Kalk, ich has­se Dich!

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Als Kind las ich den Roman „Mars, ich has­se Dich!”. Das war so um 1980 her­um. Damals waren Ent­kal­kungs­an­la­gen in Pri­vat­häu­sern die kras­se Ausnahme. 

start trek raumschiff enterprise taschenbuch 1979
Hes­si liest im Zug das Taschen­buch „Enter­pri­se 6” (ca. 1980)

Hier und heu­te, in Ober Bär­bauch, sind sie aber not­wen­di­ges Übel, wenn man nicht dau­ernd den Kalk aus dem Sie­ben krat­zen will und alle zwei Tage die Kaf­fee­ma­schi­ne ent­kal­ken möchte.

Der Hei­zungs­bau­er brach­te noch das Ver­schnei­de­ven­til an. Dazu muss­te nun mal das gan­ze alte „Geweih“ aus der Ver­roh­rung genom­men wer­den. Ich mag nicht am Was­ser her­um­fum­meln. Wasch­be­cken, Spü­le oder einen Durch­lauf­er­hit­zer anschlie­ßen ist ja noch okay, aber auf die fes­te Ver­roh­rung habe ich ein­fach kei­nen Bock mehr. Nicht, dass ich das nicht könn­te, aber so rein nerv­lich ist das nichts mehr für mich, mache mir zu viel Gedan­ken dar­um. Gibt nichts Schlim­me­res als einen Was­ser­scha­den im Haus.

aqmos anschluss
Im Ori­gi­nal ging das alles vom Was­ser­fil­ter direkt nach oben im Sti­le eines Drei­zacks. Die­ses Ver­schnei­de­ven­til mit den drei Stell­rä­dern muss­te aber noch vor der Haus­ver­tei­lung ange­schlos­sen werden.
Die Ent­kal­kungs­an­la­ge habe ich dann instal­liert. War leicht. Ein Loch durch die Wand zur Gara­ge gebohrt und dort den Spül­schlauch an das Abwas­ser ange­schlos­sen. Das war die schwie­rigs­te Übung.
Mit Kabel­bin­dern noch die bei­den Pan­zer­schläu­che etwas aus­ein­an­der gehal­ten, damit die nicht bei der Was­ser­ent­nah­me anein­an­der schlagen.

aqmos entkalkung
Jo, eigent­lich fer­tig so weit. Aber nach ein paar Tagen habe ich doch noch eine Ände­rung vorgenommen.

aqmos anschluss
Der Spül­schlauch war leicht geknickt, also habe ich ihn nach oben geführt, sodass der Bogen wei­ter wur­de. Ist doch kein Dra­ma, denn in dem Schlauch ist immer Was­ser, denn es wird mit Druck aus­ge­pumpt und dann bleibt es auch nach dem Abschal­ten der Pum­pe im Schlauch, da ja kei­ne Luft­zu­fuhr ein Aus­lau­fen ermöglicht.

aqmos display rinse
Ich habe dann noch ein­mal eine manu­el­le Spü­lung vor­ge­nom­men, da ich bei ers­tem Mal ver­se­hent­lich das Pro­gramm abge­bro­chen hat­te und dadurch der Salz­bot­tich nur mit den 12 Litern Was­ser gefüllt war, die ich manu­ell einfüllte.
Das dau­ert 20 Minu­ten. Hier sieht man die letz­te Minu­te. Danach wird der Bot­tich wie­der gefüllt.

aqmos salz einfüllen
50 kg Salz im Behäl­ter. Das Brauch­was­ser fließt durch die­se blaue Kar­tu­sche, die mit einem Gel gefüllt ist. Das Gel nimmt den Kalk auf und wird durch den Rege­ne­ra­ti­ons­zy­klus, der spä­tes­tens nach 10 Tagen auto­ma­tisch durch­ge­führt wird, wie­der aufgefrischt.
Im Brauch­was­ser befin­det sich somit auch kei­ner­lei Salz, bei­de Kreis­läu­fe sind von­ein­an­der getrennt.

Aqmos in betrieb
Hier stellt sich das Rad wie­der auf die Ein­stel­lung „Serv” und das Gerät ist danach einsatzbereit.

Här­te­grad:
Den Här­te­grad von 20 auf 6–8 ein­zu­stel­len ist nun mal eine Sache von ein paar Tagen, wenn man nicht vor jeder Mes­sung sehr viel Was­ser ver­schwen­den möch­te. Im Sys­tem ist natür­lich immer noch har­tes Wasser.
Klar, man könn­te oben etwa die Bade­wan­ne voll auf­dre­hen und dann am Ent­nah­me­ven­til nach eini­gen Minu­ten den Här­te­grad tes­ten, aber ich bin doch kei­ne Umwelt­sau. Wir haben doch Zeit.

Am Gerät selbst ist ein klei­nes Plas­tik­rad, das man in Stu­fen ver­stel­len kann. Das ist bei unse­rem rela­tiv har­ten Was­ser recht emp­find­lich. Auch am Ver­schnei­de­ven­til könn­te man die Was­ser­här­te regeln, aber ich will das an einer Stel­le haben, an der nie­mand ver­nehm­lich oder aus Neu­gier her­um­dreht. Das Rad ist eben am Kopf unter dem blau­en Deckel.

Kos­ten:
Das gan­ze Gerät hat mit 100 kg Salz und Ver­sand ca. 480 Euro direkt beim Her­stel­ler gekos­tet. War halt zufäl­lig mal in einem ech­ten Ange­bot! Gut für uns. Kann ja auch nicht andau­ernd irgend­was sein!

Es han­delt sich um die „bil­li­ge” Vari­an­te, mit Tech­nik von BNT aus Chi­na. BNT ist tat­säch­lich ein nam­haf­ter Her­stel­ler von her­vor­ra­gen­der Qua­li­tät. Stei­ge­run­gen sind immer mög­lich, und so könn­te man auch das glei­che Gerät mit Tech­nik von Fleck oder Clack (Alter, was für Namen sind denn das?!) ordern. Ein Gerät von Grün­beck ent­kalkt das Was­ser auch nicht bes­ser, aber für 2.500 Schlei­fen wäre es smart und man könn­te die Was­ser­här­te vom Gerät selbst­stän­dig mes­sen und ein­stel­len las­sen. Mit Smar­thome-Anbin­dung. Ah, ja, sor­ry, aber 2.000 Euro Dif­fe­renz sind mir das wirk­lich nicht wert.

Anla­gen­grö­ße:
War­um haben wir kei­ne BM-30 oder BM-60 gekauft? Die Preis­un­ter­schie­de sind doch nur mar­gi­nal. Das 50 Pro­zent grö­ße­re Gerät kos­tet nur 10 Euro mehr. Nun, ist das Gerät zu klein, muss es halt viel öfter Spü­len und man müss­te dau­ernd Salz nach kip­pen. Der Salz­be­häl­ter ist ein­fach zu klein. Das bedeu­tet einen Kom­fort­ver­lust. Ist das Gerät zu groß, wür­de es nicht nach der ver­brauch­ten Was­ser­men­ge spü­len, son­dern immer wie­der in die Zwangs­re­ge­ne­ra­ti­on nach 10 Tagen ren­nen. Dadurch wür­de es mehr Salz ver­brau­chen als nötig wäre = umweltschädigender.

Für unse­re Ver­hält­nis­se ist das BM-40 ein­fach pas­send gewesen.

Über­schlag:
3 Per­so­nen: 140 Kubik im Jahr
125 Liter am Tag/​Person
375 Liter gesamt = 0,375 Kubik
Här­te­grad bei uns: 20,4

Kapa­zi­tät = Was­ser­ver­brauch /​ Tag in m³ * Was­ser­här­te in °dh * 3 Tage Regenerationspause
0,45 * 20 * 3 = 27
0,38 * 20–7 = 5

Unter­schie­de bei 20 Grad Wasserhärte:
R2D2-36: 1.600 Liter, 8 Liter Harz, 25 kg Salz
R2D2-72: 3.600 Liter, 18 Liter Harz, 50 kg Salz
BM-40: 2.000 Liter, 10 Liter Harz, 60 kg Salz
BM-60: 3.000 Liter, 15 Liter Harz, 70 Kg Salz

Prei­se sind:
R2D2-36: 399,-
R2D2-72: 599,-
BM-40: 589,-
BM-60: 599,-

Gerät mit „Spar­be­sal­zung”?
Blöd­sinn, bringt nur was, wenn die Anla­ge über­di­men­sio­niert ist.
Idea­ler­wei­se soll­te sie immer vor der Zwangs­re­ge­ne­ra­ti­on eine men­gen gesteu­er­te Rege­ne­ra­ti­on star­ten. Im Prin­zip gibt es kei­ne Anla­ge, die zu klein ist, man muss dann eben dau­ernd Salz nach­fül­len. Eine über­di­men­sio­nier­te Anla­ge ist aber defi­ni­tiv umwelt­be­las­tend und teu­rer im Unterhalt.

Unter­halts­kos­ten:
BM-40: 2.000 Liter bei 20 Grad Was­ser­här­te bis zur Rege­ne­ra­ti­on = 5,33 Tage. Zwangs­re­ge­ne­ra­ti­on nach 10 Tagen. 10 Tage fin­de ich aber schon etwas sehr lange.

Der Salz­ver­brauch liegt bei 1,6 kg pro Rege­ne­ra­ti­on. Ich habe 50 kg ein­ge­füllt (maxi­mal 60 kg möglich).
Der Ver­brauch im Monat liegt also bei 9 kg.
Das reicht für 5,5 Monate.
Ein Sack mit 25 kg Salz­ta­blet­ten kos­tet im Bau­markt um die 8 Euro.
Die Ent­kal­kung kos­tet und also:
34,90 Euro im Jahr
2,90 Euro im Monat
0,72 Euro in der Woche
Am Tag also 9 Cent

Strom­ver­brauch liegt bei 3 Watt.
Das sind ca. 7,50 Euro im Jahr
0,62 Euro im Monat
0,15 Euro in der Woche
Am Tag also 2 Cent

Pro Rege­ne­ra­ti­on wer­den viel­leicht 50 Liter Was­ser benötigt?
Das sind 6,84 Euro im Jahr
0,57 Euro im Monat
0,14 Euro in der Woche
Am Tag 2 Cent

Gesamt­un­ter­halts­kos­ten im Jahr: 50 Euro (Stand Ende 2020)
4,16 Euro im Monat
1,05 Euro in der Woche
0,14 Euro am Tag

Fazit:
Ach ja: Und was hat es gebracht? HAMMER! End­lich wie­der vol­ler Was­ser­druck und die Arma­tu­ren sehen abso­lut sau­ber aus! Die Kaf­fee­ma­schi­ne und der Was­ser­ko­cher sehen nicht mehr ekel­haft aus. Das Geschirr ist sau­be­rer und für die WaMa benö­ti­gen wir viel weni­ger Waschmittel.

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