900 km im Twizy durch Deutschland (5)

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Lesedauer 13 Minuten

Der letzte Teil meiner 900 km langen Reise mit dem Twizy durch Deutschland. Ob ich mit leerem Akku liegenblieb, werde ich Euch jetzt berichten!

Tag 8

Dienstag, 16. August 2022

14:42 – Kassel nach Fuldabrück

Der Akku war nicht voll, weil ich in Kassel noch einkaufen war und schlicht vergessen hatte zu laden. Auch wenn das den Durchschnittsverbrauch nach oben treibt, weil nun die Kilometer nicht mehr stimmen, ist es egal. Darauf soll es nicht ankommen. Das Wetter war gut, die Strecke mir bekannt, also gibt es nicht viel von der Fahrt zu berichten. Ich wollte nur aus der Stadt raus, bevor der Berufsverkehr mich zusätzliche Zeit kostet. Auch wenn der Twizy wenig Verkehrsraum einnimmt, so versperren einem die ganzen anderen Autos eben doch den Weg. Würde jeder Twizy fahren, gäbe es keine innerstädtischen Staus durch den Berufsverkehr mehr. 😉

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Ladestop Fuldabrück
Strom geladen kWh 2,7
Ladezeit in Stunden 01:21
Kosten EUR 1,19 €
Zeiten
Fahrzeit bis Ankunft h 00:29
Uhrzeit Ankunft 15:11
Uhrzeit Abfahrt 16:37
Aufenthaltsdauer h 01:26
Ladezeit gesamt h 18:35
Akku Ankunft
Fahrtstrecke km 14
Akkustand Ankunft % 49
Akku verbraucht % 51
Reichweite bei Ankunft 27
Akku Abfahrt
% geladen 46
Akkustand Abfahrt 95
Reichweite bei Abfahrt 52
Gesamtstrom
Strom geladen gesamt kWh 55,09
Kosten bisher EUR 23,42 €
Kosten auf 100 km EUR 3,77 €
Streckenverbrauch
km bisher 622
Verbrauch kWh/100 km 8,86
15:11 – Ankunft in Dörnhagen (Fuldabrück)

Eine Lademöglichkeit gibt es bei der Gemeindeverwaltung. Allmächtiger! Da ist ja kompletter Totentanz! Ich ging in der Verwaltung noch auf die Toilette und dort hätte man eine Stecknadel fallen hören, so still war es im Gebäude. Ein paar Meter weiter war ein Getränkemarkt. Perfekt, dort hole ich mir was kaltes zu Trinken! Als ich zahlen wolle … OMG! Ich hatte das Portemonnaie im Auto vergessen! Das passiert mir eigentlich nie, da man den Twizy nicht abschließen kann. Also okay, ein Handschuhfach lässt sich zu diesem Behufe schon abschließen, aber das hatte ich nicht verwendet.

Na ja, wird schon nichts passiert sein. Und siehe da: Alles war noch im Fahrzeug. Warum auch nicht? Dort läuft ja keine Sau rum! Fehlen nur noch die rollenden Büsche. Also wieder zurück zum Getränkemarkt und was eingekauft.

Ein paar Videos geschaut und dabei länger geladen, als gewollt: mit 95 % Ladung ging es weiter. Nächster Halt sollte Homberg (Efze) sein!


16:37 – Fuldabrück nach Homberg

Kaum Verkehr auf den Nebenstraßen. Ich konnte ungestört meinen Schuh fahren. In einer der engen Kurven brachte ich den Twizy sogar zum Quietschen. Warum? Wieso? Klar war ich flott unterwegs, aber eigentlich neigt die Kiste dann zum Ausbrechen. Hat aber fein über die Vorderhufe geschoben. Wie dem auch sei: Ereignislose Fahrt bei bedecktem Himmel. Nur bekam ich langsam echten Hunger.


Ladestop Homberg Efze
Strom geladen kWh 3
Ladezeit in Stunden 02:59
Kosten EUR 1,36 €
Zeiten
Fahrzeit bis Ankunft h 00:40
Uhrzeit Ankunft 17:17
Uhrzeit Abfahrt 20:38
Aufenthaltsdauer h 03:21
Ladezeit gesamt h 21:34
Akku Ankunft
Fahrtstrecke km 30
Akkustand Ankunft % 50
Akku verbraucht % 45
Reichweite bei Ankunft 27
Akku Abfahrt
% geladen 50
Akkustand Abfahrt 100
Reichweite bei Abfahrt 54
Gesamtstrom
Strom geladen gesamt kWh 58,09
Kosten bisher EUR 24,78 €
Kosten auf 100 km EUR 3,80 €
Streckenverbrauch
km bisher 652
Verbrauch kWh/100 km 8,91
17:17 – Ankunft in Homberg Efze

In Homberg parkte ich mit 50 % Restladung vor der Gemeindeverwaltung. Ich staunte nicht schlecht, denn dort sah ich den ersten anderen Twizy (rot) in freier Wildbahn während der Fahrt. Oder hier eben während des Parkens.

Durch einen kleinen Park, der ab 20:00 Uhr geschlossen wird (WTF?) ging ich zum Einkaufszentrum. Dort sollte sich ein ReWe finden lassen. Aber dort fand ich einen Imbiss/Schnellrestaurant! „Bảo – asian food“ – tatsächlich eine sehr empfehlenswerte Lokation. Wie in Brakel hatte der Laden auch 4.1 Sterne. Ich hatte Ente mit Nudeln und eine große Coke: 10,90 EUR. Super, volksnahe Preise für ein einwandfreies Essen.

Als ich fertig war und wieder im Auto saß, lud das aber noch. Ich suchte einen Campingplatz auf der Strecke. Google schlug mit FKK Camping vor. Was zum Teufel? Äh, ja, nein, ich fahre doch nicht zum Übernachten auf einen Platz, auf dem ich textilfrei herumlaufen muss. Das ist unpassend. Aber in Frielendorf gab es noch einen normalen Campingplatz. Nicht ganz auf meiner Wunschroute, aber sei es drum. Den könnte ich sogar kennen. Ich war mal in den 1990ern Frielendorf mit meiner Freundin auf so einem Platz, auf dem solche Ferienhäuser standen. Mit einem befreundeten Pärchen und meiner Mutter, die dort öfter mit ihrem Freund war. Könnte der Platz sein. Aber an das Telefon ging niemand mehr ran. Ich beschloss, einfach dort hinzufahren und mich überraschen zu lassen.

Indessen verließ eine Frau die Gemeindeverwaltung. Ziemlich spät dafür. Dass dort jetzt noch jemand arbeitete? Sie blieb stehen und schaute belustigt-entgeistert meinen Twizy an. Der werte Leser ahnt es: Die Welt ist ein Dorf und die Dame ist die Eignerin des roten Twizy auf diesem Parkplatz. Sie sprach mich an, so wie das alle Twizy (und Nicht-Twizy-Fahrer) immer machen. Ich erklärte ihr, woher ich kam und was wir dort gemacht haben (Getriebelager, etc.). Sie wollte alles genau wissen und lud mich zu einem Eis ein.

Ich nahm im Eiscafé einen Eiskaffee – Koffein ist wichtig. Ich brachte sie auf den aktuellen Stand der Twizy-Forschung, da gibt es ja doch einiges zu erfahren, wenn man sich nicht in den Foren rumtreibt. Im Gegenzug erfuhr ich einiges über Bienenzucht und Honigherstellung. So langsam musste ich aber los, nachher schließt der Campingplatz noch vor meiner Nase!

Wir gingen zurück zur unseren Autos und ich staunte an der Ladesäule nicht schlecht: Eine Minute länger und ich hätte Blockiergebühren zahlen müssen. Just in time also. 🙂


20:38 – Homberg nach Frielendorf

Immer noch keine Sau uff der Gass! Entspannteres Fahren geht kaum noch! Die Strecke war auch wieder mal reizvoll.


Ladestop Frielendorf
Strom geladen kWh 0
Ladezeit in Stunden 00:00
Kosten EUR 0,00 €
Zeiten
Fahrzeit bis Ankunft h 00:26
Uhrzeit Ankunft 21:04
Uhrzeit Abfahrt 09:02
Aufenthaltsdauer h 11:58
Ladezeit gesamt h 21:34
Akku Ankunft
Fahrtstrecke km 14
Akkustand Ankunft % 65
Akku verbraucht % 35
Reichweite bei Ankunft 35
Akku Abfahrt
% geladen 0
Akkustand Abfahrt 65
Reichweite bei Abfahrt 35
Gesamtstrom
Strom geladen gesamt kWh 58,09
Kosten bisher EUR 24,78 €
Kosten auf 100 km EUR 3,72 €
Streckenverbrauch
km bisher 666
Verbrauch kWh/100 km 8,72
21:04 – Ankunft in Frielendorf

Nach insgesamt diabolischen 666 Kilometern (auf der gesamten Tour) kam in Frielendorf am Campingplatz an. Okay, den kannte ich doch nicht. Die Rezeption hatte geschlossen, aber ich fragte einen Gast, der mich an eine Gruppe verwies, die bei einem Bier zusammensaß. Dort sei die Inhaberin zu finden. Ich fragte nach einem Platz über Nacht. Das war kein Problem. Doof nur, dass ich nicht mit Karte zahlen konnte. Als ob ich Geld einstecken hätte. Gelächter.  🙂

Also wieder in den Ort zur Sparbüchs gefahren, Geld abgehoben und zurück zum Platz gefahren. Dort zum Platz geführt worden. Natürlich musste mein Auto kommentiert werden. Ist klar. „Damit kann man aber nicht auf die Autobahn!“. Was haben Frauen immer mit der Höchstgeschwindigkeit? Das ist immer die erste Frage! Immer! Aber ja doch, damit kann man auf die Autobahn und darf es auch. Es ist nur sinnlos, weil dann die Reichweite massiv sinkt.

Die Inhaberin riet mir noch, doch vor der Hecke vor dem Waschhaus zu bleiben, aber ich dachte, es wäre weniger exponiert, hinter der Hecke zu campieren. Okay, da war kein anderer Camper, aber dafür war die gesamte Nacht die Außenbeleuchtung des Waschhauses eingeschaltet.

Ich warf das Zelt auf den Boden: Zack, fertig aufgestellt! Nice! Natürlich wurde ich wieder angequatscht, diesmal von Kindern. Na ja, passt schon. Ich machte mich noch frisch und merkte, dass die Ausstattung des Freizeitgebietes Großwelzheim in einer anderen Liga spielt. Aber das ist ja auch ein von der öffentlichen Hand finanzierter Platz, wohingegen der in Frielendorf familiengeführt ist. Die hatten während Corona sicher keinen Spaß mit überbordenden Einnahmen.

Aber endlich hatte ich meine Ruhe. Ich kämpfte noch ein wenig mit dem Schlafsack, den ich von meiner Frau hatte, denn es war schon wieder nicht gerade warm diese Nacht.


Tag 9

09:02 – Frielendorf nach Romrod

Bezahlt hatte ich im Voraus, also konnte ich direkt vom Platz auf die Bahn. Der Berufsverkehr war schon durch und die von mir benutzten Nebenstraßen waren alle frei. Gefrühstückt hatte ich noch nichts, aber wenn mein E-Gaul Futter bekommt, suche ich mir einen Bäcker in einem Rewe. Ich fuhr also wieder meine üblichen 40 Kilometer weit.


Ladestop Romrod
Strom geladen kWh 4,3
Ladezeit in Stunden 02:15
Kosten EUR 1,93 €
Zeiten
Fahrzeit bis Ankunft h 00:44
Uhrzeit Ankunft 09:46
Uhrzeit Abfahrt 12:24
Aufenthaltsdauer h 02:38
Ladezeit gesamt h 23:49
Akku Ankunft
Fahrtstrecke km 38
Akkustand Ankunft % 23
Akku verbraucht % 42
Reichweite bei Ankunft 12
Akku Abfahrt
% geladen 73
Akkustand Abfahrt 96
Reichweite bei Abfahrt ​_50
Gesamtstrom
Strom geladen gesamt kWh 62,39
Kosten bisher EUR 26,71 €
Kosten auf 100 km EUR 3,79 €
Streckenverbrauch
km bisher 704
Verbrauch kWh/100 km 8,86
09:46 – Ankunft in Romrod

Der Rewe-Markt war in der Nähe und erfreulicherweise sehr groß. Schnell noch laden … App öffnen und … WTF? Wie? Kein Empfang? Ohne Internet kann ich die Ladesäule nicht freischalten! Was soll das? Also zum Rewe getapert und mithilfe deren öffentlichen WLANs die Ladesäule freigeschaltet. Man muss sich nur zu helfen wissen. Trotzdem ist das im 21. Jahrhundert ärgerlich. Sehr ärgerlich.

Hier ausgiebig gefrühstückt und dabei die Leute beobachtet. Die Toilette besucht und nach dem vorzüglichen Camembert-Brötchen auch noch einen Amerikaner bestellt. Schwarz-Weiß. Lecker. Mit einer Coke Zero runtergespült. Das langsame Laden geht mir langsam auf die Hüften, befürchte ich. Zero hin oder her.

Aber irgendwann ist auch die kulinarisch ansprechendste Pause zu Ende. Ich stieß auf und brach ins Horn.


12:24 – Romrod nach Grünberg

Immer noch sehr wenig Verkehr. Langweilig! Aber was war das? Ein gigantischer Traktor vor mir! Der blieb mehrere Orte lang vor mir! Mit 40! Abwechslung! Hurra! Ein Reifen hatte einen größeren Durchmesser, als mein Twizy lang ist. Vierzig km/h. Ideales Reisetempo, beschloss ich, und blieb hinter ihm. Im Wagen vor mir fährt ein dicker Bauer. Tamda da da Tamdadadada! TRÄLLER*

Das Wetter zog sich zu. Der Himmel nahm ein freundliches Grau an.


Ladestop Grünberg
Strom geladen kWh 1,2
Ladezeit in Stunden 00:35
Kosten EUR 0,54 €
Zeiten
Fahrzeit bis Ankunft h 00:32
Uhrzeit Ankunft 12:56
Uhrzeit Abfahrt 13:37
Aufenthaltsdauer h 00:41
Ladezeit gesamt h 24:24
Akku Ankunft
Fahrtstrecke km 26
Akkustand Ankunft % 61
Akku verbraucht % 35
Reichweite bei Ankunft 40
Akku Abfahrt
% geladen 20
Akkustand Abfahrt 81
Reichweite bei Abfahrt 50
Gesamtstrom
Strom geladen gesamt kWh 63,59
Kosten bisher EUR 27,25 €
Kosten auf 100 km EUR 3,73 €
Streckenverbrauch
km bisher 730
Verbrauch kWh/100 km 8,71
12:46 – Ankunft in Grünberg

Es gibt erfreuliche Ladestationen und es gibt solche, über die freut man sich, weil es sie überhaupt gibt. Das hier war so eine. In der Ecke eines Sparkassenparplatzes an einer Ecke einer der Hauptstraßen des Ortes. Ich wollte laden und … ach komm! Warum steht die Ladeklappe links ab? Das zweite Scharnier war auch gebrochen. Das brauche ich wie Fußpilz!

Das rechte Scharnier hatte ich vor Wochen mit Panzerband geklebt. Das Gute, aus dem Angebot vom Lidl. Hielt Bombe. Aber im Gegensatz zu Apollo 13, nahm ich dummerweise kein Panzerband mit auf meine Reisen. Gut, die waren nicht so weit weg und Jim Lovell und seine Kumpel hatten sicher keinen Baumarkt auf der Strecke.

Ich stellte fest, dass auch ich in dieser unangenehmen Situation war. Auch ich hatte keinen Baumarkt im fußläufigen Umkreis meiner Raumkapsel. Aber einen Autozubehörshop! Perfekt. Wenig standesgemäß machte ich mich dorthin per Pedes auf.

Der Laden war der ölige Traum eines jeden deutschen Schraubers. Mit war er ein wenig zu klinisch rein und viel zu aufgeräumt. Private Kunden haben die augenscheinlich eher selten.

Mit fester Stimme bestellte ich eine Rolle Gaffer-Tape beim Diensthabenen hinter dem Tresen. Der rief für diese Rolle deutschen Klebegutes auch direkt 20 Euronen auf. Ich schnaufte auf. Er versicherte mir, dass dieses deutsche Band aber im Gegensatz zu dem Billigzeug gut kleben und alle meine Erwartungen übertreffen würde. Frohen Mutes zog ich mit der Verheißung von dannen, dass ich nie wieder dieses Scharnier tauschen müsste. Der Fachmann versprach es!

Wieder am treuen Pferd angelangt, verarztete ich sein Maul mit diesem edlen Stück deutscher Hochtechnologie. Das Zeug klebt sicher wie KB-1 bei diesem Preis! Muss es ja! Ist sicher sein Geld wert.

Wie drücke ich es am besten aus? Wer die Reibungswärme beim über den Tisch ziehen als Nestwärme empfinden möchte, der greift zum Klebeband von Petec. Was habe ich mich geärgert! Von wegen klebt besser als der Billigkram! Das Zeug aus dem Lidl klebt immer noch exakt an der Stelle, an der ich es anbrachte. Dieser Petec-Kram löste sich gleich wieder ab. Danke für nichts.

Ich beschloss, Grünberg gleich mit in Sippenhaft zu nehmen: an diesen Ort zieht mich nichts mehr zurück. Sorry Grünberger, wir haben uns auf dem falschen Fuß getroffen. Nach nur einer halben Stunde mache ich mich wieder vom Acker.


13:37 – Grünberg nach Reichelsheim (Wetterau)

Ich befinde mich nun auf den Weg nach Südhessen. Näher an der Heimat! Mit dem Wetter wird auch meine Laune besser. Das Verkehrsaufkommen kommt nicht auf. Alles im grünen Bereich.


Ladestop Reichelsheim
Strom geladen kWh 3,2
Ladezeit in Stunden 01:42
Kosten EUR 1,41 €
Zeiten
Fahrzeit bis Ankunft h 00:38
Uhrzeit Ankunft 14:15
Uhrzeit Abfahrt 16:04
Aufenthaltsdauer h 01:49
Ladezeit gesamt h 26:06
Akku Ankunft
Fahrtstrecke km 33
Akkustand Ankunft % 43
Akku verbraucht % 38
Reichweite bei Ankunft 23
Akku Abfahrt
% geladen 41
Akkustand Abfahrt 84
Reichweite bei Abfahrt 45
Gesamtstrom
Strom geladen gesamt kWh 66,79
Kosten bisher EUR 28,66 €
Kosten auf 100 km EUR 3,76 €
Streckenverbrauch
km bisher 763
Verbrauch kWh/100 km 8,75
14:15 – Ankunft in Grünberg

Bombenwetter in Reichelsheim. Aber viel zu trocken. Die Vegatation sieht aus wie in einem Italien-Urlaub im September.

Ich schaue Videos und esse dabei die beiden Packungen Nüsse fast auf, die ich in Homburg im Rewe gekauft hatte. Auch die beiden Wasserflaschen mussten dran glauben. Das rächt sich indessen. Die Natur fordert ihren Tribut! Ich muss austreten!

Ein Netto ist direkt neben dem Parkplatz. Dort gibt es aber keine Toilette. Also wieder auf zum Rewe. Da ist es ja! Aber wie komme ich da hin?

Ich frage an der Bushaltestelle nach dem besten Weg zum 100 Meter entfernten Rewe, das direkt in Sichtweite liegt. Warum? Weil da Schienen im Weg sind. Und ein Bahnhof. Jeder will der Erste sein, der mir hilft! Super! Alle sind sich einig, dass ich den Trampelpfaden folgen solle.

Der führt zwischen zwei Zäunen hindurch. Wirkt auf mich, als hätten die Firmen, denen diese Gelände gehören, absichtlich etwas Platz zwischen den Zäunen gelassen, sodass man schnell vom Bahnhof zum Rewe und umgekehrt gelangen kann. Wird nicht ganz uneigennützig gewesen sein, aber danke dafür!

Wieder eine Toilette und ein Café in einem Rewe-Markt. Zwischen Darmstadt und Stadthagen kenne ich gefühlt nun jeden Abort und jeden dieser Bäcker. Hier bestelle ich einen Kaffee. Koffein ist immer gut.

Ich kehre zum treuen E-Ross zurück und lasse es sich noch ein wenig am teuren Strom laben. Ich will jetzt in einem Rutsch bis nach Karlstein. Das sind laut Google 58 km. Wenn ich mich verfahre, eine Steigung zu steil wird oder ich schneller fahren muss, als ich will, dann wäre das fatal! FATAL! 🙂
Also wringe ich das Ladekabel noch etwas aus.

Still!
Was ist das?
Lacht da etwa Putin?
Soll er lachen. Für die 763 Kilometer habe ich bisher nur 28,66 EUR Kosten gehabt.
Nimm dies, Despot!

 


16:04 – Reichelsheim nach Karlstein

Feierabendverkehr. Mag ich nicht. Man steht im Stau oder muss schneller fahren, als einem lieb ist. Im Rhein-Main-Gebiet will mich Google wieder über Schnellstraßen führen. Abgelehnt. Ich fahre gegen ihren Willen direkt über die Käffer. Sie zetert rum und ich beschliesse sie wie eine echte Frau zu behandeln, die mir den richtigen Weg weisen will: ignorieren.

Das klappt richtig gut, bis ich in Hanau endlich diese vermaledeite Schnellstraße umfahren habe und Google wieder folgen könnte. Hier verraffe ich eine Anweisung und fahre nach Hanau ab, statt es zu umfahren. Im Feierabendverkehr suche ich eine Möglichkeit zu wenden. Aber die Stadteplander mögen keine Linksabbieger – und so dauert es ewig, bis ich wieder auf dem richtigen Weg bin.

Erwähnte ich, dass ich eigentlich keine Umwege fahren sollte?

Am Ende habe ich aber doch noch sechs Kilometer durch meine männliche Ignoranz einsparen können. Mit neun Kilometer Restreichweite rolle ich auf den Platz. Unter zehn in der Anzeige ist wirklich nicht gut. Da ist alles möglich. Kann man lässig schaffen, oder aber in drei Kilometern mit leerem Akku liegen bleiben.


Ladestop Karlstein
Strom geladen kWh 5
Ladezeit in Stunden 00:00
Kosten EUR 2,50 €
Zeiten
Fahrzeit bis Ankunft h 01:19
Uhrzeit Ankunft 17:23
Uhrzeit Abfahrt 20:19
Aufenthaltsdauer h 02:56
Ladezeit gesamt h 26:06
Akku Ankunft
Fahrtstrecke km 52
Akkustand Ankunft % 15
Akku verbraucht % 69
Reichweite bei Ankunft 9
Akku Abfahrt
% geladen 85
Akkustand Abfahrt 100
Reichweite bei Abfahrt 60
Gesamtstrom
Strom geladen gesamt kWh 71,79
Kosten bisher EUR 31,16 €
Kosten auf 100 km EUR 3,82 €
Streckenverbrauch
km bisher 815
Verbrauch kWh/100 km 8,81
17:23 – Ankunft in Karlstein

Ich lege mich im Wohnwagen aufs Ohr, wache aber vor der Zeit wieder auf. Trotzdem muss ich bis 100 Prozent laden, auch wenn alles über 90 % angeblich viel länger dauert. So viel länger dauert es nicht, aber er hat von 10 bis 90 % schon länger geladen, als gedacht. Von 10 bis 100 Prozent dauerte es aber etwas weniger als drei Stunden. Und das in der Nachmittagshitze. Das mag das Ladegerät gar nicht.

Der Akku ist voll und ich mache mich auf die letzte Etappe Richtung Heimat. Die habe ich, aufgrund der erheblichen Steigung, noch nie ohne Zwischenladen geschafft. Hin schon, aber zurück nicht. In Roßdorf werde ich zwischenladen müssen.

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20:19 – Karlstein nach Ober-Beerbach

Statt wie immer ganz normal im Verkehr mitzuschwimmen, fahre ich nun doch wieder meine 60 km/h auf der Landstraße. Der Aldi hat nämlich mittlerweile geschlossen – und soweit ich weiß, werden dann die Ladestationen abgeschaltet. Es gibt zwar noch andere Ladestationen direkt auf dem Weg, aber ich will einfach nicht in einem Wohngebiet laden müssen, das ist langweilig!

Einige wenige Fahrzeuge überholen mich, andere zuckeln hinter mir her. Manche machen sich halt bei diesen Spritpreisen für zehn Kilometer pro Stunde in den 70er-Zonen keinen Stress. Jeder Überhohlvorgang läuft gesittet und ruhig ab.

Schlimm ist nur der Anstieg zwischen Gundernhausen und Ober-Ramstadt sowie zwischen Modau und Neutsch, danach kann ich fast rollen lassen. Aber alles gut, ich hatte absolut keinen Verkehr dort.

Am Ortseingang Neutsch, der letzten Ortschaft vor Ober-Beerbach auf dieser Strecke, stand ein weißer Twizy. Als ob ich in auf dieser Fahrt nicht mehr Twizy gesehen hätte, als die meisten Menschen in einem ganzen Leben nicht. 🙂

So kam ich um halb zehn mit satten sechs Kilometern Restreichweite nach Hause.

Ein paar Wochen konnte ich aber auch das toppen und rollte zu Hause von Pfungstadt kommend mit null Kilometern an die Steckdose. 🙂


Ladestop Ober Beerbach
Strom geladen kWh 5,2
Ladezeit in Stunden 00:00
Kosten EUR 1,98 €
Zeiten
Fahrzeit bis Ankunft h 01:14
Uhrzeit Ankunft 21:33
Uhrzeit Abfahrt
Aufenthaltsdauer h
Ladezeit gesamt h 26:06
Akku Ankunft
Fahrtstrecke km 53
Akkustand Ankunft % 12
Akku verbraucht % 88
Reichweite bei Ankunft 6
Akku Abfahrt
% geladen 88
Akkustand Abfahrt 100
Reichweite bei Abfahrt 50
Gesamtstrom
Strom geladen gesamt kWh 76,99
Kosten bisher EUR 33,14 €
Kosten auf 100 km EUR 3,82 €
Streckenverbrauch
km bisher 868
Verbrauch kWh/100 km 8,87
21:33 – Ankunft in Ober-Beerbach

33,14 EUR (zzgl. Kosten für Kaffee und Gebäck) für die gesamte Fahrt.
8,87 kWh auf 100 km im Schnitt.
Letzteres ist für die Fahrzeugklasse eher erbärmlich viel Wieso dieser uralte, ineffektive Antriebsstrang (ohne Getriebelager) in den aktuellen Microlino eingebaut wird, ist mir ein absolutes Rätsel.

Ein Gefühl, als sei Weihnachten vorbei. Die Fahrt war ein positives Abenteuer. Ich habe nette Leute aus dem Twizy-Forum, aber auch auf der Strecke wildfremde Menschen getroffen. Mann und Material haben die Fahrt gut überstanden. Meinen ursprünglichen Plan, den Twizy auf einen Anhänger zu packen und mit dem Rodius nach Herford zu fahren, weine ich keine Träne hinterher. Ich wäre zwar in einem Bruchteil der Zeit und auch wesentlich komfortabler angekommen, aber ich hätte weniger von Land und Leuten gehabt. Viel weniger.

Will ich noch so eine Tour machen? Unbedingt!

Nächstes Jahr muss bestimmt irgendeine Entwicklung aus dem Twizy-Forum in meinen Twizy eingebaut werden. Vielleicht das Schnellladegerät?

Wer nun denkt, dass ich komplett alle von der Fahrt gewesen wäre, der irrt. Eineinhalb Stunden später saß ich mit meiner Frau bereits in unserer Stammkneipe (siehe Pin auf der Karte), die wir erst um 0:54 Uhr wieder verließen.

Warum ich das alles so genau weiß? Weil ich mich von Google überwachen lasse!

Bildschirmfoto vom 2022 12 07 21 34 27 wpp1670453401935

 

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