Espace: Son­nen­dä­cher einbauen

Lese­dau­er 6 Minu­ten

War­um unbe­dingt ein Loch im Dach? Eine Kli­ma ist pri­ma, aber ich geste­he, dass ich auf ver­glas­te Dächer ste­he. Das gibt so ein ange­neh­mes Licht im Auto. 🙂 Klar, ein aus­stell­ba­res Dach hat auch noch ande­re Vor­tei­le: Nicht zuletzt im Win­ter bekommt man die feuch­te Luft im Zusam­men­spiel mit der luft­ent­feuch­ten­den Kli­ma­an­la­ge sehr schnell aus dem Fahrzeug.

War­nung:
Was immer Ihr da macht: Ich bin nicht schuld, wenn Ihr Euch ein fal­sches Loch in das Dach sägt, Euch in die Fin­ger schnei­dest oder sie quetscht, aus dem Auto eine Cham­pi­gnon­zucht baut oder jeman­den die Säge auf den Kopf fal­len lasst. So habe ich die Dächer ein­ge­baut, das funk­tio­niert gut und ist regen­dicht. Nicht mehr und nicht weni­ger.

Die Anlei­tung ist für die gro­ßen Dächer von Renault, die mit dem Kur­bel­an­trieb, geschrie­ben wor­den. Es gibt noch klei­ne­ren Ver­sio­nen mit einem Hebel­aus­stel­ler. Um genau zu sein: Die­se Vari­an­te ist weit­aus öfter zu fin­den. Bis auf die Abmes­sun­gen soll­te der Ein­bau aber ana­log erfolgen.

Ich habe die, die man hin­ter dem elek­tri­schen Dach im Hand­buch erken­nen kann.




Werk­zeug:
– Stich­sä­ge (Metall­sä­ge­blatt für Kur­ven)
– Bohr­ma­schi­ne (mit Metall­boh­rern)
– Nietzan­ge
– Alunie­ten
– Kunst­stoff­rei­ni­ger und Glas­rei­ni­ger
– Sili­kon­ent­fer­ner
– schar­fes, klei­nes Mes­ser
– Sili­kon für den Aus­sen­be­reich
– Kar­tu­schen­pres­se
– Slot­blech von einem PC-Gehäu­se
– Haus­halts­lei­ter
– Folie (Müll­sack, o.ä.)
– Krepp­band
– Gaf­fer­tape (Pan­zer­band, o.ä.)
– ggf. Mon­ta­gestüt­ze
– ggf. hit­ze­fes­ten Kleb­stoff
– ggf. nicht lös­ba­ren Sprühkleber

Zeit:
Je nach Geschick. Pro Dach rund 1,5 Stun­den – bis es zumin­dest was­ser­dicht ein­ge­baut ist. Der Dach­him­mel kann bei Selbst­an­fer­ti­gung sicher auch mal einen gan­zen Sams­tag kosten.

Vor­be­rei­tung:
Den Dach­himm­mel kann man drin­las­sen, das ist fes­ter Schaum­stoff auf den Stoff appli­ziert wur­de. Ich konn­te den abso­lut sau­ber aussägen.

Unbe­dingt eine Folie unter das Dach kle­ben, damit die Kis­te nicht völ­lig einsaut. Der GfK-Staub ist nicht gera­de gesund­heits­för­dernd und man will ja nicht noch nach Jah­ren beim Klop­fen auf das Pols­ter des Fah­rer­sit­zes einen Asth­ma­an­fall bekommen.

Ja, das muss so durch­hän­gen, sonst sticht das Säge­blatt da Löcher rein.

So, jetzt schau­en wir nach den Dächern.
Ich darf davon aus­ge­hen, dass man die­se Dächer nicht mehr neu bekommt, o.k.? Wur­de das Gla­sach aus­ge­baut oder aus­ge­sägt? Wenn da noch ein Teil vom Dach mit dran ist: Nie­ten aus­boh­ren, inne­ren Rah­men abneh­men, dann das Stück Dach als Scha­blo­ne benut­zen. Ansons­ten den Innen­rah­men dafür ver­wen­den und an die­sem aus­sen ent­lang die Form mit einem Edding o.ä. auf dem Fahr­zeug­dach nachzeichnen.

Die Maße ste­hen auf dem Bild, jeweils bis zur Dach­kan­te, bzw. zur Sicke gemes­sen. Ich gebe die Maße nicht im Text wie­der, bit­te sel­ber anpas­sen und aus­mes­sen.
ACHTUNG: Wie gesagt, ich habe die gros­sen Dächer mit der Kur­bel eingebaut.

So, jetzt setzt Euch auf das Dach… kei­ne Sor­ge, das ist robus­ter als das Blech­dach eines VW Bul­li. Ich wie­ge rund 90kg und habe es mir da oben bequem gemacht.

Und dann gib ihm:

(auch wenn das ein ver­dammt dum­mes Gefühl ist)

Mit einem Metall­boh­rer ein Loch in das Dach inner­halb des auf­ge­zeich­ne­ten Aus­schnit­tes boh­ren. Ruhig ordent­lich Platz zur Schnitt­kan­te las­sen, damit man sieht, ob es Pro­ble­me mit dem Aus­fran­sen des Mate­ri­als gibt, oder ob der Dach­him­mel­stoff irgend­wie Fäden zieht, die sich in die Stich­sä­ge wickeln.

Vor­sicht: GfK ist ein Kil­ler bil­li­ger Säge­blät­ter. Plant mal ein gutes oder drei bil­li­ge Blät­ter ein. Ich habe Metall­sä­ge­blät­ter ver­wen­det, die dün­nen, für den Kur­ven­schnitt. Mir ist dann eines abge­bro­chen und ich hat­te nur noch so einen bil­li­gen Müll da, der war nach einer lan­gen Gera­den fertig!

Das gute Blatt hat­te ohne an Schär­fe zu ver­lie­ren mehr als einen und einen hal­ben Dach­aus­schnitt bewältigt.

Den Dach­aus­schnitt fixie­ren oder von unten stüt­zen, damit da nix aus­reisst oder ‑bricht!

Das hin­te­re Dach:

Die Folie vor­sich­tig ent­fer­nen und das Auto aus­sau­gen, damit man den Säge­staub bei den fol­gen­den Arbei­ten nicht in die Pols­ter einmassiert.

Jetzt kommt die Pass­pro­be: Passt das Son­nen­dach mit leich­tem Spiel in den Aus­schnitt, oder klemmt es? Falls ja: Nach­ar­bei­ten ist angesagt.

Ist das Dach zu klein für den Aus­schnitt und der Rah­men liegt nun auf den Vor­der­sit­zen? Ähm.. ja, was soll ich da sagen? Dumm gelau­fen, dann muss eben das Dach eines Schlacht­fahr­zeu­ges drauf. Viel Spaß beim Umbau. Wäre nett, wenn ich dann mal die Bil­der von der Akti­on sehen könn­te. LOL
Die Alter­na­ti­ve wäre ein neu­es, grö­ße­res Son­nen­dach aus dem Fach­han­del zu kau­fen. Ob das Sinn macht? Aus­ser­dem ist dann die Ori­gi­na­li­tät zum Teufel…

Ich gehe davon aus, dass Ihr gut gear­bei­tet habt und alles passt. Nun die Kan­te des Dach­aus­schnitts mit Kunst­stoff­rei­ni­ger rei­ni­gen und mit Sili­kon­ent­fer­ner nach­wi­schen. Trock­nen las­sen! Die Dich­tung zwi­schen Dach und Son­nen­dach sind wohl nach den Jah­ren ein­fach nur noch fer­tig. Die ent­fer­nen wir und tra­gen dort Sili­kon (für den Aus­sen­be­reich) auf. Das Sili­kon nicht auf das Dach auf­tra­gen, viel hilft nicht viel! Über­schüs­si­ges Sili­kon mit einer Klin­ge abzie­hen und die Res­te mit Sili­kon­ent­fer­ner ent­fer­nen. Geht auch nach dem Trock­nen – viel­leicht sogar bes­ser. Kommt auf die Grö­ße der Saue­rei an. Das war bei mir mini­mal, ohne ange­ben zu wol­len. 🙂 (Irgend­was muss­te ja mal pro­blem­los klappen)

So und dann hof­fe ich, dass Ihr den Innen­him­mel mit­be­kom­men habt, sonst sieht das doof aus.

Jetzt ist näm­lich der Zeit­punkt gekom­men den Dach­him­mel in den dafür vor­ge­se­he­nen Spalt zwi­schen den äus­se­ren und den inne­ren Rand zu klem­men. Der Him­mel hängt nun also vom Son­nen­dach lose her­un­ter, das ist gut so, sonst kann man die Rah­men nicht festnieten.

Habt Ihr den ori­gi­na­len Him­mel nicht mit­be­kom­men, so hilft nur sel­ber bas­teln. Dabei aber bit­te nicht zu knapp mes­sen, lie­ber etwas zu groß, als zu klein. Als Farb- und Stoff­pro­be kann man vor den Arbei­ten schlicht ein Stück­chen Dach­him­mel an der Stel­le aus­schnei­den, an der nach­her sowie­so das Son­nen­dach sei­nen Platz fin­det. Damit fährt man zum Stoff­la­den vor Ort und lässt sich dort bera­ten, wel­cher Stoff als Ersatz am geeig­nets­ten ist. Klei­ner Tipp: Er muss sich etwas deh­nen las­sen, dann gehen die Anpass­ar­bei­ten ein­fa­cher von der Hand.

Ihr könnt aber auch viel spä­ter den Stoff ein­set­zen, muss ja nicht gleich sein. Man sieht dann eben den alu­f­ar­be­nen Innen­rah­men des Son­nen­da­ches. Der ori­gi­na­le Dach­him­mel soll­te ja ordent­lich und sau­ber aus­ge­sägt wor­den sein.

Bei der spä­te­ren Anbrin­gung eines Him­mels müsst Ihr die Innen­sei­te des Dach­rah­mens mit hit­ze­be­stän­di­gen (kein Pat­tex, o.ä.) Kle­ber ein­streich­sen, den Stoff ordent­lich appli­zie­ren, ihn aber nach innen über­ste­hen las­sen und dann die über­ste­hen­de Kan­te zwi­schen Innen- und Aus­sen­rah­men klem­men. Dazu muss der Stoff aber eine gewis­se Dicke haben, oder mann klemmt noch etwas dazwi­schen – viel­leicht ein dün­nes, schwar­zes Elek­tro­ka­bel? Man sieht das ja nicht mehr, wenn es ein­mal in dem Zwi­schen­raum ist, aber es ver­hin­dert, dass der Stoff aus dem Zwi­schen­raum rutscht.

Aber zurück zum Ein­bau an sich:
Das Dach wird nun mit (Alu-)Nieten wie­der befes­tigt. Ich weiss die Grö­ße nicht mehr, ein­fach mal am aus­ge­bau­ten Dach aus­mes­sen und dann einen Sack kau­fen. Messt es bit­te mit der Stär­ke der Dach­plat­te, also nicht die bei­den Rah­men ein­fach auf­ein­an­der legen.

Die Nie­ten wer­den mit einer han­dels­üb­li­chen Nietzan­ge ver­ar­bei­tet. Das geht ganz gut, aber nach dem zwei­ten Dach ist man doch froh, dass es end­lich vor­bei ist. Klei­ner Tipp: Die hin­te­ren Sit­ze umle­gen und sich drauf­le­gen, dann ver­renkt man sich beim Arbei­ten über Kopf nicht ganz so schlimm.

Ich habe den bei mir mit­ge­lie­fer­ten (dan­ke, Alex!) Him­mel über den vor­han­de­nen gezo­gen, mit Sprüh­kle­ber (guten, nicht lös­ba­ren) fixiert und unter die Kan­ten des Rah­mens der Karos­se­rie mit einem Slot­blech aus einem PC-Gehäu­se geschoben.

Lei­der war der hin­te­re Him­mel mit einem Cut­ter­mes­ser beim Aus­bau beschä­digt wor­den, so dass ich ihn wei­ter nach hin­ten set­zen muss­te. Dadurch muss­te ich ganz schön zie­hen und wür­gen, bis der Him­mel eini­ger­mas­sen passte.

Das Bild ist direkt nach dem Ein­bau ent­stan­den, der Wulst ist mitt­ler­wei­le weg, da habe ich noch ein­mal nach­ge­ar­bei­tet. Auch der vor­de­re Dach­him­mel sitzt nun nicht mehr so knapp und wurstig.

Ich habe auch ver­sucht han­dels­üb­li­chen (Stretch-) Stoff unter das Dach zu bau­en. Ich woll­te blau­en… das sah aber irgend­wie zuuuu gru­se­lig aus! Fer­ner ich bin auch eher der Grob­mo­to­ri­ker, stö­re mich aber ger­ne an klei­nen Feh­lern. Doo­fe Mischung, oder? Daher habe ich den Stoff wie­der ent­fernt und den ori­gi­na­len reingemacht.

Die Dächer kann man auch herausnehmen:

So, dann mal viel Spaß mit den neu­en Dächern, ich habe es kei­ne Sekun­de lang bereut.

Gruß
Michael

1 Gedanke zu „Espace: Son­nen­dä­cher einbauen“

  1. bin ja eigent­lich schreib­faul aber für die­se bau­an­lei­tung muss ich dan­ke sagen gut und ver­ständ­lich geschrie­ben gruss ralf 

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Ich bin mit der Datenschutzerklärung und der Speicherung meiner eingegebenen Daten einverstanden.