer­bun­gen online ver­schickt und die Arbeit­ge­ber-Web­sites die Coo­kies sei­nes mobi­len Brow­sers aus­le­sen und dabei auf Hin­wei­se für ein gestei­ger­tes Inter­es­se an Alko­hol stoßen.

Rüdi­ger hat­te sei­ne letz­te Stel­le ver­lo­ren, weil er von Sabi­ne auf einem Bild mar­kiert wur­de, wäh­rend sie sonn­tags eine Rad­tour mach­ten und im Bier­gar­ten saßen. Rüdi­ger war an die­sem Tag offi­zi­ell krank­ge­schrie­ben(17). Seit­dem weiß er, dass man mit sei­nem Arbeit­ge­ber oder den Kol­le­gen in sozia­len Netz­wer­ken bes­ser nicht befreun­det sein sollte.

Von alle­dem ahnt Michel nichts, als er einen der ande­ren Freun­de, Horst, zur Grup­pe „Anony­mous Deutsch­land“ hin­zu­fügt. Die schrei­ben inter­es­san­te Arti­kel zu The­men, die man in den ande­ren New­s­por­ta­len nicht fin­det. Horst ist poli­tisch inter­es­siert und wird sich sicher freuen.

Schon letz­te Woche hat­te Michel ihn auf inter­es­san­ten Neu­ig­kei­ten mar­kiert und die­se auf Horsts Time­li­ne gepos­tet: „13-jäh­ri­ge Lisa von Flücht­lin­gen ver­ge­wal­tigt.“, „Ecsta­sy-Ted­dys wer­den an deut­schen Schu­len ver­teilt.“, „War­nung vor GPS-Schlüs­sel­an­hän­gern, wel­che an Tank­stel­len ver­schenkt wer­den!“ (wich­ti­ger Hin­weis, oder?). Auch der Rat, die Kon­takt­fra­ge einer gewis­sen „Ute Christoff“ zurück­zu­wei­sen, die via Whats­App die Fest­plat­te löscht und Daten abgreift, durf­te nicht feh­len. Michel hät­te all die­se „Nach­rich­ten“ als Fake News, Hoa­xes und Ket­ten­brie­fe iden­ti­fi­zie­ren kön­nen, hät­te er die Hoax-Lis­te(18) der TU Ber­lin oder die Web­sei­te Mimi​ka​ma​.at gekannt.

Horsts Freun­de und Par­tei­kol­le­gen bekom­men die­se Fake-News stän­dig in ihrer Time­li­ne ange­zeigt. Dort erscheint gera­de ein Bericht über „Cri­sis Actors“, also Men­schen, die dafür bezahlt wer­den nach einem Atten­tat für die Kame­ras zu wei­nen. Teil­wei­se sei­en die­sel­ben „Cri­sis Actors“ sogar bei ver­schie­de­nen Anschlä­ge ein­ge­setzt wor­den. Horsts Freun­de sind mitt­ler­wei­le genervt von dem Unsinn(19), der über sei­nen Account ver­brei­tet wird(20).

Die Ein­la­dun­gen zu Par­tei­ver­an­stal­tun­gen für Horst wer­den immer weni­ger(21) Auch sei­ne Freun­des­lis­te wird klei­ner und klei­ner. Horst erlangt den Ruf ein Leicht­gläu­bi­ger zu sein, der ten­den­zi­ell rechts ori­en­tiert ist. Davon bekommt Horst selbst nichts mit, denn er war das letz­te Mal vor einem Jahr (oder war es noch län­ger her?) im sozia­len Netz­werk eingeloggt.

Die­ses gan­ze Online-Zeug nimmt Horst nicht so wich­tig. Das ist ja nicht die rea­le Welt. Vor eini­gen Jah­ren mel­de­te er sich aber bei die­sem prak­ti­schen DE-Mail an. „So ein­fach wie E‑Mail, so sicher wie Papier­post.“ – der Slo­gan klang gut. Außer­dem war die Anmel­dung kos­ten­los. Kos­ten­los ist immer gut. Horst bemerk­te erst nach der Anmel­dung, dass der Ver­sand von DE-Mails Geld kos­tet – folg­lich benutz­te er das Sys­tem nicht mehr. 

Dumm nur, dass er nicht auf den feh­ler­haf­ten behörd­li­chen Bescheid reagie­ren kann, der heu­te per DE-Mail kam. In drei Tagen gilt die­ser auto­ma­tisch als zuge­stellt und die Wider­spruchs­frist läuft – auch, ohne dass Horst sie über­haupt abge­ru­fen oder gele­sen hät­te(22).

07:30 Uhr

Aber zurück zu Michel, der gera­de unbe­wusst vie­len sei­ner Freun­den Ärger berei­tet. Am Abend zuvor war direkt vor der Haus­tür kein Park­platz mehr frei, sodass Michel sein Auto vor die Knei­pe zwei Stra­ßen wei­ter abstel­len muss­te. 

Im ers­ten Schreck denkt Michel nicht mehr dar­an und akti­viert die Fahr­zeug­such­funk­ti­on sei­nes Smart­pho­nes. Der Algo­rith­mus des Such­ma­schi­nen­be­trei­bers und Her­stel­ler des Smart­pho­ne-Betriebs­sys­tems schließt dar­aus mes­ser­scharf, dass Michel Pro­ble­me hat, sich dar­an zu erin­nern, wo er sein Fahr­zeug geparkt hat. 

Auch die­se Infor­ma­ti­on erreicht inner­halb von Sekun­den sei­ne pri­va­te Kran­ken­kas­se. War Alko­hol im Spiel? Ist es Alz­hei­mer? Vor­sichts­hal­ber wird sein Erkran­kungs­ri­si­ko ange­passt und die Bei­trä­ge erhöht. Wer­bung für „Julia Rogrovskis Knob­lauch­pas­til­len zur Gedächt­nis­stei­ge­rung“ wer­den Michel ab jetzt eben­falls eingeblendet.

Als Michel in sein Fahr­zeug steigt, ver­bin­det sich sein Han­dy auto­ma­tisch mit des­sen Mul­ti­tain­ment- und Fahr­zeug­kon­toll­sys­tem. Die Algo­rith­men ver­mu­ten auf­grund der Park­dau­er Kopf­schmer­zen von einem lan­gen Abend in der Eck­knei­pe. Das Radio spielt rück­sichts­voll seich­ten Pop in redu­zier­ter Lautstärke.

Als Michel los­fährt, wird sei­ne Fahr­wei­se auto­ma­tisch und in Echt­zeit an die Kfz-Ver­si­che­rung(23) und den Her­stel­ler über­tra­gen(24). Er hat einen die­ser total güns­ti­gen Ver­trä­ge, die die Bei­trä­ge nach der Fahr­wei­se des Ver­si­che­rungs­neh­mers berech­nen. Michel hält sich für einen guten Auto­fah­rer. Damit ist er nicht allein. Alle männ­li­chen Deut­schen mit Füh­rer­schein hal­ten sich für einen her­vor­ra­gen­den Autofahrer.

Vor der Ampel huscht ein Schul­kind noch bei Rot über den Über­weg. Michel muss scharf abbrem­sen und flucht laut. Das gibt Minus­punk­te bei der Ver­si­che­rung, da ein vor­aus­schau­en­der Fah­rer nie­mals scharf brem­sen muss.

07:40 Uhr

Noch ver­är­gert von dem Schreck gibt Michel dem Navi­ga­ti­ons­sys­tem die Anwei­sung, zum Amts­ge­richt zu navi­gie­ren. Die Sprach­er­ken­nung bemerkt Stress in der Stim­me.(25) Die­se Tech­nik zur Stim­mungs­ana­ly­se ist schon seit Jah­ren bei Tele­fon­hot­lines üblich, um erbos­te Kun­den schnel­ler an spe­zi­ell geschul­ten Mit­ar­bei­ter zu ver­mit­teln. Der Müdig­keits-Assis­tent des Fahr­zeugs misst zudem über eine Infra­rot­ka­me­ra in der Dach­kon­so­le einen erhöh­ten Puls. 

Michel steht ein­deu­tig unter Stress. Die Unfall­ver­hü­tungs­rou­ti­ne redu­ziert dar­auf­hin die Höchst­ge­schwin­dig­keit sei­nes Autos auf 90 % der jeweils vor­ge­schrie­be­nen. Sicher ist sicher.

Total prak­tisch ist auch die App von Michels Rechts­schutz­ver­si­che­rung. Die gibt ihm nütz­li­che Tipps für den Rechts­streit mit sei­nem Ener­gie­ver­sor­ger, der eine absurd hohe Abrech­nung abbuch­te. Michel ist sich sicher: „Der Smart-Meter wur­de gehackt, gan­ze kla­re Sache!“.

Auch die­se App räum­te sich eben­falls umfang­rei­che Rech­te auf dem Smart­pho­ne ein und mel­det den ermit­tel­ten Stress­le­vel des Ver­si­che­rungs­neh­mers an den Kon­zern sowie an den Ver­band der Ver­si­che­run­gen. Deren Algo­rith­men haben fest­ge­stellt, dass bei den Para­me­tern, die gera­de von Michel erfasst wur­den, die übli­che Nie­der­la­ge­wahr­schein­lich­keit vor Gericht bei 95 % liegt. Es ist lei­der davon aus­zu­ge­hen, dass der Ver­si­che­rungs­neh­mer nicht die Wahr­heit sagt.

Die Sys­te­me der Rechts­schutz­ver­si­che­rung dru­cken voll­au­to­ma­tisch die Kün­di­gung. Eine War­nung vor die­sem Kun­den wird in der Daten­bank des Ver­si­che­rungs­ver­ban­des eingepflegt.

Die Ver­si­che­rungs-App hat Voll­zu­griff auf Michels Tele­fon­kon­tak­te. Eben­so wie die Social-Media-App oder der so kom­for­ta­bel wie ange­sag­te Mes­sen­ger.(26) Auch eini­ge Gra­tis-Spie­le ver­lang­ten Zugriff auf Michels Kon­tak­te. Dadurch kann man fest­stel­len, ob die Freun­de eben­falls das tol­le neue Quiz spie­len und online gegen sie antre­ten. Die Her­stel­ler der Apps ken­nen nun Michels Ver­wand­te, Freun­de, Bekann­te, Nach­barn, Arbeits­kol­le­gen – und auch sei­nen Buch­händ­ler. 

Michel ver­gisst auch nie einen Geburts­tag. Sein Tele­fon erin­nert ihn stets zuver­läs­sig dar­an, eine Glück­wunschmail zu schrei­ben. Eine tol­le Funk­ti­on – und so hat er fast alle Kon­tak­te mit dem Geburts­da­tum, der voll­stän­di­gen Anschrift, pri­va­ter sowie beruf­li­cher Email-Adres­sen und Tele­fon­num­mern ver­voll­stän­digt. 

Ruft ihn jemand an, wird dadurch nicht nur der Name des Anru­fers in der Anzei­ge des Han­dys ange­zeigt, son­dern auch noch sein Bild. Michel gibt sich Mühe, sei­ne Kon­tak­te zu pfle­gen und schö­ne Bil­der aus­zu­wäh­len. Die Fotos sind zu 90 Pro­zent bio­me­trisch aus­wert­bar. Auch die Her­stel­ler der „total nütz­li­chen Apps“ ken­nen nun die­se Daten – als auch deren Kun­den – und die Freun­de die­ser Kun­den. Genau wie der Typ, der im Darknet mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten­sät­zen und Kre­dit­kar­ten­num­mern handelt.

07:50 Uhr

Michel steht im Stau vor der Ampel. Auf dem Sei­ten­strei­fen steht ein unauf­fäl­li­ger alter VW Bus mit getön­ten Schei­ben. Was Michel nicht ahnt ist, dass im Fahr­zeug jemand sitzt, der in aller See­len­ru­he mit einem Note­book und einer RFID-Hoch­leis­tungs­richt­an­ten­ne die Per­so­nal­aus­wei­se der neben ihm ste­hen­den Fah­rer aus­liest.(27)

Michels Per­so­nal­aus­weis-PIN schützt ihn nicht davor, dass auf sei­nen Klar­na­men gera­de bei einer gro­ßen Auto­ver­mie­tung über das Inter­net ein Lkw für einen geplan­ten Anschlag gebucht wird. 

Im Darknet konn­te man die PINs sei­ner Aus­wei­se und Kre­dit­kar­ten zusam­men mit sei­ner kom­plet­ten Anschrift – in einem Paket mit rund ein­tau­send Daten­sät­ze ande­rer Per­so­nen – bereits vor Mona­ten kau­fen. Die­se Daten konn­ten auf sei­nem PC (Per­so­nal Com­pu­ter) durch einen Key­log­ger abge­fischt wer­den, als Michel sie zur Sicher­heit in ein ordent­lich in den Ord­ner „Pri­vat“ abge­leg­tes Wor­d­do­ku­ment tipp­te, damit er sei­ne PINs nicht vergisst.

Ande­re Men­schen in sei­ner Stadt benut­zen einen ver­al­te­ten und unsi­che­ren Pass­wort-Mana­ger. Für Hacker sind hoch­sen­si­ble Daten, die an einem Ort gespei­chert wer­den, ein­fach unwi­der­steh­lich. Freun­de von Michel instal­lier­ten sich, wie er bei einem Knei­pen­ge­spräch erfuhr, nichts ahnend auf ihrem Han­dy sogar einen die­ser Pass­wort-Mana­ger aus dem offi­zi­el­len Store, der tat­säch­lich nur dafür geschrie­ben wur­de, per­sön­li­che Zugangs­da­ten zu erfas­sen und weiterzuverkaufen.

Die Ter­ro­ris­ten im VW-Bus muss­ten sich also nur noch an der gro­ßen Kreu­zung des Ortes auf die Lau­er legen: frü­her oder spä­ter kommt jeder Ein­woh­ner hier vor­bei. Nach weni­gen Tagen wer­den sie dut­zen­de, kom­plet­te und unver­däch­ti­ge Iden­ti­tä­ten abge­fischt, miss­braucht oder mit ihnen neue Per­so­nal­aus­wei­se erstellt haben. Die Fin­ger­ab­drü­cke aus dem Aus­weis wur­den manu­ell mit denen des neu­en Besit­zers überschrieben.

08:05 Uhr

Michel trom­melt inzwi­schen ner­vös auf dem Volant sei­nes Fir­men­wa­gens her­um. War­um dau­ert es eigent­lich heu­te so lan­ge? Aha, alle müs­sen hier abbie­gen, weil auf der Haupt­stra­ße drei Fahr­zeu­ge „wegen regen­nas­ser Fahr­bahn“ einen Unfall hat­ten. Das weiß sein Auto so genau, weil es sich mit ande­ren, zukünf­tig selbst­fah­ren­den Fahr­zeu­gen über pWLAN(28) unter­hält. Die­ses Auto-zu-Auto-Netz­werk ist eine tol­le Sache, es wird als „Blick um die Ecke“ angepriesen.

Selt­sam, denkt Michel, er kann kein Wölk­chen am Him­mel ent­de­cken, aber war­um soll­te das Sys­tem lügen?

 Das Sys­tem lügt, weil 500 m wei­ter ein Kom­pli­ze der Ter­ro­ris­ten mit einem Smart­pho­ne in der Tasche auf einer Park­bank sitzt und vor­geb­lich die Tau­ben füt­tert. Auf des­sen Smart­pho­ne befin­det sich ein klei­nes Pro­gramm, wel­ches gera­de mit einem fin­gier­ten Unfall für den Stau an der Kreu­zung sorgt, damit alle viel län­ger an der Kreu­zung stehen.

Nach eini­ger Zeit ersetzt der Ter­ro­rist den Stau durch einen fik­ti­ven Müll­wa­gen und dann durch eine nicht vor­han­de­ne Bau­stel­le. So schöpft nie­mand Ver­dacht. Vor der Poli­zei haben die dunk­len Gestal­ten wenig Angst, denn jeder von den Bür­gern gefah­re­ne asia­ti­sche Klein­wa­gen hat mehr Elek­tro­nik an Bord als die in die Jah­re gekom­men Poli­zei­wa­gen. 

Wür­de doch jemand Ver­dacht schöp­fen, so kann der Ter­ro­rist auf der Park­bank schnell einen schwe­ren Unfall mit vier Per­so­nen über einen fin­gier­ten eCall-Not­ruf(29) ver­sen­den. Der geschieht angeb­lich in nur 900 m Ent­fer­nung, sodass die Leit­stel­le alle Ret­tungs­kräf­te und die Poli­zei dort­hin beor­dert. Zeit genug, damit die bösen Jungs in Ruhe ihre Zel­te abbre­chen können.

Das pWLAN der Autos zu mani­pu­lie­ren ist ein­fach. Schwie­ri­ger wird es, das auto­ma­ti­sche fahr­zeug­inter­ne Not­ruf­sys­tem „eCall“ zu über­lis­ten. Aber auch das wür­de durch die eSIM, einer vir­tu­el­len SIM-Kar­te für Mobil­funk­ge­rä­te (eCall kom­mu­ni­ziert über das Mobil­funk­netz), stark ver­ein­facht.
(30)

Michel weiß davon rein gar nichts. Es inter­es­siert ihn auch nicht. Ihn inter­es­siert nur, dass alles rei­bungs­los funk­tio­niert und er nicht mit zu vie­len Infor­ma­tio­nen beläs­tigt wird. Er mag es, dass er – ganz wie Cap­tain Picard vom Raum­schiff Enter­pri­se – mit sei­nem Auto reden kann. Das ist cool. Tech­ni­sche Details sind uncool. Das „Tech­nik­ge­bab­bel“ in der Serie stör­te ihn schon immer. Michel ist dadurch ein ange­neh­mes Opfer für jeden, der sei­ne Daten, und damit ihn, für sei­ne Machen­schaf­ten miss­brau­chen will.

08:45 Uhr

End­lich hat Michel sein mor­gend­li­ches Ziel erreicht. Er stellt sein Auto auf dem Park­platz in der Nähe des Gerichts ab und zieht über eine SMS einen vir­tu­el­len Park­schein.(31) Er nimmt das Han­dy aus der Hal­te­rung auf dem Arma­tu­ren­brett und voll­au­to­ma­tisch merkt es sich die Koor­di­na­ten des Park­plat­zes. Jetzt weiß nicht nur der Park­platz­be­trei­ber, wo und wie lan­ge er parkt. Jeder, der über Michels Poog­le-Account-Pass­wort ver­fügt, kann jetzt über die „Dashboard“-Funktion live ver­fol­gen, wo Michel sich gera­de aufhält.

Poog­le hat ihn zwar vor eini­gen Woche gewarnt, dass ein „frem­des Gerät“ auf sei­nen Account zugreift, aber da das schließ­lich dau­ernd pas­siert, wenn er Win­dows neu instal­liert oder den Brow­ser wech­selt, eines der Inter­net-of-Things-Gerä­te in sei­nem Haus­halt oder die You­Tube-App der Spiel­kon­so­le mit sei­nem Poog­le-Account ver­knüpft, igno­riert er sol­che Mails inzwi­schen und klickt auto­ma­tisch auf den „Ja, das war ich.“-Link. Tan­te Poog­le nervt dann nicht mehr so.

08:50 Uhr

Als Michel das Auto abschließt, dröhnt über ihm ein Flug­zeug­mo­tor. Ein Sport­flie­ger zieht sei­ne Bah­nen über der Stadt. „Ah!“, denkt Michel, „Poog­le macht neue Bil­der für Poog­le Earth?“. 

Dicht dane­ben, Michel, dicht dane­ben! Der Flie­ger ist im behörd­li­chen Auf­trag unter­wegs.(32) Er sucht Schwarz­bau­ten, ver­misst die ver­sie­gel­te Flä­che von Grund­stü­cken zur Erhe­bung von Abwas­ser­ge­büh­ren und über­prüft mit einer Wär­me­bild­ka­me­ra die vor­schrifts­mä­ßi­ge Iso­la­ti­on von Häu­ser­dä­chern.(33) Über Fel­dern wer­den sog. „Orthofo­tos“ geschos­sen, mit denen man Sub­ven­ti­ons­miss­brauch der Land­wir­te fest­stel­len kann. Poog­le Earth ist nur ein Zweit­ab­nah­mer die­ser Bilder.

Auf dem Weg zum Gerichts­ge­bäu­de wird Michel von zahl­rei­chen Über­wa­chungs­ka­me­ras gefilmt. Die Gesichts- und Ver­hal­tens­er­ken­nungs­soft­ware(34) greift auf die Daten­ban­ken zu, in denen die bio­me­tri­schen Pass­bil­der aller Bun­des­bür­ger gespei­chert sind.(35) 

Da gera­de heu­te eine Gefähr­dungs­la­ge aus­ge­ru­fen wur­de, wird Michel auf sei­nem gesam­ten Weg auto­ma­tisch ver­folgt und jede sei­ner Bewe­gun­gen ana­ly­siert. Mitt­ler­wei­le kann man sogar sei­ne sexu­el­le Ori­en­tie­rung anhand eines Pass­bil­des von ihm sehr genau her­aus­fin­den.(36) Er wird nicht als Gefähr­der erkannt, aber ganz in der Nähe, auf dem Lud­wigs­platz, wur­den eini­ge poten­zi­el­le Gefähr­der iden­ti­fi­ziert. Michel wird, da zeit­gleich am Ort, als mög­li­che Kon­takt­per­son gespei­chert, noch dazu hat eine Flug­pas­sa­gier-Daten­bank­ab­fra­ge(37) erge­ben, dass Michel vor drei Jah­ren in Ägyp­ten Urlaub gemacht hat. 

Eine zwei­te Daten­bank­ab­fra­ge, dies­mal von der Ver­kehrs­über­wa­chung, ergibt, dass Michels Auto wäh­rend der Demons­tra­ti­on der Kur­den in Frank­furt am Main an der Bocken­hei­mer War­te park­te. Dies bringt ihm eine Ver­län­ge­rung der Spei­cher­dau­er um zwei Jah­re ein.

09:45 Uhr

Michel ver­liert den anschlie­ßen­den Pro­zess um zu hohe Abrech­nun­gen des Strom­an­bie­ters, weil ein Gut­ach­ter dem Gericht erklärt, dass die Smart-Meter extrem genau mes­sen kön­nen und man anhand der mini­ma­len Strom­ver­brauchs­schwan­kun­gen sogar fest­stel­len könn­te, wel­ches Fern­seh­pro­gramm Michel zu wel­chem Zeit­punkt geschaut hat. Die Scham­rö­te steigt ihm bei dem Gedan­ken an die Erwach­se­nen­pro­gram­me ins Gesicht, die er sich ab und zu ger­ne anschaut. Bevor der Gut­ach­ter womög­lich sol­che Daten her­vor­zau­bern könn­te, drängt Michel sei­nen Anwalt zur Aufgabe.

Lie­ber zahlt Michel das Geld, als den Preis, dass er öffent­lich bloß­ge­stellt wird. Eben­so zah­le er auch vor eini­gen Jah­ren zäh­ne­knir­schend die hor­ren­de Rech­nung wegen angeb­li­cher Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen, die er auf der Web­site Redtu­be durch das Anschau­en von Inhal­ten für Erwach­se­ne began­gen haben soll­te.(38) Michel kann­te die­se Sei­te zwar gar nicht (er nut­ze ande­re), aber lie­ber zahl­te er, als dass sei­ne neue Freun­din Wind von der Sache bekom­men soll­te. Erst spä­ter las er, dass der Abmahn­an­walt tau­sen­de Bür­ger betrog, sein Man­dat ver­lor und vor sei­nen Gläu­bi­gern nach Istan­bul floh.

Eigent­lich war es (lei­der) unnö­tig gewe­sen zu zah­len, denn sei­ne dama­li­ge Freun­din mach­te sowie­so mit ihm Schluss, nach­dem sie ihm nach­spio­niert hat­te und damit kon­fron­tier­te, dass Michel angeb­lich regel­mä­ßig ein Bor­dell besuch­te. Wütend zeig­te sie immer wie­der auf den Bild­schirm sei­nes PCs, auf dem ein Brow­ser­fens­ter mit Orts- und Zeit­an­ga­ben zu sehen gewe­sen waren. Michel hat­te aus Bequem­lich­keit sei­ne Poog­le-Zugangs­da­ten im Brow­ser gespei­chert. Ent­spre­chend hat­te sei­ne Freun­din Poog­le Dash­board(39) geöff­net und so Zugriff auf sein kom­plet­tes Bewe­gungs­pro­fil der letz­ten Mona­te erhal­ten. 

Michel war die­se Funk­ti­on unbe­kannt und er daher war wie vor den Kopf gesto­ßen. Alle Beteue­run­gen, dass er einen Freund in der glei­chen Stra­ße besuch­te, um mit ihm ein Bun­des­li­ga­spiel zu schau­en, wur­den igno­riert und als „Schutz­be­haup­tun­gen“ abgetan.

Ein Prot­ago­nist in einem Kaf­ka-Roman, die kann­te Michel noch aus der Schul­zeit, muss­te sich ähn­lich füh­len. Alle Fak­ten leg­te Michels Freun­din zu sei­nem Nach­teil aus. Frau­en sind schreck­lich irra­tio­nal. Im Gegen­satz zu den Roma­nen Kaf­kas pas­sie­ren doch aber heu­te bei der Poli­zei kei­ne Feh­ler: da wird nur auf­grund von Fak­ten ent­schie­den. Oder?

Wenn das Sys­tem sagt, dass ein Jour­na­list vom G‑20-Gip­fel aus­ge­schlos­sen und ihm die Akkre­di­tie­rung ent­zo­gen wird, dann hat der auch wirk­lich Dreck am Ste­cken, oder?(40) Ja, okay, neu­lich woll­te die Poli­zei den fal­schen Mann ver­haf­ten, weil ein Beam­ter auf dem Com­pu­ter sich in der Zei­le ver­tat. Das kann schon mal pas­sie­ren. Dass der Mann vor Panik aus dem Fens­ter springt und stirbt, konn­te ja nie­mand ahnen. Aber der hat­te bestimmt einen Grund zur Flucht, nicht wahr?(41)

11:30 Uhr

Auf dem Weg zurück zum Auto beschließt Michel, durch die Ein­kaufs­pas­sa­ge zu schlen­dern. Er benö­tigt jetzt wirk­lich etwas Ablen­kung. Frü­her wäre ihm dabei viel­leicht ein unauf­fäl­li­ger Mit­ar­bei­ter gefolgt. Nein, kein Detek­tiv, Michel ist eine ehr­li­che Haut. Ihm wäre frü­her jemand gefolgt, der mit der Ver­hal­tens­ana­ly­se der Kun­den beauf­tragt gewe­sen wäre. Auf einem Block mit dem Grund­riss des Ein­kaufs­zen­trums hät­te der Mit­ar­bei­ter dann Michels Weg nach­ge­zeich­net. Er hät­te notiert, wo und wie lan­ge er ste­hen beleibt und was ihn beson­ders inter­es­sier­te. 

Heu­te gibt es hin­ge­gen sol­che unauf­fäl­li­gen Schat­ten nicht mehr. Die Kun­den sen­den selbst ihren Kurs durch das Cen­ter – in Echt­zeit. Nicht nur ihre Kre­dit­kar­ten sind mit Nah­feld­sen­dern wie NCF und RFID aus­ge­stat­tet, nein auch ihre Smart­pho­nes, Schu­he, Hosen und Jacken sind damit bestückt.

12:00 Uhr

Heu­te ist 
Michel ein alter Bekann­ter. Meist treibt er sich im Jupi­ter-Markt, dem Elek­tro­rie­sen, her­um. Das Gale­rie-Sys­tem erkennt ihn wie­der und blen­det pas­sen­de Wer­bung auf das nächs­te Info­dis­play: Ein USB-Spei­cher­stick zu einem unschlag­ba­ren Preis. Ein Wer­be­block auf dem sozia­len Netz­werk pries zudem immer wie­der eine Kaf­fee­tas­se an, die den Kaf­fee selbst umrührt. Michel beschließt nach der Nie­der­la­ge vor Gericht, sich mit die­sem Gad­get zu trös­ten. Den USB-Stick nimmt er auch gleich mit. 

Der Jupi­ter-Markt regis­triert den Erfolg der Wer­bung auf dem sozia­len Netz­werk, als Michel beim Bezah­len mit Poog­le Wal­let sei­ne PayDay-Kar­te vor­legt und er so iden­ti­fi­ziert wird.(42)

14:00 Uhr

Auf der Heim­fahrt unter­quert Michel fünf Maut­brü­cken, die sein Kenn­zei­chen scan­nen.(43) Letz­tes Jahr wur­de beschlos­sen, dass zur Stei­ge­rung der Steu­er­ein­nah­men die einst aus­schließ­lich für die Lkw-Maut geplan­ten Brü­cken, nun auch Ver­kehrs­ver­stö­ße regis­trie­ren dür­fen. 

Auf den weni­gen Kilo­me­tern nach Hau­se ver­stößt Michel gegen eine Viel­zahl von Ver­kehrs­re­geln. 12 km/​h und 17 km/​h an zwei Stel­len zu schnell. Zu gerin­ger Sicher­heits­ab­stand in vier Fäl­len – das wird teu­er. Wür­de Michel DE-Mail nut­zen – und wür­de es wie Horst nie abru­fen – dann wür­de er erst von den Mahn­ge­büh­ren und dem Fahr­ver­bot erfah­ren, wenn die Poli­zei vor der Tür stün­de. So fin­det Michel bereits in der fol­gen­den Woche die unan­ge­neh­me Über­ra­schung im Briefkasten.

15:30 Uhr

Unan­ge­nehm ist auch die Über­ra­schung, als er den nagel­neu­en USB-Stick in den Rech­ner steckt und dar­auf die Steu­er­erklä­rung und die pri­va­ten Bil­der aus dem Schlaf­zim­mer eines texa­ni­schen Rin­der­züch­ter fin­det. Hä? Der Stick ist doch neu! Wie ist das nur mög­lich?(44) 

Das ist des­halb mög­lich, weil sich in Asi­en eini­ge Fir­men dar­auf spe­zia­li­siert haben, defek­te Smart­pho­nes und hoch­wer­ti­ge USB-Sticks zu recy­celn, um dar­aus die noch funk­ti­ons­fä­hi­gen Spei­cher­chips zu gewin­nen – und wei­ter­zu­ver­kau­fen. Der unschlag­ba­re Preis hat halt sei­nen Preis.

16:45 Uhr

Michel macht sei­nem Ärger über den gesam­ten miss­lun­gen Tag im sozia­len Netz­werk Luft. Er pos­tet ein Bild der gefun­de­nen Steu­er­erklä­rung von dem gekauf­ten Stick zum Beweis. Die Algo­rith­men des sozia­len Netz­wer­kes erken­nen das Doku­ment, akti­vie­ren die Tex­ter­ken­nung und mar­kie­ren den Mann aus Texas voll­au­to­ma­tisch auf dem Bild. Der wie­der­um mel­det einen Ver­stoß gegen die Gemein­schafts­stan­dards des Netz­wer­kes, wor­auf­hin Michels Account für die nächs­ten zwei Tage gesperrt wird.

Dazu muss gesagt wer­den, dass Michel vor eini­gen Jah­ren mit Freun­den das Hub­schrau­ber­mu­se­um in Bücke­burg besucht hat­te. Sie mach­ten damals ein Bild, wie die gan­ze Grup­pe lachend in einem Hub­schrau­ber geses­sen hat­ten. Spä­ter pos­tet er das Bild auf dem sozia­len Netz­werk und Michels Bru­der Marc lud es fol­gen­träch­tig herunter.

Marc bear­bei­te­te das Bild und füg­te aus humo­ris­ti­schen Grün­den eine Atom­bom­ben­ex­plo­si­on im Hin­ter­grund hin­zu. Sein Werk ver­öf­fent­lich­te er damals mit dem Satz: „Es geht doch nicht über eine ther­mo­nu­klea­re Explo­si­on am Mor­gen!“. Das soll­te eigent­lich an ein Zitat aus dem Film „Apo­ca­lyp­se Now“ erin­nern. 

Eini­ge Freun­de kom­men­tier­ten das Bild sogleich. Aber der Bei­trag sowie das Pro­fil von Marc ver­schwan­den für alle ande­ren User immer wie­der spo­ra­disch.(45) So ging das eine hal­be Stun­de lang, in der sich Marc auch nicht mehr im sozia­len Netz­werk anmel­den konn­te. Offen­bar grif­fen hier Algo­rith­men zur Ter­ror­be­kämp­fung, die erst ein Mensch gegen­prü­fen musste.

Einen ähn­li­chen Ärger hat­te Michel nur in der Vor­weih­nachts­zeit gehabt. Die Objekt­er­ken­nung(46) ver­wech­sel­te auf einem Foto die gezo­ge­ne Bie­nen­wachs­ker­ze im Advents­kranz mit den pri­mä­ren Geschlechts­merk­ma­len eines Man­nes und sperr­te dar­auf­hin voll­au­to­ma­tisch Michels Account für eine Woche. Ein Wider­spruch war sinn­los. Glei­ches wider­fuhr ihm im Som­mer zuvor: Der Algo­rith­mus erkann­te das Bild einer 1960er-Jah­re-Haus­tür ein­deu­tig als „Sex unter Erwach­se­nen“, sperr­te das ent­spre­chen­de Pos­ting und sei­nen Account für 24 Stun­den. (45)

Die letz­te Novel­lie­rung der Hate-Speech-Geset­ze ver­pflich­te­te die Betrei­ber von inter­ak­ti­ven Web­sei­ten dazu, die Algo­rith­men des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums zu imple­men­tie­ren. Die­se Anti-Hass­re­den-Bots erstel­len bei klei­ne­ren Ver­stö­ßen voll­au­to­ma­tisch Buß­geld­be­schei­de. In Michels Fall „Erre­gung öffent­li­chen Ärger­nis­ses“. Wider­spruch konn­te man nur über DE-Mail ein­le­gen – und so ver­zich­te­te Michel darauf.

17:00 Uhr

*PLING* „Sie haben Post!“ – eine Mail von sei­nem Arbeit­ge­ber. Mit einer Abmah­nung! Er wäre krank­ge­schrie­ben, hät­te aber den Vor­mit­tag in der Stadt ver­bracht und vor einem Eis­ca­fé geparkt. 

Die­ses Pro­blem hat er der über­eif­ri­gen Sophia zu ver­dan­ken, dem hilfs­be­rei­ten Sprach­as­sis­ten­ten. Und natür­lich sei­nem geschwät­zi­gen Fir­men­wa­gen, der immer mit dem Flot­ten­ma­nage­ment­sys­tem der Fir­ma ver­bun­den ist. Michel beschließt dies mor­gen per­sön­lich in der Fir­ma zu klären.

21:00 Uhr

Ein Tag zum Ver­ges­sen! Jetzt ein kal­tes Bier und einen guten Film. Michel wirft sich auf das Sofa und schal­tet den Fern­se­her mit einer wischen­den Hand­be­we­gung ein. „Was möch­test Du sehen?“, fragt die Glot­ze. „Vor­schlä­ge, bit­te!“ – Michel ist nicht in der Lau­ne Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Auf Web­flix erscheint eine Rei­he von Titeln. Miss­mu­tig kneift er die Augen zusam­men. „DE‑m@il für Dich“, „Mil­house Girls“, „Wäh­rend ich schlief“, „Schlaf­los in Spring­field“ und „Deso­la­te Housewifes“?

Was ist da los? Er nutzt nicht oft Web­flix, das Sys­tem kennt sei­ne Vor­lie­ben noch nicht son­der­lich gut, aber er hat hier schon alle Fil­me von Quen­ti­no Taran­tu­la geschaut, da soll­te sich doch selbst für die stu­pi­des­te KI eine Art Mus­ter erken­nen las­sen, oder? 

„Das ist alles für… FRAUEN!“ ruft Michel empört aus. Frau­en? Er erin­nert sich, dass sei­ne Exfreun­din immer sol­che schnul­zi­gen Fil­me und Seri­en bei ihm schau­te. Mit sei­nem Web­flix-Account!(47)

„Ergeb­nis­se für ‚Frau­en‘“, flö­tet Sophia hilfs­be­reit wie immer. „Hier ist eine Lis­te mit ledi­gen Frau­en in Dei­ner Nähe. Ers­tens: Ale­xa, 34, rot­haa­rig, 90−80−120, drei Kilo­me­ter von Dir ent­fernt. Zwei­tens Ber­ta, 57, brü­nett, voll­bu… *kracks*“ – mit einem Ruck reißt Michel das Strom­ka­bel aus dem Sprach­as­sis­ten­ten. 

Kurz­schluss! Die Siche­rung fliegt und das Wohn­zim­mer wird nur noch schwach durch den Schein der Stra­ßen­la­ter­ne beleuch­tet. Michel setzt sich erschöpft auf das Sofa und mur­melt iro­nisch „Die Krö­nung eines voll­ende­ten Tages!“.

Ent­nervt nimmt er einen lan­gen, erfri­schen­den Schluck aus der Bierdose.
Warm.
Na prima.

Hinweise
  1. Wer­bung[]
  2. http://www.sueddeutsche.de/politik/digitalisierung-merkel-deutschland-droht-digitales-entwicklungsland-zu-werden‑1.3326389[]
  3. https://​www​.hei​se​.de/​n​e​w​s​t​i​c​k​e​r​/​m​e​l​d​u​n​g​/​M​e​r​k​e​l​-​a​u​f​-​d​e​m​-​I​T​-​G​i​p​f​e​l​-​D​a​t​e​n​s​c​h​u​t​z​-​d​a​r​f​-​B​i​g​-​D​a​t​a​-​n​i​c​h​t​-​v​e​r​h​i​n​d​e​r​n​-​2​9​8​0​1​2​6​.​h​tml[]
  4. https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​g​N​m​V​8​0​D​J​iLY[]
  5. https://​sup​port​.goog​le​.com/​w​e​b​s​e​a​r​c​h​/​a​n​s​w​e​r​/​6​0​3​0​020[]
  6. https://​www​.audee​ring​.com/​d​e​/​t​e​c​h​n​o​l​o​g​y​/​h​e​a​l​t​h​-​ai/[][]
  7. https://www.test.de/Elektrische-Zahnbuersten-Oral-B-App-sendet-unnoetig-viele-Daten-5237412–0/[]
  8. https://www.test.de/Dash-Buttons-Amazon-schaltet-Bestellknoepfe-ab-5079271–0/[]
  9. https://​www​.daten​schutz​be​auf​trag​ter​-info​.de/​f​i​t​n​e​s​s​-​t​r​a​c​k​e​r​-​z​u​m​-​u​m​g​a​n​g​-​v​o​m​-​f​i​t​n​e​s​s​-​a​r​m​b​a​n​d​-​m​i​t​-​i​h​r​e​n​-​d​a​t​en/[]
  10. https://​www​.tages​spie​gel​.de/​w​i​s​s​e​n​/​k​u​e​n​s​t​l​i​c​h​e​-​i​n​t​e​l​l​i​g​e​n​z​-​w​e​n​n​-​d​e​r​-​a​r​z​t​-​e​i​n​e​-​m​a​s​c​h​i​n​e​-​i​s​t​/​2​3​2​1​6​5​4​8​.​h​tml[]
  11. https://​www1​.wdr​.de/​n​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​/​k​r​a​n​k​s​c​h​r​e​i​b​u​n​g​-​e​l​e​k​t​r​o​n​i​s​c​h​-​d​i​g​i​t​a​l​-​g​e​s​u​n​d​h​e​i​t​s​w​e​s​e​n​-​1​0​0​.​h​tml[]
  12. http://​www​.radio​zen​tra​le​.de/​s​e​n​d​e​r​-​u​n​d​-​p​l​a​t​t​f​o​r​m​e​n​/​m​u​l​t​i​c​h​a​n​n​e​l​-​r​a​d​i​o​/​r​a​d​i​o​-​i​m​-​w​e​r​b​e​m​a​r​k​t​-​k​o​n​v​e​r​g​e​n​t​-​i​n​-​d​i​e​-​z​u​k​u​n​ft/[]
  13. https://​www​.boni​fy​.de/​b​o​n​i​t​a​e​t​-​u​n​d​-​h​a​n​d​y​v​e​r​t​r​a​g​-​f​a​k​t​e​n​-​u​n​d​-​t​i​pps[]
  14. https://​www​.br​.de/​n​a​c​h​r​i​c​h​t​e​n​/​d​e​u​t​s​c​h​l​a​n​d​-​w​e​l​t​/​h​o​r​r​o​r​-​f​u​e​r​-​d​a​t​e​n​s​c​h​u​e​t​z​e​r​-​s​c​h​u​f​a​-​w​i​l​l​-​k​o​n​t​o​a​u​s​z​u​e​g​e​-​a​u​s​w​e​r​t​e​n​,​S​H​T​6​KLL[]
  15. https://​www​.pcwelt​.de/​t​i​p​p​s​/​S​o​_​f​u​n​k​t​i​o​n​i​e​r​t​_​d​i​e​_​H​T​M​L​5​-​L​o​k​a​l​i​s​i​e​r​u​n​g​-​S​t​a​n​d​o​r​t​b​a​s​i​e​r​t​e​_​D​i​e​n​s​t​e​_​n​u​t​z​e​n​_​-​_​o​d​e​r​_​n​i​c​h​t​-​8​2​1​1​7​8​3​.​h​tml[]
  16. https://​www​.hei​se​.de/​n​e​w​s​t​i​c​k​e​r​/​m​e​l​d​u​n​g​/​D​a​t​e​n​s​c​h​u​e​t​z​e​r​-​S​t​r​e​e​t​-​V​i​e​w​-​A​u​t​o​s​-​s​c​a​n​n​e​n​-​p​r​i​v​a​t​e​-​F​u​n​k​n​e​t​z​e​-​U​p​d​a​t​e​-​9​8​4​1​1​8​.​h​tml[]
  17. https://​www​.mimi​ka​ma​.at/​a​l​l​g​e​m​e​i​n​/​a​r​b​e​i​t​g​e​b​e​r​-​p​r​u​e​f​e​n​-​f​a​c​e​b​o​ok/[]
  18. https://​hoax​-info​.tubit​.tu​-ber​lin​.de/​h​o​a​x​/​h​o​a​x​l​i​s​t​.​s​h​tml[]
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  21. https://​www​.das​ma​ga​zin​.ch/​2​0​1​6​/​1​2​/​0​3​/​i​c​h​-​h​a​b​e​-​n​u​r​-​g​e​z​e​i​g​t​-​d​a​s​s​-​e​s​-​d​i​e​-​b​o​m​b​e​-​g​i​bt/[]
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  42. http://​www​.faz​.net/​a​k​t​u​e​l​l​/​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​n​e​t​z​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​o​n​l​i​n​e​w​e​r​b​u​n​g​-​g​o​o​g​l​e​-​v​e​r​f​o​l​g​t​-​d​i​e​-​k​u​n​d​e​n​-​a​u​c​h​-​i​m​-​l​a​d​e​n​-​1​2​8​9​5​0​7​1​.​h​tml[]
  43. https://​www​.hei​se​.de/​n​e​w​s​t​i​c​k​e​r​/​m​e​l​d​u​n​g​/​K​o​m​m​e​n​t​a​r​-​z​u​r​-​M​a​u​t​-​M​e​h​r​-​U​e​b​e​r​w​a​c​h​u​n​g​-​s​t​a​t​t​-​M​e​h​r​e​i​n​n​a​h​m​e​n​-​S​c​h​l​u​s​s​-​m​i​t​-​d​e​m​-​U​n​f​u​g​-​2​4​3​9​6​1​8​.​h​tml[]
  44. https://​www​.hei​se​.de/​n​e​w​s​t​i​c​k​e​r​/​m​e​l​d​u​n​g​/​F​r​i​s​c​h​e​-​U​S​B​-​S​t​i​c​k​s​-​m​i​t​-​a​l​t​e​n​-​D​a​t​e​n​-​3​7​1​6​9​9​2​.​h​tml[]
  45. eige­nes Erleb­nis[][]
  46. https://​de​-de​.face​book​.com/​h​e​l​p​/​2​1​6​2​1​9​8​6​5​4​0​3​298[]
  47. http://​der​stan​dard​.at/​2​0​0​0​0​0​2​9​1​8​8​4​9​/​D​e​r​-​s​u​e​c​h​t​i​g​-​m​a​c​h​e​n​d​e​-​N​e​t​f​l​i​x​-​A​l​g​o​r​i​t​h​mus[]