Kabel­brand

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Gera­de tacke­re ich noch die Rand­strei­fen an die Wän­de des Dach­ge­schos­ses, da ver­sagt der Tacker. Es kommt kein erlö­sen­des, lau­tes „KLACK* wenn ich aus­lö­se. Stumpf­sin­nig schaue ich den Tacker an. „Wie? Kaputt? Aber der ist doch von Parks­ide! Den kann man noch sei­nen Enkeln ver­er­ben! Feins­te chi­ne­si­sche Inge­nieurs­kunst! Bestellt von deut­schen Con­trol­lern zum Dum­ping­preis! Die genießt mein volls­tes Vertrauen!”

Unten höre ich eine irgend­wie gedämpf­te Unter­hal­tung. Gehe in das Erd­ge­schoss und fra­ge, ob alles okay ist. Da fällt mir aber schon auf, dass glück­li­cher­wei­se das ätzen­de Gejau­le auf Radio FFH ver­stummt ist.
Die Hand­wer­ker haben ihren 300 Watt LED Bau­strah­ler in Betrieb neh­men wol­len. Ist ja nicht so, dass wir hier genug neue Kabel­trom­meln im Ein­satz haben, nein, sie nah­men eine Ver­län­ge­rungs­schnur, die sie in eine x‑fach Steck­do­sen­leis­te steckten.
Die Ver­län­ge­rungs­schnur war hier aus dem Haus.
Geschätzt… aus den 1970ern das Ding.

Ich: „Was ist denn los?”
Er, irgend­wie klein­laut: „Die Lam­pe geht nicht.”

Er hält ein Kabel mit Ste­cker in der Hand.
Ich neh­me das Kabel und ver­bren­ne mir direkt am Ste­cker die Hand.

Und dann sah ich die Bescherung.
Auf dem Boden lag eine Steckdosenleiste.

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Das Kabel bereits abge­schnit­ten, löb­lich. So benutzt die nie­mand mehr aus Faulheit.

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Oh-keee! :-O

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Und der Ste­cker der alten Verlängerungsschnur.

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Das wur­de irgend­wie war­um. War­um nur?

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Auf der Gegen­sei­te wird es deutlicher:
Viel­leicht, weil da nur noch zwei, drei Lit­zen an der Schrau­be hängen?
Mei-ne Fre-sse!

Viel­leicht bin ich da etwas sen­si­bi­li­siert, aber ich wür­de nie­mals in eine so suspek­te Ver­län­ge­rungs­schnur auch nur ein USB-Netz­teil stecken.
Das Ding fühlt sich schon so unzu­ver­läs­sig dünn an. Wie 0,5 qmm oder so.
Bei­de Ende ste­cken in sich sprö­de anfüh­len­den, geschraub­ten Plastikgehäusen.
Da rol­len sich mir eh die Fuß­nä­gel hoch!

Zudem lag das Kabel sicher jah­re­lang im feuch­ten Kel­ler, der wur­de ja nie gelüf­tet! Ich war mir sicher, dass ich meh­re­re die­ser Lei­tun­gen bereits in die Kis­te mit den Alt-Kabeln gewor­fen hat­te. Wo die Hand­wer­ker die­se gefun­den haben, weiß ich echt nicht. Deren war es aber nicht.

Freun­de, werft so eine Schei­ße direkt weg!

Geschraub­te Ste­cker sind an einer hoch­wer­ti­gen Kabel­trom­mel von Bren­nen­stuhl natür­lich ein Qua­li­täts­merk­mal und auch repa­ra­tur­freund­lich – aber bei so alten Kabeln weißt Du nie, ob da nicht bereits jemand ohne Plan dran her­um­ge­schraubt hat.
So ent­ste­hen Haus­brän­de! Kunst­stof­fe mit Flamm­hem­mer hin oder her. Da muss ja nur zum Bei­spiel eine Gar­di­ne drü­ber hän­gen und schon… 🙁

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